Fußball-Historie: Serie In der Familie des SV Fellbach

Ein sicherer Rückhalt im Gehäuse des SV Fellbach: Frank Strotbek startet in der F-Jugend und steht nach wie vor  bei den Senioren des Vereins zwischen den Pfosten.  Foto: Maximilian Hamm
Ein sicherer Rückhalt im Gehäuse des SV Fellbach: Frank Strotbek startet in der F-Jugend und steht nach wie vor bei den Senioren des Vereins zwischen den Pfosten.  Foto: Maximilian Hamm

Der Fußball fasziniert auch in Fellbach und in Kernen: Wir wollen in dieser Serie Akteure vorstellen, die besondere Momente und besondere Erfolge erlebt haben. Heute: Frank Strotbek, 50, der bei Gelegenheit noch immer zwischen den Pfosten steht.

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Fellbach - Auch Frank Strotbek jubelte, als die Fußballer des VfB Stuttgart an jenem 16. Mai 1992 die deutsche Meisterschaft gewannen. Der damals 21-Jährige war eng verbunden mit dem Verein, hatte gut drei Jahre zuvor als Tormann mit den A-Jugendlichen den Meistertitel gewonnen; mit Spielern wie Jens Keller, Jürgen Kramny oder auch mit Marco Santelli, den er von früher kannte. Begonnen hatte die Spielerkarriere von Frank Strotbek im Jahr 1977 vor seiner Haustür beim SV Fellbach, dort spielte er gemeinsam mit Tim Nagel oder eben auch mit Marco Santelli. Er schaffte es in die Bezirksauswahl Rems/Murr, und seine Leistungen sprachen sich herum.

Schon bald klingelte abends das Telefon, die Verantwortlichen des VfB Stuttgart wollten ihn zu einem Wechsel animieren – und waren letztlich erfolgreich. Von der C-Jugend bis zur A-Jugend stand Frank Strotbek beim Bundesliga-Nachwuchs, nur rund drei Kilometer Luftlinie von seiner Heimat entfernt, zwischen den Pfosten, hatte in Helmut Roleder und Günter Sawitzki zwei prominente Trainer. Nach der Jugendzeit spielte er noch ein Jahr bei den Amateuren des Vereins im Team um den Trainer Jochen Rücker, der später dadurch bekannt wurde, dass er als Betreuer der Profimannschaft selbst bei Minustemperaturen in kurzen Hosen am Spielfeldrand saß. Den Sprung zu den Profis des VfB Stuttgart schaffte Frank Strotbek nicht, deshalb wechselte er nach einem Jahr zum FV Zuffenhausen in die Verbandsliga. Doch die beiden Runden dort gefielen ihm nicht sonderlich gut, und so dachte er ans Aufhören – bis die Verantwortlichen des SV Fellbach sich bei ihm meldeten. Heinz Schlotterbeck und Heinz Bientzle konnten den dann erst 23-Jährigen vom Weitermachen überzeugen.

Einst war Frank Strotbek beim VfB Stuttgart

Beim SV Fellbach erlebte Frank Strotbek noch erfolgreiche Jahre und steht hier – mit einer kurzen Unterbrechung – immer noch bei den Senioren des Vereins zwischen den Pfosten.

Den größten Erfolg beim SV Fellbach feierte er in der Saison 1996/1997, als er in der Mannschaft um den Trainer Heinz Hahn in die Verbandsliga aufstieg. „Das war zu jener Zeit das beste Team, in dem ich gespielt habe; das war wie eine große Familie“, sagt Frank Strotbek. Mit dabei waren zum Beispiel Holger Kimmich, Frank Weinle, Michael Felix oder auch der heutige Abteilungsleiter Mathias Fischer. Später, mit dem Trainer Bernd Schindler, waren auch Oliver Barth, Adriano Marrazzo oder Rüdiger Bareis mit dabei. Und die Familie hielt zusammen. Selbst in einer schwierigen Situation, als Ende der 1990er Jahre der von den Bundesliga-Volleyballern verursachte Finanzcrash den SVF durchrüttelte, blieben die Spieler im Verein. „In der Winterpause wurde uns gesagt, dass wir in der Rückrunde nicht mehr entlohnt würden für unseren Einsatz“, sagt Frank Strotbek.

Mit 48 Jahren noch für die zweite Mannschaft im Tor

Fünf Jahre lang hielten die Fellbacher Fußballer sich in dieser Spielklasse, ehe sie im Jahr 2002 in die Landesliga abstiegen. Frank Strotbek blieb noch ein Jahr beim SV Fellbach und folgte dann Rüdiger Bareis zu Panellinios Waiblingen, mit dem Ziel Aufstieg in die Saison 2003/2004 gestartet. Und tatsächlich gelang Panellinios der Sprung in die Bezirksliga, auch dank Frank Strotbek und seinen Paraden zwischen den Pfosten. Sein Abschied vom SV Fellbach war schmerzhaft gewesen, denn fünf Spiele vor dem Saisonende hatte er sich den rechten Fuß gebrochen.

Im Verbund des SVF vollzog sich nach dem Abstieg in die Landesliga ein Umbruch, der schon bald die nächsten Erfolge einleiten sollte. Mit dem Trainerduo Frank Weinle und Markus Weiß kehrte die Mannschaft im Jahr 2005 in die Verbandsliga zurück. Auch mit Frank Strotbek, mittlerweile in der Rolle des Torwarttrainers – von Sven Kraft und Adrian Schad –, nachdem er in Waiblingen seine Spielerzeit fürs Erste beendet hatte. Bis ins Jahr 2019 war er auch als Jugendtrainer mehrerer Teams beim SVF tätig.

2016 gewinnt der SVF den württembergischen Seniorentitel

Seine Kickschuhe hat der heute 50-Jährige aber noch immer parat. Weil im Wettbewerb um den Bezirkspokal zwei Tormänner verletzt und zwei im Urlaub waren, sprang Frank Strotbek im Sommer 2019 in der zweiten Mannschaft des SV Fellbach ein – im Alter von 48 Jahren. Die Gäste gewannen beim TSV Leutenbach mit 3:1. Mit dabei waren der Kapitän Alessandro De Giovanni, Bülent Güner, mit dem Frank Strotbek früher schon zusammengespielt hatte, sowie Lucas und Jonas Weinle, die Söhne des ehemaligen Mitspielers Frank Weinle. Für gewöhnlich allerdings schnürt er seine Kickstiefel heute noch für die Senioren des SV Fellbach, mit denen er 2016 den württembergischen Titel gewann und zweimal am Finalturnier um die deutsche Meisterschaft teilnahm. Das sind weitere Höhepunkte in der langen Fußballlaufbahn von Frank Strotbek, die im Jahr 1977 vor seiner Haustür beim SV Fellbach begonnen hatte.




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