Fußball in Nordamerika Lutz Pfannenstiel und die Route 66

Lutz Pfannenstiel (li.) in seiner Zeit als Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf mit  Thomas Röttgermann, dem Vorstandsvorsitzenden des Clubs. Foto: Baumann
Lutz Pfannenstiel (li.) in seiner Zeit als Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf mit Thomas Röttgermann, dem Vorstandsvorsitzenden des Clubs. Foto: Baumann

In der Welt des Sports gibt es auch auch in diesen schwierigen Tagen reichlich Absurdes, Seltsames und Lustiges. Daher kürt unsere Sportredaktion mit einem Augenzwinkern täglich die Sportsfreundin oder den Sportsfreund des Tages. Heute: Lutz Pfannenstiel und die Route 66.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Stuttgart - David Beckham, Andrea Pirlo, Lothar Matthäus, Thierry Henry, Kaka, Frank Lampard, Steven Gerrard, Wayne Rooney, David Villa, Javier Hernandez, genannt Chicharito, und natürlich Bastian Schweinsteiger. Diese Fußballer bringen eine ordentliche Anzahl von WM-Titeln zusammen, nämlich sechs, sowie unzählige Länderspiele – und sie kickten zum Ausklang ihrer Karrieren in der Major League Soccer. Die Liga in Nordamerika wurde (und wird) ja gerne mal verspottet als Operetten-Liga, als Sammelbecken für namhafte Altstars, von denen mancher seine Ansprüche beim Gehalt nicht so stark heruntergeschraubt haben wie die Ansprüche an die eigene Leistung.

Lutz Pfannenstiel hat in der MLS in 32 Partien gegen den Ball getreten, für die Calgary Mustangs und Vancouver Whitecaps, was aber mehr als zehn Jahre zurückliegt. Der Mann ist bekannter als Fußball-Manager, zuletzt als Sportdirektor von Fortuna Düsseldorf. Im Sommer 2020 hat es den 45-Jährigen nach St. Louis verschlagen, wo er den Club St. Louis SC aufbaut, der 2023 in der MLS antreten soll. Da sucht er Personal, ein Profi hat sich aus der englischen Premier League gemeldet, er würde ganz gerne „wegen dem Lifestyle zum Karriereende rüberkommen und noch ein Jahr hier spielen“, erzählte Pfannenstiel. Seine Antwort: „Entweder du kommst hierher, um zu gewinnen und zu arbeiten, oder du kommst hierher für den Lifestyle – dann fährst du auf der Harley Davidson die Route 66 entlang, aber spielst keinen Fußball.“ Nun, eigentlich gibt es die Route 66 offiziell nicht mehr, sie hat ihre besten Tage hinter sich und wurde von modernen Highways ersetzt – damit passt sie ja ganz gut zu solchen alternden Fußball-Lifestyle-Stars.




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