Vor einem Jahr haben die D-Juniorinnen des SV Leonberg/Eltingen mit nur zwei Punkten aus sechs Partien die Kreisligasaison auf dem letzten Tabellenplatz abgeschlossen. Zwölf Monate später tragen die jungen Kickerinnen Meisterschaftstrikots – nach einer Saison ohne Makel mit sieben Siegen in sieben Partien. 21 Punkte und eine Tordifferenz von 43:8 belegen die Überlegenheit der Leonberger D-Juniorinnen.
Den Verlust von Auswahlspielerin Matilda Jess an die C-Jugend kompensierte die neue Kapitänin Romy Bücheler, die mehr als die Hälfte der 43 Tore erzielte. Das entscheidende Duell um den Titel fand bei der bis dahin ebenfalls ungeschlagenen SGM Roßwag/Großglattbach statt. „Es war eine ziemliche Schlammschlacht“, erinnert sich Romy Bücheler an den 3:2-Auswärtserfolg. Die Niederlage versetzte der SGM einen Knacks: Das Team verlor auch seine letzten beiden Partien – unter anderem beim Schlusslicht -, während der SV Leonberg/Eltingen Saisonerfolge Nummer sechs und sieben feierte.
Trainer Michael Messner hat mehrere Erklärungen für die gelungene Saison. „Wir haben mehrere Spielerinnen auch in der C-Jugend eingesetzt, das hat sich eine Altersklasse tiefer natürlich ausgezahlt“, erklärt er. Zudem hätten sich einige der Mädchen enorm weiterentwickelt und die Mannschaft einen starken Teamgeist entwickelt. „Viele der rund 20 Mädchen treffen sich auch außerhalb des Fußballplatzes und sind gut befreundet“, ergänzt Co-Trainer Marc Bartosch.
Gemeinsame Aktionen stärken das Team
An der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls haben die beiden Trainer vermehrt gearbeitet. So gab es einen Ausflug mit dem Fahrrad zum Kletterpark Rutesheim, zudem wurden gemeinsam Frauen-Länderspiele und die zuletzt die Fußball-EM geguckt. Zudem hat eine Yoga-Lehrerin den Mädchen Atemübungen vermittelt, die bei Stresssituationen helfen sollen. „Das hilft, um nach einem Rückstand neue Power zu kriegen, aber auch, wenn ich bei einer Klausur in der Schule in Zeitnot gerate“, berichtet Romy Bücheler. Zudem vereinbaren die Coaches regelmäßig Testspiele gegen andere Teams.
Australierin kommt für drei Monate
Eine besondere Mitspielerin hatten die SV-Juniorinnen in der C-Jugend – Tahnee Knieling, eine Australierin, geht für drei Monate in Deutschland zur Schule. Tahnees Familie stammt aus Deutschland, ist aber vor knapp zwei Jahrzehnten nach Sydney gezogen. Für drei Monate besuchte sie die 9. Klasse des Albert-Schweitzer-Gymnasiums und wohnte bei ihren Großeltern. „Meine Mutter hatte über Facebook angefragt, ob ich beim SV mitspielen kann“, erzählt die 14-Jährige in ausgezeichnetem Deutsch, die seit sieben Jahren in Australien Fußball spielt.
Nicht nur Tahnee Knieling wird den SV-Juniorinnen in der neuen Saison fehlen. „Wir werden von der E- bis zur C-Jugend viele Umbrüche haben“, weiß Marc Bartosch. Doch Messerer und er wollen ihren Beitrag zur Entwicklung des Mädchen-Fußballs beim SV beitragen. „In absehbarer Zeit soll es eine Frauenmannschaft geben. Wir sorgen dafür, dass die Pyramide von unten gefüllt wird“, sagt Marc Bartosch. Spielerinnen, die schon eine Meisterschaft gewonnen haben, sind dabei nicht der schlechteste Nachwuchs.