Fußball-Jugendturnier Die Vorbilder heißen Harry Kane und Erling Haaland

Kaum vom Ball zu trennen: Der Dortmunder Nachwuchs zeigte, wie hier gegen die SG Weinstadt, seine Klasse. Foto: Günter Bergmann

Der Attimo-Cup der SG Untertürkheim wird zum Kräftemessen der möglichen Fußballstars von morgen. Mit dabei: Borussia Dortmund.

Sport: Dominik Grill (grd)

Jubeln wie die Großen können sie schon. Als Dominik das 2:0 für Borussia Dortmund gegen den TSV Uhlbach erzielt, packt er den Harry Kane aus, und seinen zweiten Treffer feiert er mit dem vierfachen Handkuss von Luis Suarez. Ob die beiden seine Lieblingsfußballer sind? „Nein, das ist Pelé“, kommt es nach dem Spiel wie aus der Pistole geschossen. Am Ende gewinnt die insgesamt zwölfköpfige U-9-Auswahl der Schwarz-Gelben gegen einen überforderten Gegner mit 4:0.

 

Es ist Samstagmittag, die Sonne knallt vom Himmel. Und wie jedes Jahr treten auch bei dieser zwölften Ausgabe des von der SG Untertürkheim veranstalteten Attimo-Cups 24 Nachwuchsmannschaften an. Heuer zählen neben den Dortmundern der VfB Stuttgart, 1860 München und Rapid Wien zu den prominenten Teilnehmern. Lokale Vertreter sind nicht nur die Uhlbacher und der Gastgeber, sondern auch der TB Untertürkheim und die Spvgg Cannstatt.

Rund 200 Zuschauer säumen den Kunstrasenplatz am Bruckwiesenweg. Namensgeber und Hauptsponsor des Turniers ist das Hotel Attimo aus Bad Cannstatt. Dessen Besitzer, der ehemalige Untertürkheimer Coach Alessandro Cicconi, und sein einstiger Trainerkollege Hilmar Meier haben den Wettbewerb 2013 ins Leben gerufen, damals noch unter dem Namen Telekom-Cup. Ein Jahr später folgte der Sponsoren- und Namenswechsel. Robin Zeidler, der Hauptorganisator des Events, weiß: „Das Turnier hat mittlerweile einen solchen Ruf, dass viele Vereine von sich aus bei uns anrufen.“ Probleme, namhafte Teams ins Boot zu holen, gebe es daher keine. Vom Anklang ist auch Cicconi begeistert. „Als Provinzverein wie die SGU oder der TB Untertürkheim gegen solche Clubs zu spielen – das ist für die Kinder ein Riesenerlebnis“, sagt er.

Zwischen Kreisliga und Champions League

Auch zwischen den Dortmundern und den Uhlbachern treffen zwei kleine Fußballwelten aufeinander. Während die Aktiven-Mannschaft der Neckarstädter in der hiesigen Kreisliga kickt, schauen die Gäste aus dem Ruhrpott zu Vereinsgrößen von internationalem Format auf. So wie Stürmer Eric. „Meine Lieblingsspieler sind Nico Schlotterbeck und Erling Haaland“, erzählt er stolz. Er selbst wirbelt wieselflink über den Platz, die langen Haare mit neongelben Bändern zum Zopf geflochten – „ein Rockstar“, lachen seine Teamkollegen. Abseits des Platzes quasselnd, wie Kinder in dem Alter eben sind, geht die Bande auf dem Rasen überaus ernsthaft zu Werke. Gefällige Kombinationen, schnelle Einzelaktionen, dabei immer auf den besser postierten Mitspieler bedacht. Setzen die Uhlbacher zu Beginn der Partie noch zwei im Ansatz gefährliche Konter, werden sie bald von den Gästen schwindlig gespielt. Nicht umsonst dürften die Dortmunder Jungs zu Deutschlands besten Kickern ihrer Altersklasse gehören.

Untergebracht sind die Stars von morgen an diesem Wochenende bei Gastfamilien, während das Trainergespann im Hotel des Turniersponsors nächtigt. Gekickt wird auf dem Halbfeld, je Team stehen sechs Spieler auf dem Platz. Zwölf Minuten dauern die Gruppenpartien, die Platzierungsspiele je eine Viertelstunde.

Der Gegner, der schließlich den Dortmunder Plan vom Turniersieg durchkreuzt, heißt VfB Stuttgart. Im Viertelfinale müssen sich die Borussia-Kicker mit 0:2 geschlagen geben. Im Endspiel wiederum behauptet sich der Nachwuchs des frisch gebackenen DFB-Pokalgewinners auch gegen den badischen Erzrivalen Karlsruher SC mit 2:1 – der gleich nächste „Pott“ also für den VfB. Der Turnierchef Zeidler bilanziert: „Es war zwar heiß und schwül, aber es gab viele super Spiele und tolles Feedback von den Vereinen.“

Auch von den Dortmundern. Für die steht letztlich der siebte Platz zu Buche. Die großen Träume der jungen Wilden dürfte das kaum trüben. Was sie mal werden wollen, wenn sie groß sind? Na freilich: „Profifußballer“, heißt es im Chor.

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