Fußball Juniorinnen Oberliga In den Sphären des VfB Stuttgart
Die B-Juniorinnen des TSV Münchingen spielen in der höchsten deutschen Fußball-Liga – die Gerlingerin Nenna Kempf will unter die top Fünf kommen.
Die B-Juniorinnen des TSV Münchingen spielen in der höchsten deutschen Fußball-Liga – die Gerlingerin Nenna Kempf will unter die top Fünf kommen.
Zum Fußball hat es Nenna Kempf früh gezogen. Bereits mit vier Jahren spielte sie bei den Bambini des FC Gerlingen, neun Jahre lang blieb sie ihrem Heimatverein treu. Dann wagte sie 2022 den Sprung gleich mehrere Klassen höher zum TSV Münchingen. In ihrer ersten Saison bestritt sie wegen einer Verletzung zwar nur eine einzige Partie – doch das als 13-Jährige in der B-Jugend. Mittlerweile ist die 15-Jährige zur stellvertretenden Kapitänin der B-Juniorinnen aufgestiegen, die nach Rang neun im Vorjahr in der Oberliga einen Platz unter den besten fünf Teams anpeilen.
Die Oberliga ist seit dieser Saison die höchstmögliche für B-Juniorinnen in Deutschland, sofern der Verein kein Nachwuchsleistungszentrum hat. Im Sommer hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Reform auf den Weg gebracht und die Bundesligen durch regionale Nachwuchsligen ersetzt. In dieser spielen sämtliche Bundesligisten und Vereine mit Nachwuchsleistungszentrum. Ziel ist es, den Ergebnisdruck zu verringern und Spielerinnen, die körperlich noch nicht so weit sind, mehr Spielzeit zu gewähren.
Dabei haben es die Münchingerinnen in der Oberliga unter anderem mit dem Nachwuchs des VfB Stuttgart und des SC Freiburg zu tun. „Die beiden Teams werden ebenso wie der Karlsruher SC sicher vor uns landen. Auch den Hegauer SV und den SV Eutingen schätze ich stark ein“, erklärt TSV-Trainer Kim Hubl. Gegen den VfB und Freiburg kassierten die TSV-Mädels auch zwei der erst vier Niederlagen aus den ersten zehn Saisonspielen. Beim SC Freiburg unterlagen sie nach einer 2:0-Führung zur Pause noch mit 2:4. „Unsere zweite Halbzeit war wirklich schlecht“, sagt Nenna Kempf selbstkritisch.
Komplett unter die Räder kamen die Münchingerinnen beim VfB Stuttgart, wo es eine 2:10-Klatsche gab. Bereits nach sechs Minuten stand es 0:3, zur Pause 0:8. „Das hätte nicht so laufen müssen, wir hatten viel zu viel Respekt vor den Gegnerinnen“, sagt Nenna Kempf rückblickend. Dass es auch anders geht, hatte das Team im Vorjahr bewiesen, als es „nur“ eine 0:3-Niederlage gab.
Ein 0:3 gab es auch im allerersten Saisonspiel beim SC Sand – die einzige Niederlage, über die sich die Münchinger Mädels wirklich ärgern. „Da waren wir noch nicht richtig eingespielt, einige Spielerinnen waren kurz zuvor aus den Ferien gekommen“, erklärt Nenna Kempf das Ergebnis gegen den Tabellenachten. Der TSV Münchingen liegt derzeit auf Rang vier – mit sechs Siegen aus zehn Begegnungen.
In den ersten sieben Partien hat Nenna Kempf keine einzige Sekunde verpasst, beim Saisonstart in Sand führte sie ihre Mannschaft sogar aufs Spielfeld, nachdem die etatmäßige Kapitänin Lara Langanke fehlte. Die Abwehrspezialistin muss eine gewisse Flexibilität an den Tag legen, sie wird sowohl auf der rechten Seite als auch in der Innenverteidigung eingesetzt. „Ich laufe gern und viel, daher fühle ich mich auf der rechten Außenbahn sehr wohl“, erklärt Nenna Kempf. Da sie mit 1,68 Meter aber auch zu den größten Spielerinnen im Team zählt, beordert Trainer Hubl die Gerlingerin auch in die Innenverteidigung. „Sie hat in der Mannschaft ein gutes Standing“, lobt der Coach.
Dabei gehört das Kopfballspiel zu den wenigen Dingen, bei denen Nenna Kempf bei sich noch Verbesserungspotenzial sieht. „Auch die Annahme hoher Bälle geht noch besser, und die Pässe beim Spielaufbau könnten noch präziser sein“, merkt sie selbstkritisch an. Neben ihrer Laufstärke verfügt die 15-Jährige aber noch über zwei weitere Charaktereigenschaften, die sie für die Mannschaft so wertvoll machen: „Ich bleibe auch bei großer Hektik ruhig und gebe nicht auf, nur weil wir 0:2 zurückliegen“, stellt sie klar.
Fußball soll für die Zehntklässlerin des Robert-Bosch-Gymnasiums ein Hobby bleiben, das sie so lange ausüben will, wie es die Gesundheit zulässt. Von der Bundesliga träumt sie nicht. Sie kann sich aber vorstellen, dass der Sport Teil ihres Berufes wird. Derzeit steht aber auch Luft- und Raumfahrttechnik bei ihr hoch im Kurs. In näherer Zukunft will sie vor allem noch viele Punkte mit dem TSV bis zur Winterpause sammeln, um sich unter den fünf besten Mannschaften in der Oberliga festzusetzen.