Fußball Kreisliga A 2 Start nach Maß für die SpVgg Renningen

Fußball ist auch Kopfsache: Der Gebersheimer Kevin Sholabomi (Mi.) gegen Steffen Butz vom TSV Münchingen II. Foto: Andreas Gorr

Für die TSF Ditzingen reicht es gegen den FC Gerlingen nur zum 2:2. Der TSV Höfingen kassiert eine Klatsche im torreichen Spiel gegen den SV Leonberg/Eltingen II.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Die SpVgg Weil der Stadt ist eine von drei Mannschaften, die sich am Wochenende in der Kreisliga A 2 ihre ersten Zähler sichern konnten. Gemeinsam mit dem TSV Münchingen II und dem FC Gerlingen klettert die SpVgg in der Tabelle, die Abstiegsränge bleiben damit den weiter sieglosen Clubs TSV Höfingen und TSV Heimerdingern II überlassen. Gerlingen bleibt jedoch wie der SV Gebersheim und der TSV Flacht ebenfalls ohne Sieg.

 

Auf der anderen Seite des Tableaus setzen Drita Kosova Kornwestheim und die SpVgg Renningen ihre Siegeszüge fort und belegen als einzige Teams mit voller Punktzahl die ersten Plätze. Dahinter steht nun der SV Leonberg/Eltingen II, der nach ihrem Schützenfest in Höfingen die beste Offensive der Liga stellt. Neben den beiden Spitzenteams bleiben auch die TSF Ditzingen und die SpVgg Warmbronn, an diesem Wochenende mit Spielpause, weiter ungeschlagen.

SpVgg Renningen bleibt weiter ohne Makel

Besser hätte der Start für Michael Schürg bei der SpVgg Renningen kaum laufen können. Auch im dritten Spiel unter dem neuen Trainer fuhr die Mannschaft ein deutliches 3:0 ein, der Zweitplatzierte ist die einzige Mannschaft in der Liga, die bislang ohne Gegentor geblieben ist. Gegen den TSV Heimerdingen II tat sich seine Mannschaft anfangs jedoch schwer, trotz hoher Spielkontrolle und etlichen Eckballgelegenheiten für Renningen blieb das Duell zur Pause torlos.

In der Kabine, erzählt Schürg, habe er seine Mannschaft ermutigt, die Marschroute beizubehalten, jedoch mehr Überzeugung vor dem Tor gefordert. Unmittelbar nach Wiederanpfiff erreichte ein langer Ball Quentin Klett, der diesen mit der Brust annahm und aus der Drehung verwandelte. „Das war ein richtig schönes Tor“, lobte Trainer Schürg. Zehn Minuten später legte Matthias Stahl nach einer Kombination über die linke Seite das 2:0 nach und brachte die SpVgg deutlicher auf die Siegesstraße. Mit einer Glanzparade hielt Torwart Giovanni Daniel D’Aiuto die Null für Renningen fest, bevor Justin Eberhardt in der Nachspielzeit per Elfmeter den Schlusspunkt setzte.

Trainer Michael Schürg war sehr zufrieden mit der Leistung seiner Kicker der SpVgg Renningen. Foto: Andreas Gorr

Schürg war der Ansicht, seine Mannschaft hätte durchaus schon früher einen Strafstoß erhalten können, wollte sich darüber jedoch nicht beschweren. Er sah das „bisher beste Saisonspiel“ seiner Mannschaft, die den Umbruch mit zwei wichtigen Abgängen, fünf Neuzugängen und dem neuen Trainer bislang gut verkraftet.

Lehrstunde für SKV Rutesheim II

Weniger gut verkraftet hat die Zweitvertretung der SKV Rutesheim das Heimspiel gegen Tabellenführer Drita Kosova Kornwestheim. Mit 2:4 unterlag die junge SKV-U-23 der erfahrenen Mannschaft aus Kornwestheim deutlich, als „Lehrstunde“ bezeichnete Trainer Tobias Germanus das Spiel. „Wir sind mit zu viel Respekt ins Spiel gegangen, haben die ersten zehn Minuten mehr oder weniger verschenkt“, bemängelte er. Bereits nach fünf Minuten fand ein langer Ball den Kornwestheimer Muhamet Muzliukaj, der im Strafraum zu viel Platz hatte und Drita Kosova in Führung brachte. Ebenfalls nach langem Ball traf Pascal Deutsch in Minute 14 zum Ausgleich. In der 28. Minute gab Schiedsrichter Denny Schmidt einen Foulelfmeter für Kornwestheim, den Germanus als „strittig“ ansah.

Sermin Zekjiri (Mi.) spielte einst beim SV Perouse, nun ist er für Drita Kosova Kornwestheim am Ball. Foto: Andreas Gorr

Sermin Zekjiri verwandelte souverän, Kornwestheim ging mit 2:1 in die Pause. In Hälfte zwei blieb das Spiel lange offen, dann fielen binnen 8 Minuten „zwei beschissene Gegentore“, wie Germanus beklagte. Shaban Ismaili verwandelte in der 68. Minute einen direkten Freistoß, bei dem Torwart David Feddersen nicht gut aussah. In der 76. Minute profitierte Spielertrainer Spetim Muzliukaj von einem Missverständnis in der Rutesheimer Abwehr, der ehemalige Regionalliga-Stürmer (93 Spiele, 23 Tore) traf durch Feddersens Beine hindurch. Tim Mendler erzielte in der Nachspielzeit das 2:4, an der Niederlage änderte das jedoch nichts mehr. Germanus analysierte, sein junges Team laufe sich noch zu oft fest und lasse den Ball noch nicht genug laufen, was zu unnötigen Ballverlusten führe. Das sei, meinte der Trainer, bei einer Mannschaft mit so vielen U-20-Spielern ein zu berücksichtigender Faktor.

TSV Höfingen unterliegt im Neun-Tore-Spiel

Für eine andere Zweitvertretung verlief das Wochenende deutlich erfolgreicher. Der SV Leonberg/Eltingen II schlug den TSV Höfingen im torreichsten Duell des Spieltags mit 6:3. In der 23. Minute brachte Zinedin Latifovic den TSV in Front, Mathias Falch konnte einen Abwehrfehler in der 37. Minute zum Ausgleich nutzen. Kurz nach der Pause landete der SV einen Doppelschlag durch Orhan Tekin (47.) und Youssef El-Guerch (49.) und ging mit 3:1 in Führung. Per Freistoß traf erneut Latifovic zum Anschluss (51.), was Eros Bronico nur zehn Minuten später mit dem 4:2 konterte.

Mathias Falch erzielte das 1:1 für den SV Leonberg/Eltingen II. Foto: Andreas Gorr

Höfingen kam durch Ramon Faria Haug nochmal ran (75.) und beklagte im Anschluss einen nicht gegebenen Strafstoß. „Man hat es nicht nur gesehen, man hat es auch richtig gehört“, wetterte TSV-Trainer Marco Russo. Orhan Tekin legte in der 80. und 82. Minute nochmals nach und sorgte für den deutlichen Endstand. Wie schon in der Vorwoche gegen die SpVgg Renningen brach ein schneller Doppelschlag nach der Pause dem TSV das Genick. „Wir machen einfach zu viele Fehler und in den drei Spielen wurden wir gnadenlos bestraft“, beklagte Trainer Russo, der mit seiner Mannschaft weiter sieglos bleibt und stellte klar: „Das müssen wir unbedingt vermeiden.“

SV Gebersheim verschläft den Start

Sicher hätte der SV Gebersheim die Niederlage gegen den TSV Münchingen II vermieden, am Ende der Begegnung unterlag der Club dennoch mit 1:2. „Wir haben die ersten 20 Minuten so ein bisschen verschlafen“, sagte SVG-Coach Kai Liedtke. Bereits nach acht Minuten vollendete Tamino Filipaj einen Konter zum 1:0 für die Gäste, in der 39. Minute nutzte er einen Abstimmungsfehler der Gebersheimer und erzielte seinen Doppelpack.

Dem SV Gebersheim (in Gelb) gelang es gegen den TSV Münchingen II nicht, den Rückstand aufzuholen. Foto: Andreas Gorr

Die Hausherren fanden in Hälfte zwei dann besser ins Spiel und kamen durch Bernhard Kreis (60.) zum Anschlusstreffer. Nach Foulspiel an Noel Tisch bekam Gebersheim in der 82. Minute einen Strafstoß zugesprochen, doch Murat Tekeli scheiterte an Nikolaos Röhrich, der den Sieg für Münchingens Zweite festhielt. „Es ist ärgerlich, am Ende ohne Punkte dazustehen, obwohl wir spielerisch sicher die deutlich bessere und aktivere Mannschaft waren“, sagte Lietke.

Der TSV Münchingen II feierte den Dreier im Spielerkreis. Foto: Andreas Gorr

Der Coach meinte weiter: „ Ich glaube, wenn wir das 2:2 machen, sind wir näher am 3:2 dran als der Gegner.“ Trainer Lietke holte mit Gebersheim auch im dritten Saisonspiel keinen Sieg. „Ich glaube, wir müssen von Beginn an wach sein und unser Können zu 100 Prozent abrufen. Vielleicht müssen wir auch ein Stück weit das Fußballerische beiseitelegen und eher auf Themen wie Wille und Kampf setzen“, stellte er in den Raum.

TSV Flacht wartet auf ersten Sieg

Weniger Fußballerisches gab es auch beim einzigen torlosen Duell des Spieltags zwischen dem KSV Renningen und dem TSV Flacht zu sehen. „Eigentlich musst du 4:0 oder 5:0 gewinnen und spielst halt 0:0“, sagte der enttäuschte Flachter Trainer Danny Konsek. Auch die Einwechslung von Trainer Björn Wenninger konnte an der Chancenverwertung seiner Mannschaft nichts zum Positiven verändern. Auch die Verletzungen von Maik und Kevin Bauer im Laufe des Spiels plagten die ohnehin vor allem offensiv von Verletzungen gebeutelten Flachter. Wie endlich der erste Saisonsieg gelingen soll? „Das ist tatsächlich sehr einfach, wir müssen die Chancen machen“, lachte Konsek gequält. Am kommenden Sonntag soll dies gegen den FC Gerlingen endlich gelingen.

Später Elfer rettet die TSF Ditzingen

Auch der steht bislang sieglos da, am Wochenende konnte der FC Gerlingen jedoch erstmals punkten. Gegen die TSF Ditzingen gab es ein 2:2 auf heimischem Platz. Nach 34 Minuten traf Isidoros Arvanitidis zur Gerlinger Führung. Kurz vor der Pause brachte Arne Poster den Ball im Gerlinger Tor unter, Schiedsrichter Bernd Pfanzelt entschied zum Unmut von TSF-Trainer Günay Akkus auf Abseits. Poster sollte sein Tor dennoch bekommen, in der 57. Minute traf der Stürmer im Anschluss an einen Freistoß zum Ausgleich. Nur 14 Minuten später stellte Enes Becovic nach einem Konter die Führung für Gerlingen wieder her. In der Folge verteidigte der FC seinen Vorsprung tapfer, holte sich noch zwei Gelbe Karten ab.

Isidoros Arvanatidis (re./im Spiel gegen den SV Prag) traf zum 1:0 für den FC Gerlingen gegen die TSF Ditzingen. Foto: Andreas Gorr

Mit der letzten Aktion ging Poster, vom Gegner gezogen, zu Boden – Elfmeter in der Nachspielzeit. „Wenn es das Foul nicht ist, dann ist es auf jeden Fall das vorausgegangene Handspiel. Den Elfmeter muss man geben“, sagte Akkus. Sein Gegenüber Daniel Bersaglio entgegnete: „Man kann ihn geben, kann aber auch einen Freistoß für uns geben.“ Vor allem bemängelte der Gerlinger Coach die lange Nachspielzeit, an deren Ende Arne Poster den Elfmeter verwandelte und mit seinem fünften Saisontor im dritten Spiel den späten Ausgleich für seine Mannschaft holte. Trainer Akkus war damit weniger zufrieden. „Das hat sich für mich persönlich, das habe ich auch der Mannschaft gesagt, wie eine Niederlage angefühlt. Für mich hätten wir drei Punkte mitnehmen müssen“, kritisierte er. Der Mannschaft habe die Durchschlagskraft im Angriffsdrittel gefehlt. Auch Spielertrainer Kevin Sturm, zurzeit beruflich in den USA unterwegs, fehlte im Kader, wird nächste Woche jedoch wieder zurückkehren.

SpVgg Weil der Stadt siegt in Überzahl

Probleme im Angriffsdrittel beobachtete auch Hanjo Kemmler, Trainer der SpVgg Weil der Stadt, beim 3:1-Sieg gegen den TV Möglingen. In der Anfangsphase kam sein Team zu mehreren Großchancen, das Führungstor fiel jedoch auf der Gegenseite durch Enis Öztürk nach einem schnellen Konter (27.). Weil der Stadt kassierte das Gegentor, Möglingen dafür kurz vor der Pause eine Gelb-Rote Karte nach wiederholtem Foulspiel. Für Kemmler keine angenehme Situation, mehr als das defensive Verschanzen der Gegner störte er sich an der Gefahr, dass seine eigenen Spieler in Überzahl an Konzentration einbüßen könnten.

Trainer Hanjo Kemmler kam vom FC Gärtringen zur SpVgg Weil der Stadt. Foto: Drofitsch/Eibner

Nach Wiederanpfiff dauerte es nur fünf Minuten, bis Mousa El Arkoubi mit einem Chipball die Viererkette überspielte und Samet Ceviker allein vor dem Tor der Ausgleich gelang. In der 70. Minute köpfte Fabiano Sacco einen Freistoß am langen Pfosten zur Führung ein, drei Minuten vor Schluss traf El Arkoubi nach einer kurzen Ecke aus der Distanz zum Endstand. „Ich finde, wir hätten es einfacher gehabt in Gleichzahl, bin ich ganz ehrlich“, gestand Trainer Kemmler, der mit der SpVgg endlich den ersten Sieg einfahren konnte.

Kreisliga A 2 – der Stand

Die Tabelle
 

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