Fußball Kreisliga A Brüderpaar Widmaier trifft für TSV Heimsheim am Fließband

Tim Widmaier (re.) erzielte in dieser Saison 17 Tore für den TSV Heimsheim, sein Bruder Lino deren 16. Foto: Andreas Gorr

Der TSV Heimsheim will in der Rückrunde der Fußball-Kreisliga A dem TSV Münchingen auf den Fersen bleiben – Coach Kudera setzt auf Fitness und ein stürmisches Brüderpaar.

Oliver Kudera gehörte vor der Saison zu den wenigen, die dem TSV Heimsheim zugetraut haben, Bezirksliga-Absteiger und Topfavorit TSV Münchingen in der Kreisliga A2 Paroli bieten zu können. Der neue Coach hatte sich den TSV Heimsheim bewusst ausgesucht, als er nach fünf Jahren beim TSV Wurmberg-Neubärental in heimatlichere Gefilde zurückkehren wollte. „Es ist ein Club mit guter Infrastruktur und Bezirksliga-Vergangenheit, ich habe als Trainer den Anspruch, mit meinen Mannschaften oben mitspielen zu wollen und die Spieler besser zu machen“, erklärt Oliver Kudera.

 

Natürlich sei er mit einer gehörigen Portion Demut an die Aufgabe herangegangen. Aber schon nach einer „äußerst anstrengenden Vorbereitung für die Spieler“ stellte er fest, dass der TSV Heimsheim bereits vor der Saison von der Konkurrenz wahrgenommen wurde. „Wir haben alle Testspiele gewonnen und da gegen einen Verbandsligisten und einen Landesligisten gespielt“, erzählt der 34-Jährige. Zudem kam Kudera mit der Empfehlung, den TSV Wurmberg-Bärental aus der Kreisliga in die Landesliga geführt zu haben. „Das war in etwa so, wie wenn Mainz 05 deutscher Meister wird“, verdeutlicht er.

Auch beim TSV Heimsheim stellte sich der Erfolg schnell ein. Nach der Hinrunde steht das Team auf Rang zwei mit zwei Zählern Rückstand auf den TSV Münchingen. Grundlage für den Erfolg ist zum einen die gute Fitness der TSV-Akteure. Zum anderen trichterte Kudera seinen Akteuren den Glauben ein, ein Spiel jederzeit noch drehen zu können. Gegen den SV Gebersheim (3:2) und die Spvgg Warmbronn (2:1) erzielte der TSV die Siegtore prompt in der Schlussphase. „Die Spieler sollen nach dem Spiel in den Spiegel gucken können und sagen, dass sie alles reingehauen haben“, erzählt Kudera.

Niederlage gegen Drita Kosova schmerzt

Während er die Niederlage gegen Münchingen akzeptieren kann („da haben wir unsere Leistungsspitze nicht erreicht“), stuft er die zweite Niederlage bei Drita Kosova Kornwestheim als untypisch ein. „Da haben wir viele Tore durch Standards kassiert, das passiert uns sonst nicht“, erklärt er. Kudera hofft aber auch, dass sein Team an Niederlagen wie gegen Münchingen wächst: „Man braucht solche Spiele, um hungriger zu werden“, sagt er.

Der Coach lobt die Brüder über alles

Er setzt darauf, dass seine Mannschaft nicht noch einmal so ein Gefühl wie nach dieser ärgerlichen Niederlage erleben will. Deshalb hat er den Trainingsauftakt für die Rückrunde in dieser Woche sehr früh terminiert, sieben Wochen soll sich sein TSV auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten.

Auch in der Rückrunde setzt Kudera vor allem auf topfitte Mittelfeldakteure, über die ein hohes Gegenpressing laufen soll. Vorne können sich die Heimsheimer auf das Offensiv-Duo Tim und Lino Widmaier verlassen, die mit dem Coach aus Wurmberg gekommen sind, aber eine Heimsheimer Vergangenheit haben. Sie haben 33 der 54 TSV-Tore geschossen. Dass die Brüder so gut performen, hat auch mit der Wohlfühl-Atmosphäre zu tun, die Kudera in Heimsheim etabliert hat. „Lino ist ein robuster und technisch versierter Stürmer, dem noch an Erfahrung und mentaler Stärke gewinnen muss“, beschreibt der Coach den 16-Tore-Mann. Bruder Tim sei hingegen schlichtweg „ein genialer Fußballer“, der seine 17 Tore eigentlich als Mittelfeldspieler erzielt habe.

Angesichts von fünf Langzeitverletzten wünscht sich Kudera für die Rückrunde einen gestandenen Mittelfeldakteur. „Es sollte ein Typ wie VfB-Profi Angelo Stiller sein, der stets den Ball fordert“, wünscht sich der Coach. „Wenn wir beim TSV Münchingen am letzten Spieltag ein Endspiel um den Aufstieg haben wollen, müssen wir unsere Hausaufgaben machen“, fordert Kudera.

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