Fußball Kreisliga A Der TSV Münchingen liegt auf Kurs
Der Bezirksliga-Absteiger hat als Herbstmeister in der Kreisliga A2 den Wiederaufstieg fest im Visier, muss sich allerdings hartnäckiger Konkurrenz erwehren.
Der Bezirksliga-Absteiger hat als Herbstmeister in der Kreisliga A2 den Wiederaufstieg fest im Visier, muss sich allerdings hartnäckiger Konkurrenz erwehren.
Wenn man vor der Saison nach dem Favoriten auf den Titel in der Kreisliga A2 fragte, gab es stets eine einhellige Antwort: der TSV Münchingen. Das hat seinen Grund: Nicht weniger als 14 Neuzugänge haben den Kader verstärkt, gleich neun kamen im Paket vom SC Stammheim – zum Teil mit Landesliga- und Verbandsligaerfahrung. Es gibt einen guten Grund, dass der TSV Münchingen einen solchen Kraftakt auf sich nimmt: In diesem Jahr feiert der Verein das 100-Jahr-Jubiläum, die Fußballer sollen mit dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga ihren Teil zu den Feierlichkeiten beitragen.
Insofern lässt sich zur Winterpause feststellen: Der TSV Münchingen liegt auf Kurs, mit elf Siegen und zwei Unentschieden wurde die Mannschaft des ebenfalls neu verpflichteten Trainers Sahin Üste Herbstmeister. Allerdings: So überlegen wie von vielen erwartet, ist der Verein in der Liga nicht.
Mit nur zwei Zählern Rückstand liegt der TSV Heimsheim auf Rang zwei, weitere zwei Punkte weniger hat Drita Kosova Kornwestheim. Für Münchingens Abteilungsleiter Martin Scholz ist das jedoch keine Überraschung: „Wir haben Heimsheim und Drita in Vorbereitungsspielen beobachtet, wir wussten, dass sie unsere härtesten Konkurrenten werden“, erzählt er.
Beim TSV Heimsheim kam es am letzten Spieltag vor 350 Zuschauern zum Showdown auf der Wanne: Mit einem 2:1-Auswärtssieg entführten die Münchinger die drei Zähler und nahmen den Gastgebern die Tabellenführung wieder ab. Mit zwei frühen Toren (11., 32.) stellten die Gäste die Weichen früh auf Sieg, der Heimsheimer Anschlusstreffer fiel erst in der Nachspielzeit. „Für diesen Sieg kann ich der Mannschaft nur ein Riesen-Lob aussprechen, wir mussten elf Verletzte kompensieren“, erklärt Scholz.
Punkte abgeben musste der TSV Münchingen nur am zehnten Spieltag bei der Spvgg Warmbronn (0:0) und am drittletzten Spieltag gegen Drita Kosova Kornwestheim (1:1) – aus unterschiedlichen Gründen. „In Warmbronn waren wir spielbestimmend, haben aber nur den Pfosten getroffen und ein Abseitstor erzielt“, berichtet Scholz. Schwierig sei das Spiel gegen die Kornwestheimer Mannschaft gewesen, als das Team früh 0:1 (7.) zurücklag und dann eine Rote Karte kassierte. Antonio Di Matteo traf schließlich trotz Unterzahl zum Ausgleich. Eine Rolle für die Punktverluste in der Endphase der Hinrunde hat laut Scholz neben den Verletzten auch gespielt, dass der Spielrhythmus durch zwei freie Wochenenden unterbrochen gewesen sei.
Das Prunkstück des TSV Münchingen ist die Defensive, in 13 Spielen gab es nur 14 Gegentore. „Fatos Povataj und Kapitän Tim Schlichting strahlen eine enorme Sicherheit aus“, begründet Scholz dies. Schlichting bringt mit seinen 30 Jahren plus Verbandsliga-Erfahrung viel Routine in die Truppe. Obwohl der TSV mit 57 Treffern auch die beste Offensive stellt, sieht der Abteilungsleiter eine Steigerungsmöglichkeit. „Der ein oder andere Sieg hätte höher ausfallen können, da haben wir einige Chancen liegen lassen“, sagt er. Von Vorteil sei allerdings, dass das Team offensiv schwer auszurechnen sei. In der Torjägerliste findet sich kein Münchinger unter den Top Fünf, dafür aber gleich sechs unter den ersten 25.
Dank der Breite des Kaders konnte der Klassenprimus diverse Ausfälle auffangen. So verletzte sich Patrick Wonner im sechsten Saisonspiel, nachdem er in den ersten fünf Partien sechsmal getroffen hatte. Auch Egonit Avduli, Felix Öhrlich (Bänderriss im Sprunggelenk), Rui Tiago Caldas De Carvalho (Bandscheibenvorfall) und Steffen Butz (Pfeiffersches Drüsenfieber) werden nicht so schnell zurückkehren.
Am Ziel Wiederaufstieg hält man beim TSV eisern fest. „Die Mannschaft ist erfahren genug, um mit so einem Druck umzugehen“, ist sich Scholz sicher. In der Vorbereitung auf die Rückrunde stehen sechs Testspiele an, allesamt gegen Bezirksligisten. Mehr als Bonus ist der Bezirkspokalwettbewerb gedacht, wo der TSV im Viertelfinale auf den FV Löchgau II aus der Kreisliga A3 trifft und im Falle eines Weiterkommens im Halbfinale auf den Sieger des Bezirksliga-Duells zwischen dem TV Aldingen und Germania Bietigheim.