Ein Unentschieden lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten: Während sich die Fußballer des TSV Wernau über den späten Punktgewinn freuten, überwog bei den Kickern des TSV Deizisau nach dem Spielverlauf der Frust. Ein Elfmetertor in der Schlussphase bescherte den Wernauern (Platz zwei) doch noch ein 1:1 (0:1)-Remis im Kreisliga-A-Spitzenspiel zu Hause gegen Tabellenführer Deizisau.
Fabio Morisco: „Fühlt sich wie eine Niederlage an“
Dementsprechend angefressen war auch Deizisaus Coach Fabio Morisco. „Es war total bitter, weil wir die bessere Mannschaft waren. Die Jungs haben alles reingeworfen, aber wir haben es versäumt, nach der Führung das zweite oder dritte Tor nachzulegen. Den Vorwurf muss ich meinem Team machen“, haderte Morisco und ergänzte: „Klar, es fühlt sich wie eine Niederlage an, aber uns hilft der Punkt dann doch mehr als den Wernauern.“ Die Deizisauer haben nach dem Remis im Spitzenspiel mit nun 45 Punkten immer noch zwei Zähler Vorsprung auf die Wernauer (43 Punkte) – hätten sich aber freilich gewünscht, den Abstand weiter zu vergrößern.
Wernaus Spielertrainer Martin Notz nahm den Punkt nach dem Spielverlauf dagegen gerne mit: „Es war eine chancenarme Partie und ich glaube, man hat uns angemerkt, dass uns die Englische Woche mit dem Pokalspiel noch in den Knochen steckte. Wir hatten nicht die Power, viele Möglichkeiten zu kreieren, aber wir haben uns niemals aufgegeben, daher war das Unentschieden auch nicht ganz unverdient.“
Wenig Chancen, viel Kampf
In den ersten 20 Minuten der Partie erspielten sich beide Teams kleinere Chancen, ohne dabei jedoch zwingende Torgefahr auszustrahlen. Die Wernauer wirkten im Spiel nach vorne zunächst etwas geradliniger und zielstrebiger – mit zunehmender Spieldauer schlichen sich bei ihnen jedoch immer mehr Fehler ein. Die Deizisauer zogen daraus aber zunächst keinen Nutzen. Nach 28 Minuten fiel dann aber die Führung für den Tabellenführer Deizisau – und diese kam ein Stück weit aus dem Nichts: Nach einem Steckpass von Adrian Dodaj tauchte Tekin Sidal frei vor dem Tor auf, fackelte nicht lange und schob den Ball zum 1:0 ein. Von der Führung beflügelt standen die Deizisauer nun kompakter im Mittelfeld, verteidigten konsequenter und gewannen viele Zweikämpfe – insbesondere Außenverteidiger Mervin Mambu überzeugte mit starken Ballgewinnen. Auch nach vorne entwickelten die Gäste nun mehr Aktionen, klare Abschlüsse auf das Tor blieben jedoch Mangelware. Viele Chancen bekamen die Zuschauer auf dem Rasenplatz auf dem Kehlenberg nicht zu sehen.
Deizisau verpasst die Vorentscheidung
Auch nach dem Seitenwechsel übernahmen die Deizisauer direkt die Kontrolle über die Partie, verpassten es aber, die Führung auszubauen. Dodaj vergab die beste Möglichkeit dieser Phase, als er in der Mitte frei zum Schuss kam, das Leder aber nicht richtig traf. Ab der 60. Minute nahmen auch die Wernauer wieder am Spiel teil und operierten vor allem mit langen Bällen, die Angriffe blieben aber zu harmlos. „Der letzte Pass kam nicht an. Deizisau stand kompakt und uns fehlten dann die Kräfte, um kreative Momente zu kreieren“, sagte Spielertrainer Notz.
Ausgleich in der Schlussphase
Die Deizisauer blieben das gefährlichere Team und kamen zu den klareren Möglichkeiten: So hatte der eingewechselte Nail Fakili die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, schoss aus guter Position jedoch nur Wernaus Torhüter Lukas Tim Zink an. Die Schlussphase wurde dann aber doch noch einmal spannend. Und in der 83. Minute bekamen die Wernauer einen Foulelfmeter zugesprochen: Kapitän Dennis Lang trat an, verwandelte sicher und bescherte den Gastgebern den umjubelten 1:1-Ausgleich.
„Wir nehmen den Punkt am Ende zwar schmollend mit, aber wir nehmen ihn mit – und konzentrieren uns nun auf die kommende schwere Aufgabe am Sonntag gegen den TV Nellingen“, sagte Deizisaus Coach Morisco. Für die Deizisauer blieb so am Ende das Gefühl, zwei Punkte liegen gelassen zu haben, während die Wernauer sich über einen glücklichen Punktgewinn freuten.
TSV Wernau: Zink – Walde (69. Skala), Sigler, Niklas Huszta (46. Denzinger), Schnitt (78. Öztürk) – Lang, Bastasic, Michaletz, Alexander Huszta (60. Antonesei), Laffert (70. Köck) – Blattner.
TSV Deizisau: Lauber – Hamann, Tellioglu, Lindenschmid, Mambu – Lohmüller, Hafner, Sidal, Dodaj (83. Schmid), Grentz (60. Fakili) – Köber (78. Pantic).
Schiedsrichter: Cüneyt Karacuha (Waiblingen).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Sidal (28.), 1:1 Lang (Foulelfmeter/83.)
Gelb-Rote Karte: Fabio Morisco (Trainer/Deizisau).
Beste Spieler: Michaletz, Lang / Mambu, Dodaj, Sidal.