Fußball: Kreisliga A, Staffel 1 Die neuen Ballermänner ballern schon mächtig los

Hier scheitert Beograds Zugang Nemanja Buzdum noch an Uhlbachs Schlussmann Lars Niemann. Insgesamt netzte Buzdum aber zweimal ein. Foto: Günter Bergmann

Von den sogenannten Großen der Liga schwächelt nur der SSV Zuffenhausen, während die SG Weilimdorf trotz schlechter Voraussetzungen „Bärenkräfte“ entwickelt.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Na da war ja schon wieder mächtig Feuer drin! Zum Saisonauftakt in der Kreisliga A, Böblingen/Stuttgart, Staffel 1, hatten die Spieler ihr Visier bereits ordentlich eingestellt. In den sieben Begegnungen gab es 38 Tore zu bestaunen. Das macht einen Schnitt von mehr als fünf pro Begegnung und somit Lust auf mehr. Wie gewohnt, haben wir das Geschehen auf den Sportplätzen wieder zusammengefasst.

 

 Türkspor Stuttgart – SV Prag Stuttgart 6:1

Ups, das sieht ja schon wieder nach mächtigem Torhunger aus bei Türkspor Stuttgart. Und dabei mischte der Königstransfer Alper Arslan noch nicht einmal mit. Der Heimkehrer, der auch Einsatzzeiten beim damaligen Oberligisten SV Fellbach hatte, „ist noch angeschlagen und wurde geschont“, sagt sein Trainer Memik Erdogan. Kann man durchaus machen, wenn man noch andere Akteure mit eingebauter Torgarantie hat. Allen voran Zugang Emir Dogansoy. Der Stürmer, der zuletzt beim Stuttgarter SC in 22 Spielen 30-mal traf, hat sich auch schon höherklassig bewiesen, spielte 21-mal für den einstigen Verbandsligisten VfB Neckarrems. Er war der Ballermann des Spieltags, netzte für seinen neuen Club dreimal ein. Gar viermal hätte er treffen können, wenn er einen Foulelfmeter in der Schlussminute nicht gegen die Latte gesetzt hätte. Ein weiterer neuer Ballermann ist Isa Bozkurt, so etwas wie der Last-Minute-Transfer am Neckarpark. Er hat sich kurzfristig dazu durchgerungen, seinen Bruder Ertan vom Ligakonkurrenten SportKultur Stuttgart zum türkischen Team zu folgen. „An ihm war ich schon früher dran, nun hat er sich zum Glück für uns entschieden“, freut sich Erdogan. An seiner alten Wirkungsstätte traf er in 17 Begegnungen 29-mal und wurde Torschützenkönig in der Kreisliga B, Staffel 2. Von dieser Marke ist Bozkurt zwar noch weit entfernt, ist dieser aber in der Partie gegen Prag um einen Treffer näher gekommen. „Insgesamt war ich von meiner Mannschaft angetan, aber die Gäste haben uns vor allem in Abschnitt eins viel abverlangt.“ Diese waren laut dem Türkspor-Coach schnell im Umschalten nach hinten und hart in den Zweikämpfen. Zwischenzeitlich gelang ihnen durch Henry König sogar der Ausgleich zum 1:1. Doch spätestens als Kapitän Ugur Capar, auch einer, der weiß, wo das Tor steht, per Doppelschlag (41./46.) auf 4:1 für die Seinen stellte, war die Partie durch.

Tore: 1:0 Dogansoy (4.), 1:1 König (18.), 2:1 Bozkurt (28.), 3:1 Capar (41.), 4:1 Capar (46.), 5:1 Dogansoy (49.), 6:1 Dogansoy (78.).

Besonderes: Gelb-Rot für den SV Prags (90.). Türkspors Dogansoy schießt Foulelfmeter an die Latte (90.).

TV89 Zuffenhausen – SportKultur Stuttgart 3:1

Drei Punkte eingefahren und dann noch so aufgetreten, wie es der Trainer von seiner Truppe sehen will. Konkret: „Wir haben uns als eine Mannschaft präsentiert, agierten kompakt und haben vor allem miteinander gearbeitet“, sagt der neue Zuffenhausener Coach Umut Yürük, der keinen Hehl daraus macht, dass der Sieg „ein hartes Stück Arbeit“ war. Der Aufsteiger habe enorme Qualität und vor allem einige gute Akteure in seinen Reihen, sagt Yürük. Gespürt hat das die Heimmannschaft, als sie nach dem Doppelschlag von Sergio Mavinga meinte, im Schongang das Ergebnis über die Zeit bringen zu können. „In dieser Phase kassierten wir den Anschluss und es hätte noch mehr passieren können.“ Doch besagtes Gästetor von Elias Tweneboa nach 52 Minuten, das laut Zuffenhausens Trainer Yürük schön herausgespielt war, konterte Routinier Thorben-Yanick Nallinger zum 3:1 (76.). An der Seitenlinie der Gäste hatte der neue Co-Trainer und stellvertretende Abteilungsleiter Ender Mermer das Sagen. Dessen eigentlich spielender Chef, Stefan Schullehner, traf erst zur 50. Minute direkt aus dem Urlaub ein. „Ender hat das gut gemacht, so wie eigentlich die gesamte Mannschaft auch“, sagt der SportKultur-Abteilungsleiter Samuel Fernandes. Es sei ein recht ausgeglichenes Spiel gewesen, bei dem die Seinen in Sachen Tempo gut mithalten konnten. Jedoch: „Man hat gemerkt, dass uns noch die Robustheit in den Zweikämpfen fehlt. Daran müssen wir uns eine Klasse höher noch gewöhnen“, so Fernandes. In den letzten 20 Minuten kam bei den Gästen ein Handicap hinzu. Da sich Innenverteidiger Kai Brunn eine Muskelverletzung zuzog, das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war, mussten sie die Begegnung zu zehnt zu Ende spielen.

Tore: 1:0 Mavinga (4.), 2:0 Mavinga (36.), 2:1 Tweneboa (52.), 3:1 Nallinger (76.).

Besonderes: -

OFK Beograd Stuttgart – TSV Uhlbach 5:0

Interessant war die Konstellation bei Beograd zum Saisonauftakt. Nicht nur, dass 20 Spieler bis drei Tage vor dem Auftakt, gar drei erst an selbigem Morgen, aus dem Urlaub zurückkamen, nahmen zudem auf der Trainerbank doch in Milan Cacic und Pedrag Lazic zwei Vorstände Platz. Grund: Der neue Trainer Sasa Aleksic samt seinem Co-Trainer haben nun die Koffer gepackt und sind ihrerseits in den Ferien. Die Aufgabe der Vorstände war denn auch eine besondere: „Sie sorgten dafür, dass Ruhe auf dem Spielfeld war“, sagt der Beograd-Spielleiter Aleksandar Rogic. Für das Sportliche zeichnete indes die Mannschaft selbst verantwortlich, „unser Trainer hat dem Team vor seiner Abreise klare Anweisungen gegeben“, so Rogic weiter. Und wie wurden diese umgesetzt? „Noch nicht perfekt, aber schon ganz ordentlich.“ Wobei Rogic vor allem in der Defensive Abstimmungsprobleme ausgemacht hat. Kein Wunder. Diese wurde aufgrund von Urlauben und Verletzungen komplett neu aufgestellt, und „hat einige Uhlbacher Chancen zugelassen, sodass auch diese hätten zu Toren kommen können“. In der Offensive war zwar 20 Minuten lang etwas Sand im Getriebe, aber dann passte es, kam die Beograder Torfabrik in Gang. Genauer gesagt: Je einen Doppelpack schnürten Veljko Burazor und Heimkehrer Nemanja Buzdum (zuletzt Jat Fellbach). Zudem setzte Nikola Kupresanin den Schlusspunkt.

Hört sich nach einem schmerzhaften Debüt für Uhlbachs Spielertrainer Joshua Menger an. Menger, der wegen einer Nasen-OP das Ganze ausschließlich von der Seitenauslinie betrachtete, empfand seinen Einstand aber keineswegs als schmerzhaft. „Spielerisch fand ich uns sogar einen Tick besser als Beograd und wir hatten auch einige gute Chancen, haben sie aber leider nicht gemacht. Da war Beograd einfach eiskalt“, sagt er. So sei ihm für die kommenden Spiele auch nicht bange. Denn: „Beograd ist ein Titelkandidat und wir waren keineswegs fünf Tore schlechter.“

Tore: 1:0 Buzdum (22.), 2:0 Burazor (30.), 3:0 Burazor (54.), 4:0 Buzdum (70.), 5:0 Kupresanin (79.).

Besonderes:

TSV Münster – TSV Weilimdorf II 2:1

Ein Sieger und ein Verlierer, und dennoch herrschte auf beiden Seite eine gewisse Zufriedenheit. Beim Bezirksliga-Absteiger aus Münster lautete das Motto nach der Partie „Hauptsache gewonnen“, schließlich habe man nicht gewusst, wo man stehe, sagt der neue Trainer Uwe Braun. Beim Aufsteiger ärgerte man sich zwar letztlich, ohne Ertrag den Platz am Viadukt verlassen zu haben, aber Trainer Jürgen Zeyer nahm wichtige Erkenntnisse mit: „Wir haben tollen Fußball gezeigt und uns ligareif präsentiert. Nun müssen wir noch konsequenter werden, dann habe ich keine Befürchtungen für die Saison.“

Halbzeit eins gehörte über weite Strecken den Gastgebern. „Das war stark, was die Jungs gezeigt haben“, weiß Braun – und auch noch erfolgreich. Die beiden Stürmer-Zugänge Mirko Sorgic (TV Zuffenhausen) nach drei Minuten sowie Fabiano Gugjolli (A-Junioren SV Fellbach) nach 30 Minuten brachten die Hausherren mit 2:0 in Front. Auch aus dem Rückstand konnte Zeyer etwas Positives herauslesen. Vor allem nach dem frühen 0:1 sei seine Mannschaft, wie es häufig bei Aufsteigern der Fall ist, nicht in sich zusammengefallen. Im Gegenteil. „Wir wurden immer besser und haben die zweite Hälfte dominiert, wurden dafür aber leider nicht belohnt.“ Dem stimmt Braun größtenteils zu. „Wir waren nur noch mit Verteidigen beschäftigt, aber mit welchem unbändigen Willen die Mannschaft den Sieg über die Zeit gerettet hat, das war super.“ Denn mehr als der Anschlusstreffer durch Emir Ataman gelang dem Aufsteiger nicht mehr.

Tore: 1:0 Sorgic (3.), 2:0 Gugjolli (30.), 2:1 Ataman (85.).

Besonderes:

TB Untertürkheim – Sportvg Feuerbach 2:5

„Keine Frage, Feuerbach ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden, jedoch haben wir durch individuelle Fehler zu dem Ergebnis beigetragen“, sagt der TBU-Trainer Ivo Ilijasevic. Vor allem im ersten Abschnitt hatte der Bezirksliga-Absteiger Probleme, die Lücke im Abwehrverbund der Gehrenwald-Kicker zu finden. „Sie sind tief und sehr diszipliniert gestanden und uns fehlten die Ideen, um den Abwehrriegel zu knacken“, sagt Feuerbachs neuer Coach Sven Damnig und fügt hinzu: „Man hat bei uns auch eine gewisse Unsicherheit erkannt.“ Diese war dann wie weggeblasen, als Luca Lombardi und Alexis Moissidis bis zur Pause doch noch einnetzten. Wobei, „10 bis 15 Minuten nach der Pause war der TBU offensiver und hat uns Probleme bereitet“. Doch genau in diese Sturm- und Drangphase der Gastgeber hinein, hatten „wir wieder einen leichtfertigen Ballverlust, der erneut eiskalt bestraft wurde“, konstatiert Ilijasevic. Moise Nyamuisi stellte auf 3:0 für die Gäste, Marin Pranjic kurze Zeit später gar auf 4:0. War’s das? Keineswegs. Ein Doppelschlag von Amadou Camara und Thomas Kärcher sorgte „plötzlich für Hektik bei uns“, so Damnig. Doch der Treffer von Emre Balci entspannte die Sache für Feuerbach wieder. Mergon Ramaj hätte dafür schon früher sorgen können, doch er scheiterte per Foulelfmeter an TBU-Neu-Keeper Alessio Gaeta.

Ein Sonderlob gab es von Damnig in Richtung Schiedsrichterin Roba Mustafa. „Sie hat die Partie souverän geleitet.“

Tore: 0:1 Lombardi (32.), 0:2 Alexis Moissidis (41.), 0:3 Nyamuisi (72.), 0:4 Pranjic (76.), 1:4 Camara (80.), 2:4 Kärcher (83.), 2:5 Balci (86.).

Besonderes: TBU-Schlussmann Alessio Gaeta pariert Foulelfmeter von Mergon Ramaj (84.).

SG West – SSV Zuffenhausen 3:3

Die Frustration hielt bei den Spielern des SSV Zuffenhausen samt Trainer Erhan Atici länger als auf der Gegenseite bei der SG West und einem ihrer beiden Trainer Benedikt Goos. „Ich habe an diesem Montag mit vier Spielern telefoniert und sie konnten das Ergebnis immer noch nicht fassen“, sagt Atici. Seine Mannschaft sei 60, 65 Minuten spielerisch überlegen gewesen, aber drei individuelle Fehler hätten einen Sieg unmöglich gemacht. Derweil war der West-Frust dem späten Ausgleichtreffer in der 88. Minute geschuldet. „Wenn du gegen eine so starke Mannschaft wie Zuffenhausen den Sieg so kurz vor dem Ende aus der Hand gibst, dann ist das schon ärgerlich“, sagt der spielende West-Coach und Doppeltorschütze Goos. Im Nachhinein gehe das Resultat aber in Ordnung und die Partie habe gezeigt, dass „wir sehr wohl mit Spitzenteams mithalten können“. Alles in allem spricht Atici auch von einem gerechten Ausgang und hat die entscheidenden Unterschiede zwischen den Teams ausgemacht: „Wir waren individuell besser, müssen noch harmonischer werden, während West durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt hat.“ Immerhin, zwei seiner Neuen – beide Flügelstürmer – haben sich „in den abwechslungsreichen und knackigen Spiel“, so Aticic, schon in die Torjägerliste eingetragen: Moustapha Kallo und Orhun Öztürk.

Tore: 1:0 Derichs (21.), 1:1 Yilmaz (38.), 1:2 Kallo (43.), 2:2 Goos (68.), 3:2 Goos (74.), 3:3 Öztürk (88.).

Besonderes:

SG WeilimdorfTSV Mühlhausen 4:2

Von „mega happy“ bis hin zu „das schlechteste, was ich von meiner Mannschaft je gesehen habe“ waren die Gemütslagen der Partie SG Weilimdorf gegen den TSV Mühlhausen. Der bisherige Trainer und nun sportliche Leiter der Weilimdorfer, Philip Baltsios, zog vor seinen Spielern sogar den Hut. Grund: die Voraussetzungen „gegen einen starken Gegner“, so Baltsios, waren alles andere als vielversprechend. Von dem 30-Mann-Kader befanden sich zwölf im Urlaub, sechs waren verletzt, sodass noch zwölf Akteure inklusive Ersatztorhüter aus dem A-Team zur Verfügung standen. Baltsios: „Ein Akteur war sogar noch angeschlagen.“ So musste aus der zweiten Mannschaft Rechtsaußen Qaed Ali Khalaf beginnen, der zuvor bereits 70 Minuten für sein eigentliches Team hinter sich gebracht hatte. Nach 45 Minuten wurde er durch Sirage Ouhaddou ersetzt – dieser spielte in der Zweiten durch. „Die Mannschaft hat sich zerrissen, ist keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen und hat sich in jeden Schuss geworfen. Sensationell.“ Und dies ab der 46. Minute sogar in Unterzahl. Finn Kanthak sah nach einer Notbremse – laut Baltsios zurecht – die Rote Karte. Ein Signal für die Gäste, aber kein gutes. Hatten diese den Doppelschlag von Anton Dietzhausen durch Daniel Gonzalez und Elmen Ese vor der Pause ausgeglichen und laut Coach Armend Mehmeti noch vier 100-Prozentige versiebt, lief ab der Überzahl überhaupt nichts mehr zusammen. „Zuvor waren wir richtig im Spiel, dann unverständlicherweise nicht mehr anwesend“, schüttelt Mehmeti ungläubig den Kopf. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die tapferen Weilimdorfer letztlich durch Ioannis Nedos und Argon Gaxherri „einen verdienten Sieg“, so der generische Coach, feierten.

Tore: 1:0 Dietzhausen (15.), 2:0 Dietzhausen (19.), 2:1 Gonzales (29.), 2:2 Ese (35.), 3:2 Nedos (52.), 4:2 Gaxherri (65.).

Besonderes: Rot für Weilimdorfs Kanthak (46./Notbremse), Gelb-Rot für Mühlhausens Elmen Else ( 86.)

TV Zazenhausen – SC Stammheim verlegt

Der Bezirksliga-Absteiger bat um Verlegung der Partie, der TV Zazenhausen um seinen neuen Trainer Stefan schuon kam dem Wunsch nach. Die Partie wurde auf Donnerstag, 25. September, 20 Uhr, verlegt

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