Fußball: Kreisliga A, Staffel 1 Mit 13 Neuen: Beograd will zum Schnapszahl-Geburtstag den Aufstieg

Der Mittelfeldakteur Dejan Mitrovic (rechts) ist mit seinen 37 Jahren einer der Routiniers im Kader von Beograd. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Saisonvorschau, Teil zwei: OFK Beograd Stuttgart, SG Weilimdorf und SG Stuttgart-West. Einmal Titelpläne, einmal „Jugend forscht“, einmal forsche Hoffnung auf Wiedergutmachung.

Sport: Dominik Grill (grd)

Der Anpfiff rückt näher, die Spannung steigt: Am 31. August rollt der Ball in der Staffel 1 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen erstmals wieder. Bis dahin nehmen wir die 16 Mannschaften unter die Lupe. Welche Veränderungen hat der Transfersommer gebracht, wie verlief die Vorbereitung und mit welchen Ambitionen gehen die Teams an den Start? Heute in unserem zweiten Teil: OFK Beograd Stuttgart, SG Weilimdorf und SG Stuttgart-West.

 

OFK Beograd Stuttgart

Vor dem Saisonstart geben sich die Serben gewohnt selbstbewusst. Platz eins oder zwei soll es am Ende der Punkterunde werden – und nach dann drei Jahren Kreisliga A die Rückkehr in die Bezirksliga. Der neue Trainer Sasa Aleksic formuliert es so: „Nächstes Jahr wird OFK Beograd 55 Jahre alt – es wäre schön, das mit dem Aufstieg zu feiern.“ Zuvor war der 52-Jährige, der über die Torwarttrainer-B-Lizenz der Uefa verfügt, an der Stuttgarter Torwartschule in Leinfelden-Echterdingen tätig. In früheren Jahren trainierte er zudem Nachwuchskeeper beim serbischen Proficlub Partizan Belgrad. Sein jetziges Engagement ist das erste als Cheftrainer im Aktivenbereich. Seine „Zwischen-den-Pfosten“-Expertise will Aleksic aber auch künftig ins Training einfließen lassen: „Als Torwart brauchst du vor allem eines: Ruhe“, sagt er und führt aus: „Das gilt aber auch für alle anderen Positionen. Das müssen meine Jungs zum Teil noch lernen.“

Seit mehreren Jahren verfolgt Aleksic als Zuschauer die Partien von Beograd. Über seine beiden Vorgänger, Bojan Nikolic und Milos Pojic, sagt er: „Beide sind gute Trainer, aber es wurde im psychologischen Bereich zu wenig gemacht.“ Genau hier sieht er das größte Verbesserungspotenzial seiner Mannschaft – vor allem bei den jüngeren Spielern. Die bereits im vergangenen Winter angestoßene Verjüngungskur schlägt sich auch in den Abgängen dieses Sommers nieder, während bei den Zugängen eine Mischung aus Jugend und Erfahrung gewählt wurde.

Die Vorbereitung stand indes unter dem Motto „Aufbaugegner“. Nach einem 3:1-Sieg gegen den A-Ligisten FC Gerlingen setzte es gegen die A-Junioren des VfL Kirchheim/Teck eine 4:8-Pleite, ehe die beiden B-Kreisligisten SSV Zuffenhausen II und FV Tiefenbronn souverän besiegt wurden (3:1 und 3:0).

Gelingt den Beogradern pünktlich zum Schnapszahl-Geburtstag tatsächlich die Rückkehr in die Bezirksliga, in die man dem eigenen Selbstverständnis nach gehört? „Wir werden jedenfalls alles dafür tun“, kündigt Aleksic an.

Zugänge: Jovan Tesic (FK Borac Sajkas/Serbien), Vladan Stevanovic, Zarko Burazor, Oliver Fundanovic, Milan Milkovic, Valentino Savicic (bei allen Wiedereinstieg nach Fußballpausen), Nemanja Buzdum, Filip Kitanovic, Andjelko Padjan, Nebojsa Radivoj (alle FK Jat Fellbach), Bane Stojkovic (Sportvg Feuerbach), Ognjen Pljeskovic (Jugend SG Weinstadt), Nedeljko Trivunovic (FK Backa 1923/Serbien).

Abgänge: Marko Ilic (FK Sarajevo Stuttgart), Nikola Kovacevic (verletzungsbedingte Pause), Dusan Martic, Nemanja Gavrilovic, Bojan Nikolic, Darko Rakita, Ilija Prodanovic (bei allen Karriereende), Dimitrije Pantic (nur noch Stand-By-Spieler).

Trainer: Sasa Aleksic (Stuttgarter Torwartschule Renato Buntic) für Bojan Nikolic (pausiert).

Saisonziel: Platz eins oder zwei (Platzierung in der vergangenen Saison: 4.)

Meistertipp: Sportvg Feuerbach, SSV Zuffenhausen.

Auftaktspiel: zuhause gegen TSV Uhlbach (Sonntag, 31. August, 15 Uhr).

SG Weilimdorf

Die Weilimdorfer gehen nach dem Aufstieg des vergangenen Kalenderjahrs in die zweite Kreisliga-A-Saison – und fühlen sich mittlerweile so richtig angekommen. „Wir haben uns weiterentwickelt, und unser Kader ist in der Breite noch etwas besser aufgestellt als letzte Saison“, sagt Philip Baltsios, der seine Trainertätigkeit an der Solitudestraße beendet hat und mittlerweile als Sportlicher Leiter fungiert. „Ich habe zwei kleine Kinder und will kürzer treten“, begründet er den Schritt. Ihm folgt in Tilman Yanik, dem bisherigen A-Jugend-Trainer, eine interne Lösung. „Er hat den Großteil der Mannschaft bereits bei den Junioren trainiert. Die Jungs kennen ihn, und dementsprechend ist das Klima im Team super“, konstatiert Baltsios.

Yanik bringt fünf Neuzugänge aus der Weilimdorfer Jugend mit, drei weitere kommen vom Absteiger PSV Stuttgart. Mit Blick auf die sportliche Vita sticht indes vor allem der Keeper Alexandros Kouzas hervor, der 2018/19 und 2019/20 beim Beckumer SV in der westfälischen Verbands- beziehungsweise Landesliga unter Vertrag stand. Der 27-Jährige wird künftig mit David Lozancic um den Stammplatz zwischen den Pfosten kämpfen. Für die Neuzugänge im Offensivbereich gilt es auch, den Kapitän und mit besten Schützen der vergangenen Saison (16 Treffer) zu ersetzen. Jener, Chrysowalandis Kugiumtzidis, hat mit dem Wechsel zum Lokalrivalen TSV Weilimdorf den Sprung in die Verbandsliga gewagt.

Zum Auftakt auf eigenem Grün erwartet Baltsios im TSV Mühlhausen eine „kampfstarke Mannschaft“, die sich ebenfalls entwickelt habe. Eine weitere Parallele: Wie Mühlhausen peilt auch Weilimdorf eine Platzierung im oberen Tabellendrittel an. „Die Liga ist zwar noch stärker geworden, aber wir wissen auch, dass wir noch besser sein können als zuletzt“, sagt Baltsios.

Zugänge: Marc Klein, Louis Pollich, Oscar Gramberg, Jonas Janik, Lino Glück (alle eigene Junioren), Mikail Sefer, Maxime Legrand, Kostas Baxevanidis (alle PSV Stuttgart), Panagiotis Sampsonidis (SV Sülzbach), Alexandros Kouzas (Griechenland), Colin Beck (Rückkehr von Studienaufenthalt in Freiburg).

Abgänge: Chrysowalandis Kugiumtzidis (TSV Weilimdorf), Leon Ceserano (FSV Waldebene Stuttgart-Ost), Meron Tsehaye (nun Co-Trainer beim SV Gebersheim), Alexander Steisel (pausiert).

Trainer: Tilmann Janik (bisher Jugendtrainer im Verein) für Philip Baltsios (nun Sportlicher Leiter).

Saisonziel: Platz drei bis sechs (Platzierung in der vergangenen Saison: 7.).

Meistertipp: Sportvg Feuerbach, SSV Zuffenhausen.

Auftaktspiel: zuhause gegen TSV Mühlhausen (Sonntag, 18. August, 15.15 Uhr).

SG Stuttgart-West

Die West-Stuttgarter wollen an die starke Hinrunde der vergangenen Saison anknüpfen – die verkorkste zweite Saisonhälfte soll dagegen höchstens als Mahnmal dienen. Nach einem guten fünften Platz vor der Winterpause war die Mannschaft auf Rang elf im Endtableau abgerutscht. „Wir haben gesehen, was passiert, wenn man es schleifen lässt und nicht richtig durchzieht. Das ist dem Team jetzt bewusst geworden“, sagt Benedikt Goos, der weiterhin zusammen mit Senai Tasfaldet das Trainerduo bildet. Ebenfalls ein Faktor für die schwache Rückrunde: eine zunehmend ausgedünnte Kaderdecke. Ganz anders sieht es jetzt aus. „Die Hürde ist es aktuell eher, den Kader nicht zu groß werden zu lassen“, berichtet Goos, der sich vor Anfragen kaum retten könne.

Sieben Neuzugänge haven die Stuttgarter bislang zu verzeichnen. Vom neuen Staffelgegner TSV Münster kommen Luis Henke und Elias Mayr mit der Erfahrung einer Bezirksliga-Saison im Gepäck, derweil wechselt Luca Huber vom Meisterteam der vergangenen Saison, dem ASV Botnang, an die Vogelsangstraße. Zudem wurde in Marco Bonarek ein Routinier fürs Mittelfeld geholt, der bereits mehrere Jahre Landesliga auf dem Buckel hat. Demgegenüber stehen drei Abgänge. Schmerzhaft: Paul Kottmann, der in der vergangenen Saison eine tragende Rolle gespielt hat, zieht um.

Mit einer Platzierung unter den besten Vier hat die SG West ein selbstbewusstes Saisonziel ausgegeben. Goos sagt: „Wir haben das zusammen mit den Spielern so beschlossen. Jeder bei uns weiß, wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt.“

Zum Auftakt kommt der SSV Zuffenhausen in den Stuttgarter Westen – eine Mannschaft, die auch Goos auf dem Topfavoritenzettel hat. „Es ist schön, direkt am Anfang auf einen Gegner mit hohen Ambitionen zu treffen. Danach werden wir wissen, wo wir stehen“, blickt der Coach mit Vorfreude auf den Start der Punkterunde.

Zugänge: Marco Bonarek (SSV Oppen), Luis Henke, Elias Mayr (beide TSV Münster), Luca Huber (ASV Botnang), Jannik Sulz (TSV Grafenberg), Moritz Aichele (PTSV Jahn Freiburg), Mario Fetsch (FC Honhardt).

Abgänge: Paul Kottman, Sebastian Schnurr (beide Umzug), Nicolas Groß (verletzungsbedingtes Karriereende).

Trainer: Benedikt Goos und Senai Tasfaldet (beide seit Juli 2023).

Saisonziel: Tabellenplatz unter den Top vier (Platzierung in der vergangenen Saison: 11.).

Meistertipp: SSV Zuffenhausen, Sportvg Feuerbach.

Auftaktspiel: zuhause gegen SSV Zuffenhausen (Sonntag, 31. August, 15.15 Uhr)

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