Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, Saisonvorschau Aufsteiger verstärkt Kader mit zweitem 40-Tore-Mann

Der Weilimdorfer Torjäger Chrisowalandis Kugiumtzidis (links) erhält Unterstützung durch einen zweiten Schützenkönig. Foto: Günter Bergmann

Teil vier zur Staffel 1: die drei Aufsteiger SV Prag Stuttgart, SG Weilimdorf und MTV Stuttgart II, von denen einer nun auf gleich zwei Torschützenkönige bauen kann. Was das Trio indes eint: Die Vorfreude ist groß, der Erfahrungsschatz klein.

Sport: Dominik Grill (grd)

Der Countdown läuft, die Vorfreude steigt. Am nächsten Sonntag beginnt in der Staffel 1 der Fußball-Kreisliga A die neue Saison. Bis dahin blicken wir auf die Ausgangslage bei den 16 Mannschaften. Was ist auf dem Transfermarkt passiert, wie lief die Vorbereitung, und wer hat welche Ziele? Heute in unserem dritten Teil: SV Prag Stuttgart, SG Weilimdorf und MTV Stuttgart II.

 

SV Prag Stuttgart

Nach zehn Jahren ist der SV Prag zurück in der Kreisliga A – für viele Spieler in der Mannschaft ein neues Terrain. Der Trainer Frederik Bruder hat als Coach und als Spieler hingegen bereits Erfahrung auf dem Niveau und weiß die Lage einzuschätzen: „Wir haben ein sehr junges Team; wir sind noch nicht ganz so erfahren und abgezockt, wie die Kreisliga A oft ist“, sagt er. Eine große Herausforderung also für den Aufsteiger, aber auch eine große Chance. „Es macht mir Spaß, mit den Jungs jede Saison einen Schritt weiterzugehen“, sagt Bruder, der sein Team seit zwei Jahren trainiert.

Verzichten müssen die Prager auf zwei Spieler, die in der Hinrunde der Meistersaison noch zum Stammpersonal gehört hatten: Der Stürmer Leonard Walldorf und der Mittelfeldspieler Francesco Ferro sind aus Stuttgart weggezogen. Aufgefangen werden soll dies auch durch die beiden Neuankömmlinge Navid Kashefipor (defensiver Mittelfeldspieler aus Beilstein) und Jonas Gugenhan (Flügelspieler vom Neckar/Fils-A-Kreisligisten Eschenbach).

Mit seinem punktuell verstärkten Aufgebot ist Bruder nach den Vorbereitungsspielen zufrieden. Unter anderem wurden die Sportfreunde Stuttgart auf deren Platz mit 7:1 besiegt, und gegen den FC Gerlingen gab es ein 4:3. In Erinnerung bleibt auch das Erstrundenspiel des Bezirkspokals gegen den SV Hoffeld II, das die Mannschaft aus Stuttgart-Nord erst im Elfmeterschießen mit 9:8 für sich entscheiden konnte. „Das war auf jeden Fall eine Willensleistung“, sagt Bruder.

Als Saisonziel nennt der 27-Jährige eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld. Vor allem aber wolle man dem eigenen Spielstil treu bleiben, sich nicht verstecken und weiter mutigen Fußball spielen.

Zugänge: Navid Kashefipor (TGV Beilstein), Jonas Gugenhan (TSV Eschenbach).

Abgänge: Leonard Walldorf, Francesco Ferro (bei beiden umzugsbedingter Ausstieg bereits während der vergangenen Saison).

Trainer: Frederik Bruder (seit Juli 2022).

Spielstätte: Parlerstraße 86, 70192 Stuttgart.

Saisonziel: ein Platz im gesicherten Tabellenmittelfeld (Platzierung in der vergangenen Saison: 1. Kreisliga B, Staffel 1).

Meistertipp: ASV Botnang.

Auftaktspiel: zuhause gegen SV Sillenbuch II (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

SG Weilimdorf

In der zurückliegenden Saison marschierte die SG Weilimdorf ungeschlagen durch die zweite Staffel der Kreisliga B, holte in 26 Spielen 23 Siege und schoss 131 Tore. Diese Aufstiegseuphorie wolle man nun in die Kreisliga A mitnehmen, sagt der Trainer Philip Baltsios, der trotzdem realistisch bleibt: „Wir sind neu in der Liga, die Mannschaften sind abgezockter, es gibt eine gewisse körperliche Härte, und spielerisch ist es natürlich auch ein etwas höheres Niveau als in der Kreisliga B.“

Dass sein Team durchaus in der Lage ist, die Konkurrenz auf dem höheren Niveau zu ärgern, zeigte sich bereits in der Vorbereitung. In der wurden im TSV Jahn Büsnau (4:2) und dem SV Hoffeld (6:1 im Pokal) zwei Gegner aus der Parallelstaffel geschlagen. Baltsios ist zufrieden mit der Testspielphase, betont aber auch: „Die Uhren sind auf null gestellt, jeder muss sich neu beweisen.“

Offensiv ruhen die Hoffnungen erneut vor allem auf Chrisowalandis Kugiumtzidis, mit 43 Toren in 19 Spielen Staffel-Schützenkönig der vorigen Runde. Unterstützung dürfte sich durch die Neuverpflichtung von Leon Cesarano anbahnen. Der Stürmer kehrt nach zwei Jahren beim TSV Weissach an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er in der Saison 2021/22 ebenfalls bereits Kreisliga-B-Torschützenkönig wurde (damals 42 Tore in 22 Spielen).

Neben Cesarano haben auch alle anderen Zugänge einen direkten Vereinsbezug, alleine fünf von ihnen stammen aus der eigenen A-Jugend. Diese nachhaltige Philosophie, die auf Vereinstreue und Zusammenhalt setzt, sei nach der Corona-Spielpause aufgebaut worden, sagt Baltsios. Seitdem habe sich die Mannschaft kontinuierlich weiterentwickelt. In der anstehenden Saison sieht der Coach die Seinen als „Wundertüte“: „Wenn es gut läuft, landen wir vielleicht im gesicherten Mittelfeld, kann natürlich aber auch sein, dass wir gegen den Abstieg kämpfen müssen.“

Zugänge: Meron Tsehaye (MTV Stuttgart), Heiko Gollub (SV Rot), Leon Cesarano (TSV Weissach), Cemil Orhan (Wiedereinstieg nach Fußballpause/zuvor SG Weilimdorf), Anton Dietzhausen, Nikola Marinovic, Argon Gaxherri, Luis Rausch, Rafael Kvesic (alle eigene Junioren).

Abgänge: Niko Staudinger (SC Stammheim), Paul Scheifel (Fußballpause).

Trainer: Philip Baltsios (seit Juli 2019).

Spielstätte: Solitudestraße 105, 70499 Stuttgart.

Saisonziel: nichts mit dem Abstieg zu tun haben; schönen Fußball spielen (Platzierung in der vergangenen Saison: 1. Kreisliga B, Staffel 2).

Meistertipp: Türkspor Stuttgart, ASV Botnang.

Auftaktspiel: zuhause gegen SG Stuttgart-West (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

MTV Stuttgart II

Ebenfalls ungeschlagen stürmte der MTV Stuttgart II zum Aufstieg, in seinem Fall mit furiosen 161 Treffern in 26 Spielen. Nun soll die Tormaschine vom Kräherwald auch die gegnerischen Defensivreihen in der Kreisliga A das Fürchten lehren. Einer der bisherigen Erfolgsfaktoren war die Variabilität im Angriff: Gleich fünf Spieler erzielten mehr als zehn Saisontore.

Trotzdem sei der Kader etwas dünn gewesen, sagt der Trainer Valentin Mangold. In der Sommerpause wurden daher gleich elf neue Spieler geholt, die nicht nur zusätzliche Verschnaufpausen der Stammspieler ermöglichen sollen, sondern teils auch Kandidaten für die erste Elf sind. Einziger Abgang ist Rrezon Bytyqi – der wiegt laut Mangold aber schwer: „Er war absolut gesetzter Innenverteidiger, war extrem am Aufstieg beteiligt.“ Durch die neu gewonnene Kaderbreite werde man das aber auffangen, versichert der 34-Jährige. Weiterhin verzichten muss der Coach auf den Abwehrspieler Foday Ceesay, der nach seinem Achillessehnenriss Anfang des Jahres noch bis zur Rückrunde fehlen werde.

Wie bei zahlreichen Konkurrenten stand die Vorbereitung der MTV-Landesliga-Reserve im Zeichen dünn besetzter Ersatzbänke und zahlreicher Urlaubsfahrer. „Vergangenes Jahr waren mehr Spieler da; da hatte ich vor der Saison ein besseres Bauchgefühl“, sagt Mangold. Immerhin: Der 4:2-Sieg im Bezirkspokal gegen SKV Palästina Al Q`uds Stuttgart hat das Magengrummeln etwas besänftigt. Das Vertrauen ins Team sei ohnehin da. So strebt der Aufsteiger einen einstelligen Tabellenplatz an. Oberste Priorität habe aber natürlich der Klassenverbleib, sagt Mangold.

Zugänge: Fabian Rottmann (eigene erste Mannschaft), Julian Wessel (Wiedereinstieg nach Fußballpause/zuvor MTV Stuttgart), Sedrik Cirzel (KIT SC Karlsruhe), Nino Sikeler (pausierte/zuvor Junioren), Ilke Sezer (TSV Malmsheim II), Dani Odesh (ASV Botnang), Bawel Abdolla (Calcio Leinfelden-Echterdingen II), Kakob Soukop, Valentino Rosario de Jesus Canga, Seco Ndong, Tyrece Brayton-Brown (alle eigene Junioren).

Abgänge: Rrezon Bytyqi (FC Reka Stuttgart).

Trainer: Valentin Mangold (seit Juli 2023).

Spielstätte: Am Kräherwald 190a, 70193 Stuttgart.

Saisonziel: ein einstelliger Tabellenplatz (Platzierung in der vergangenen Saison: 1. Kreisliga B, Staffel 3).

Meistertipp: Türkspor Stuttgart, ASV Botnang.

Auftaktspiel: auswärts beim TSV Uhlbach (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

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