Fußball-Kreisliga A, Staffel 1, Saisonvorschau Unterschätzter Meisterfavorit? OFK Beograd mit Transfer-Kampfansage

Einst Regional- und Verbandsliga, nun Kreisliga A beim OFK Beograd Stuttgart: Bogdan Rangelov (links). Foto: Archiv Günter Bergmann

Teil fünf zur Staffel 1: OFK Beograd, TV Zazenhausen, SG Stuttgart-West und TB Untertürkheim. Der serbische Club holt unteranderem einen ehemaligen Sturmpartner von Luka Jović, der TV Zazenhausen fängt bei null an, im Stuttgarter Westen will man „bewussten Fußball“ spielen und bei den Untertürkheimern von einer Geheimfavoritenrolle nichts wissen.

Sport: Dominik Grill (grd)

Der Countdown läuft, die Vorfreude steigt. An diesem Sonntag beginnt in der Staffel 1 der Fußball-Kreisliga A die neue Saison. Bis dahin blicken wir auf die Ausgangslage bei den 16 Mannschaften. Was ist auf dem Transfermarkt passiert, wie lief die Vorbereitung, und wer hat welche Ziele? Heute in unserem fünften und letztem Teil: TB Untertürkheim, OFK Beograd Stuttgart, TV Zazenhausen und SG Stuttgart-West.

 

TB Untertürkheim

Während sich so mancher Konkurrent in diesem Sommer mit großen Namen verstärkt hat, ging es beim TB Untertürkheim in erster Linie darum, den Kader in der Breite zu verbessern. Zehn Neuzugänge sind zu verzeichnen, während alle Spieler der letzten Saison an Bord geblieben sind. Mit Mannschaften wie Türkspor oder Beograd könne und wolle man auch gar nicht mithalten, was die Toptransfers angeht, sagt Trainer Ivo Ilijasevic: „Wir sind ein ganz normaler Verein und versuchen, uns selber durchzubeißen.“ Trotzdem wird der TB Untertürkheim bei manchem Konkurrenten als Geheimfavorit gehandelt.

In der vergangenen Saison ein starker fünfter Platz, umfangreiche Verstärkung in diesem Sommer, trotzdem stapelt Ilijasevic eher tief: „Das Saisonziel ist die obere Tabellenhälfte, wenn wir zwischen Platz 4 und 7 landen, bin ich sehr zufrieden.“ Um ganz oben mitzuspielen, müsse man konstant sein und eine gewisse Reife auf dem Platz mitbringen. „Da fehlt uns noch bisschen was, wir sind ein sehr junges Team“, so der Coach. Mit ihrer Erfahrung helfen sollen unter anderem der rückkehrende Neuzugänge Marvin Wolf (32 Jahre) vom TSV Münster und Gürkan Yildiz (36 Jahre) von Omonia Vaihingen.

Auch dank des größeren Kaders seien viele Spieler in der Vorbereitung da gewesen, die Ergebnisse der Spiele waren laut dem Trainer aber durchwachsen. Der sieht das Ganze jedoch sogar positiv: „So wissen wir, woran wir noch arbeiten müssen.“ Unterm Strich ist er zufrieden mit der Vorbereitung und vor allem seinem Team: „Ich war auf die Jungs in der Vorbereitung sehr stolz.“ An erster Stelle stehe sowieso der Spaß am Spiel und der Zusammenhalt im Team, einen kleinen Seitenhieb gegen die mitunter zahlkräftige Konkurrenz kann sich Ilijasevic aber nicht verkneifen: „Ob man Geld hat oder nicht, spielt keine Rolle, am Ende wird es auf dem Platz entschieden.“

Zugänge: Marvin Wolf, Janik Koziol, Marvin Pohl (alle TSV Münster), Tobias Kärcher (TSV Münster II), Luis Puppa (TSV Schmiden), Gürkan Yildiz (Omonia GFV Vaihingen), Tobias Knapps, Philipp Rogalsky (beide Stuttgarter Sportclub), Dzenan Kaniric (TSV Uhlbach), Aslan Maier (TSG Hofherrnweiler III).

Abgänge: – .

Trainer: Ivo Ilijasevic (seit Januar 2024).

Spielstätte: Württembergstraße 123, 70327 Stuttgart.

Saisonziel: obere Tabellenhälfte (Platzierung in der vergangenen Saison: 5.)

Meistertipp: TV 89 Zuffenhausen, ASV Botnang.

Auftaktspiel: auswärts bei OFK Beograd Stuttgart (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

OFK Beograd Stuttgart

„Wir sind selber überrascht von unserem Kader“, sagt Spielleiter Aleksandar Rogic über seine Mannschaft, nachdem im Sommer zahlreiche Hochkaräter verpflichtet werden konnten. Absoluter Toptransfer: Bogdan Rangelov, der vom Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen kommt. Noch vor 16 Monaten kickte der 27-jährige Flügelspieler in der Regionalliga bei Lok Leipzig, stammt aus der Jugend von Roter Stern Belgrad. Sein Sturmpartner damals: Ein gewisser Luka Jović, der heute für den AC Mailand die Schuhe schnürt.

14 Neuzugänge hat der OFK Beograd zu verzeichnen, darunter auch Mittelfeldspieler Veljko Burazor vom Bezirksligisten TSV Deizisau und Dimitrije Pantic, der zuvor in der zweiten bosnischen Liga spielte und die Abwehr verstärken soll. Der Kader hat also nicht nur an Breite, sondern vor allem an Qualität hinzugewonnen. Spielleiter Rogic weiß aber auch: „Einzelspieler gewinnen Spiele, die Mannschaft gewinnt die Saison.“

Und das Vertrauen in die Mannschaft scheint da zu sein, das Saisonziel lautet Platz 1 bis 4. „Mit dem Kader wäre es blöd zu sagen, wir wollen nur im Mittelfeld landen“, betont Rogic. Mit den Topfavoriten Türkspor, ASV Botnang und TV89 Zuffenhausen könne man definitiv mithalten. Schon gegen den zwei Etagen höher spielenden MTV Stuttgart habe das Team gezeigt, was in ihm steckt. Zwar ging das Vorbereitungsspiel mit 1:2 verloren, aber: „Bis auf die erste Viertelstunde hat man nicht gesehen, dass sie Landesliga und wir Kreisliga spielen“, sagt Rogic.

Noch schweben die Beograder etwas unter dem Radar, was die Topfavoriten der Staffel angeht. Die Saison wird zeigen, ob der Kader nicht nur die eigenen Verantwortlichen, sondern auch die anderen Teams überraschen kann.

Zugänge: Nikola Lakovic (FK Hercegovac/Serbien), Bogdan Rangelov (Calcio Leinfelden-Echterdingen), Nikola Kovacevic (SSV Zuffenhausen), Slaven Mikac (FK Borac Luzani/Bosnien und Herzegowina), Nikola Milanovic (FK Sofeks/Serbien), Ivan Percobic, Petar Percobic (beide TSV Münchingen), Marko Renner (pausierte/zuletzt Sportvg Feuerbach), Uros Babic (FK Rad Beograd/Serbien), Veljko Burazor (TSV Deizisau), Ratko Milic (SV Grün-Weiß Sommerrain), Dimitrije Pantic (FK Velez Nevesinje/Bosnien und Herzegowina), Marko Ilic (pausierte/zuvor OFK Beograd Stuttgart), Maksimilian Stevanovic (Junioren MTV Stuttgart).

Abgänge: Marjan Curcic (Karriereende), Nikola Grahovac, Marko Marinovic (bei beiden beruflich bedingte Fußballpause), Aleksandar Jankovic (verletzungsbedingte Fußballpause), Nikanor Stojkovic, Abdelkader Bouteldji, Sasa Kukic (bei allen Fußballpause), Nemanja Paspalj (FK Jat Fellbach), Ilja Franjic (zurück nach Kroatien).

Trainer: Bojan Nikolic (seit Januar 2024).

Spielstätte: Kunstrasen SSV Zuffenhausen (Hirschsprungallee 20, 70435 Stuttgart).

Saisonziel: ein Platz von eins bis vier (Platzierung in der vergangenen Saison: 7.)

Meistertipp: Türkspor Stuttgart, ASV Botnang, TV 89 Zuffenhausen.

Auftaktspiel: zuhause gegen TB Untertürkheim (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

TV Zazenhausen

Auch beim TV Zazenhausen hat sich einiges getan in diesem Transfersommer. 16 Neuzugänge stehen fünf Abgängen gegenüber. Letztere verabschiedeten sich allesamt in die Fußballrente, mit den Neuverpflichtungen wurden vor allem junge Spieler geholt. Laut Trainer Armando Traini ist es aber ein kompletter Umbruch, nicht nur eine Verjüngungskur: „Wir fangen generell bei null an.“ Auch ein neues Trainerteam für die erste und die zweite Mannschaft wurde engagiert. Traini selbst kam Anfang des Jahres von der zweiten zur ersten Mannschaft, nachdem sich der vorherige Trainer mit einigen Spielern zerstritten hatte.

Nicht mit dem Coach, aber dafür mit der Vereinsführung überworfen haben sich die sieben Neuzugänge vom SV Rot, die – mit dem vorigen Trainer Felix Giese im Gepäck – zum TV wechselten. Auch von der zweiten Zazenhausener Mannschaft kamen fünf Spieler, Nachschub aus der eigenen Jugend sucht man aber vergebens. „Es ist aktuell ganz, ganz schwierig, Nachwuchs zu generieren“, sagt Traini. Seit Corona sieht er eine Veränderung im Vereinsleben: „Der Fokus der jungen Leute hat sich einfach verändert.“ Zwar sei man – im Gegensatz zur letzten Saison – in der Lage, in dieser Spielzeit wieder eine A-Jugend zu stellen, insgesamt werde es aber immer dünner in den Jugendmannschaften.

Die A-Jugend-Zeiten lange hinter sich, aber eigentlich im besten Fußballalter, sind die Abgänge von Lucas Berger (29 Jahre) und den Poschner-Zwillingen Daniel und Dennis (30 Jahre) für Traini besonders schmerzhaft: „Alle drei sind ihr ganzes Leben lang schon beim Verein.“ Verletzungsbedingt treten sie den vorzeitigen Ruhestand an, spielerisch dürfte vor allem Luca Berger schwer zu verkraften sein: Der Stürmer brachte es in der vergangenen Saison auf 24 Tore und 22 Vorlagen.

Wo das Team nach der Vorbereitung genau stehe, sei ob der Urlaubsfahrer schwer zu sagen, die neue Saison steht beim TV Zazenhausen aber komplett im Zeichen des Umbruchs. „Ziel ist, dass der Neuanfang gelingt, der Klassenverbleib ist aber das Mindeste,“ sagt der 36-jährige Coach.

Zugänge: Batuhan Öztürk, Semih Atascan, Anel Kurtovic, Azur Saracevic, Bertan Sari, Sinan Serce, Felix Giese (alle SV Rot), Dennis Menner (Stuttgarter Sportclub), Marcel Kruger, Georgios Lilopoulos, Jeremie Nsimba, Jakob Renner, Batuhan Tosun (alle eigene zweite Mannschaft), Alessio Ventimiglia, Can Camkerten (beide Junioren FSV 08 Bietigheim-Bissingen), Yaad Saleh (Junioren SC Stammheim).

Abgänge: Dennis Poschner, Daniel Poschner, Lucas Berger, Daniel Mauser, Marco Carozza (bei allen Karriereende).

Trainer: Armando Traini (seit November 2023).

Spielstätte: Vogteiweg 9, 70435 Stuttgart.

Saisonziel: Neuaufbau; Klassenverbleib (Platzierung in der vergangenen Saison: 8.)

Meistertipp: Türkspor Stuttgart, TV 89 Zuffenhausen.

Auftaktspiel: zuhause gegen ASV Botnang (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

SG Stuttgart-West

„Bewussten Fußball“ wolle man spielen, sagt SG-Trainer Benedikt Goos über die eigenen Ambitionen in der neuen Saison. „Kein wildes Rumgebolze, sondern als Team Fußball spielen, der Spaß macht.“ Nebenbei soll möglichst noch ein einstelliger Tabellenplatz erreicht werden, so wie letztes Jahr, als man Neunter wurde. Mit sieben Neuzugängen wurde der Kader verstärkt – auch um den Konkurrenzkampf anzukurbeln: „Anfang letzter Saison hat sich die erste Elf quasi von selbst aufgestellt, da hat es dann beim ein oder anderen etwas am Einsatz gemangelt.“

Für diese Spielzeit fordert Goos „mehr Commitment“ von seinen Spielern, so wie im Erstrundenspiel des Bezirkspokals gegen den B-Ligisten Omonia Griechischer FV Vaihingen: Nach einem 1:2-Pausenrückstand habe die Mannschaft die richtige Einstellung gezeigt und in den zweiten 45 Minuten eine Schippe draufgelegt, Endstand 4:2 für die SG. „Man merkt, dass mehr Konkurrenzkampf da ist, dass die Leute bereit sind, mehr Gas zu geben“, sagt Goos.

Eine Woche später folgte das nächste Erfolgserlebnis im Pokal, dieses Mal auf dem selben Liganiveau: Gegen den direkten Konkurrenten aus der Staffel 1, TSV Uhlbach, zog man mit einem 3:2 in die nächste Runde ein. Goos sieht besonders auch in der Spielanlage Fortschritte: „Zusammen mit den Neuzugängen funktioniert auch die spielerische Komponente immer besser.“ Insgesamt ist der Trainer sehr zufrieden mit der Vorbereitung, für die kommende Saison ist aber nicht nur ein einstelliger Tabellenplatz das Ziel: „Wir wollen es schaffen, mit schönem Fußball wieder mehr Zuschauer an den Platz zu locken.“

Zugänge: Andreas Papp (SV Gündringen), Niclas Riehle (FV Biberach/Baden), Sercan Dursun, Berat Kilic, Veysel Özdemir, Semih Özdemir (alle SportKultur Stuttgart), Tobias Kienle (FC 1927 Eibelstadt).

Abgänge: Simon Hollenbach (Umzug).

Trainer: Benedikt Goos und Senai Tasfaldet (beide seit Juli 2023).

Spielstätte: Vogelsangstraße 148, 70197 Stuttgart.

Saisonziel: ein einstelliger Tabellenplatz; „bewussten Fußball spielen“ (Platzierung in der vergangenen Saison: 9.)

Meistertipp: ASV Botnang.

Auftaktspiel: auswärts bei SG Weilimdorf (Sonntag, 1. September, 15 Uhr).

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart SG Stuttgart-West