Fußball: Kreisliga A, Staffel 2 Das sind die sechs neuen Trainer der Saison
Das Trainerkarussell hat sich vor dieser Runde in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A ordentlich gedreht. Ein Überblick über alle neu eingestiegenen Coaches.
Das Trainerkarussell hat sich vor dieser Runde in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A ordentlich gedreht. Ein Überblick über alle neu eingestiegenen Coaches.
Nicht nur in den Kadern, sondern auch an den Seitenlinien hat sich vor dieser Saison in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen einiges getan. Sechs Vereine sind mit einem neuen Trainer in die Runde gegangen – und bei einem ist es inzwischen sogar bereits der dritte Coach des Spieljahrs.
Achim Häusler (ABV Stuttgart). Mit dem Auftrag „direkter Wiederaufstieg“ ist Achim Häusler seine Tätigkeit beim ABV Stuttgart angetreten. „Ich mag es, ein Ziel vor Augen zu haben. Deshalb habe ich den Posten gern übernommen“, sagt der 1,90 Meter große ehemalige Verteidiger. Häusler weilte gerade im Urlaub in Dubai, als der Kontakt entstand. Vorausgegangen waren bei den Degerlochern der Beschluss, mit dem bisherigen Trainer Milos Pojic nicht zu verlängern, und der Abstieg aus der Bezirksliga. Er habe direkt das Vertrauen gespürt und sich in der Ausrichtung des Vereins wiedergefunden, sagt Häusler, für den somit eine dreijährige Fußballpause endete. Zuvor war er sechs Jahre lang für den TSV Grafenau im Kreis Böblingen verantwortlich, davon fünf in der Kreisliga A und eines zu Beginn in der Kreisliga B. Angefangen hatte er zunächst als Spielertrainer, ehe er im Alter von 42 Jahren mit dem Kicken aufhörte und fortan nur noch als Trainer fungierte. „Hier im Raum Stuttgart ist das Spiel ein bisschen sauberer und technischer“, sagt der Inhaber der DFB-B+-Trainerlizenz. Und es würden mehr Mannschaften um die Spitze spielen. Aktueller Dämpfer für die Seinen: Am Wochenende mussten sie ihre Tabellenführung abgeben.
Rocco Cesarano (FSV Waldebene Stuttgart-Ost). Mehrfach hatte der FSV Waldebene Stuttgart-Ost an Rocco Cesarano gebaggert – mehrfach hatte der jetzige Coach die Offerte ausgeschlagen. „Ich hatte mit einem erneuten Engagement in der Bezirksliga geliebäugelt“, gibt er zu. Eben mit einem Bezirksligisten habe er sich dann sogar bereits auf eine Zusammenarbeit geeinigt gehabt, nur die Unterschrift fehlte noch. Als sich das Engagement aber zerschlug und sich die Waldebene-Verantwortlichen auf der Suche nach einem Nachfolger für den Spielertrainer Yavuz Selim Demir noch einmal meldeten, öffnete Cesarano den Spalt etwas. „Wir hatten dann sehr gute Gespräche“, erzählt er. Letztlich stand sein „Ja“. Nach insgesamt zwölf Trainerjahren bei der Sportvg Feuerbach (Jugend und Aktive) mitsamt unschönem Ende, nämlich seiner Entlassung im Abstiegskampf, zog es ihn also vom Stuttgarter Norden hinauf in den Osten. „Unten im Tal geht es deutlich rauer zu. Hier oben ist es ruhiger. Das tut uns gut“, sagt Cesarano. Mit „wir“ meint er sich und seinen Co-Trainer Deniz Kumas, mit dem er bereits zuvor zusammengearbeitet hatte. Generell ist er keiner, der die eigene Person in den Vordergrund stellen würde, er sieht sich als Teil eines Ganzen. „Man geht immer mit einem Anspruch und einer Line in einen neuen Club“, sagt Cesarano. Inzwischen, glaubt er, „passt das mit den Jungs hier gut zusammen“. Gemessen am Tabellenstand, definitiv. Der FSV Waldebene Stuttgart-Ost ist das gerade formstärkste Team der Staffel und seit Sonntag neuer Spitzenreiter.
Jetmir Fetai (GFV Ermis Metanastis Stuttgart). Bei Jetmir Fetai dreht sich alles um den Fußball. Der Cheftrainer des aktuell Tabellenvierten brennt für seinen Lieblingssport. Ist er mal nicht mit dem GFV Ermis Metanastis Stuttgart beschäftigt, verantwortet er das Scouting und die Kaderplanungen für die U 19 und U 17 des Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach. „Ich bin 24/7 für den Fußball im Einsatz“, sagt Fetai. Seine neue Aufgabe bei den Cannstatter Griechen hat es ihm angetan: „Der Verein möchte einen Umbruch und vor allem mit jungen Spielern arbeiten. Das ist genau die Aufgabe, mit der ich mich identifiziere.“ Zuvor hatte der heute 32-Jährige sieben Jahre lang in der Jugend des Oberligisten FSV 08 Bietigheim-Bissingen gearbeitet und zuletzt dessen U- 23-Team in der Bezirksliga Enz/Murr angeleitet. Bei Ermis ersetzt er seit Juli das Duo Dimostenis Demos (Fußballpause) und Kiriakos Stoitsis (Fußballruhestand). „Für mich war die gesamte Liga ein Überraschungsei“, sagt Fetai, der die B-Lizenz hat. Klar ist für ihn, dass er in naher Zukunft mit dem Team in die Bezirksliga aufsteigen möchte. „Ich bin kein Trainer für 08/15-Aufgaben, der um die goldene Ananas spielen will. Der Traum vom Aufstieg ist da“, sagt der aus Nordmazedonien stammende Albaner.
Oliver Heringhaus (SV Vaihingen II). Was im Büro funktioniert, das funktioniert auch im Verein, dachte sich wohl Oliver Heringhaus. Denn sowohl im Beruf als auch beim SV Vaihingen ist sein Vorgesetzter Benjamin Schiffner. Letzterer, sportlicher Leiter des Schwarzbachclubs, ist der Chef eines Betreuungsdienstes, in dem neben Heringhaus auch der Erste-Mannschaft-Spieler Nico Breuer und der Vaihinger Ex-Trainer Jeremiah Geywitz arbeiten. Und so kristallisierte sich über die Zeit heraus, dass Heringhaus die Nachfolge des aus zeitlichen Gründen ausgeschiedenen Meistercoachs Christian Rieger antreten wird. „Ich konnte mir ein Amt wie Spielertrainer gut vorstellen und will es auch im Namen meines Freundes Christian weiterführen“, sagt Heringhaus. Den Respekt seiner vorherigen Mitspieler musste er sich erst einmal erarbeiten. „Den habe ich nicht geschenkt bekommen. Ich denke aber, dass jeder gesehen hat, wie viel Arbeit wir in die Vorbereitung gesteckt haben“, erzählt Heringhaus, der von seinem Kickerkollegen Jean-Jacques Ebongue unterstützt wird. Nun gilt es für ihn bei seiner ersten Trainerstation genauso wie für die Spieler des Aufsteigers, weiter Erfahrungen zu sammeln. „Es wird ein langer Entwicklungsprozess. Wir wollen uns irgendwann in der Liga etablieren, dafür müssen wir aber zunächst den Klassenerhalt schaffen“, sagt Heringhaus. Nach elf Spielen stehen die Vaihinger auf Rang elf.
Nikolai Pozorski (KV Plieningen). Auch Nikolai Pozorski hat im Sommer völlig neues Terrain betreten. Der Coach des KV Plieningen war zuvor hauptsächlich in den Stuttgarter Neckarstadtteilen aktiv. Als Spieler hat er lange für den VfB Obertürkheim, den SV Gablenberg und den PSV Stuttgart die Schuhe geschnürt. Als Trainer betreute er die Frauen des VfB Obertürkheim und des Nachfolgevereins VfB Stuttgart. „Ich habe dort sehr viel lernen können, aber irgendwann war es zeitlich nicht mehr machbar“, sagt Pozorski. Zuletzt coachte er die Männer des PSV Stuttgart in der Staffel 1 der Kreisliga A. Nun also erstmals die Filderebene. Nach einigen Gesprächen und Spielbesuchen in Plieningen war Pozorski überzeugt und entschied sich, im Wolfer die Nachfolge des zurückgetretenen David Gzim anzutreten. Mit seiner neuen Mannschaft möchte Pozorski attraktiven Fußball präsentieren. „Prinzipiell soll sich der Gegner nach uns ausrichten und nicht andersherum“, sagt der 31-Jährige. Über allem stehe jedoch der Sieg. „Ich gewinne einfach gerne Spiele“, sagt er mit einem Grinsen. Pozorski legt zudem Wert auf die Weiterentwicklung seiner Spieler. „Nur so entwickelt sich auch das ganze Team weiter, wenn jeder Einzelne besser wird“, beschreibt er seine Philosophie.
Georg Lois (Sportfreunde Stuttgart). Drei Trainer gaben sich innerhalb von nur einem Monat bei den Sportfreunden Stuttgart die Klinke in die Hand – und es wird wohl noch mindestens ein weiterer in dieser Saison dazu kommen. Ursprünglich hatten die Degerlocher stolz die Verpflichtung von Ex-Kickers-Profi Alexander Malchow verkündet. Nach nur fünf Trainingseinheiten erklärte der 56-Jährige dann aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt. Interimsweise übernahm noch vor dem Saisonstart Tim Eichler. Nach dem ersten Spieltag folgte Georg Lois. Der ehemalige Jugendtrainer des tus Stuttgart und des FV Germania Degerloch hatte zuletzt die zweite Mannschaft des TSV Birkach in der Kreisliga B gecoacht. Nach einer bislang enttäuschenden Runde wird mittlerweile aber gemunkelt, dass Lois kurz davor stehen könnte, auf der Waldau hinzuwerfen.