Fußball-Kreisliga A, Staffel 2 Nach wildem Schlagabtausch: erneute Wende an der Tabellenspitze

Der Kapitän Sebastian Lenhardt war der überragende Mann beim Büsnauer Sieg gegen den MK Makedonija Stuttgart. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Das Kellerkind TSV Heumaden stürzt den Überraschungsersten SV Hoffeld. Nun ist der TSV Jahn Büsnau wieder obenauf. Andernorts wehrt der Torhüter gleich zwei Elfmeter ab.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Das muntere Wechselspiel an der Tabellenspitze der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen geht weiter. Nach einem Ausrutscher des SV Hoffeld hat am Sonntag der TSV Jahn Büsnau wieder den Platz an der Sonne übernommen. Büsnau, Hoffeld, Sillenbuch – zwei Spieltage vor Rundenschluss bleibt es ein heißer Dreikampf um den Meistertitel.

 

TSV Heumaden – SV Hoffeld 2:0

Es hatte sich schon in den vergangenen Spielen angedeutet, nun ist es passiert: Die über 15 Spiele laufende Ungeschlagen-Serie des SV Hoffeld ist gerissen – und die Tabellenführung futsch. „Wir hatten in den vergangenen Wochen viel Glück gehabt. Aber wir dürfen das Glück nicht ausreizen, sondern müssen auch etwas dafür tun“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos.

Gegen den defensiv gut stehenden TSV Heumaden tat sein Team eben nicht genug. „Wir hatten zu wenig Ideen“, kritisiert Dimoulatos. Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte bestrafte Nico Floeter mit seinem Tor den schwachen Favoriten, bei dem erstmals Hans Fakner nach seiner Wechselsperre mit von der Partie war. Efe Toygu Küz erhöhte kurz vor Schluss durch einen Konter noch auf 2:0.

Damit schubsen die gegen den Abstieg kämpfenden Heumadener den bisherigen Spitzenreiter auf Platz drei, punktgleich mit dem neuen Zweiten Sillenbuch, aber mit der minimal schlechteren Tordifferenz. „Wir haben schon vergangene Woche in Sillenbuch gezeigt, dass wir gut mithalten können. Jetzt haben wir es sogar gegen den Tabellenführer bewiesen“, sagt der Gastgeber-Trainer Adnan Shakir Mannan. Mit dem Sieg sind die Seinen auf den Abstiegsrelegationsrang geklettert. Zwar ist rein rechnerisch sogar der direkte Klassenverbleib noch möglich, „aber wir wissen, dass das sehr unrealistisch ist“, weiß Mannan. Freilich, auch für die Relegation gegen die Vizemeister der entsprechenden B-Staffeln hätten die Heumadener an diesem Sonntag reichlich Selbstvertrauen getankt.

Tore: 1:0 Floeter (50.), 2:0 Küz (84.).

Besonderes:

TSV Jahn Bünau – MK Makedonija Stuttgart 7:4

Der TSV Jahn Büsnau ist dank des Patzers des Konkurrenten und nach einem wilden eigenen Schlagabtausch wieder zurück an der Tabellenspitze. „Fühlt sich an wie Weihnachten“, schrieb der Kapitän Sebastian Lenhardt am Montagmorgen freudig in der Mannschaftsgruppe, wie dessen Bruder und Trainer Dominik Lenhardt verrät. Eben Sebastian Lenhardt war der überragende Mann beim 7:4 gegen den MK Makedonija Stuttgart. Vier Treffer steuerte der Mittelfeldspieler zum verdienten, aber hart erkämpften Sieg bei.

Nach 15 Minuten lagen die Büsnauer nicht nur mit 0:2 zurück, sondern waren nach einer roten Karte für ihren Torhüter Hannan Ullah auch ein Mann weniger. Doppelt bitter: Ullah hatte den Seinen mit mehreren Elfmeterparaden im Viertel- und Halbfinale den Weg ins Bezirkspokal-Endspiel geebnet, das er an diesem Donnerstag (18.30 Uhr, in Herrenberg gegen den TSV Kuppingen) wegen der folgenden Sperre nun aber verpasst. „Für ihn tut es mir sehr leid“, sagt Dominik Lenhardt. In Unterzahl und mit dem eingewechselten Ersatzkeeper der zweiten Mannschaft im Kasten, namentlich Anthony Heenemann, drehte der Favorit die Partie und ging mit einem 3:2 in die Pause. Dabei waren den Gastgebern zwei weite Treffer aberkannt worden. Nach der Pause glichen die Mazedonier noch einmal aus, zweimal Sebastian Lenhardt, der Top-Torjäger Cedric Hornung und Noah Azizu Anaba legten jedoch erneut nach. „Es war ein Wechselbad der Gefühle“, sagt der noch immer geschaffte Trainer Lenhardt, der direkt vom DFB-Pokalfinale aus Berlin angereist war.

„Wir wollten unseren Beitrag leisten, dass es im Meisterschaftskampf fair zugeht. Und wir wollten und uns nicht hängen lassen“, sagt demgegenüber Jan Dimitrovski, Abteilungsleiter bei Makedonija. Für den Tabellensechsten geht es in dieser Saison um so gut wie nichts mehr. „Am Ende hat Büsnau verdient gewonnen“, sagt Dimitrovski, der sich etwas darüber ärgert, dass sein Team nach der 2:0-Führung das Spiel auf die leichte Schulter genommen habe.

Tore: 0:1 Stoilov (6.), 0:2 Vins (15., Foulelfmeter), 1:2 Sebastian Lenhardt (27.), 2:2 Kastler (34.), 3:2 Sebastian Lenhardt (44., Foulelfmeter), 3:3 Genter (57.), 4:3 Sebastian Lenhardt (58.), 5:3 Hornung (75.), 5:4 Kacarevic (81.), 6:4 Sebastian Lenhardt (83.), 7:4 Anaba (90.+6).

Besonderes: rote Karte für Ullah (Büsnau, 12./Notbremse) und Milijan Jeremic (Makedonija, 89./Notbremse)

SV HNK Slaven Stuttgart – SV Sillenbuch 1:3

Einen Platz hoch geht es auch für den SV Sillenbuch, der damit auf den Aufstiegsrelegationsrang rutscht. „Da es nur wegen eines Tores mehr ist, wird es sich noch zeigen müssen, was dies wert ist“, sagt der Sillenbucher Co-Trainer Nico Hering. Hoffeld und Sillenbuch haben beide 58 Punkte auf dem Konto, der Bezirksliga-Absteiger profitiert jedoch von der eben um einen einzigen Treffer besseren Tordifferenz. „Wer nicht mehr patzt, wird es am Ende vermutlich entscheiden“, ahnt Hering. Büsnau als Nun-wieder-Spitzenreiter ist einen Punkt voraus.

Gegen den SV HNK Slaven Stuttgart zeigten die Sillenbucher kein gutes Spiel. Trotz einer 2:0-Führung war das Spiel der Gäste schwerfällig. „Wir haben es nicht geschafft, mit den paar Chancen das 3:0 zu machen und mussten dann noch ein bisschen zittern“, berichtet Hering. Erst Tim Schaul sorgte nach dem Anschlusstreffer von Tarik Ibrahimbegovic für die Entscheidung.

Der Slaven-Absturz geht indes weiter. Noch ohne einen einzigen Sieg in diesem Kalenderjahr stehen die Fasanenhofer nun auf dem ersten Abstiegsplatz. „Wir rechnen damit, dass wir es nicht mehr schaffen“, gibt der Präsident Kristian Kera zu. Die Planungen für die kommende Saison würden eh seit Wochen zweigleisig laufen. „Wenn wir absteigen, dann ist es kein Schock für uns. Vielleicht ist es sogar besser“, sagt Kera. Der Kader sei seit dem Aderlass im Winter nicht mehr konkurrenzfähig. An diesem Sonntag sei es immerhin das seit Wochen beste Spiel des Teams gewesen.

Tore: 0:1 Milicevic (15.), 0:2 Özdas (28.), 1:2 Ibrahimbegovic (69.), 1:3 Schaul (88.).

Besonderes: Gelb-Rot für Mijic (Slaven, 38.)

Spvgg Möhringen – FV Germania Degerloch 3:5

Der FV Germania Degerloch ist weiterhin das aktuell formstärkste Team der Staffel und im siebten Spiel in Folge ungeschlagen. Mehr noch: Mit dem Sieg gegen den Abstiegskonkurrenten Möhringen ist der Klassenverbleib nun in trockenen Tüchern. Gefeiert wurde bei den Degerlochern jedoch nicht. „Die Saison ist ja noch nicht vorbei“, sagt der Co-Trainer Claudio Marques.

Die Seinen erwischten den besseren Start und gingen mit einer 2:0-Führung in die Halbzeitpause. Danach brachten die Möhringer das Spiel beinahe zum Kippen. Nach dem Anschlusstreffer von Alexander Preskitt hatten sie den Ausgleich auf dem Fuß, vergaben die Chance jedoch. Stattdessen folgte wenige Minuten später das „ärgerliche 1:3“, berichtet der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. „Die Mauer hat sich einfach aufgelöst“, lautet seine Kritik an der Freistoßverteidigung seiner Mannschaft. Danach plätscherte die Partie bei nachlassenden Kräften beider Teams vor sich hin. Die Treffer in der Nachspielzeit waren nur noch etwas für die Statistiken.

„Es ist wirklich ärgerlich, weil wir alles klarmachen wollten“, sagt Fuchs mit Blick auf die Tabelle. Noch können der TSV Heumaden und der SV HNK Slaven Stuttgart die Möhringer theoretisch einholen. Mit einem Sieg am kommenden Sonntag gegen den bereits abgestiegenen TV 89 Zuffenhausen II wäre der Klassenverbleib jedoch endgültig geschafft. „Ein Gegner, gegen den man gewinnen kann und sollte“, ist Fuchs optimistisch.

Tore: 0:1 Laasch Quiros (23.), 0:2 Laasch Quiros (38.), 1:2 Preskitt (48.), 1:3 Kuhn (53.), 2:3 Cakir (87.), 2:4 Moreira Pereira (90.), 2:5 Moreira Pereira (90.+2), 3:5 Necker (90.+4).

Besonderes:

KV Plieningen – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 7:1

Hannes Sehl ließ trotz zuvor sieben Gegentoren den Kopf nicht hängen und wuchs zum Ende der Partie noch über sich hinaus. Zwei Elfmeter parierte der Keeper des FSV Waldebene Ost in der Schlussphase der Partie in Plieningen. Freilich, zu diesem Zeitpunkt war bereits alles entschieden. Schon nach einer halben Stunde hatten die Gastgeber mit 5:0 geführt. „Letztlich war es eine Partie zweier extrem ersatzgeschwächter Mannschaften. Ich kann das Ergebnis deshalb gut einordnen“, sagt der Plieninger Trainer David Gzim. Aufseiten der Gäste standen mehrere Spieler in der Startelf, die zuvor bereits in der zweiten Mannschaft gespielt hatten.

Tore: 1:0 Gawecki (2.), 2:0 Lucic (14.), 3:0 Lucic (22.), 4:0 Lucic (24.), 5:0 Gawecki (29.), 6:0 Press (53.), 7:0 Lucic (55.), 7:1 Alexander Schulz (69., Foulelfmeter).

Besonderes: Sehl (Waldebene) pariert Foulelfmeter von Ben Salem (77.) und Felthaus (87.).

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – SpVgg Stetten 1:2

Bereits am Freitagabend empfing der Tabellenvierte GFV Ermis Metanastis Stuttgart die Spvgg Stetten auf der Waldebene Ost. Dabei haben sich für die gastgebenden Griechen die Hoffnungen, noch ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, erledigt. Ihre erste Rückrunden-Niederlage bedeutet in dieser Hinsicht das Aus. „Wir haben einfach kein gutes Spiel gezeigt“, sagt der Vereinschef Panagiotis Moutas. Stetten schlug schon in der ersten Hälfte zweimal eiskalt zu und verteidigte anschließend mit einer hohen Laufbereitschaft geschickt die Führung.

Tore: 0:1 Robin Hock (18.), 0:2 Schlegel (25.), 1:2 Gkiagkiaev (68., Foulelfmeter).

Besonderes: Gelb-Rot für Tolo (Ermis, 59.) und Fischer (Stetten, 83.)

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