Fußball-Kreisliga A, Staffel 2 Spielabbruch nach schwerer Verletzung und im Tabellenkeller wird es duster

Krankenwagen-Einsatz statt Punktekampf: Das Spiel in Plieningen fand ein plötzliches Ende. Foto: IMAGO/Eibner

Die Begegnung zwischen dem KV Plieningen und dem SV Hoffeld endet mit einem Schock für alle Beteiligten. Derweil fällt in der Abstiegszone eine Vorentscheidung.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Eine schwere Verletzung hat den 20. Spieltag in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen überschattet. Die Partie zwischen dem KV Plieningen und dem SV Hoffeld musste deshalb abgebrochen werden. Derweil macht der Spitzenreiter FSV Waldebene Ost wie ein Spitzenreiter weiter – er bleibt nach seinem nächsten Sieg das mit zehn Punkten Vorsprung gejagte Team. Und im Tabellenkeller scheint eine Vorentscheidung gefallen. Vier Teams dürften die voraussichtlich drei Absteiger und den Relegationsteilnehmer unter sich ausmachen: Makedonija, die Sportfreunde Stuttgart, der TSV Heumaden und der TV Kemnat.

 

KV Plieningen – SV Hoffeld abgebrochen

Im Wolfer trat das Sportliche am Sonntag in den Hintergrund. In der Nachspielzeit verletzte sich Hoffelds Philipp Janle bei einem Zweikampf schwer. Der 31-Jährige musste mit dem Krankenwagen ins Marienhospital gebracht werden, wo unter Narkose sein Bein wieder eingerenkt wurde. Auch das Knie hat etwas abbekommen. „Das einzige Glück: keine Fraktur“, sagt der geschockte Gästetrainer Grigorios Dimoulatos. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Aufgrund der Ereignisse brach der Schiedsrichter Dominik Sander die Partie in der Nachspielzeit beim Stand von 2:1 für den KV Plieningen ab. In seinem Bericht hat der Unparteiische vermerkt: „Aufgrund der Schwere der Verletzung und der Umstände für alle Beteiligten“ sei an eine Spielfortsetzung nicht mehr zu denken gewesen.

Die zuvor gespielten gut 90 Minuten? „Sportlich haben wir das Spiel gewonnen, aber das steht völlig im Hintergrund. Wir wünschen dem Spieler gute Besserung“, sagt der Plieninger Coach Nikolai Pozorski. Wegen des Abbruchs muss die Begegnung neu angesetzt und wiederholt werden, wie der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts, Marc Hetzel, auf Nachfrage mitteilt.

Tore: 1:0 Dragusha (5.), 1:1 Younis (64.), 2:1 Lucic (71.).

Besonderes: Spielabbruch wegen schwerer Verletzung des Hoffelder Spielers Janle (90.+7).

SV Vaihingen II – MK Makedonija Stuttgart 5:2

Nun bleiben dem MK Makedonija Stuttgart nur noch Durchhalteparolen. „Wir schauen von Woche zu Woche. Es wird definitiv immer schwerer“, sagt der verletzte Torjäger Aleksandar Stoilov. Solange alles noch rechnerisch möglich sei, gebe man nicht auf. Zumal der Tabellen-13. nach jetzigem Stand immerhin noch die Relegation als Chance für den Klassenverbleib hätte. Die deutliche Niederlage im Schlüsselspiel in Vaihingen ist jedoch ein schwerer Schlag. Der Rückstand auf das rettende Ufer, Platz zwölf, beträgt damit neun Punkte. Stoilovs Beobachtung: Der Gegner habe mehr gewollt und deshalb verdient gewonnen.

Vaihinger Mann des Tages war Marcel Kousol, der drei Treffer erzielte, darunter die Führung nach nur sieben Minuten. „Dieses frühe 1:0 hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagt Oliver Heringhaus, der Spielertrainer der Gastgeber. Sehenswert war danach auch das 5:2 von Tom Irion, der einen Freistoß direkt verwandelte. „Es war insgesamt eine sehr ansprechende Leistung von uns“, sagt Heringhaus, dessen Team somit seinerseits einen Riesenschritt in Richtung Ligaverbleib gemacht hat. Zum aktuellen Gegner ist es nun ein komfortables Zehn-Punkte-Polster. Auch wenn Heringhaus betont: „Wir werden einen Teufel tun und so naiv sein, zu glauben, dass damit alles durch ist.“ Als Aufsteiger arbeite man demütig weiter.

Tore: 1:0 Kousol (7.), 2:0 Kousol (41.), 2:1 Danilo Mihajlovic (50.), 3:1 Ferreira (53.), 4:1 Kousol (70.), 4:2 Martic (82.), 5:2 Irion (90.).

Besonderes:

TSV Heumaden – Spvgg Möhringen 1:1

Der TSV Heumaden konnte auch im neunten Spiel in Folge keinen Sieg einfahren und glaubt auch angesichts des Sieges des SV Vaihingen II nicht mehr an die direkte Rettung. „Der Blick sollte eher Richtung Relegationsplatz gehen. Auf diesen ist es nur ein Punkt. Deshalb versuchen wir alles, zumindest den zu erreichen“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. In der aktuellen Partie ereilte die Seinen ein bitteres Ende: Der Gegner Möhringen traf durch Tim Breitung spät zum Ausgleich und baute seinen eigenen Abstand zur Abstiegszone damit auf neun Punkte aus.

Zufrieden ist der Möhringer Trainer Tobias Fuchs damit allerdings nicht – ganz im Gegenteil. „Es ärgert mich eher, dass wir nicht mehr geschafft haben“, sagt er. „Wir bekommen das wie in den vorherigen Wochen wieder nicht hin.“ Nach einem Fehler im Spielaufbau geriet seine Mannschaft durch einen Treffer von Luis Grünenwald in Rückstand. Das einzig Positive für die Gäste: Breitungs finale Antwort. Ein von ihm getretener Eckball landete in der 90. Minute im Tor.

Tore: 1:0 Grünenwald (75.), 1:1 Breitung (90.).

Besonderes:

ABV Stuttgart – Sportfreunde Stuttgart 5:1

Nach zuletzt enttäuschenden Wochen ist der Tabellenzweite ABV Stuttgart zurück in der Erfolgsspur. „Es war einfach mal wieder ein richtig gutes Spiel von uns. Wir konnten endlich die gute Trainingswoche auf den Platz bekommen“, sagt der Trainer Achim Häusler. Nach einem frühen Rückstand durch Linus Becker zeigte der Bezirksliga-Absteiger seine offensive Qualität. Noch in der ersten Hälfte drehte er das Spiel zum 3:1-Pausenstand. „Wir haben aber auch sehr viel liegen gelassen“, sagt Häusler. Der Rückstand auf der Tabellenführer FSV Waldebene Stuttgart-Ost beträgt weiterhin zehn Punkte. Bereits am Donnerstagabend (20 Uhr) steht die nächste Aufgabe an: Dann geht es für den ABV Stuttgart zum SV Sillenbuch.

Die Sportfreunde stecken dagegen weiter im Tabellenkeller fest. Punktgleich mit dem MK Makedonija Stuttgart stehen die Degerlocher aktuell auf Rang 14. Zum wohl rettenden zwölften Platz beträgt der Rückstand neun Punkte.

Tore: 0:1 Becker (8.), 1:1 Gutzentat (11.), 2:1 Friese (45.), 3:1 Jentsch (45.+2, Eigentor), 4:1 Friese (64.), 5:1 Egunjobi (71.).

Besonderes:

KF Kosova Bernhausen – TV Kemnat 5:0

Der Effekt des Trainerwechsels scheint beim Tabellenletzten TV Kemnat bereits verpufft zu sein. Im zweiten Spiel nach der Trennung von Markus Hummel verlor der Aufsteiger bei Kosova Bernhausen mit 0:5. In der Vorwoche hatte das Schlusslicht mit dem bisherigen Co-Trainer Kai Ansorge an der Seitenlinie gegen den Vorletzten TSV Heumaden noch einen 3:0-Derbysieg gefeiert. Nun, im zweiten Spiel unter Ansorge, folgte die deutliche Niederlage: „Es war mehr drin, aber die Chancenverwertung hat nicht gepasst“, sagt Ansorge.

Nach dem frühen Rückstand hatten die Gäste Chancen auf den Ausgleich, scheiterten aber an der Latte und am Kosova-Keeper Avland Hulaj. In der zweiten Hälfte warfen die Kemnater dann alles nach vorne und wurden mehrfach ausgekontert. „Wir hatten viele Verletzte und sind mit dem letzten Aufgebot angetreten“, berichtet Ansorge. Unter anderem waren die Kovacevic-Brüder Liam und Dean kurzfristig ausgefallen. „Wenn sie nicht dabei sind, merkt man das schon sehr bei uns“, sagt Ansorge über die beiden früheren Jugendspieler des 1. FC Heidenheim. Zudem war der Stammkeeper Pascal Bayer als Co-Trainer mit der U 18 der Stuttgarter Kickers unterwegs. Deshalb stand erstmals in dieser Saison der A-Jugend-Torhüter Tom Bolay zwischen den Pfosten.

Beim Gegner gelang Petrit Musliu ein Hattrick. Er traf innerhalb von einer Viertelstunde dreimal.

Tore: 1:0 Babaj (11.), 2:0 Aliu (18.), 3:0 Musliu (74.), 4:0 Musliu (87.), 5:0 Musliu (89.).

Besonderes: Hulaj (Kosova) pariert Foulelfmeter von Ringwald (80.).

FV Germania Degerloch – FSV Waldebene Ost 1:4

Im Stile einer Spitzenmannschaft hat der FSV Waldebene Ost den FV Germania Degerloch niedergerungen. „Sie haben uns alles abverlangt. Da muss man eine gewisse Qualität, Einsatz und Spielwitz an den Tag legen. Das haben wir über 94 Minuten richtig gut gemacht“, sagt der Trainer Rocco Cesarano. Mit dem siebten Sieg in Folge haben er und die Seinen ihre Tabellenführung gefestigt.

Ein Doppelschlag nach der Pause habe den an diesem Tag starken Degerlochern den Zahn gezogen. Insbesondere der erste Treffer durch Eric Lauble per Kopf überraschte den Trainer. „Ich habe noch nie einen guten Kopfball von ihm gesehen, definitiv nicht aufs Tor“, sagt Cesarano und lacht. Auf den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Emil Scheuermann antwortete ebenfalls Lauble mit einem satten Schuss aus 18 Metern zum vorentscheidenden Waldebene-3:1. Fazit Cesarano: „Ein Topauftritt von uns.“

Das erkennt auch der Degerlocher Trainer Claudio Marques an: „Der Sieg ist verdient, sie waren besser.“ In der ersten Hälfte habe sein Team noch dagegengehalten, in der zweiten habe man dann etwas nachgelassen. „Das Ergebnis ist am Ende aber etwas zu hoch“, sagt Marques. Das größere Ärgernis für ihn: In der Endphase sah sein Spieler Frederic Moquet die rote Karte. Marques’ Sicht der Dinge: „Es war gar nichts. Der Schiedsrichter musste sich wohl in den Mittelpunkt stellen und hat ein Beleidigung erfunden, die es gar nicht gab.“

Tore: 0:1 Lauble (48.), 0:2 Schulz (51., Foulelfmeter), 1:2 Scheuermann (75.), 1:3 Lauble (76.), 1:4 Schulz (90. +1).

Besonderes: Rote Karte für Moquet (Degerloch, 85./Schiedsrichterbeleidigung).

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – TSV Rohr 3:1

Der GFV Ermis Metanastis Stuttgart hat einen Wachmacher gebraucht, um ins Spiel zu kommen. „Wir haben bescheiden angefangen und keine Zweikämpfe angenommen“, berichtet der Trainer Jetmir Fetai. Die logische Folge: der 0:1-Rückstand. Fortan waren die Gastgeber besser im Spiel. Kurz vor der Pause erzielte der Winterneuzugang Ardi Kryeziu den wichtigen Ausgleich. Und in der zweiten Hälfte drehte der Tabellenvierte die Partie vollends, womit er auf Tuchfühlung zum Relegationsrang bleibt. Zwei Punkte Rückstand sind es auf den zweitplatzierten ABV Stuttgart. „Ich fühle mich in der Rolle des Jägers wohler als in der des Gejagten“, sagt Fetai.

Der unterlegene TSV Rohr bleibt Neunter. „Wir hatten 30 gute Minuten, am Ende war es aber verdient für Ermis“, sagt dessen Abteilungsleiter Steffen Fuchs. Mit der roten Karte für Miguel Accardi wegen eines Foulspiels sei das Spiel letztlich durch gewesen.

Fuchs befindet sich bei der Suche nach einem Nachfolger für den wie berichtet im Sommer scheidenden Trainer Klaus Kämmerer noch in einem Anfangsstadium. Man halte sich bislang alle Optionen offen, auch ob der neue Coach von extern oder intern komme. In rund drei Wochen soll Klarheit herrschen.

Tore: 0:1 Lapeschi (24.), 1:1 Kryeziu (43.), 2:1 Martino (54.), 3:1 Kryeziu (66.).

Besonderes: Rote Karte für Accardi (84., Rohr/grobes Foulspiel)

Spvgg Stetten – SV Sillenbuch 2:0

Der SV Sillenbuch hat in diesem Kalenderjahr seine erste Niederlage hinnehmen müssen. Zuvor hatte der Tabellenzehnte aus den ersten vier Punktspielen 2026 drei Siege und ein Unentschieden geholt und am Donnerstag mit einem 4:2 bei Tunaspor Echterdingen den Einzug ins Bezirkspokal-Halbfinale geschafft. Nun folgte bei der Spvgg Stetten ein 0:2. „Wir haben dem Gegner zu viele Chancen geschenkt, die uns letztlich auf die Verliererstraße gebracht haben“, sagt der Abteilungsleiter Hans-Georg Spies. Auf der anderen Seite sei das Team nicht in der Lage gewesen, die eigenen Möglichkeiten zu nutzen. Als Nächstes warten zwei schwere Aufgaben am Donnerstagabend (20 Uhr) zuhause gegen den ABV Stuttgart und dann am 9. April beim GFV Ermis Metanastis Stuttgart.

Die Spvgg Stetten ist mit dem Sieg auf den siebten Platz geklettert. Erfolgsgarant gegen Sillenbuch war der starke Torhüter Michel Lino. Der Keeper hielt seine Mannschaft mit wichtigen Paraden im Spiel, insbesondere nach dem Führungstreffer. „Mit dem 2:0 haben wir dann mehr Ruhe ins Spiel bekommen und es souverän zu Ende gespielt“, sagt der Coach Erdinc Cakir.

Tore: 1:0 Burghardt (12.), 2:0 Fischer (72.).

Besonderes:

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