Fußball-Kreisliga A, Staffel III Ihn haben die Trainer zum stärksten Spieler der bisherigen Saison gekürt

Bei Harun Güney laufen beim Türk SV Herrenberg alle Fäden zusammen: Kein Wunder, verfügt der 33-Jährige doch über ausgiebig Landesliga-Erfahrung. Foto: Eibner/Daniele La Rocca

Welche Fußballer spielten in der Hinrunde am überzeugendsten? Unsere Lokalsportredaktion hat den Trainern diese Frage gestellt. Teil zwei: die Kreisliga A, Staffel III.

In der Fußball-Kreisliga A, Staffel III, Stuttgart/Böblingen zeigten sich die Trainer bei der Umfrage unserer Lokalsportredaktion zum besten Spieler der Hinrunde etwas verhalten. Zwei Coaches wollten gar keinen Namen nennen, andere nannten nur zwei anstatt drei Kandidaten. Am Ende haben sich dann aber doch ein paar interessante Aspekte ergeben.

 

Beinahe jedem befragten Trainer ist zum Beispiel ein Spieler des Türk SV Herrenberg am meisten in Erinnerung geblieben. Dabei fielen aber fast immer unterschiedliche Namen. Nur einer wurde mit sechs Stimmen überdurchschnittlich oft genannt: Spielertrainer Harun Güney.

Harun Güney vom Türk SV Herrenberg sehen die Trainer als besten Spieler

Das Toreschießen überlässt er zwar überwiegend Teamkollegen wie Oguz Yüksel oder Mert Köse, doch dafür managt Güney die Partien direkt vom Platz aus und ist der zentrale Mann beim Tabellenführer, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

„Harun Güney ist mit Sicherheit einer der besseren“, urteilt Coach Dieter Grieb vom GSV Maichingen II. „Der hat im Spiel gegen uns aus dem Zentrum heraus die Richtung beim Türk SV vorgegeben. Alles lief über ihn. Das bestätigt auch Trainer Antonios Anastasakis vom VfL Sindelfingen II: „Harun Güney ist, glaube ich, in aller Munde, wenn es um die Frage nach dem besten Spieler der Hinrunde geht.“

Harun Güney (li.) ruft regelmäßig eine Topleistung auf dem Platz ab und managt gleichzeitig das Team. Foto: Eibner/Daniele La Rocca

Übungsleiter Besnik Gllogjani vom TSV Kuppingen beschreibt den Leader des Spitzenreiters als ballsicher, lauf- und zweikampfstark sowie technisch sehr versiert. „Er steuert Rhythmus und Tempo des Spiels und setzt seine Teamkollegen gut in Szene“, lautet seine Beobachtung.

Und was denkt der Gewählte selbst über seine Stärken? „Ich würde sagen, ich bin spielerisch stark im Eins-gegen-eins“, antwortet Harun Güney und fügt hinzu: „Ich erkenne die Räume gut und kann meine Nebenleute gut in Aktion bringen.“ All das ist das Resultat von jahrelanger Erfahrung. „Ich hatte Glück, dass ich mit sehr vielen guten Trainern und Mitspielern gearbeitet habe“, sagt Harun Güney bescheiden. „Die haben mir vieles beigebracht.“

Mit 15 Jahren fing er an zu kicken, wechselte schnell in die Jugend des SSV Reutlingen. In seiner Juniorenzeit kam schließlich der Wechsel in die Türkei, zu Galatasaray Istanbul. Zurück in Deutschland spielte Harun Güney bei VfL Pfullingen, Young Boys Reutlingen, TuS Metzingen und SV 03 Tübingen jeweils in der Landesliga, bevor der GSV Hellas Reutlingen seine erste Station als Spielertrainer war.

Dass der heute 33-Jährige viel Erfahrung in der Landesliga gesammelt hat, fällt auch seinen Amtskollegen auf. „Man hat auf jeden Fall gesehen, dass er aus einer höheren Klasse kommt“, sagt Heiko Schmidt, Trainer des FSV Deufringen.

Da stellt sich natürlich die Frage: Warum steht jemand mit diesem Niveau in der Kreisliga A auf dem Platz? „Ich habe lange genug oben gespielt und möchte jetzt anderen jungen Menschen helfen, sich zu verbessern“, erklärt Harun Güney. „Was die höheren Klassen angeht, bin ich einfach gesättigt.“ Missen möchte er die Zeit in der Landesliga allerdings nicht. „Es hat Spaß gemacht, ich konnte immer unter guten Bedingungen spielen.“ Nun liege der Fokus aber auf seiner Trainerkarriere. „Und ich glaube, mir ist der Switch zum richtigen Zeitpunkt gelungen.“

Dass so viele Trainer ihn als Topspieler der Hinrunde sehen, ehrt ihn. Aber Harun Güney ist überzeugt, dass nicht nur seine eigene Qualität dafür ausschlaggebend ist. „Ich habe viele Jungs in der Mannschaft, die mich auf dem Platz besser aussehen lassen“, schmunzelt er.

Für Harun Güney ist jeder Spieler beim Türk SV Herrenberg wichtig

Dass der Türk SV Herrenberg aktuell an der Spitze steht, sei auch nicht sein alleiniger Verdienst. „Ich sehe die Wichtigkeit jedes einzelnen Spielers“, stellt er klar. Entscheidend sei beispielsweise auch, wer die Meter läuft, um den Raum für seine Mitstreiter freizumachen.

Man merkt: Harun Güney liegt das Trainer-Dasein im Blut. Schließlich war er innerlich eigentlich schon immer eine Art Coach. „Ich habe auch als Spieler immer versucht, den Gegner zu analysieren und das Spiel zu verstehen“, schildert der Reutlinger. Innerhalb seiner Mannschaften habe er schon frühzeitig Führungspositionen übernommen, galt stets als einer der Erfahrenen. Deshalb fällt es Harun Güney auch gar nicht schwer, auf dem Platz eine Topleistung abzurufen und gleichzeitig das Team zu managen. „Der einzige Unterschied zu früher ist, dass ich jetzt laut ausspreche, was ich denke.“

Abstimmungsergebnis:

  • 1. Harun Güney (Türk SV Herrenberg, sechs Stimmen)
  • 2. Qendrim Jaha (TV Altdorf, vier Stimmen)
  • 3. Mert Köse (Türk SV Herrenberg, drei Stimmen)
  • 4. Philipp Müller (TSV Waldenbuch, zwei Stimmen)
  • 5. insgesamt 17 Spieler mit jeweils einer Stimme.

Abstimmung

Modus:
Jeder Verein der Staffel hatte drei Stimmen für drei verschiedene Spieler. Beteiligt haben sich jeweils die Trainer. Einige Mannschaften haben nur zwei Stimmen abgegeben, die SpVgg Holzgerlingen II und der SV Oberjesingen haben sich komplett enthalten.

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