Viele knappe Duelle lassen die Mannschaften in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen enger zusammenrücken. Ein Nebeneffekt: erneut ein neuer Tabellenführer, namentlich GFV Ermis Metanastis Stuttgart. Der Blick auf alle Begegnungen des aktuellen zwölften Spieltags.
TV 89 Zuffenhausen II – TSV Dagesheim II 6:3
Drei Punkte, die in Zuffenhausen die Hoffnung auf die Rettung nähren. Mit seinem zweiten Saisonsieg verkürzt der Aufsteiger den Abstand zu den Nichtabstiegsrängen: Sechs Zähler trennen das Team von Marc Bäuerle nun noch vom FV Germania Degerloch und der Spvgg Möhringen. Am nächsten Sonntag treffen die Nord-Stuttgarter eben auf den Tabellenzwölften Möhringen.
Spielerisch konnte der TV 89 Zuffenhausen II in der Partie gegen den noch punktlosen Mitaufsteiger Dagersheim auch überzeugen – ehe sich der 14. auf einer komfortablen 4:1-Führung gegen den Tabellenletzten ausruhte. „Wir haben vorne zu viele Chancen liegen gelassen und waren hinten zu nachlässig“, sagt der Trainer Bäuerle. Die Die Platzherren rafften sich jedoch noch einmal auf und machten mit dem fünften und sechsten Tor alles klar. Dreifacher Torschütze war Maurizio Celico.
Tore: 0:1 Karayel (3.), 1:1 Celico (12.), 2:1 Fortuna (25.), 3:1 Manta (29.), 4:1 Celico (45.), 5:1 Celico (59.), 5:2 Karayel (67.), 5:3 Bauer (82.), 6:3 Angeso (90. +3)
Besonderes: –
MK Makedonija Stuttgart – TSV Jahn Büsnau 1:3
Es sei kein schönes Spiel gewesen, sagt Dominik Lenhardt, der Spielertrainer des TSV Jahn Büsnau, sowohl fußballerisch auf dem Platz als auch atmosphärisch neben dem Feld. Ein Spielfluss kam wegen vieler Fouls kaum zustande. Trotzdem sicherte sich das Team von Lenhardt und Marc Molinus verdient den Sieg. Nicht zuletzt auch, da die Gäste nach zwei Platzverweisen für ihren Gegner in der zweiten Hälfte in Überzahl waren. „Es war aber kein Meisterwerk von uns. Wir haben es trotz der langen Überzahl nicht geschafft, sauber auszuspielen“, sagt Lenhardt. Ein Traumtor von Marc Hetzel versetzte dem nun Tabellenachten MK Makedonija Stuttgart schließlich den K. o. Der Angreifer zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel unhaltbar in den Dreiangel. Der Coach Lenhardt schickt hiernach noch eine Kampfansage an den zwei Punkte besseren neuen Tabellenführer GFV Ermis Metanastis Stuttgart: „Wir wollen Herbstmeister werden.“
Reichlicher Diskussionsbedarf bestand nach Spielschluss beim Makedonija-Abteilungsleiter Jan Dimitrovski, der bei vielen Situationen nicht mit dem Schiedsrichter Jan Huber übereinstimmte. „Er konnte es mir aber alles erklären. Er hat in manchen Dingen eine andere Sichtweise. Dann muss man das akzeptieren“, sagt Dimitrovski, der ebenfalls als Schiedsrichter aktiv ist. Einverstanden ist er mit den beiden Ampelkarten für seine Akteure Nikola Martic und Granit Demi. „Beide waren absolut berechtigt“, sagt Dimitrovski – und verurteilt die Buhrufe der Zuschauer gegenüber dem Referee. „Die Leute konnten aber schnell beruhigt werden, und es fielen aus meiner Wahrnehmung auch keine Beleidigungen“, sagt er.
Tore: 0:1 Sebastian Tim Lenhardt (22., Foulelfmeter), 1:1 Jeremic (26.), 1:2 Hetzel (78.), 1:3 Hornung (90. +4)
Besonderes: Gelb-Rot für Martic (Makedonija, 53.) und Demi (Makedonija, 75.)
FSV Waldebene Stuttgart-Ost – KV Plieningen 2:1
Wer in diesem ausgeglichenen Spiel den ersten Fehler macht, der verliert – das wurde schnell klar auf dem nebligen Platz des FSV Waldebene Stuttgart-Ost. Und den ersten Fehler machte der KV Plieningen, der in der 42. Minute einen Handelfmeter verschuldete. Mit der knappen Führung im Rücken, erhöhten die Platzherren nach einem Freistoß noch auf 2:0. Der Torschütze in beiden Fällen: Alexander Schulz. „Wir machen dann noch den Anschlusstreffer und sind am Ausgleich dran, aber es sollte nicht sein“, sagt der Plieninger Trainer David Gzim. „Wir hatten uns mehr erhofft und die Niederlage hat uns auch überrascht, aber das kommt mal vor im Fußball und in der ausgeglichenen Liga“, fügt er an.
Zufriedener ist man dagegen beim FSV Waldebene Stuttgart-Ost nicht nur über den Sieg, sondern dass auch die Einstellung passt. „Die Jungs gehen bis aufs Zahnfleisch“, sagt der Spielleiter Christos Goulis. Das Team sei jetzt dort, wo die Verantwortlichen es in der aktuellen Situation haben möchten: im Tabellenmittelfeld. „Wir wollen uns in den verbleibenden drei Spielen dort bis zur Winterpause festsetzen und dann in der Rückrunde an unserem Spiel weiter arbeiten“, sagt Goulis.
Tore: 1:0 Schulz (42., Handelfmeter), 2:0 Schulz (62.), 2:1 Horn (76.)
Besonderes: –
SV Hoffeld – TSV Heumaden 4:3
Nach der Partie fehlten Grigorios Dimoulatos etwas die Worte – und der erfahrene Trainer des SV Hoffeld ist bei weitem niemand, den man unter die Kategorie „wortkarg“ einsortieren würde. Den knappen Sieg zu bewerten, fiel ihm schwer. „Wenn man nach der ersten Hälfte geht, ist der Sieg verdient. Die zweite Hälfte betrachtet, kann man sagen, dass wir froh sind, drei Punkte geholt zu haben“, sagt Dimoulatos.
Früh führten die Gastgeber mit 3:0. „Wir haben die ersten Minuten komplett verschlafen“, ärgert sich der Trainer des TSV Heumaden, Adnan Shakir Mannan. Ardi Kryezin gelang vor der Halbzeitpause mit der Hacke der sehenswerte Treffer, der die Gäste wieder hoffen ließ. Kurz nach der Pause markierte der Angreifer dann sogar das Anschlusstor, ehe die hitzige zweite Hälfte durch mehrere Fouls und drei Platzverweisen an Fahrt verlor. Hoffelds Torjäger Peter Güth wurde von Jannik Hintermaier unglücklich am Kopf getroffen und musste mit einer Platzwunde ausgewechselt werden. Die Wunde wurde n mit zwei Stichen genäht. Hintermaier sah dafür Rot.
In der daraufhin langen Nachspielzeit sorgte erst Hoffelds italienischer Neuzugang für die Erlösung des Aufsteigers: Giovanni Calvano verwandelte einen Elfmeter. Der 24-Jährige spielte in der Jugend für den SSC Neapel – und sammelte seinerzeit sogar Youth-League-Erfahrung. Sprich: Er war im Wettbewerb der U-19-Teams der Champions-League-Teilnehmer dabei.
Tore: 1:0 Spahr (8.), 2:0 Güth (24.), 3:0 Güth (26.), 3:1 Kryezin (42.), 3:2 Kryezin (51.), 4:2 Calvano (90. +8, Foulelfmeter), 4:3 Nager (90. +9)
Besonderes: rote Karte für Ibrocy (Hoffeld/63., Beleidigung) und Hintermaier (Heumaden/70., gefährliches Spiel); Gelb-Rot für Küz (Heumaden, 83.)
SV Sillenbuch – SV HNK Slaven Stuttgart 1:2
Der Plan ist aufgegangen und der Tabellenführer wurde wie angekündigt gestürzt. „Wir wollten die Oberen ärgern, und das haben wir geschafft“, sagt Igor Kantar, der Trainer des SV HNK Slaven Stuttgart, der seinem Team ein großes Lob ausspricht. „Die Mannschaft hat endlich so gespielt, wie wir es wollten. Jetzt haben wir Blut geleckt und wollen da weiter machen“, sagt der völlig zufriedene Coach.
Schon früher hätte seine Elf im dichten Nebel den ersten Treffer erzielen können, doch erst in der 38. Minute gelang Zakaria Hussein die Führung. Mitte der zweiten Hälfte erhöhte der Slaven-Kapitän Luka Mijic auf 2:0 für die Gäste. „Das Tor hat uns gekillt“, sagt Sillenbuchs Co-Trainer Nico Hering, der aufgrund Spielermangels selbst von Beginn an aushelfen musste. „Unser Anschlusstreffer kam viel zu spät, dass es noch mal gefährlich hätte werden können“, gibt Hering zu. Die Niederlage sei deshalb auch gerechtfertigt.
Am kommenden Wochenende tritt der nun auf Platz drei abgerutschte Bezirksliga-Absteiger beim neuen Tabellenführer GFV Ermis Metanastis Stuttgart an. „Wir fahren dorthin und wollen die drei Punkte. Wir werden uns auf keinen Fall verstecken“, kündigt Hering an.
Tore: 0:1 Zakaria Hussein (38.), 0:2 Mijic (67.), 1:2 Schuler (90. +2)
Besonderes: –
Spvgg Stetten – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 1:2
Kaum hatte sich der Nebel verzogen, führte der GFV Ermis Metanastis Stuttgart schon mit 2:0. Zwei über rechts vorgetragene Angriffe sorgten für den Zwei-Tore-Vorsprung nach nur fünf Minuten. Erst legte Ahmed Shaafan Al-Dosakee für Sascha Reußenzehn auf, dann vollendete der Flügelstürmer selbst. „Wir haben die Anfangsphase verschlafen. Danach kannst du alles, was du dir vorgenommen hast, über den Haufen werfen“, sagt der Trainer der Spvgg Stetten, Erdinc Cakir.
Mit der Führung im Rücken verteidigten die Gäste dann leidenschaftlich; den Stettenern gelang es nicht, eine zwingende Torchance zu erarbeiten. In der 55. Minute gelang Tobias Hock per Abstauber nach einer Standardsituation lediglich der Anschlusstreffer. „Wir haben dann umgestellt und es mit der Brechstange versucht“, sagt Cakir. In der letzten Sekunde rettete der Ermis-Torhüter Christos Cechagias den Seinen den Sieg. „Ich weiß nicht, wie er den noch hält“, sagt Cakir, der trotz der Niederlage stolz auf die Leistung seines Teams ist.
Stolz ist auch der Ermis-Vereinschef Panagiotis Moutas – in seinem Fall über die zurückeroberte Tabellenführung. „Gegen Sillenbuch am kommenden Sonntag gilt es dann für uns, den Abstand zu halten oder sogar noch zu vergrößern“, blickt er auf das anstehende Spitzenspiel.
Tore: 0:1 Reußenzehn (1.), 0:2 Al-Dosakee (5.), 1:2 Tobias Hock (55.)
Besonderes: –
FV Germania Degerloch – Spvgg Möhringen 2:4
Den Grundstein für den wichtigen Sieg im Tabellenkeller hat die Spvgg Möhringen bereits am Dienstagabend gelegt. Bei knappen drei Grad versammelten sich nach der heftigen 2:8-Klatsche gegen MK Makedonija Stuttgart 16 Spieler zum Training. „Die Stimmung war immer richtig gut; das ist nicht selbstverständlich“, sagt der Trainer Tobias Fuchs.
Mit dieser positiven Energie spielten die Gäste diszipliniert und hätten zur Halbzeit auf dem neuen Degerlocher Kunstrasen auch höher führen können. Stattdessen blieb das Spiel nach einem aus Sicht von Fuchs strittigen Foulelfmeter für den Gegner weiter eng. „Es ist schade, dass wir das Spiel bis zum Ende offen gelassen haben“, sagt der Coach. „Wenn das 4:3 fällt, dann hat man ja am Sonntagabend auch beim VfB Stuttgart gesehen, wie schnell man nervös wird und es kippen kann“, sagt Fuchs. Zwar kippte das eigene Spiel dann nicht so wie in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, als dem VfB in der Nachspielzeit der vermeintliche Ausgleich gelang, zittern mussten die Möhringer bis zum Abpfiff aber trotzdem.
Tore: 0:1 Agovic (2.), 0:2 Friedrich (12.), 0:3 Ottilie (43.), 1:3 Mollo (45. +2, Foulelfmeter), 1:4 Lemperle (51., Eigentor), 2:4 Kuhn (66.)
Besonderes: –