Auf den TSV Jahn Büsnau wartet die entscheidende Woche: Am Sonntag tritt der Spitzenreiter beim Tabellendritten SV Sillenbuch an, dann ist eine Woche später der Zweite SV Hoffeld in Büsnau zu Gast. Am Mai-Feiertag hat sich der Meisterfavorit gegen den TV 89 Zuffenhausen II schon mal für die Gipfelduelle warm geschossen. Die Verfolger bleiben mit ihren Siegen jedoch dran. Der Blick auf die Spiele des 24. Spieltages der Staffel 2.
TSV Jahn Büsnau – TV 89 Zuffenhausen II 11:2
In ganz Deutschland finden in der Regel zwischen April und August große Schützenfeste statt – von Schießsportvereinen. Die Fußballer des TSV Jahn Büsnau haben nun ihr eigenes gefeiert. Elfmal traf der Tabellenführer gegen den voraussichtlichen Absteiger TV 89 Zuffenhausen II. „Völlig verdient auch in der Höhe. Es hätten sogar noch mehr Tore sein können“, sagt der Spielertrainer Dominik Lenhardt in Anbetracht der Überlegenheit seines Teams. „Einziger Wermutstropfen sind die beiden Gegentore“, sagt Lenhardt. „Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.“
Schon zur Halbzeit führte der Titelfavorit und Pokalfinalist gegen den Vorletzten mit 7:2. Die Zuffenhausener trafen zweimal nach einem Freistoß, während die Büsnauer sich ihre Tore mannschaftsdienlich herausspielten und dabei teilweise Katz und Maus mit der Verteidigung des Aufsteigers spielten.
In der zweiten Hälfte wechselten die Büsnauer durch, um die Kräfte für die entscheidenden Wochen zu schonen. In den kommenden beiden Spielen treffen die Büsnauer auf die direkten Verfolger Sillenbuch und Hoffeld. „Wenn wir die beiden Spiele gewinnen, dann haben wir mindestens sieben Punkte Vorsprung, dann sollte uns die Meisterschaft niemand mehr nehmen können“, sagt Lenhardt. Zunächst steht an diesem Sonntag das Duell beim Tabellendritten SV Sillenbuch an. „Wir fahren dort hin, um das Spiel zu gewinnen. Wir wollen es möglichst früh entscheiden“, kündigt der Spielertrainer an. In der Woche darauf empfangen die Büsnauer dann den Tabellenzweiten SV Hoffeld. Am 29. Mai steigt zudem das Bezirkspokal-Endspiel gegen den TSV Kuppingen in Herrenberg.
Tore: 1:0 Schneider (4.), 2:0 Specht (7.), 3:0 Specht (15.), 4:0 Hornung (16.), 5:0 Kastler (21.), 5:1 Matos Oliveira (23.), 6:1 Kastler (26.), 7:1 Sebastian Lenhardt (30.) 7:2 Pimpare (35.), 8:2 Kastler (48.), 9:2 Hornung (66.), 10:2 Hornung (70.), 11:2 Dominik Lenhardt (85.).
Besonderes: –
SV Sillenbuch – TSV Dagersheim II 9:1
Nico Hering, spielender Co-Trainer des SV Sillenbuch, ist für gewöhnlich ein sachlicher Typ. Der Assistent des emotionsgeladenen Zvonimir Topalusic ist keiner, der ein eher unspektakuläres Spiel zur Sensation aufbauscht. Gegen den feststehenden Absteiger TSV Dagersheim II sorgte der 31-Jährige aber selbst für ein Spektakel. Nach seiner Einwechslung in der 70. Minute traf der Angreifer direkt und ließ drei weitere Tore folgen. „Dreimal stand ich einfach nur richtig“, bleibt Hering auch bei seiner eigenen Leistung bescheiden. Bei seinem letzten Tor lief er gut ein und überlupfte den Torhüter. „Wir hatten ein paar Angeschlagene, deshalb bin ich eingesprungen“, sagt Hering. Zuvor ließen die Seinen viele Chancen ungenutzt. „Es hätte bei allem Respekt viel höher ausfallen können“, sagt Hering. Das Ergebnis spiegelt aber auch so die deutlichen Kräfteverhältnisse wider.
Enger wird es dagegen wohl an diesem Sonntag werden, wenn der Spitzenreiter Büsnau am Spitalwald zu Gast ist. „Wenn man die Tabelle liest, dann weiß man, wie wichtig das Spiel ist“, sagt der Co-Trainer des letztjährigen Bezirksliga-Absteigers. Sillenbuch hat mit einem Spiel weniger sieben Punkte Rückstand auf Büsnau und drei auf den SV Hoffeld. „Wir wissen um die Stärken von Büsnau. Aber wir gehen auf nichts anderes als auf einen Sieg“, kündigt Hering an.
Tore: 1:0 Fischer (8.), 2:0 Boll (11.), 3:0 Fischer (19.), 3:1 Lichtwardt (56.), 4:1 Dovridis (58.), 5:1 Hering (71.), 6:1 Hering (78.), 7:1 Hering (79.), 8:1 Sosa Rodriguez, 9:1 Hering (86.).
Besonderes: –
SV Hoffeld – Sportfreunde Stuttgart 2:1
Am Ende waren es ein großes Stück mehr Glück aufseiten des SV Hoffeld und der Kopf von Ex-Profi Marc Stein, der den glücklichen Sieg für den Tabellenzweiten bescherte. „Man hat bei seinem Tor gesehen, was für eine Qualität er uns bringt“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos über den ehemaligen Spieler von Hertha BSC, der in seinem dritten Spiel für den Degerlocher Stadtteilclub sein erstes Tor erzielte. Seit Anfang der Saison steht der ehrenamtliche F-Jugendtrainer des Vereins offiziell im Kader der Hoffelder, zum Einsatz kam er jedoch wie berichtet erst vor wenigen Wochen, nachdem er im Winter von seinen Aufgaben als sportlicher Leiter des Regionalligisten Stuttgarter Kickers entbunden worden war.
Stein setzte sich in der 82. Minute nach einem Freistoß aus dem Halbfeld gut durch und traf unbedrängt und unhaltbar zum 2:1. Zuvor zeigten die Hoffelder wie bereits am Sonntag zuvor gegen den FV Germania Degerloch kein gutes Spiel. Die Sportfreunde hatten mehrere aussichtsreiche Chancen, um in Führung zu gehen. Die größte verschoss Ali Younis per Elfmeter in der 6. Minute. Der ehemalige Jugendspieler des SV Hoffeld, dessen Bruder Mehdi Younis in der Startelf des Gegners stand, schoss zu schwach in die Mitte, sodass der Torhüter Richard Kroker mit dem Fuß parieren konnte. Kurz darauf erzielte der Torjäger Peter Güth die glückliche Hoffelder Führung.
Nach der Pause lief es für den SV Hoffeld besser, wenngleich die Sportfreunde weiter mindestens auf Augenhöhe waren. Matthis Amann glich mit einem sensationellen Schuss aus 25 Metern in den Winkel aus, ehe eben Marc Stein den Hoffeldern doch noch drei Punkte im Aufstiegsrennen sicherte. Dimoulatos führt die zwei schwächeren Spiele auf die vielen Einsätze der teils schon etwas älteren Stammkräfte zurück. „Die Müdigkeit ist bei dem ein oder anderen in den Knochen“, sagt der Trainer. Raus sei die Luft nach dem erreichten Ziel Klassenverbleib nicht, versichert er. „An der Einstellung liegt es nicht, die Jungs verfolgen das nachgelagerte Ziel Meisterschaft weiter mit vollem Einsatz“, sagt Dimoulatos.
Auf der anderen Seite ist der Ärger, keine Punkte aus dem Derby mitgenommen zu haben, groß. Zumal der Druck des Abstiegskampfes weiter auf dem Tabellenneunten lastet. „Für uns lief es eigentlich sehr gut, bis auf das Ergebnis“, sagt der Trainer der Sportfreunde Stuttgart, Fabio Criscuolo. Zudem ärgert er sich darüber, dass seine Spieler bei den Gegentoren zweimal geschlafen hätten und sich so um einen Erfolg gebracht haben. „Immerhin spielten die anderen Ergebnisse uns in die Karten“, sagt Criscuolo. Der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt jedoch weiterhin nur vier Punkte.
Tore: 1:0 Güth (13.),1:1 Amann (56.), 2:1 Stein (82.).
Besonderes: Kroker (Hoffeld) pariert Foulelfmeter von Younis (6.).
Spvgg Möhringen – KV Plieningen 0:1
Der KV Plieningen bleibt in der Rückrunde ungeschlagen. „Das ist schon etwas Besonderes in dieser ausgeglichenen Liga“, sagt der Trainer David Gzim. Gegen Möhringen habe er die beste erste Hälfte seines Teams in diesem Kalenderjahr gesehen, berichtet er. „Wobei man sagen muss, dass Möhringen sehr gut hinten gestanden ist und uns durch ein paar Konter vor Probleme gestellt hat“, sagt Gzim. Durch eine einstudierte Eckballvariante gingen die Gäste durch Bilal Hussein in Führung.
In der zweiten Hälfte der hart umkämpften Partie gelang keiner Mannschaft mehr ein Treffer. Zum Leidwesen der Spvgg Möhringen. „Es ist schon echt ärgerlich, weil ein Unentschieden aus meiner Sicht möglich gewesen wäre“, sagt der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. In der Halbzeit hatte dieser etwas umgestellt, wodurch sein Team besseren Zugriff auf die Begegnung hatte, aber keinen Profit schlagen konnte.
Während der KV Plieningen als Tabellenvierter dadurch in der oberen Tabellenhälfte weiter mitmischt, konnten sich die Möhringer im Abstiegskampf noch nicht wie erhofft absetzen. An diesem Sonntag steht mit Hoffeld das nächste schwere Spiel an.
Tore: 0:1 Bilal Hussein (38.).
Besonderes: –
MK Makedonija Stuttgart – SV HNK Slaven Stuttgart 7:1
Jan Dimitrovski schämt sich beinahe etwas, gegen die Rumpftruppe des SV HNK Slaven Stuttgart so deutlich gewonnen zu haben. „Es war ein einfaches Spiel, und es waren sehr einfache Tore“, berichtet der Abteilungsleiter des MK Makedonija Stuttgart. Slaven Stuttgart hatte bei den sieben Toren kaum eine Gegenwehr geleistet und die Seinen keine Glanzleistung abgeliefert. Die Gastgeber hätten in der Schlussphase das Ehrentor hergeschenkt. „Es war wahnsinnig heiß, und da sie keinen Wechsler hatten, musste man ja fast Sorgen haben, es kollabiert noch jemand“, berichtet Dimitrovski.
Der MK Makedonija Stuttgart klettert damit auf den fünften Platz. „Wir haben uns ein bisschen geärgert, dass die Konkurrenten teils knapp gewonnen haben“, sagt der Fußballchef über die Siege von Hoffeld und Plieningen. „Wir hoffen in den kommenden Wochen auf unsere Chance, noch mal angreifen zu können, aber wir sind auf die anderen Mannschaften angewiesen“, sagt Dimitrovski.
Tore: 1:0 Martic (12.), 2:0 Stoilov (20.), 3:0 Kolev (30.), 4:0 Tasev (38.), 5:0 David Mihajlovic (57.), 6:0 Martic (66.), 7:0 Bajrami (67.), 7:1 Radivojevic (81.).
Besonderes: –
FV Germania Degerloch – TSV Heumaden 2:2
Eine kurze Verletzungsunterbrechung brachte den FV Germania Degerloch zurück ins Spiel. Zuvor lief bei den Gastgebern nichts zusammen. „Wir haben eine schlechte erste Hälfte gespielt, hatten keinen Zugriff und haben bei den beiden Gegentoren nur zugeschaut“, berichtet der sportliche Leiter Markus Maurer. Auch nach der Pause lief es für die Degerlocher nicht besser, ehe sich die Mannschaft noch mal neu einschwor. „Wir haben dann gesagt, wir haben nichts mehr zu verlieren und so haben wir dann gespielt“, sagt Maurer. Tibor Hofmann und Moritz Adrian Gehri glichen innerhalb von sechs Minuten aus. Danach ging es nur noch in Richtung des Heumadener Tores. Der „Lucky Punch“ gelang jedoch nicht. „Am Ende muss man sagen, es ist okay, wir haben den Abstand nach unten gehalten“, sagt Maurer. Der Vorsprung auf den TSV Heumaden, der den ersten direkten Abstiegsplatz belegt, beträgt jedoch weiterhin nur zwei Punkte.
Kurios: Der Schiedsrichter Saeed Mahmoodi verletzte sich in der ersten Hälfte und konnte nicht mehr weiter machen. Für ihn sprang nach einer längeren Halbzeitpause der Schiedsrichterbeobachter ein, der vor Ort war, um Mahmoodi zu sichten.
Tore: 0:1 Maimone (34.), 0:2 Maimone (52.), 1:2 Hofmann (58.), 2:2 Gehri (64.).
Besonderes: –
Die Begegnung FSV Waldebene Stuttgart-Ost – GFV Ermis Metanastis Stuttgart wurde auf den 15. Mai verlegt.