Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 2 Nach Gipfelduell-0:1: Büsnau lachender Dritter an der Tabellenspitze

Starker Rückhalt: Christos Vergos hielt für Ermis Metanastis den Sieg gegen den bisherigen Tabellenführer KV Plieningen fest. Foto: Günter Bergmann

Der KV Plieningen muss seinen Platz an der Sonne abgeben. Wild und hitzig geht es im Spiel zwischen Makedonija Stuttgart und der Spvgg Stetten zu. Bei den Gastgebern fühlt man sich ungerecht behandelt – nicht zum ersten Mal.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Zwei Spieltage lang hatte der KV Plieningen die Tabelle in der Staffel 2 der Kreisliga A Stuttgart/Böblingen angeführt. Damit ist nach der knappen 0:1-Niederlage am Sonntag im Gipfelduell mit dem GFV Ermis Metanastis Stuttgart Schluss. Neuer Spitzenreiter ist indes ein lachender Dritter, nämlich der TSV Jahn Büsnau. Ein Blick auf alle sieben aktuellen Begegnungen.

 

Spvgg Möhringen – TSV Dagersheim II 8:2

Wenn es in der Halbzeit in der Kabine mal laut wird, dann oft, weil der Trainer seine zurückliegende Mannschaft aufrütteln will. Der Trainer der Spvgg Möhringen, Tobias Fuchs, gab seinen Spielern jedoch zur Pause eine Standpauke, weil diese nur 3:1 und nicht schon höher führten. „Wir hatten einige Möglichkeiten, die wir nicht genutzt haben. Gegen andere Gegner musst du die machen, sonst verlierst du das Spiel“, sagt Fuchs. Deshalb wollte er, dass sein Team gegen den nur zu Beginn ebenbürtigen Aufsteiger Dagersheim schnellstmöglich den Sack zu macht. Nach dem Wiederanpfiff tat dies eine deutlich effektivere Möhringer Mannschaft dann auch. Am Ende waren es sieben verschiedene Torschützen für die Gastgeber, Etienne Friedrich als einziger doppelt.

Für Möhringen steht nun ein spielfreies Wochenende an, ehe es am Donnerstag, 3. Oktober, nach Plieningen und am darauffolgenden Sonntag, 6. Oktober, gegen Stetten geht. Zwei Teams aus den Top fünf der Liga in nur wenigen Tagen. Da kommt mehr Zeit zur Regeneration gerade recht.

Tore: 0:1 Balssuweit (4., Foulelfmeter), 1:1 Munz (22.), 2:1 Friedrich (39.), 3:1 Ottilie (45.), 4:1 Friedrich (49.), 5:1 Preskitt (57.), 6:1 Braun (73.), 7:1 Cakir (80., Handelfmeter), 7:2 Abdulahovic (86.), 8:2 Milojkov (90. +2)

Besonderes: –

MK Makedonija Stuttgart – Spvgg Stetten 3:4

Wilde Schlussphase in einem wilden Spiel. Alles sah nach einem souveränen Sieg für die Spvgg Stetten aus, dann sah der Kapitän Deniz Yalcin wegen eines harten Einsteigens die rote Karte (88.). Überzogen, wie der Stettener Trainer Erdinc Cakir meint: „Gelb hätte aus meiner Sicht ausgereicht.“ Sein Gegenüber Zhivko Kolev hält den Platzverweis hingegen für absolut berechtigt und verweist darauf, dass sich der gefoulte Dominik Bajrami dabei einen geschwollenen Knöchel abgeholt habe und für das nächste Spiel fraglich ist.

Ohne Yalcin auf dem Feld gelang den Gastgebern ein später Doppelschlag. Alle drei Makedonija-Tore erzielte der eingewechselte Danilo Mihajlovic, einen davon per Elfmeter.

Zwar ist Cakir erleichtert über die drei Punkte, aber die Erschöpfung nach der intensiven Partie mit einer hitzigen Atmosphäre und der Frust über die aus seiner Sicht schwache Schiedsrichterleistung überwiegen merklich beim Stettener Coach. Neben der roten Karte waren seiner Meinung auch die insgesamt zwei Strafstöße gegen sein Team unberechtigt. „Beim ersten war das Foul klar außerhalb des Strafraums, beim zweiten trifft unser Torhüter mit seiner Grätsche erst den Ball“, sagt Cakir. Glück für Stetten, dass Aleksandar Stoilov den ersten Strafstoß neben das Tor schoss.

Bei Kolev hat sich der Frust über die Schiedsrichter und den Verband derweil lange aufgestaut. Es sei nicht das erste Mal, dass sein Verein vom Unparteiischen ungerecht behandelt werde, meint der Trainer von MK Makedonija Stuttgart. Schon seit Jahren hätten es die Schiedsrichter Woche für Woche auf den Verein abgesehen. Kolev wittert gar eine Verschwörung des Verbands. „Wir sind richtig enttäuscht vom Verband. Wir verlieren so die Lust am Fußball“, sagt er. Der Auslöser bei diesem Spiel: Aus seiner Sicht hätte es kurz nach der Halbzeitpause nach einem vermeintlichen Ellenbogenschlag ins Gesicht eines seiner Spieler Rot wegen Tätlichkeit geben müssen. Der Schiedsrichter Hasan Kaya sah die Situation jedoch anders, die Gemüter kochten hoch, es kam zu einer Rudelbildung.

In dieser Situation schritt der unter den Zuschauern weilende Bezirksvorsitzende Michael Spörer ein. Er stellte die Partie unter Aufsicht des Verbands. Auch die nächsten drei Spiele von MK Makedonija Stuttgart werden nun unter Verbandsaufsicht stehen. Gegen Kolev läuft unterdessen bereits ein Schiedsgerichtsverfahren wegen Schiedsrichterbeleidigung während des Pokalspiels gegen den ASV Botnang vor gut zwei Wochen. Zudem widerspricht Spörer vehement den Aussagen des Trainers und weist den Vorwurf einer Verschwörung zurück.

Tore: 0:1 Robin Hock (44.), 0:2 Shevaki (60.), 0:3 Fischer (76.), 1:3 Mihajlovic (78., Foulelfmeter), 1:4 Fischer (82.), 2:4 Mihajlovic (90.+1.), 3:4 Mihajlovic (90.+4)

Besonderes: Stoilov (Makedonija) schießt Foulelfmeter neben das Tor (20.); rote Karte für Yalcin (Stetten, 88./grobes Foulspiel)

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – SV Sillenbuch 0:2

Während der Trainer des SV Sillenbuch, Zvonimir Topalusic, seine Jungs für die zweite Hälfte noch einmal einschwor, machte sich sein Spieler Jose Martinez auf den Weg in die MHP-Arena zum Bundesligaspiel VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund. Die Aktion war vorher abgesprochen, erläutert der Trainer. „Niemand ist ihm böse. Das ist auch okay für mich“, sagt Topalusic. Immerhin hatte sich der Verteidiger aufgrund der Personalnot bereit erklärt, zumindest in der ersten Hälfe aufzulaufen.

Auch ohne den 24-Jährigen lief es für die Sillenbucher Mannschaft in der zweiten Hälfte gut. Die junge Truppe, die ohne alle eigentlichen Innenverteidiger ihres Kaders auskommen muss, erarbeitete sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung den Sieg gegen zu Beginn bessere Gastgeber. Eine schöne Kombination über die rechte Außenbahn schloss Julien Boll zur 1:0-Führung der Gäste ab. Kurz vor Schluss haute der Offensivmann dann noch einen Treffer Kategorie „Tor des Monats“ raus: Von der Mittellinie drosch der 19-Jährige den Ball in die Maschen. „Ich wollte schon meckern, weil er nicht zu einem komplett freien Mitspieler abgespielt hat. Aber er hat gesehen, dass der Torwart zu weit vor dem Tor steht“, sagt Topalusic anerkennend. Und wer trifft, der hat Recht.

Für die Gastgeber war es im Duell der Titelfavoriten derweil die erste Saisonniederlage.

Tore: 0:1 Boll (67.), 0:2 Boll (89.)

Besonderes: –

SV Hoffeld – TV 89 Zuffenhausen II 6:1

Wie reagiert man am besten auf eine heftige 2:7-Niederlage? Wohl mit einem 6:1-Sieg im darauffolgenden Spiel – noch dazu bei einem direkten Konkurrenten gegen den Abstieg. Wäre das nicht schon Grund zur Freude genug, sammelte der SV Hoffeld damit die ersten drei Punkte seit dem Aufstieg.

Was aussieht wie ein lockerer Sieg, war ein hartes Stück Arbeit für das Team von der Hohen Eiche. Unzufrieden mit dem Auftritt seines Mittelfelds und um mehr Druck auf die Abwehr von Zuffenhausen auszuüben, nahm Hoffelds Trainer Grigorios Dimoulatos bereits nach 26 Minuten seinen Mittelfeldspieler Nikita Kin vom Feld und brachte dafür den Angreifer Mehdi Younis. „Nach 30 Minuten kam dann endlich die Erlösung“, sagt Dimoulatos. Lukas Höhn brachte Hoffeld mit 1:0 in Führung. Und innerhalb von sieben weiteren Minuten schraubten die Gastgeber das Ergebnis auf 3:0.

Den vorentscheidenden „Nackenschlag“ für sein Team sah der Zuffenhausener Trainer Marc Bäuerle dann nach der Pause. Nach dem Anschlusstreffer durch Alexander Iatan fingen sich die Gäste durch einen individuellen Fehler den nächsten Treffer ein.

Tore: 1:0 Höhn (30.), 2:0 Issa (40.), 3:0 Hadish (45. +1), 3:1 Iatan (55.), 4:1 Younis (73.), 5:1 Waldmüller (79.), 6:1 Ade (88.)

Besonderes: –

TSV Heumaden – SV HNK Slaven Stuttgart 4:5

„Weltklasse“ stand laut dem Slaven-Trainer Igor Kantar in Person von Schiedsrichter Emanuel Ilivevic auf dem Feld. Bei seinen Jungs sah er dagegen „Pleiten, Pech und Pannen“. Nach dem frühen 1:0 durch Nikola Perikic habe sich sein Team die folgenden drei Gegentore selber zuzuschreiben. Doch der Rückstand sei gar nicht das Schlimmste für ihn gewesen: „Der größte Schock war, dass die Heumadener am Ende noch den Anschlusstreffer zum 3:5 machen. Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein.“ Denn spielerisch waren die Möhriger deutlich überlegen und wähnten sich schon als der sichere Sieger. „Wenn das am Ende 5:5 ausgegangen wäre, dann hätte ich das nicht verkraftet“, sagt Kantar. Generell könne er auf solche nervenaufreibende Spiele verzichten.

Sein Trainerkollege Adnan Shakir Mannan hätte ein Unentschieden durchaus gerecht gefunden, schließlich habe sein Team ohne neun Stammspieler gegen den Favoriten ordentlich dagegen gehalten. Für dem Einsatz und den Aufopferungswillen des nun Tabellendreizehnten zog auch Kantar den Hut: „Sie haben alles reingeworfen. Das muss man ihnen lassen.“ Die höhere individuelle Qualität habe am Ende aber gesiegt.

Tore: 0:1 Perikic (4.), 1:1 Kryezin (24.), 2:1 Maimone (27.), 3:1 Kryezin (34.), 3:2 Sami Hussein (45. +1), 3:3 Mijic (51.), 3:4 Juric (64.), 3:5 Sami Hussein (84.), 4:5 Yilmaz (85.)

Besonderes: –

KV Plieningen – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 0:1

Die Chancen waren da für den KV Plieningen, der Aufwand der Mannschaft war groß – nur im Gegensatz zum vorangegangenen 2:1-Triumph gegen den SV HNK Slaven Stuttgart fehlte diesmal das nötige Spielglück. Ein Konter in der ersten Hälfte reichte aus, um das Spiel zu entscheiden. Panagiotis Karastergios erzielte für die Gäste seinen dritten Saisontreffer. Somit sind die Plieninger die Tabellenspitze los.

Frust oder Trauer sucht man rund um den Sportplatz im Wolfer aber vergebens. Stattdessen überwiegt der Stolz über den bisherigen Saisonstart und darüber, dass man mit einer weiteren hocheingeschätzten Mannschaft auf Augenhöhe spielte. „Ich kann das Ergebnis richtig einordnen. Es ist keine Niederlage, die mich die Stirn runzeln lässt“, sagt der Trainer David Gzim. Man habe ein gutes Kreisliga-A-Spiel gezeigt, gut verteidigt und nach vorne viel intensiviert. „Nur ein Tor hat leider nicht geklappt“, sagt Gzim. Grund dafür war ein gut aufgelegter Ermis-Torhüter Christos Vergos, der wie sein Gegenüber Senan Licina das komplette Spiel über glänzend parierte.

In der Tabelle bleibt Ermis dennoch Zweiter. Der TSV Jahn Büsnau ist an den Griechen knapp vorbeigezogen.

Tore: 0:1 Panagiotis Karastergios (35.)

Besonderes: –

TSV Jahn Büsnau – Sportfreunde Stuttgart 4:0

Ändern soll sich an diesem Bild, wenn es nach Dominik Lenhardt geht, bis zum Saisonende Anfang Juni nichts mehr. Am liebsten möchte der Spielertrainer des TSV Jahn Büsnau jedes Wochenende von der Tabellenspitze grüßen. Doch bis dahin ist es bekanntlich noch ein langer Weg. Büsnau genießt erst einmal die Momentaufnahme und den 4:0-Sieg.

Kurioserweise habe seine Mannschaft nach dem Platzverweis für Niklas Davies das Spiel besser im Griff gehabt. Der Abwehrmann sah in der Anfangsphase der zweiten Hälfte Gelb-Rot. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber bereits mit 2:0, ehe mit zwei „Nadelstichen“ die beiden letzten Tore gelangen. Dadurch sei das Ergebnis letztlich zu hoch geraten, gibt Lenhardt zu. „Die Sportfreunde hatten in der ersten Hälfte einige gute Chancen, die unser Torhüter Simon Hochschein klasse hält“, berichtet er. Entsprechend sei die Pausenführung „glücklich“ gewesen. Über das ganze Spiel gesehen habe aufseiten des TSV Jahn Büsnau die Effizienz gestimmt, beim Gegner eben nicht. „Deshalb ist der Sieg unterm Strich nicht unverdient“, bilanziert Lenhardt.

Cedric Hornung, der amtierende Schützenkönig der Staffel, traf doppelt. Er führt die Torjägerliste nun zusammen mit dem Sillenbucher Julien Boll und dem Möhringer Nils Munz an (jeweils sechs Tore).

Tore: 1:0 Sebastian Lehnhardt (27.), 2:0 Specht (40.), 3:0 Hornung (69.) , 4:0 Hornung (79.)

Besonderes: Gelb-Rot für Davies (Büsnau, 50.)

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