Ein halbes Dutzend Tore zum Saisonstart 2024/2025 machen es möglich: Der SV HNK Slaven Stuttgart grüßt nach Spieltag eins der Kreisliga A, Staffel 2, von der Tabellenspitze – auch dank eines besonders torhungrigen Spielers. Einen solchen durften die Fans des KV Plieningen ebenfalls bejubeln. Die packendste Begegnung des Auftakts lieferten sich derweil die Spvgg Stetten und der Absteiger SV Sillenbuch. Ein Blick auf alle Partien.
TSV Dagersheim II – FSV Waldebene Stuttgart Ost 0:3
Aufsteiger gegen Vizemeister der Vorsaison – diese Konstellation wies den Gästen die klare Favoritenrolle zu. Deren Trainer Christopher Eisenhardt hätte das vor der Partie allerdings niemals lautstark öffentlich bekundet. Der gegnerische Liganeuling, dessen erste Mannschaft in der Parallelstaffel 3 spielt, war für ihn eine zu große Unbekannte. Hinterher sagt der Trainer über das standesgemäße und verdiente Ergebnis: „Ein 3:0 hätte ich vor dem Spiel so unterschrieben.“
Auf dem weitläufigen Platz im Waldstadion Böblingen sahen sowohl Eisenhardt als auch das Trainerduo Florian Hatzl/Panagiotis Zervas auf der anderen Seite einen zerfahrenen Beginn mit vielen Fehlpässen, bevor der FSV Waldebene Stuttgart-Ost die Kontrolle übernahm. Ein von Leon Renner verwandelter Elfmeter brachte die Gäste in Führung; Dagersheims Torwart Philipp Mann hatte Leandro Gagstätter zu Fall gebracht. In Hälfte zwei machten der Neuzugang Rodolfo Israel Celaya und Pasquale Barbato alles klar. Celaya schoss nach einem abgewehrten Freistoß den Ball aus 15 Metern sehenswert unter die Latte, Barbato ver-wandelte als zuvor selbst Gefoulter den zweiten Strafstoß des Tages. Mit dem sicheren Vorsprung in der Tasche musste Eisen-hardts Mannschaft danach bei kraftzehrenden Bedingungen keinen großen Aufwand mehr betreiben.
Tore: 0:1 Renner (36., Foulelfmeter), 0:2 Celaya (60.), 0:3 Barbato (68., Foulelfmeter)
Besonderes: –
TV 89 Zuffenhausen II – KV Plieningen 0:4
Einen lupenreinen Hattrick im ersten Spiel erzielen – viel mehr kann sich ein offensiv gesinnter Fußballer zum Saisonauftakt kaum wünschen. Marc Schuchardt, für gewöhnlich als Außenspieler eher Vorbereiter, rutschte für den urlaubsbedingt personell geschwächten KV Plieningen in die Rolle des Vollstreckers. Seine drei Tore entschieden die Partie beim Aufsteiger TV 89 Zuffenhausen II.
Schuchardt nutzte dabei die Räume, die sich gegen die einem Rückstand hinterher-laufenden Nord-Stuttgarter ergaben. Einen Klassenunterschied, wie das Ergebnis vermuten lässt, sahen die Fans auf der Schlot-wiese nicht. Der Aufsteiger hielt – obwohl auch ihm urlaubsbedingt vier Stammspieler fehlten – gegen den Vierten der vergangenen Saison ordentlich mit. Allerdings: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt“, sagt Zuffenhausens Trainer Marc Bäuerle, der zudem kurz nach dem 0:1 gern einen Elfmeterpfiff für seine Mannschaft gehört hätte. Der Schiedsrichter Houssam Bousbaa jedoch entschied auf Weiterspielen.
Eben dieses 0:1 bezeichnet Plieningens Trainer David Gzim als „Dosenöffner“ für sein Team und lobt den seriösen Auftritt seiner Spieler, aber auch den Gegner. „Es war ein positives, intensives Spiel von beiden.“
Tore: 0:1 Münzenmay (16.), 0:2 Schuchardt (51.), Schuchardt (59.), Schuchardt (70.)
Besonderes: Gelb-Rot für Flemming (Zuffenhausen, 90.+1)
Sportfreunde Stuttgart – MK Makedonja Stuttgart 2:1
Siegen, wenn es darauf ankommt – so lässt sich der Saisonstart aus Sicht der Sportfreunde Stuttgart überschreiben. Die Mannschaft von Trainer Fabio Criscuolo, die in der Vorbereitung nahezu alle Testspiele verloren hatte, rang zum Auftakt ihren Gegner MK Makedonja Stuttgart nieder. Und das durchaus verdient, wie Criscuolo urteilt. „Wir haben von der ersten Minute an das Spiel gemacht“, sagt er. Bis zur Führung durch Florent Dragusha dauerte es trotzdem mehr als eine halbe Stunde. Kurz nach dem Seitenwechsel schlug der Gast durch Aleksandar Stoilov zurück, bevor ein von Lamin Darboe verwandelter Foulelfmeter die Degerlocher wieder in Führung brachte – eine Führung, die Bestand hatte.
An jenem Strafstoß entzündeten sich Diskussionen. Tim Eichler war bei einem Tumult zu Boden gegangen. Als „lächerlich“ empfand Makedonjas Trainer Zhivko Kolev den anschließenden Pfiff. Insgesamt sah Kolev ein ausgeglichenes Spiel. Allerdings kamen seine Spieler mit dem Naturrasen unterm Fernsehturm überhaupt nicht zu-recht. „Uns sind ständig die Balle versprungen“, sagt Kolev.
Tore: 1:0 Dragusha (35.), 1:1 Stoilov (47.), 2:1 Darboe (68., Foulelfmeter)
Besonderes: –
GFV Ermis Metanastis Stuttgart – FV Germania Degerloch 3:1
Der GFV Ermis Metanastis Stuttgart gilt als so etwas wie der Geheimfavorit auf den Meistertitel in dieser Runde, und die Griechen von der Waldebene Ost schließen selbst „nichts kategorisch aus“, wie der neue Vereinsvorsitzende Panagiotis Moutas kundtat. Zum Auftakt ließ sich Moutas im Urlaub per Liveticker am Handy über den Spielverlauf des Duells mit der Degerlocher Germania informieren und durfte sich nach anfänglichem Missmut freuen. Seine Mannschaft ließ sich von einem 0:1-Rückstand nicht beirren und drehte die Partie.
Entscheidend war dabei die Nachspielzeit der ersten Hälfte – und der doppelte Lambros Demos. Der 31-jährige Angreifer erzielte erst vom Elfmeterpunkt den Ausgleich und legte dann direkt nach. „Das war gut und wichtig für die Moral“, sagt Moutas, der im zweiten Spielabschnitt noch ein weiteres Tor übermittelt bekam. Der eingewechselte Rafail Stavridis machte rund 20 Minuten vor dem Ende den Deckel drauf.
Tore: 0:1 Hofmann (30.), 1:1 Demos (45.+1, Foulelfmeter), 2:1 Demos (45.+4), 3:1 Stavridis (71.)
Besonderes: –
SV HNK Slaven Stuttgart – Spvgg Möhringen 6:2
Bereits mit dem Pausenpfiff schienen im Nachbarschaftsduell zwischen dem SV HNK Slaven Stuttgart und der Spvgg Möhringen die Verhältnisse klar. 4:0 führte das Heimteam vom Fasanenhof zu diesem Zeitpunkt bereits. Das Zwischenergebnis spiegelte den Spielverlauf jedoch nur unzureichend wider, denn die Gäste hatten den besseren Start erwischt. „Wir haben den Anfang völlig verschlafen“, sagt Slavens Vereinschef Kristian Kera. Einzig der Torwart Patrik Samuel Salihu war hellwach. Er vereitelte mehrere hochkarätige Möhringer Chancen, sodass ihn Kera zum Mann des Tages erklärte. „Dass er gut ist, wussten wir schon immer, aber das war Weltklasse.“
Der Gästetrainer Tobias Fuchs sah in der mangelnden Abgebrühtheit seiner jungen Spieler den Hauptgrund dafür, dass sein Team die frühe Führung verpasste. Und der Ärger für ihn ging weiter. „Danach haben wir drei Geschenke verteilt und drei Tore kassiert“, berichtet Fuchs – ohne zu hart mit der Mannschaft ins Gericht gehen zu wollen. „Wir blicken nach vorn.“
Aufseiten des ersten Tabellenführers der neuen Runde hätte neben Salihu noch ein zweiter die Auszeichnung „Mann des Ta-ges“ verdient gehabt. Zakaria Hussein er-zielte drei Tore, das 6:2 sehenswert aus 26 Metern in den Winkel. Bemerkenswert zu-dem für ein Derby: Der Schiedsrichter zückte keine einzige gelbe Karte.
Tore: 1:0 Zakaria Hussein (10.), 2:0 Alic (22.), 3:0 Dzakmic (31.), 4:0 Zakaria Hussein (40.), 4:1 Munz (60.), 5:1 Sami Hussein (66.), 5:2 Milojkov (76.), 6:2 Zakaria Hussein (82.)
Besonderes: –
TSV Heumaden – TSV Jahn Büsnau 0:1
Aufgrund langfristiger Verletzungen muss der TSV Heumaden wahrscheinlich noch bis in den November hinein auf mehrere wichtige Offensivspieler verzichten. Das waren keine guten Vorzeichen für die Partie gegen den TSV Jahn Büsnau, und tatsächlich schlug sich das nieder. Hochkarätige Torchancen konnte sich die Mannschaft von Adnan Shakir Mannan nicht erarbeiten, zumal auch das Wetter ihr nicht in die Karten spielte. Die Sonne knallte auf den Kunstrasenplatz. „Wir waren eigentlich alle schon nach 20 Minuten platt“, sagt Mannan.
Dem Gegner erging es nicht viel besser. Auch Mannans Amtskollege Dominik Lenhardt spricht von „einer chancenarmen Partie“. Der Unterschied: Bei den Büsnauern schlug der amtierende Torschützenkönig Cedric Hornung einmal zu. Bei einem zweiten Anlauf kurz darauf versagten ihm im Eins-gegen-Eins vor Yunus-Emre Gebeci im Heumadener Tor die Nerven. Auf der Gegenseite musste Büsnaus Keeper Simon Hoch-schein einmal kraftvoll zugreifen – nach einer verunglückten Rettungsaktion seiner eigenen Vorderleute aus 40 Metern. „Da wäre der Ball beinahe bei uns im Winkel gelandet“, sagt Lenhardt.
Tore: 0:1 Hornung (9.)
Besonderes: –
Spvgg Stetten – SV Sillenbuch 4:3
Es ist nicht überliefert, ob es am Sonntag auf der Weidacher Höhe einen neutralen Zuschauer gegeben hat. Sollte das der Fall sein, dürfte er sich am Ende einer Partie mit vielen dramatischen Elementen bestens unterhalten gefühlt haben. Von einem „glücklichen, aber unter dem Strich verdienten Sieg“ spricht Stettens Trainer Erdinc Cakir. Nico Hering, der Co-Trainer des gegnerischen Absteigers aus der Bezirksliga, findet derweil mindestens zwei Gründe zum Ärgern. Erstens, dass der Kampfgeist der Sillenbucher in Hälfte zwei nicht belohnt wurde. Und zweitens, dass ein umstrittener Foulelfmeter die Entscheidung brachte.
Doch der Reihe nach: Unbeeindruckt vom 0:1-Rückstand und von zwei verletzungs-bedingten Ausfällen machten die Gastgeber vor der Pause aus einem 0:1 ein 3:1. Salih Abdulrahman Zinar traf unmittelbar nach seiner Einwechslung. „Wir hätten noch höher führen müssen“, sagt Cakir, der in der Kabine seine Spieler vor Nachlässigkeiten warnte – und prompt zwei schnelle Gegentore nach individuellen Fehlern mit ansehen musste. Bei allen drei Sillenbucher Treffern legte Jerry Nkamanyi auf.
Es folgte lange Zeit nichts Zählbares, bis der Unparteiische nach einem Aufeinandertreffen von Oliver Ehrhardt mit Jose Martinez im Strafraum kurz vor dem Ende auf Elfmeter entschied. „Eine Fifty-fifty-Entscheidung“, findet Cakir, von einem „ganz normalen Zweikampf“ spricht hingegen Hering. Robin Hock ließ sich die Chance nicht nehmen.
In der zehnminütigen Nachspielzeit wäre dann noch eine andere Schlusspointe möglich gewesen. Beide Seiten vergaben jedoch gute Gelegenheiten auf das insgesamt achte Tor des Tages.
Tore: 0:1 Geißel (22.), 1:1 Gruber (27.), 2:1 Yalcin (43.), 3:1 Zinar (45.+3), 3:2 Özdas (46.), 3:3 Geißel (52.), 4:3 Robin Hock (90., Foulelfmeter)
Besonderes: –