Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 2 Trainerfrage beim Spitzenreiter und ein Zugticket für den Hoffelder Torjäger

Der Spielertrainer Dominik Lenhardt ist aktuell nicht für den TSV Jahn Büsnau am Ball – und ob er über die Saison hinaus bleibt, ist noch unsicher. Foto: Günter Bergmann

Der TSV Jahn Büsnau festigt in einem wilden Elf-Tore-Spiel seinen ersten Tabellenplatz und muss nun aber auch um die zweite Hälfte seines Trainerduos bangen. Bei der Konkurrenz schnürt ein Spieler einen Torefünferpack.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Der TSV Jahn Büsnau ist in der Kreisliga A trotz eines teils schwachen Auftritts weiter auf Aufstiegskurs – und muss dennoch fürchten, dass er auch die zweite Hälfte seines bisherigen Trainerduos verlieren wird. Dominik Lenhardt liebäugelt mit einem Abschied. In der Tabelle bleiben die Verfolger auf den Fersen. Unter anderem, weil die Hoffelder Spieler dafür sorgen, dass ihr Torjäger dabei sein kann. Der Blick auf die Begegnungen des 18. Spieltages der Staffel 2.

 

SV HNK Slaven Stuttgart – TSV Jahn Büsnau 4:7

Wäre dieses Spiel eine Achterbahn, es wäre auf jedem Jahrmarkt wohl die spektakulärste Attraktion gewesen. Für Dominik Lenhardt, Spielertrainer des TSV Jahn Büsnau, war die Partie jedoch viel zu ereignisreich. Sein erstes Spiel in der alleinigen Verantwortung hatte er sich ruhiger erhofft. Wie berichtet hatte Lenhardts bisheriger Trainerpartner Marc Molinus in der vergangenen Woche aus privaten und beruflichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Deshalb stand Lenhardt nun nicht selbst auf dem Platz, sondern konzentrierte sich auf seine Aufgabe an der Seitenlinie. „Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt“, attestiert Lenhardt seiner Mannschaft. Wenngleich sie zu viele Chancen liegen ließ. Unter anderem schoss der Torjäger Cedric Hornung einen Elfmeter so hoch über das Tor, dass er beim American Football sichere drei Punkte erzielt hätte. So führte der Spitzenreiter zur Halbzeitpause nur mit 3:1.

In der zweiten Hälfte zeigten die Gäste dann eine mangelhafte Einstellung. „Wir haben nicht mehr mannschaftsdienlich gespielt. Jeder hat nur an sich gedacht, vielleicht waren wir auch ein Tick zu arrogant oder dachten, das reicht schon. So bekommen wir aber dumme Gegentore“, sagt Lenhardt. Insgesamt fingen sich die Büsnauer in den vergangenen beiden Partien sieben Treffer. Zur schlechten Einstellung kam hinzu, dass in Marc Agyemang (BSV 07 Schwenningen) und Anton Kastler (SC Gottmadingen-Bietingen) zwei Leistungsträger mit ihrem Zweitspielrecht bereits am Samstag in der Landesliga aktiv waren. „Beide waren deshalb etwas erschöpft“, sagt Lenhardt. Immerhin hatte Agyemang bei seinem Strafstoß das Glück des Tüchtigen. Der Slaven-Keeper Patrik Salihu lenkte den Schuss an den Innenpfosten, von dort rollte der Ball die Torlinie entlang und prallte vom gegenüberliegenden Pfosten schließlich doch noch ins Tor.

Beendet haben die Büsnauer inzwischen die Suche nach einem Co-Trainer. Der Ex-Spieler Yannik Breuninger übernimmt bis zum Saisonende diesen Job. „Wie es dann weiter geht – auch mit mir – wird man sehen“, sagt Lenhardt, der in naher Zukunft gerne auf einem höheren Niveau coachen möchte und seinen Verbleib deshalb nicht als Selbstläufer betrachtet. Seit zwei Jahren schon arbeitet er auch als DFB-Stützpunkttrainer in Ruit.

Zufriedenheit derweil beim aktuellen Gegner – trotz eigener Niederlage. „Wir haben dem Tabellenführer Büsnau vier Tore eingeschenkt. Unsere Offensive lebt also wieder“, sagt Kristian Kera, Präsident des SV HNK Slaven Stuttgart. Mehrere Spieler sind wieder in den Kader zurückgekehrt und sollen am kommenden Sonntag gegen Plieningen nach drei Pleiten zum Rückrundenstart endlich wieder Punkte einfahren.

Tore: 0:1 Hornung (14.), 0:2 Neils (29.), 0:3 Schneider (30.), 1:3 Mujkanovic (43., Foulelfmeter), 1:4 Hetzel (49.), 2:4 Ibrahimbegovic (51.), 2:5 Agyemang (64., Foulelfmeter), 2:6 Hornung (71.), 3:6 Alic (74.), 3:7 Manuschewski (79.), 4:7 Ibrahimbegovic (88.).

Besonderes: Hornung (Büsnau) schießt Foulelfmeter über das Tor (35.); Gelb-Rot für Bauer (Büsnau, 89.).

TV 89 Zuffenhausen II – SV Sillenbuch 1:8

Zum 15. Mal hat der Tabellenvorletzte Zuffenhausen in dieser Saison bereits verloren, so heillos unterlegen wie dieses Mal war der Aufsteiger aber in den wenigsten Spielen. „Ich bin als Trainer extrem enttäuscht, weil die Grundbereitschaft einfach nicht da war“, sagt der Trainer Marc Bäuerle. Die vergangenen Wochen hatten ihn positiv gestimmt, dass in dieser Saison doch noch mehr möglich sei, als nur Punktelieferant zu sein. Das Spiel gegen den Zweiten sei nun aber „ein Schlag ins Gesicht“ gewesen. „Es war ein Totalausfall von allen“, sagt Bäuerle über den körperlosen und emotionslosen Auftritt seines Teams.

Zur Pause führte der Bezirksliga-Absteiger Sillenbuch schon mit 4:0. In der zweiten Hälfte legte der Favorit vier Stück nach. „Jeder wollte mal treffen. Da wurde dann oft lieber geschossen und der besser postierte Mitspieler übersehen, sonst hätten es auch noch mehr Tore sein können“, berichtet der Gäste-Co-Trainer Nico Hering. Julien Boll ragte mit drei Treffern heraus. Fernando Manta erzielte mit einem Gewaltschuss aus knapp 40 Metern in den Winkel das Ehrentor für die Gastgeber.

Tore: 0:1 Curic (4.), 0:2 Boll (8., Foulelfmeter), 0:3 Harder (14.), 0:4 Boll (44.), 0:5 Boll (48.), 1:5 Manta (58.), 1:6 Gerber (66., Foulelfmeter), 1:7 Yildirim (73.), 1:8 Herder (78.).

Besonderes: Gelb-Rot für Doumtsis (Zuffenhausen, 76.).

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – Spvgg Möhringen 2:1

Es war im wahrsten Sinne des Wortes Klein gegen Groß, als das Spitzenteam GFV Ermis Metanastis Stuttgart das Kellerkind Spvgg Möhringen am Sonntagnachmittag empfing. „Unser größter Spieler auf dem Platz war gerade mal 1,80 Meter“, sagt der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. Ganz anders der Gegner. Den körperlichen Vorteil nutze jener zur 2:0-Pausenführung. Beide Male verlängerte der Verteidiger Christos Siaminos einen auf Höhe des ersten Pfostens geschlagenen Eckball ins lange Toreck.

„In der zweiten Hälfte war es dann aus unserer Sicht nicht mehr so begeisternd“, sagt der Ermis-Vereinschef Panagiotis Moutas. Stattdessen erarbeiteten sich die Möhringer den verdienten Anschlusstreffer. Samet Ogul wurde im Strafraum gefoult, und Ercan Cakir traf vom Elfmeterpunkt. „Leider haben wir danach aber wieder weniger Zugriff bekommen und keine klaren Aktionen mehr gehabt“, sagt Fuchs. Der GFV Ermis Metanastis brachte damit seinen ersten Sieg in diesem Kalenderjahr über die Zeit. Zuvor hatte der nun Tabellenvierte zweimal in Folge 3:3 gespielt. „Wir sind froh, dass wir jetzt endlich mal wieder gewinnen konnten“, sagt Moutas.

Tore: 1:0 Siaminos (5.), 2:0 Siaminos (32.), 2:1 Cakir (57., Foulelfmeter).

Besonderes:

Sportfreunde Stuttgart – FV Germania Degerloch 2:1

Keine Punkte für die Degerlocher Germania im Waldau-Derby, aber immerhin hatte der Torhüter der Gäste das nötige Glück. Joel Nichter schrammte knapp an einem Platzverweis vorbei. Erst berührte er den Ball in der 19. Minute außerhalb des Strafraumes mit der Hand und sah dafür von Schiedsrichter Niklas Meier nur die gelbe Karte. Den fälligen Freistoß verwandelte Frederik Deters zum Sportfreunde-Ausgleich. Fünf Minuten später brachte Nichter dann einen Gegenspieler zu Fall, das vermeintliche Foul wurde jedoch nicht geahndet. „Eigentlich hätte es Elfmeter und dann auch Gelb-Rot sein müssen“, sagt Fabio Criscuolo, der Trainer der Sportfreunde Stuttgart.

Er und die Seinen konnten es freilich verschmerzen. Denn der eingewechselte Ali Younis erzielte in einem ausgeglichenen Spiel kurz vor Schluss den Siegtreffer für die Gastgeber. „Wir wollten gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib unbedingt die drei Punkte holen“, sagt Criscuolo, der in der Schlussphase deshalb umstellte und volles Risiko ging.

Was den Trainer ärgert, ist der zunächst frühe Rückstand: Sein Torhüter Mika Shahin hatte einen langen Ball ins Aus lassen wollen, dabei jedoch seinen Gegenspieler Martin Laasch Quiros übersehen, der das Geschenk dankbar annahm. „Es ist natürlich schon ärgerlich, dass wir uns immer so ein Ei fangen“, sagt Criscuolo.

In der Tabelle sind die Sportfreunde als Zehnter nun drei Punkte vor ihrem Lokalrivalen. Letzterer müsste nach jetzigem Stand in die Abstiegsrelegation.

Tore: 0:1 Laasch Quiros (11.), 1:1 Deters (20.), 2:1 Younis (86.).

Besonderes:

TSV Dagersheim II – MK Makedonija Stuttgart 2:6

Seit seiner Fabelsaison 2022/2023 mit 84 Treffern in 22 Kreisliga-B-Spielen ist Aleksandar Stoilov etwas aus dem Tritt geraten. Nach mehreren Verletzungsproblemen stand der Torjäger nach längerer Zeit nun mal wieder in der Startelf des MK Makedonija Stuttgart und zeigte direkt, welche enorme Qualität er nach wie vor besitzt. Fünf Tore erzielte der 24-Jährige beim sonst schwachen Auftritt seiner Mannschaft beim Tabellenletzten. „Mit seinen Laufwegen und dem Spielverständnis sticht er definitiv heraus“, sagt der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski.

Alle vier Stoilov-Tore nach der Halbzeitpause fielen nach dem gleichen Muster: weit geschlagener Ball auf den Rechtsaußen Ljupco Kolev, Pass in die Mitte, Abschluss Stoilov. Was dann nach dem 6:0 passierte, das möchte Dimitrovski am liebsten wieder vergessen. „Wir haben aufgehört zu spielen und dadurch Dagersheim noch zwei Tore ermöglicht“, sagt er. Nach dem „Pflichtsieg“ gegen den noch immer punktlosen Aufsteiger kommen nun die Wochen der Wahrheit, wie Dimitrovski sagt. Am nächsten Sonntag haben die Seinen spielfrei. Dann geht es Schlag auf Schlag. Der Begegnung in Stetten folgen für den Tabellenvierten die Spitzenspiele gegen Sillenbuch (13. April) und in Hoffeld (19. April).

Tore: 0:1 Stoilov (26.), 0:2 Vins (28.), 0:3 Stoilov (50.), 0:4 Stoilov (64.), 0:5 Stoilov (69.), 0:6 Stoilov (73.), 1:6 Maluschka (82.), 2:6 Meissner (89.).

Besonderes:

Spvgg Stetten – SV Hoffeld 0:2

Peter Güth nahm in der 95. Spielminute den kräftezehrenden Weg auf sich, um Stettens Torhüter Marcel Lino unter Druck zu setzen. Der Torjäger eroberte den Ball und markierte den Schlusspunkt zum umkämpften 2:0-Sieg seines SV Hoffeld. Für die Partie war der 19-Jährige extra aus München angereist, wo er aktuell ein Praktikum absolviert. Für das Zugticket hatten seine Mitspieler zusammengelegt.

Dass Güth mit an Bord war, sei goldwert gewesen, sagt dessen Trainer Grigorios Dimoulatos. Auch wenn der Angreifer mangels gemeinsamen Trainings einige Topchancen liegen ließ. Weil in der ersten Hälfte nur Mehdi Younis traf, musste der Tabellendritte lange zittern. „Ich habe auch schon oft erlebt, dass eine Mannschaft in den letzten Minuten das Spiel noch komplett dreht. Deshalb sind wir sehr froh über die drei Punkte“, sagt Dimoulatos.

Stettens Coach Edinc Cakir warf alles nach vorne und brachte im Laufe des Spiels alle seine Offensivkräfte. Die Gastgeber erspielten sich somit ihrerseits eine Reihe guter Möglichkeiten, schafften es jedoch nicht, den Ball im Tor unterzubringen. „Ein Unentschieden wäre mehr als gerecht gewesen“, findet Cakir, der mit dem spielerischen Auftritt seiner Mannschaft zufrieden ist.

Tore: 0:1 Younis (38.), 0:2 Güth (90.+5).

Besonderes:

TSV Heumaden – KV Plieningen 2:3

Zwei Standardsituationen und vor allem eine rote Karte kosteten den TSV Heumaden dringend benötigte Punkte. „Wir haben eine fantastische erste Hälfte gespielt, aber die blöde rote Karte hat unser Spiel kaputt gemacht“, sagt Adnan Shakir Mannan, der Trainer des TSV Heumaden. Sein Stürmer Michele Maimone erhielt in der 39. Minute für sein hartes Einsteigen gegen Plieningens Keeper Senan Licina den Platzverweis. Trotzdem erhöhten die abstiegsgefährdeten Gastgeber mit einem Konter kurz darauf auf 2:0.

In der zweiten Hälfte formierte sich der Gegner Plieningen jedoch neu, stellte um und nutzte die Überzahl geschickt aus. Zakaria Hussein erzielte kurz nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer, Noah Felthaus glich mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 2:2 aus. Mit nur noch zehn Spielern wurde es für die Heumadener immer schwieriger, dagegenzuhalten. Schließlich konnten sie den Gäste-Winterneuzugang Zakaria Hussein in der 80. Minute nur noch mit einem Foul stoppen. Der Gefoulte selbst trat an und verwandelte den fälligen Elfmeter zum Plieninger 3:2-Sieg. „Wir haben es dann souverän über die Bühne gebracht und sind sehr froh über die drei Punkte“, sagt der KV-Trainer David Gzim. „Auch wenn uns die Überzahl natürlich entgegenkam, muss man so auch erst mal wieder zurückkommen“, fügt er an.

Tore: 1:0 Timmerevers (8.), 2:0 Shkodra (45.+1), 2:1 Zakaria Hussein (48.), 2:2 Felthaus (73.), 2:3 Zakaria Hussein (78., Foulelfmeter).

Besonderes: rote Karte für Maimone (Heumaden, 39./grobes Foulspiel).

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