Die Nachbetrachtung zum letzten Spieltag vor der Osterpause, an dem der Tabellenführer SV Sillenbuch seinen Vorsprung an der Spitze auf sechs Punkte ausgebaut hat. Alle Spiele, alle Tore, Hintergründe und Trainerkommentare.
Calcio Leinfelden-Echterdingen II – SV Sillenbuch 1:4
Trotz diesmal sieben Akteuren aus dem eigenen Verbandsliga-Kader in der Calcio-Startelf: Am Ende stand gegen den Tabellenführer ein 1:4. „Am verdienten Sieg der Sillenbucher gibt es nichts zu deuteln“, sagt der Echterdinger Coach Mario Schäffer. Entsprechend zufrieden war die Gegenseite. Kommentar des Gäste-Co-Trainers Sascha Blessing: „Hinsichtlich unserer Leistung gibt es diesmal nichts zu meckern.“ Dazu kommt, dass der Bezirksliga-Absteiger seinen Vorsprung an der Spitze des Klassements auf inzwischen sechs Punkte ausgebaut hat. Der schärfste Verfolger, namentlich Slaven Stuttgart, hat sich mit dem aktuellen 3:3 gegen Omonia Vaihingen nämlich einen Patzer erlaubt.
Sillenbucher Matchwinner war Fabian Schöck. Er brachte die Seinen per Tore-Dreierpack auf die Siegerstraße – für den 31-Jährigen seine Saisontreffer Nummer acht bis zehn. „Fabi hatte einen echten Sahnetag erwischt“, sagt Blessing. Das Tor des Tages blieb allerdings dem Gegner vorbehalten. Mateo Bukvic, im vergangenen Sommer vom Verbandsligisten FC Wangen in die Goldäcker gewechselt, drosch die Kugel aus gut 40 Metern Entfernung in den Winkel des Sillenbucher Kastens. „Weltklasse“, meint sein Coach Schäffer. Tore: 0:1 Fabian Schöck (20., Foulelfmeter), 0:2 Fabian Schöck (49.), 0:3 Fabian Schöck (51.), 0:4 Lind (69.), 1:4 Bukvic (82.)Besonderes: –
SV HNK Slaven Stuttgart – Omonia GFV Vaihingen 3:3
Einen Rückschlag bei seinem Vorhaben „Durchmarsch in die Bezirksliga“ hat wie erwähnt der Aufsteiger Slaven Stuttgart erlitten. Der Tabellenzweite kam nicht über ein 3:3-Unentschieden hinaus. Schlecht für die Wahl-Fasanenhofer: In der Schlussphase brachten sie trotz einer 20-minütigen personellen Überzahl eine Führung nicht ins Ziel. Aufseiten der Gäste hatte Puria Masoumifar in der 71. Spielminute nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot gesehen. Doch nur kurz darauf gelang Dimitrios Mpouranis für die Omonia-Zehn der Treffer zum Ausgleich – und dabei sollte es bis zum Schluss bleiben.
„Die beiden verlorenen Punkte sind für uns extrem ärgerlich“, sagt der Slaven-Spielleiter Mario Zovko. Zuvor hatten Luka Mijic per Doppelpack sowie Josip Kljajic den Favoriten jeweils in Front gebracht.
„Unter dem Strich bin ich mit dem einen Punkt sehr zufrieden. Denn direkt nach dem Platzverweis hatte ich gedacht: Wenn’s ganz doof läuft, dann schießen die uns jetzt ab“, sagt derweil der Omonia-Trainer Marco Palazzolo, dessen Mannschaft auf den siebten Tabellenrang gerutscht ist. Warum das Befürchtete erspart blieb? Dies lag vornehmlich an einem Vaihinger Akteur. Der Schlussmann Bogomil Dudev brachte die Slaven-Angreifer mit seinen tollen Reflexen schier zur Verzweiflung. „Der Mann hat einfach überragend gehalten“, sagt auch der Slaven-Spielleiter Zovko. Tore: 0:1 Portoghese (4.), 1:1 Mijic (13.), 2:1 Mijic (46.), 2:2 Zyrnovalis (52.), 3:2 Kljajic (61.), 3:3 Dimitrios Mpouranis (73.), Besonderes: Gelb-Rot für Masoumifar (Omonia, 71.)
Spvgg Möhringen – TSV Jahn Büsnau 1:4
Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Tobias Fuchs hat es für die Möhringer die zweite Schlappe gesetzt. Nach dem 1:7 in der vorigen Woche beim TV Echterdingen II gab es nun ein 1:4 gegen den forschen Aufsteiger und aktuellen Tabellendritten aus Büsnau. Die Talfahrt des Bezirksliga-Absteigers geht somit ungebremst weiter. Von Tabellenplatz zwölf, der im inzwischen realistisch betrachtet günstigsten Fall der Relegationsrang sein wird, trennt die Möhringer gegenüber dem TSV Bernhausen II nur noch die knapp bessere Tordifferenz.
Wie der Negativtrend gestoppt werden kann? „Schwierig zu sagen. Engagement, Mentalität und Willen sind unseren Spielern nicht abzusprechen. Doch scheint uns das Spielglück abhanden gekommen zu sein“, sagt Christian Kuchar. Der Möhringer Spielleiter hadert nach zwei Aluminiumtreffern seiner Elf. Er selbst sprang am Sonntag zum zweiten Mal in dieser Saison als Aushilfskeeper ein. Kuchars ernüchternder Eindruck: „Da stehen gegenüber der Hinrunde momentan elf Klone auf dem Platz, die anscheinend noch nie in einer Fußballmannschaft zusammen gekickt haben.“
Trotz einer schnellen 1:0-Führung durch Etienne Friedrich sowie einer rund 55-minütigen personellen Überzahl ging die Sache erneut schief. Karol Zielinski, Sebastian Lenhardt per Strafstoß und Yannick Breuninger drehten das Ergebnis für den Gegner, ehe dessen Keeper Pascal Wezkowski nach einer strittigen roten Karte vom Platz flog. Nach Ansicht des Schiedsrichters hat er den Ball außerhalb seines Strafraums mit der Hand gespielt. So kam der Ersatzmann und Winter-Zugang Nicholas Nelson zum Einsatz. „Er hat seine Sache trotz des Kaltstarts sehr ordentlich gemacht“, lobt der Büsnauser Spielertrainer Dominik Lenhardt den 35-jährigen Australier. Den Deckel machte schließlich der Ex-Plattenhardter Zielinski mit seinem zweiten Treffer der Begegnung drauf – für die Büsnauer der vierte Sieg in Serie. Tore: 1:0 Friedrich (10.), 1:1 Zielinski (19.), 1:2 Sebastian Lenhardt (30., Foulelfmeter), 1:3 Breuninger (35.), 1:4 Zielinski (49.)Besonderes: rote Karte für Torhüter Nelson (Büsnau, 36./Handspiel außerhalb des Strafraums)
KV Plieningen – Spvgg Stetten 1:1
Trotz einer temporeichen und optisch ansprechenden, aber zugleich auch chancenarmen Begegnung musten sich die Kontrahenten aus Plieningen und Stetten schlussendlich mit einer Punktteilung arrangieren. Der Gäste-Angreifer mit dem klangvollen Namen Zinar Salih Abdulrahman Shevaki hatte den Tabellenfünften von der Weidacher Höhe elf Minuten nach dem Seitenwechsel mit 1:0 in Front geschossen, ehe Kevin Gawecki kurz vor Schluss aus einem unübersichtlichen Getümmel heraus für den 1:1-Endstand sorgte.
Unter dem Strich war es eine durchaus verdiente Punkteteilung, das betonten beide Trainer nach dem Schlusspfiff. „Für uns war es wichtig, nach zwei Niederlagen nun wieder zu punkten“, meinte der Coach des Tabellenachten, David Gzim. Sein Gegenüber Erdinc Cakir haderte zwar etwas mit dem späten Gegentreffer, strich aber heraus: „Wir sind nicht mit der letzten Konsequenz auf ein durchaus mögliches 2:0 gegangen, daher geht die Punkteteilung in Ordnung“, sagte der Stettener Trainer. Tore: 0:1 Shevaki (56.), 1:1 Gawecki (87.)Besonderes: –
TV Kemnat – TV Echterdingen II 0:3
Nach zuvor acht Niederlagen in Serie nun der zweite „Dreier“ innerhalb von acht Tagen – die Echterdinger scheinen die Kurve gekriegt zu haben. Freilich, der aktuelle Gegner war auch eine zu lösende Pflichtaufgabe Es handelte sich um den Tabellenletzten, der seinerseits 14 seiner nun 21 Saisonspiele verloren hat.
Der Abstieg dürfte für die Kemnater nicht mehr zu vermeiden sein. Deren Co-Trainer Kai Ansorge will denn auch nicht um den heißen Brei herumreden. „Wir planen jetzt einen kompletten Neuanfang, dies mit jungen Talenten in der Kreisliga B“, sagt er. Dabei soll der von der Konkurrenz heiß umworbene Torjäger Jakob Wörne eine Hauptrolle spielen. Beim Schlusslicht hofft man auf den Verbleib des 19-Jährigen. Aktuell avancierte Wörne allerdings zum Pechvogel. In der 18. Spielminute scheiterte der ehemalige Oberliga-Juniorenkicker, der seine fußballerische Ausbildung bei den Stuttgarter Kickers, der SG Sonnenhof Großaspach und beim SGV Freiberg erhalten hat, mit einem Elfmeter am glänzend parierenden Echterdinger Trainersohn Philipp Kittelberger.
Vertan damit die große Chance zur 1:0-Führung. Stattdessen legten neun Minuten die Gäste vor. Ramzi Awadine machte es bei seinem Strafstoß-Versuch besser. Später schraubten Christian Dorer und Vaidas Rocys das Ergebnis für die Echterdinger in die Höhe. Deren Coach Martin Kittelberger spricht von einem „hochverdienten Sieg“.Tore: 0:1 Awadine (27., Foulelfmeter), 0:2 Dorer (37.), 0:3 Rocys (57.)Besonderes: Philipp Kittelberger (Echterdingen) wehrt Foulelfmeter von Wörne ab (18.)
FSV Waldebene Stuttgart-Ost – KF Kosova Bernhausen 2:2
Ärgerlich aus Sicht des Waldebene-Trainers Christos Goulis, dass „es in der Kreisliga keine Torlinientechnik gibt“. Wäre dem so, dann hätten seine Kicker einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand wohl noch komplett in einen 3:2-Heimerfolg gedreht. Für einen überraschenden Zwei-Tore-Vorsprung der Gäste aus Filderstadt hatten zuvor Florent Dermaku und Argjend Avdiu gesorgt. Anschließend stellte der erst kurz zuvor eingewechselte Calogero Emanuele Immernano mit einem Tore-Doppelpack auf 2:2, ehe er in der Schlussminute auch noch den vermeintlichen dritten Treffer für die Platzherren erzielte – welchen der Schiedsrichter aber trotz lautstarker Proteste nicht anerkannte. „Selbst der Kosova-Schlussmann hat nach dem Schlusspfiff zu mir gesagt, dass der Ball deutlich hinter der Torlinie war“, hadert Goulis. Besagter Keeper, Femi Haderxhonaj, hatte zuvor einen Foulelfmeter von Pasquale Berbato abgewehrt.
Wie die Gäste das Unentschieden einordnen? „Vor dem Anpfiff hätte ich hier einen Punkt blind unterschrieben. Und auch nach dem Abpfiff bin ich damit sehr glücklich“, sagt der Kosova-Abteilungschef Shpetim Mushkolaj. Tore: 0:1 Dermaku (23.), 0:2 Argjend Avdiu (75.), 1:2 Immernano (80.), 2:2 Immernano (81.)Besonderes: Femi Haderxhonaj (Kosova) wehrt Foulelfmeter von Berbato ab (71.)
TSV Bernhausen II – MK Makedonija Stuttgart 5:5
Die mit Abstand torreichsten Begegnung des aktuellen Spieltags endete mit verrückten 5:5 – und somit ohne Gewinner. Zumindest dem Ergebnis nach. Doch fühlten sich die in den Abstiegskampf verstrickten Gastgeber als Sieger, wie der Bernhausener Trainer Fikret Boffo zu Protokoll gibt, während sein sichtlich frustrierter Amtskollege Zhivko Kolev von einer „gefühlten Niederlage“ spricht.
Was ist passiert? Unter anderem gaben Kolevs Kicker gleich zweimal einen Zwei-Tore-Vorsprung noch aus den Händen. So lagen die Wahl-Vaihinger im zweiten Durchgang bereits mit 4:2 und 5:3 in Front und wähnten sich daher schon auf der Siegerstraße. Das Bemerkenswerte: Alle fünf Gästetreffer gingen auf das Konto von Aleksandar Stoilov – jenes Manns, der in der vergangenen Spielzeit mit seinen 84 Saisontoren bundesweit bester Torschütze war und damit seinen Verein quasi im Alleingang zum Aufstieg in die Kreisliga A geballert hat. Nach seinem aktuellen Fünferpack steht der 23-Jährige in dieser Runde bei 16 Treffern. Mehr verhinderte in den vergangenen Monaten auch das Verletzungspech.
Doch schlug der Mitaufsteiger Bernhausen zurück. Der Höhepunkt: zwei Schlussphasen-Tore von Andre Joaquim Faria Duarte und Medin Kukavica zum Ausgleich. Tore: 1:0 Babaj (23.), 1:1 Stoilov (27., Foulelfmeter), 2:1 Babaj (49.), 2:2 Stoilov (58.), 2:3 Stoilov (59.), 2:4 Stoilov (68.), 3:4 Sinesi (69.), 3:5 Stoilov (83.), 4:5 Faria Duarte (88.), 5:5 Kukavica (90.)Besonderes: –
FV Germania Degerloch – SV Bonlanden II 2:0
Begeistert war Alexander Malchow vom Auftritt seiner Mannschaft gegen den Tabellenvorletzten nicht wirklich. „Wir haben nicht gut gespielt und dazu auch noch eine Unmenge an Torchancen liegen gelassen“, lautet das Fazit des Degerlocher Trainers. Gleichwohl: Dass die beiden Zähler wie schon beim 2:0-Hinspielsieg in Bonlanden auch diesmal auf das eigene Konto gingen, machte vieles gut.
Marc-Anthony Hermle bereitete mit seinem Führungstor den Boden, ehe Daniel Pereira in der Nachspielzeit mit seinem Treffer zum Endstand den Deckel draufmachte. Von den Gästen, die in zunehmend aussichtsloser Position im Tabellenkeller stehen, kam dagegen nur wenig Gegenwehr. Beenden mussten sie die Begegnung mit nur zehn Mann auf dem Feld. Kevin Hoss handelte sich kurz vor Schluss für eine Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte ein. Tore: 1:0 Hermle (36.), 2:0 Pereira (90.+3)Besonderes: rote Karte für Hoss (Bonlanden, 89./Beleidigung des Schiedsrichters)