Fußball-Kreisliga A Stuttgart, Staffel 2 Trainer hat Angst vor eigenen Strafstößen – Premierensieg für Aufsteiger

Erdinc Cakir (rechts) hadert mit seinen Spielern in Sachen Verwertung bei Elfmetern. Foto: Archiv Günter Bergmann

Acht aus acht: das gilt für zwei Vereine, jedoch im jeweils umgekehrten Sinne. Der Primus der Liga schießt sich dabei für die Topduelle warm, und ein Stuttgarter Team muss die zweite 0:5-Klatsche in Folge hinnehmen.

Das Schweizer Uhrwerk namens FSV Waldebene-Ost verrichtet in der Staffel 2 der Stuttgarter Fußball-Kreisliga A weiter präzise seinen Dienst – auch am aktuellen Spieltag. Nun jedoch folgen für den Tabellenersten in den nächsten zwei Wochen schwere Prüfungen, in denen es durchaus einen Wachwechsel an der Spitze geben könnte. Im Tabellenkeller dagegen hat der SV Özvatan seine bisherige Rolle als Dauerverlierer beendet. Und was sich ansonsten auf den Plätzen getan hat, zeigt wie gewohnt unser Überblick über alle weitere Partien.

 

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – FV Germania Degerloch 3:0

Acht Spiele, acht Siege. Sprich: mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks eilen die Waldebene-Ost-Kicker von Trainer Christopher Eisenhardt weiter von Sieg zu Sieg, deren Rundenbilanz damit makellos ist. Diesmal gab es ein 3:0 in der Heimpartie gegen Germania Degerloch, die somit mit zehn Zählern auf dem neunten Tabellenrang verbleiben. Gleichwohl: Laut Thomas Christ, dem Abteilungsleiter und zugleich Routinier im Eisenhardtschen Aufgebot, hatten die Gäste vorsorglich ein dichtes Abwehrbollwerk aufgeboten, das erst einmal geknackt werden musste. Dies dauerte bis zur 36. Minute, ehe Maximilian Rohr das 1:0 gelang – laut Christ war es der viel zitierte „Dosenöffner“ in dieser Begegnung.

Im zweiten Abschnitt ließ der Torjäger Leon Renner dann binnen zehn Minuten schnell einen Doppelpack folgen, wodurch am Ende gleich mehrere Dinge geklärt waren. Erstens: die nächsten drei Zähler waren auf dem Konto des Aufstiegsfavoriten. Zweitens: die eigene Defensive bleibt weiter das Prunkstück, dies mit lediglich zwei Gegentreffen nach acht Spielen. Drittens: der Knipser Renner hat mit nun 14 Treffern wieder die Führung der Schützenliste der Staffel übernommen. Und viertens: „Wir sind bereit für die nun folgenden Spitzenspiele“, findet der Waldebene-Fußballboss Christ. Am kommenden Sonntag muss der Spitzenreiter zunächst zum Fünften Büsnau, eine Woche später steigt für die Eisenhardt-Elf daheim dann das Gipfelduell gegen den aktuellen Zweitplatzierten Echterdingen.

Tore: 1:0 Rohr (36.), 2:0 Leon Renner (55.), 3:0 Leon Renner (63.). Besonderes:

SV HNK Slaven Stuttgart – TV Echterdingen II 0:5

Jene Echterdinger haben sich am aktuellen Spieltag ebenfalls nicht lumpen lassen, sondern ihre Position als erster Waldebene-Verfolger eindrucksvoll untermauert. Die Elf von Trainer Martin Kittelberger nahm im Auswärtsspiel bei Slaven Stuttgart den Gegner komplett auseinander, der somit wie schon in der Vorwoche erneut eine eiskalte 0:5-Dusche hinnehmen musste. „Man hat gesehen, weshalb die Echterdinger auch in dieser Runde wieder ganz oben mitspielen“, meint der Slaven-Fußballchef Christian Kera anerkennend. Konkret: „Die haben sich vor unserem Tor eiskalt und richtig abgezockt präsentiert und quasi jede gute Chance zu einem Treffer genutzt – im Unterschied zu unserer Mannschaft, der die Effizienz irgendwie abhanden gekommen scheint“, hadert Kera. Obendrein hätten sich die eigenen Personalprobleme nur bedingt verbessert. Noch immer fehle ein gutes halbes Dutzend Stammspieler verletzungsbedingt.

Die einmal mehr kühle Effizienz der Echterdinger, die sich mit nun schon 41 Saisontoren weiter als Torfabrik der Staffel präsentieren, hat auch den Trainer Martin Kittelberger gefreut. Zumal den Seinen damit im ersten Anlauf auch eine erhoffte Revanche für die beiden Niederlagen (0:1 und 1:3) aus der Vorsaison eindruckvoll gelungen ist. Schlussendlich hatten die Gelb-Schwarzen nicht zuletzt deshalb als Dritter die Aufstiegsrelegation knapp verpasst. Zwei Pünktchen lediglich hatten in der Endabrechnung auf den Überraschungsvizemeister gefehlt, ehe Slaven anschließend selbst das Aus im Aufstiegsrennen in der Zusatzschicht ereilt hatte.

Tore: 0:1 Rocys (13., Foulelfmeter), 0:2 Kekic (37.), 0:3 Kekic (43.), 0:4 Kienzle (67.), 0:5 Wachtmeister (77.). Besonderes:

Spvgg Stetten – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 5:1

Deutet ein Schiedsrichter zugunsten der eigenen Mannschaft auf den Elfmeterpunkt, steigt normalerweise nicht zuletzt auch bei dessen Trainer die Vorfreude – allerdings nicht so bei Erdinc Cakir, dem Coach der Spvgg Stetten. Dieser hat nach eigenen Worten mittlerweile „Schweißausbrüche, wenn wir einen Strafstoß bekommen“. Der Grund dafür ist simpel: Beim aktuellen 5:1-Heimerfolg gegen den Bezirksliga-Absteiger und Tabellenschlusslicht Ermis Metanastis war Sven Schraitle beim Spielstand von 0:0 am gegnerischen Keeper Christos Vergos gescheitert.

In Summe war dies der bereits fünfte (!) Stettener Fehlversuch in dieser Runde. „Zum Glück sind wir aus dem Feld heraus treffsicherer“, meint Cakir mit einem Schmunzeln, der erneut auf seinen Torjäger Robin Hock (Adduktorenzerrung) hatte verzichten müssen. Der mit sieben Treffern beste Schütze seines Aufgebots war auch schon beim vorangegangenen 3:1-Heimerfolg im Nachholspiel gegen den TSV Plattenhardt II verletzungsbedingt ausgefallen. Nach sechs Punkten aus zwei Spielen binnen vier Tagen sind die Stettener nun auf den dritten Tabellenrang vorgerückt.

Düster ist demgegenüber nach wie vor die Situation der Griechen. Diese sind nach acht Saisonspielen nun die einzige Mannschaft im Klassement, die noch ohne Punkte dasteht und damit den Kontrast zum Spitzenreiter bilden– acht Spiele, acht Niederlagen. Der Trainer Dimosthenis Demos hatte bei den Seinen aktuell zwar durchaus einen „Formanstieg“ gegenüber der letzten Wochen verzeichnet – mehr aber halt nicht. Daher ist dem Coach schon zum jetzigen Zeitpunkt klar, dass „wir uns in der Winterpause personell deutlich verstärken müssen, wenn wir überhaupt noch eine reelle Chance auf den Klassenverbleib haben wollen“.

Tore: 1:0 Koksch (23.), 2:0 Shevaki (45.), 2:1 Kakoulidis (58.), 3:1 Schlegel (77.), 4:1 Yalcin (85.), 5:1 Wucherer (88.). Besonderes: Vergos (Ermis Metanastis) wehrt Foulelfmeter von Schraitle ab (13.)

Spvgg Möhringen – TSV Jahn Büsnau 3:1

Satte acht Zähler auf den Primus beträgt seit diesem Spieltag durch die überraschende 1:3-Niederlage bei der Spvgg Möhringen nun schon der Rückstand für den ambitionierten TSV Jahn Büsnau, der damit am Sonntag vor eigener Kulisse gegen den Spitzenreiter jedenfalls schon mächtig unter Druck steht. Zumal in Cedric Hornung dort der zuvor beste Ballermann der Liga definitiv fehlen wird: Der 13-Tore-Mann war ebenso wie auf der Gegenseite später auch der Möhringer Etienne Friedrich im Verlauf des zweiten Durchgangs mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. „Sein berechtigter, aber total unnötiger Platzverweis hatte wie die Faust aufs Auge zu unserem sportlich insgesamt schlechten Auftritt gepasst“, konstatiert der Büsnauer Spielertrainer Dominik Lenhardt den Rückschlag.

Glücksgefühle zuhauf gab es nach dem Schlusspfiff dagegen auf der Gegenseite. Kein Wunder, haben die Möhringer durch das Erfolgserlebnis doch endlich ihren Negativlauf nach zuletzt fünf Punktspielniederlagen hintereinander endlich gestoppt. „Bei uns sind die Steine gefühlt tonnenweise von den Herzen gefallen“, sagt der Trainer Tobias Fuchs lachend nach dem dritten Saisonerfolg für seine Mannschaft. Zuvor war dem späteren Gelb-Rot-Sünder Friedrich nur zehn Sekunden nach dem Anpfiff der Partie das 1:0 gelungen – sein fünftes Saisontor. Bei inzwischen schon sechs Treffern steht jetzt dessen Teamkollege Alieu Abalo. Der 38-Jährige konterte mit einem Doppelpack das zwischenzeitliche 1:1 von Mikail Namdar und hatte, so sehen es hinterher beide Seiten, im Derby letztlich den entscheidenden Unterschied ausgemacht.

Tore: 1:0 Friedrich (1.), 1:1 Namdar (9.), 2:1 Abalo (43.), 3:1 Abalo (60.). Besonderes: Gelb-Rot für Hornung (Büsnau, 53.) und Friedrich (74., Möhringen)

TSV Heumaden – KV Plieningen 4:2

Für ein fast schon vergessenes Gefühl aufseiten des KV Plieningen hat hingegen der Aufsteiger TSV Heumaden gesorgt. Und zwar im konkreten Fall, „wie unangenehmen sich nach einer Siegesserie doch eine Niederlage anfühlt“, sagt der Plieninger Coach David Gzim. Mit seinem Aufgebot hatte er zuvor fünfmal hintereinander als Gewinner den Platz verlassen. Und diese Schlappe kassierte er ausgerechnet an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, wo Gzim vor seinem jetzigen Engagement mehrere Jahre lang tätig war. Gleichwohl ordnet er den Erfolg des Kontrahenten als „nicht unverdient“ ein, der nach seinen Worten einen „positiv aggressiven Fußball“ spiele. Worte, die Gzims Amtskollege und zugleich Nachfolger Adnan Shakir Mannan wohl gerne zur Kenntnis nehmen dürfte. Wie dieser selbst den nunmehr schon fünften Saison-Dreier einordnet, wodurch seine Heumadener rauf auf den sechsten Tabellenrang geklettert sind? „Wir haben nun wohl allen gezeigt, dass wir inzwischen richtig in dieser Spielklasse angekommen sind“, sagt er.

Notwendig für den aktuellen Sieg waren indes Comebackqualitäten. Denn: mit seinem ersten Doppelpack im neuen Trikot hatte der Plieninger Sommer-Zugang Nikita Schestakow nach einer vorangegangenen Elfmeterniete seines Mannschaftskapitäns Torsten Dörrer zunächst einmal die frühe 1:0-Führung der Gastgeber durch Philipp Lechner gekontert – ehe im zweiten Durchgang dann für die Platzherren ihrerseits für eine erneute Wende in der Partie sorgten. – dies dank der Torschützen Ardi Kryezin, Okan Duran und Emmanuel Nager.

Tore: 1:0 Lechner (11.), 1:1 Schestakow (44.), 1:2 Schestakow (45.), 2:2 Kryezin (47., Foulelfmeter), 3:2 Duran (83.), 4:2 Nager (87.). Besonderes: Dörrer (Plieningen) schießt Foulelfmeter am Tor vorbei (35.)

TSV Rohr II – TSV Plattenhardt II 4:4

Weiterhin auf den ersten Saisonsieg warten muss dagegen der Mitaufsteiger Rohr, dessen Kicker nun schon zum x-ten Mal bei eigener Führung das Hosenflattern bekommen haben – und am Ende ihren Vorsprung noch aus den Händen gegeben haben. Auch im Zweite-Mannschaften-Duell an der Dürrlewanger Straße gegen den Bezirksliga-Absteiger aus Plattenhardt hatten die Rohrer 1:0, 2:1 und dann zwischenzeitlich sogar schon mit 4:2 vorne gelegen – worauf den Gästen aus dem Weilerhau zunächst zweimal prompt der Ausgleich gelungen war, ehe sie in der Schlussviertelstunde gar noch einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht hatten. Mit lediglich vier Zähler belegen die Rohrer weiter einen direkten Abstiegsrang, nur drei Punkte mehr sind es aktuell auf dem Plattenhardter Konto.

Richtig zufrieden war daher trotz der insgesamt gesehen wohl gerechten Punkteteilung keiner der Beteiligten. „Wir stellen uns die Frage, warum wir nach einer über weiten Strecken ordentlichen Mannschaftsleistung am Ende wieder einmal einen Vorsprung nicht über die Zeit gebracht haben“, ärgert sich der Rohrer Vizekapitän Jonathan Kloß. Demgegenüber lautet das Fazit des Plattenhardter Trainers Marcel Palföldi: „Eigentlich hatten wir drei Punkte hier fest eingeplant. Doch unter dem Strich müssen wir mit dem Punktgewinn zufrieden sein, nachdem wir eine Viertelstunde vor Schluss noch mit zwei Toren im Rückstand gelegen hatten.“ Nach seinem erst jüngst erfolgten Aufstieg zum Chefcoach hat er angesichts eines 10:0-Sieges zum Auftakt, einer folgenden 1:3-Niederlage in Stetten und dem jetzigen 4:4 ergebnistechnisch sogleich einmal die komplette Bandbreite ausgekostet.

Tore: 1:0 Schinninger (29.), 1:1 Bühler (35.), 2:1 Rosenberg (41.), 2:2 Schlecht (42.), 3:2 Schinninger (59.), 4:2 Lindenmann (68.), 4:3 Ruck (75.), 4:4 Schlecht (90.). Besonderes: Partie erst eine Stunde später angepfiffen. Der Grund: Verspätung des Schiedsrichters.

SV Özvatan Stuttgart– SV Sillenbuch II 3:2

Jubel und Erleichterung auf der einen Seite über den ersten Saisonsieg nach zuvor sieben Niederlagen zum Saisoneinstieg – Ärger und Frust dagegen auf der anderen Seite. Einen dicken Hals hatte am Sonntagnachmittag nach dem Aufsteigerduell der Sillenbucher Coach Necmi Keskin, der letztlich vergebens auf eine erfolgreiche Revanche zwischen den beiden letztjährigen Staffel- und Aufstiegskonkurrenten gehofft hatte. In der vorigen Runde in der Kreisliga B nämlich hatte der SV Özvatan als Meister und Direktaufsteiger knapp die Nase vorne gehabt, weshalb dem Vizemeister aus Sillenbuch der Sprung nach oben erst über die beschwerliche Zusatzschicht namens Aufstiegsrelegation gelungen war.

Warum es trotz dieser Extramotivation sowie einer zwischenzeitlichen 2:1-Gästeführung am Ende nicht zu etwas Zählbarem für die Gäste aus dem Spitalwald reichte? „Wir haben diesmal eine richtig schlechte Leistung gezeigt, das muss man offen sagen. Glückwunsch daher an Özvatan, die den Sieg einfach mehr gewollt haben“, sagt Keskin. Entsprechend erleichtert war demgegenüber der Özvatan-Coach Hilmi Dursun über die ersten Saisonzähler überhaupt für seine Mannschaft. „Am Ende ist es natürlich ein Stück weit glücklich, wenn du in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer setzt. Aber jetzt sind einfach mal wir dran gewesen – und das nötige Glück muss man sich auch erst erarbeiten“, lautet sein Kommentar zum Premierenerfolg in der neuen Spielklasse.

Tore: 0:1 Ersing (1.), 1:1 Demir (2.), 1:2 Demirez (38.), 2:2 Ergen (55.), 3:2 Demir (79.). Besonderes: Gelb-Rot für Meyding (Sillenbuch, (90.+4)

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