Fußball-Kreisliga A Stuttgart Wird der Disziplin-Fanatiker erneut zum Meistermacher?

Gute Laune nach acht Siegen zum Start: Christopher Eisenhardt ist seit Sommer Trainer auf der Waldebene Ost. Foto: Günter Bergmann

Nur Siege, lediglich zwei Gegentore: Seit Christopher Eisenhardt als Trainer das Sagen hat, läuft es beim Kreisligisten FSV Waldebene Ost. Über sich selbst sagt der 39-Jährige: „Ich kann den Spielern auch auf den Sack gehen.“

Lokalsport: Patrick Steinle (pst)

Hätte ihm jemand beim Amtsantritt im Sommer gesagt, dass sein FSV Waldebene Ost nach acht Spielen in der Stuttgarter Kreisliga A, Staffel 2, acht Siege vorzuweisen hat, wäre Christopher Eisenhardts Antwort wie folgt ausgefallen: „Bist du wahnsinnig?“ Von ungefähr kommt der Aufschwung unter dem neuen Trainer allerdings nicht: Zum einen blieb der Kader des Vorjahressechsten komplett beieinander und wurde punktuell verstärkt, zum anderen fordert Eisenhardt viel von seinen Schützlingen, vor allem Disziplin – was sich scheinbar auszahlt. Wird der Coach nun wie auf seiner vorigen Station zum Meistermacher?

 

An diesem Sonntag (15 Uhr) folgt jedenfalls eine wichtige Aufgabe. Der Tabellenführer erwartet den Fünften TSV Jahn Büsnau, der vor der Saison als eigentlicher Aufstiegsfavorit galt. „Büsnau ist eingespielt, effektiv, giftig in den Zweikämpfen und saustark bei Standards“, warnt Eisenhardt. „Das wird ein ruppiges Spiel.“ Dagegenzusetzen hat sein Team vor allem das derzeitige Prunkstück – die Defensive. In ihren erwähnten acht bisherigen Partien haben die Waldebene-Kicker erst zwei Gegentore zugelassen. „Wir rücken gut nach, sind kompakt und laufen viel“, nennt der 39-jährige Coach das Erfolgsrezept. „Keiner ist sich zu schade, den Fehler eines anderen auszubügeln, wobei die Fehlerquote gering ist.“

Leon Renner trifft schon wieder wie am Fließband

Die aufopfernde Art und die Stabilität in der Viererabwehrkette um den derzeit allerdings rotgesperrten Kapitän Maurizio Vetrano stehen sinnbildlich für die von Eisenhardt geforderte Disziplin. Jene fängt bei ihm schon bei der Pünktlichkeit, der Konzentration im Training und dem Begrüßen von Vereinsmitgliedern an. „Ich will, dass die Jungs Spaß haben und trotzdem den Zug und die Intensität nicht verlieren“, sagt der Coach, der Übungen oft so lange wiederholen lässt, bis es perfekt läuft. Deshalb weiß er: „Ich kann den Spielern auch auf den Sack gehen.“

Im Offensivbereich kann sich der ehemalige Landesliga-Trainer des TV Echterdingen und des TSV Bernhausen auf Leon Renner verlassen, der mit 14 Treffern wie schon in der vergangenen Saison die Torschützenliste der Staffel anführt. In der Abteilungsleitung schätzt man den neuen Trainer derweil dafür, dass er ein „Ruhepol und sehr strukturiert“ sei, wie Thomas Christ sagt, der zugleich Spieler ist.

Eisenhardt ist die Familie wichtig

Anfang Mai musste Eisenhardt in Bernhausen gehen, nachdem er die Filderstädter zuvor nach 35 Jahren erstmals wieder in die Landesliga geführt hatte, wo es dann aber nicht mehr lief. Warum er anschließend auf der Waldebene Ost zusagte, also zwei Etagen tiefer? Zum einen war er vom „Projekt“ des Vereins und dessen Aufstiegsambitionen überzeugt. Zum anderen aber auch, weil der Aufwand im Vergleich zu seinen vorherigen Stationen schlichtweg geringer ist. Keine Auswärtsfahrten gar bis nach Bayern, weniger Trainingseinheiten unter der Woche, und dazu liegt das FSV-Sportgelände auf dem Heimweg von Eisenhardts Arbeitsplatz in Waiblingen, wo er als Teamleiter bei einem Autohändler tätig ist.

Der zeitliche Aspekt ist ihm als Familienmensch wichtig, und er freut sich darüber, dass seine Ehefrau mit den beiden gemeinsamen Kindern bei fast jedem Spiel zuschaut. In die Entscheidungsfindung band er seine Gattin stark ein, andere Angebote hätten sie wegen der Distanz ausgeschlossen.

Einst spielte der 39-Jährige im DFB-Pokal

Aufgestiegen ist Eisenhardt schon öfter: als Trainer wie gesagt mit den Bernhausenern – und als Spieler einst mit dem VfL Kirchheim in die Oberliga. Sein damaliges Karriere-Highlight: ein Einsatz im DFB-Pokal, gegen den Bundesligisten Hannover 96 um den späteren Weltmeister Per Mertesacker. „Das war bombastisch, so ziemlich das geilste Gefühl meiner Laufbahn“, sagt Eisenhardt.

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