Fußball – Kreisliga A TSV Wendlingen gewinnt das Spitzenspiel in Unterzahl

Heiß umkämpftes Spitzenspiel: Am Ende triumphieren die Wendlinger. Foto: Michael Treutner

Der TSV Wendlingen gewinnt in der Fußball-Kreisliga A das Spitzenspiel gegen den bisherigen Tabellenführer TSV Wernau knapp mit 2:1 – und übernimmt Platz eins.

„Wie kann man ein solches Spiel verlieren“, war von vielen Wernauer Fans nach Abpfiff der Begegnung zu hören. Obwohl der TSV Wendlingen 72 Minuten in Unterzahl spielte, gelang es dem TSV Wernau – vor dem Spiel noch Tabellenführer der Fußball-Kreisliga A – nicht, das Spitzenspiel für sich zu entscheiden. Die Wendlinger siegten knapp gegen Wernau mit 2:1 (1:0) und stehen nun an der Tabellenspitze. „Es war ein Spiel und ein Sieg der Moral, denn wir haben ab der 18. Minute in Unterzahl gespielt“, sagte Wendlingens Coach Alexandar Kalic am Ende der Begegnung und ergänzte: „Ein glücklicher, aber hart erkämpfter Sieg, der uns natürlich freut.“

 

„Ein Sieg der Moral“

Die Wendlinger waren in den ersten fünfzehn Minuten die feldüberlegene Mannschaft: Sie spielten druckvoll nach vorne und die Wernauer Defensive hatte viel zu tun, um dem Ansturm standzuhalten. Die Wernauer hatten in dieser ersten Phase nur wenig Spielanteile. Wenn sie aber vor das Wendlinger Tor kamen, waren sie gefährlich. So auch in der 18. Minute, als Wendlingens Verteidiger Sory Sidibe als letzter Mann die Notbremse zog und Wernaus Stürmer zu Fall brachte: Der Schiedsrichter zeigte Rot und die Wendlinger waren für die restlichen 72 Minuten in Unterzahl.

Wendlingen geht mit 1:0 in Führung

Doch die Wendlinger gaben nicht auf – im Gegenteil: Zwei Minuten später schoss Levin Köstle knallhart unter die Wernauer Torlatte und der Ball prallte von dort ins Tor. Keine Chance für Wernaus Keeper Lukas Tim Zink. Nach der Führung zogen sich die Wendlinger mehr und mehr zurück und gaben so den Wernauern die Möglichkeit, besser in die Partie zu kommen. Es war nun das erwartete Spiel auf Augenhöhe. Die Torausbeute war allerdings weniger gut. Beide Mannschaften hatten die Möglichkeit, vor der Pause noch Tore zu schießen, aber weder aus den Spielzügen noch aus Standardsituationen ergaben sich zwingende Torgelegenheiten.

Nach dem Wechsel spielten die Wendlinger immer weniger aktiv nach vorne. Nur selten kamen sie aus der eigenen Hälfte vor das gegnerische Tor. Fast immer standen alle neun Feldspieler in der Defensive und verteidigten die Führung. Die Wernauer nutzten nun die freien Räume und stürmten fast ununterbrochen aufs Tor der Wendlinger. Doch es dauerte bis zur 74. Minute, bis der Ausgleich fiel. Wernaus Dennis Blattner nutzte eine Schwäche in der Wendlinger Defensive und versenkte den Ball nach einem Pass von der linken Seite im Wendlinger Kasten.

Konterchance führt zum Wendlinger Sieg

Doch die Wendlinger gaben erneut nicht auf, verteidigten immer weiter und brachten den Wernauer Sturm fast zur Verzweiflung. Auch hier wieder wie in der ersten Hälfte: Weder aus Standardsituationen noch aus Spielzügen ergab sich Zählbares. Wendlingen hingegen nutzte in der 84. Minute eine Konterchance und spielte einen sehenswerten Pass nach vorne auf Daniel Geigle – der das Spielgerät zum 2:1 im Wernauer Tor versenkte.

Groß war der Jubel bei Spielern, Offiziellen und Fans. Niemand hätte wohl gedacht, dass die in Unterzahl und unter diesem Druck spielenden Wendlinger nochmals in Führung gehen würden. Klar, dass die Wendlinger danach wieder mit allen Feldspielern nur noch verteidigten. Die Wernauer verstanden es trotz Überzahl nicht, die Lücke in der gegnerischen Abwehr zu finden – und sie versuchten es mit der Brechstange, aber auch dies half nichts. Die letzten Spielminuten waren ein Sturm auf ein Tor, doch der erwünschte Erfolg für die Wernauer – wenigstens noch das Unentschieden zu retten – blieb aus.

Entsprechend traurig war auch Wernaus Trainer Martin Notz. „Ich bin sehr enttäuscht, vor allen Dingen von der Leistung“, sagte er und fügte hinzu: „Man kann ja mal ein Spiel verlieren, aber wir waren 72 Minuten in Überzahl und haben spielerisch zu wenig gebracht, sodass wir gescheitert sind.“

TSV Wendlingen: Hohlfeld; Demircan (76. Kalic), Weiß (45. Alt), Wolf, Cavallo, Köstle, Atallah (71. Arama, 80. Schubert), Attorre (64. ikcioglu), Kay, Sidibe, Baric, Geigle.

TSV Wernau: Zink; Gelewski, Michaletz (46. AAntonesei), Skala (55. Laffert), Alexander Huszta, Blattner, Bastasic, Köck (85. Notz), Lang, Theison (55. Schnitt), Niklas Hiszta (46. Denzinger).

Schiedsrichter: Max Meier

Zuschauer: 150.

Tore: 1:0 Köstle (20.), 1:1 Blattner (74.), 2:1 Geigle (84.).

Rote Karte: Sidibe (18.).

Beste Spieler: Köstle, Geigle / Blattner.

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