Fußball Kreisliga A2 TSV Flacht schlägt TSF Ditzingen – und zwei Spieler verletzen sich schwer

Im Kampf gegen den Abstieg muss der TSV Heimerdingen II mit Luka Banas (Mitte) gegen den FC Gerlingen spät den nächsten Rückschlag verkraften. Foto: Andreas Gorr

Es gibt allerhand Verletzungen am 12. Spieltag: In Flacht geht es sehr ruppig zu und im Spiel beim TSV Münchingen II bleibt der Torhüter des SV Leonberg/Eltingen II bewusstlos liegen.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Nach den jüngsten drei Spielen ohne Niederlage erklimmt der TSV Flacht zum ersten Mal in dieser Saison einen einstelligen Tabellenplatz in der Fußball-Kreisliga A2. Auch der SV Gebersheim erreicht einen neuen Höhepunkt.

 

Dagegen setzt sich die Talfahrt der SKV Rutesheim II fort, die Mannschaft bleibt nur knapp einstellig und wird in ihrem Niedergang von den TSF Ditzingen begleitet. Auf den ersten drei und den letzten zwei Plätzen gibt es keine Bewegung und dennoch spannende Entwicklung.

Nach 1:4 gegen Warmbronn: SKV Rutesheim II im Abstiegskampf

Von ihrem Saisonhöhepunkt, als sie die ersten zwei Spieltage an der Tabellenspitze verbrachte, entfernt sich die SKV Rutesheim II immer weiter – nach der 1:4-Schlappe gegen die Spvgg Warmbronn steht die Mannschaft nur noch auf Rang neun. Dabei gingen die Hausherren durch ihren Top-Torjäger Angelo De Pilla in der 13. Minute in Führung, die jedoch nicht lange Bestand hatte. Nur neun Minuten später glich Christian Ahlborn nach einem Eckball für die Gäste aus, wobei er die unsaubere Zuordnung seiner Gegenspieler ausnutzte.

Christian Ahlborn traf zum Ausgleich für die Spvgg Warmbronn Foto: Andreas Gorr

Die U23 des Landesligisten hielt die erste halbe Stunde des Spiels wacker mit, ab der 30. Minute verlor die junge Mannschaft jedoch immer mehr die Spielkontrolle an die Spvgg. Beispielhaft in der 37. Minute, als die Rutesheimer Spieler ihre Gegner nicht an der Flanke hindern konnten, die Stürmer Nils Schenk zur Führung für den Gast über die Linie drückte. „Wir haben uns da sehr dumm angestellt“, kritisierte SKV-Trainer Tobias Germanus. Nach dem Seitenwechsel lief das Spiel im gleichen Muster weiter, der Heimelf fehlte es an Zugriff und Zweikampfhärte. Beim 3:1 von Pascal Stork in der 55. Minute hatten die Rutesheimer Spieler mit einer Abseitssituation gerechnet und das Spiel eingestellt, was Schiedsrichter Jürgen Frick jedoch anders bewertete. „Das hat uns, wenn nicht sowieso schon geschehen, den Zahn gezogen“, monierte Germanus, dessen Team nur acht Minuten später den Schlusspunkt kassierte.

Aktuell hat die SKV Rutesheim II (v.l. Angelo de Pilla , Aykan Seymen) wenig Grund zum Jubeln. Foto: Andreas Gorr

Ein scharfer Pass von der linken Warmbronner Seite verpasste Freund und Feind, wurde jedoch von der Gegenseite erneut ins Zentrum gebracht, wo Mirko Hoffmann zum 4:1 einschob. Eine Erklärung für das zahnlose Auftreten seiner Schützlinge hatte Germanus im Nachgang nicht, eine Rolle könne aber das Alter seiner Mannschaft spielen, die in diesem Spiel im Schnitt fünf Jahre jünger als der Gegner daherkam. „Ich hoffe immer“, sagte der Rutesheimer Trainer, „dass wir mit einer gewissen Blauäugigkeit in die Phase gehen, uns nicht anstecken lassen. Aber ich glaube, momentan ist es das komplette Gegenteil. Die Spieler sind zu unerfahren, sie erleben vielleicht erstmalig diese kritische Phase für uns.“

So nah an den Abstiegsplätzen: Tobias Germanus und seine Mannschaft von der SKV II Foto: Andreas Gorr

Nach fünf sieglosen Spielen inklusive dreier schmerzhafter Pleiten ruft Tobias Germanus offiziell den Abstiegskampf für seine Mannschaft aus, die nur mehr vier Zähler vom Relegationsrang trennen: „Wir stecken in der Gefahrenzone mit drin. Bis zur Winterpause geht unser Blick eher nach unten als nach oben.“ Seine Mannschaft, die der Trainer als „zu kindhaft“ bezeichnet, müsse lernen, das schöne Spiel zugunsten kämpferischer Härte hinten anzustellen. Wichtiger als das Duell mit der SpVgg Renningen am kommenden Spieltag sieht Germanus das Spiel in zwei Wochen an, es geht auf heimischem Platz gegen einen direkten Konkurrenten, den SV Leonberg/Eltingen II.

Herbe Schlappe: SV Leonberg/Eltingen II tritt auf der Stelle

Auch der SV Leonberg/Eltingen II ist längst Teil des Abstiegskampfes, nach der 1:5-Ohrfeige beim TSV Münchingen II verbleibt die Mannschaft weiter auf dem Relegationsplatz. „Brutal bitter, das tut mental richtig weh“, urteilte SV-Trainer Sebastian Kohler. Nach einer geklärten Ecke in der 10. Minuten bracht der Gastgeber den Ball erneut ins Zentrum, wo Fabian Raab in die eigenen Maschen köpfte. „Unhaltbar, ein perfekter Kopfball, leider ins eigene Tor“, kommentierte Kohler. Dem 2:0 durch Niels-Torben Kansy in der 41. Minute ging nach Einschätzung Kohlers eine klare Abseitsstellung voraus. „Das hätte man sehen müssen“, kritisierte der SV-Trainer den Unparteiischen Stipe Brnic, der beim Chipball über die Leonberger Defensivreihe auf Kansy keine strafbare Position erkannte.

Erst Eigentor, dann Verletzung: Pechvogel Fabian Raab (re.) vom SV Leonberg/Eltingen Foto: Andreas Gorr

Kritisch sah Kohler auch das 3:0 in der 49. Minute, nach einem Steckpass durch die Innenverteidiger stieß SV-Torwart Henrik Berger mit einem Gegner zusammen und blieb bewusstlos liegen. „Eine brutale Entscheidung. So was muss man abpfeifen, das ist eine Attacke gegen den Keeper“, bemängelte Kohler die Schiedsrichterentscheidung. Tamino Filipaj trat als Nutznießer in Erscheinung und schob den Ball ins verwaiste Tor, während Berger fünf Minuten brauchte, um wieder normal atmen und aufstehen zu können. Ole Haug ersetzte den Pechvogel. Auch beim vierten Gegentor sah Trainer Kohler eine Entscheidung gegen seine Mannschaft, Ersatzkeeper Haug kam an den Ball, sein Gegner lief in den Eingewechselten hinein, was Brnic mit der Entscheidung auf Strafstoß quittierte. Die Münchinger waren laut Kohler selbst sehr glücklich über die Entscheidung, Yannick-Noah Kansy verwandelte den Strafstoß. Mit einem herausgespielten Tor schnürte der Elfmeterschütze seinen Doppelpack gegen die glücklose SV-Zweite, die in der Nachspielzeit nur noch zum Ehrentreffer durch Susan Lama kam. Eingerahmt wurde das Tor von zwei Großchancen, welche die Mannschaft jedoch nicht nutzen konnte.

Sebastian Kohler (Mitte) sieht eine kritische Entwicklung seines SV Leonberg/Eltingen II. Foto: Andreas Gorr

„Wir sind zu spät aufgewacht“, analysierte der Trainer, der dennoch die Hoffnung zur Pause nicht aufgegeben hatte. Im letzten Drittel fehlt es seiner Mannschaft in den letzten Wochen an Kreativität, die Ballbesitzphasen im Mittelfeld funktionieren weiterhin nach Vorstellung. Trotz einer zehn Spieler starken Auswechselbank spielte Co-Trainer Philipp Pajda 65 Minuten, Sebastian Kohler sogar die vollen 90. Er begründete dies mit der schmalen Trainingsbeteiligung seiner Schützlinge, von denen einige an den beiden Trainingseinheiten unter der Woche nicht teilgenommen hatten. Zur Pause musste Kohler unvorhergesehen auswechseln, Eigentorschütze Raab stürzte unglücklich im Zweikampf und musste, wie später im Krankenhaus festgestellt wurde, mit angebrochenem Handgelenk in der Kabine bleiben. Kohler prognostiziert dem Verteidiger einen Ausfall für den Rest der Hinrunde. Ein Verlust, der den Abstiegskampf für sein Team kaum einfacher machen wird.

FC Gerlingen entreißt Heimerdingen II spät den Sieg

Auch für den TSV Heimerdingen II wird es nicht einfacher. Während sich die erste Mannschaft in der Landesliga nicht aus dem Abstiegskampf befreien kann, bleibt die Zweitvertretung auch nach St. Martin im Besitz der Roten Laterne. Der Versuch, diese an den FC Gerlingen zu übergeben, schlug fehl; auf dem Breitwiesensportplatz unterlag der TSV II mit 1:2. „Wir haben wieder einmal Punkte verschenkt“, klagte Graziano Monteduro, der TSV-Trainer sah sein Team in der ersten Halbzeit aktiver und gefährlicher, inklusive großer Möglichkeiten noch vor dem Führungstor in der 35. Minute.

Sorgenvolle Miene: Heimerdingens Trainer Graziano Monteduro Foto: Andreas Gorr

Dieses gelang Bjarne Petersen, der einen Eckball per Kopf verwertete. Mit Lauf- und Kampfbereitschaft hatte der TSV den Gerlinger FC unter Kontrolle und ging mit der knappen Führung in die Pause. Kurz nach Wiederanpfiff lief Heimerdingens Top-Torjäger Luka Banas allein auf das gegnerische Tor zu, doch Niklas Kimmich verweigerte dem 22-Jährigen seinen achten Saisontreffer. „Wir haben es einfach nicht geschafft, nachzulegen“, seufzte der Trainer, dessen Mannschaft den Abstiegskonkurrenten dadurch bis zum Ende im Spiel hielt.

Auch gegen Filip Jagar (Mitte) blieb FC-Torhüter Niklas Kimmich (re.) siegreich. Foto: Andreas Gorr

In der Schlussviertelstunde wurden die Gastgeber aktiver und wurden dafür belohnt. „Da waren wir wieder ein freundlicher Gast“, kommentierte Monteduro das Tor zum Ausgleich. Einen harmlosen Ball wollten die Gäste zum Schlussmann zurückspielen, dieser kam jedoch aus dem Tor, zudem rutschte ein Verteidiger aus, was Marvin Mieck in Position brachte, der freie Bahn hatte und den Ball nur noch einschieben musste (78.). „Klar, dass die Jungs dann geknickt sind“, erklärte Trainer Monteduro, dessen Jungs nicht nur geknickt, sondern in der 89. Minute spät gebrochen wurden.

Anders als Kai Kurzweg (Mitte) gelingen dem TSV Heimerdingen II derzeit keine großen Sprünge. Foto: Andreas Gorr

Nach einem Angriff über den Flügel mit anschließender Flanke sprang der Ball einem TSV-Verteidiger unglücklich an die Hand, den fälligen Elfmeter verwandelte Marvin Mieck zu seinem dritten Doppelpack in der laufenden Spielzeit, der bereits zum zweiten Mal wichtige Zähler für den FC sicherte. „Es hat den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Wir hätten mindestens einen Punkt verdient, eigentlich sogar mehr“, meinte Monteduro mit Verweis auf das Chancenplus seiner Mannschaft, die den Sack jedoch nicht schließen konnte.

Geht er rein? Viele Spieler strecken sich nach dem Ball. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

„Wir sind aktuell nicht so stabil, dass wir ein 1:0 locker runterspielen“, betonte Monteduro das mangelnde Selbstvertrauen seiner Spieler nach der zehnten Niederlage. Diese schmerzt besonders, da sich so der Rückstand auf den Vorletzten FC Gerlingen auf fünf Punkte erhöht. Die prekäre Situation ist laut Monteduro klar: „Jedem der Jungs ist bewusst, dass die Lage nicht leichter wird. Aber nichtsdestotrotz werden wir weitermachen und vielleicht kommt das Spielglück dann mal wieder auf unsere Seite.“

SV Gebersheim dreht das Spiel in einer Minute

Das Spielglück hatte der SV Gebersheim beim 3:1-Sieg über den TV Möglingen auf seiner Seite, wie Trainer Kai Liedtke verriet: „Wir hatten auch Glück, aber das interessiert am Ende nicht“, grinste der Übungsleiter nach dem Sieg, mit dem sich seine Mannschaft an Möglingen vorbei auf den sechsten Tabellenplatz schiebt. Liedtke nannte die gute Chancenverwertung, die Leistung gegen den Ball, besonders von seinen Sechsern Marvin Uhl und Niklas Stapf sowie die Moral nach dem frühen Rückstand als Erfolgsfaktoren.

Gebersheims Coach Kai Liedtke: „Wir hatten auch Glück, aber das interessiert am Ende nicht“ Foto: Andreas Gorr

In der 10. Minute empfing Marcel Gurth einen Chipball von TV-Topstürmer Julian Reiser, den er in der Luft ästhetisch mit der Hacke mitnahm und anschließend per ebenso ansprechendem Lupfer über Pascal Manes beförderte. Die Antwort der Hausherren ließ nur zwei Minuten auf sich warten. Marvin Uhl prüfte Florian Reichert mit einem harmlos erscheinenden Distanzschuss, der dem TV-Torwart jedoch unglücklich durch die Arme rutschte. Die Tormusik (Scooters „How much is the fish“) war kaum verklungen, der Stadionsprecher war noch mit seiner Durchsage beschäftigt, da schlug Keeper Manes einen langen Ball in die gegnerische Hälfte. Im Laufduell mit Noel Tisch köpfte Leon von Bank unter dem Spielgerät hindurch, was Tisch freie Bahn auf Reichert ermöglichte. An diesem kam Gebersheims Stürmer zwar vorbei, musste den Ball jedoch von der Torauslinie mit dem linken Fuß verarbeiten. Der Ball kullerte ins Tor, Gebersheim drehte die Partie in einer knappen Minute.

Doch der ebenbürtige Gegner hatte die große Chance zum Ausgleich nur elf Minuten später, einen strittigen Foulelfmeter von Ismetcan Caglayan parierte SV-Ersatzkeeper Manes allerdings. Der Vertreter des sich auf einer Hochzeit befindlichen Felix Pohle musste aber nur fünf Minuten später ausgewechselt werden, nach einem langen Abschlag hatte er über Schmerzen in der Leiste geklagt. Ins Spiel kam für ihn Philipp Bühler, den etatmäßigen Rückhalt der zweiten Mannschaft hatte Liedtke erst kurzfristig angefragt, wie der Trainer verriet. Er attestierte dem Spontanaufsteiger eine gute Leistung nach seiner Einwechslung. Ebenfalls eingewechselt wurde Stürmer Kevin Sholabomi, der nach überstandenem Muskelbündelriss aus der Niederlage gegen den TSV Münchingen II sein Comeback feierte und dieses mit seinem zweiten Saisontor krönte. Das Flutlicht war bereits eingeschaltet, als Murat Tekeli in der 86. Minute einen Eckball vom langen Pfosten ins Zentrum köpfte. Sholabomi verlängerte den Ball sehenswert aus der Luft ins Tor, der Jubel über den Treffer des Sommerneuzugangs, der vom TSV Münster kam, war entsprechend groß.

Kevin Sholabomi (re., gegen TSV Münchingen II) krönte sein Comeback beim SV Gebersheim mit einem Tor. Foto: Andreas Gorr

Für Gebersheim bedeutet der dritte Sieg aus den letzten fünf Spielen ohne Niederlage den Sprung auf Platz sechs, nachdem die Mannschaft am vierten Spieltag noch auf dem Abstiegs-Relegationsplatz stand. Für Trainer Liedtke, der vor der Saison als neuer Trainer vom Bezirksligisten SV Vaihingen gekommen war, eine beruhigende Entwicklung. Er betonte jedoch, man sei sich klar gewesen, dass es keine einfache Saison werden würde.

Für den TSV Höfingen ist ein Punkt in Weil der Stadt zu wenig

Selbiges war auch für den TSV Höfingen klar, wie Trainer Marco Russo im Sommer bereits klarstellte. Da kommt der sicher unerwartete Punktgewinn durch ein 1:1 bei der Spvgg Weil der Stadt zwar gelegen, Russo haderte jedoch mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft und betonte, es sei mehr möglich gewesen. Nachdem seine Mannschaft in den ersten zehn Minuten der Partie vier große Möglichkeiten zur Führung vergab, gingen die Hausherren in der 27. Minute durch einen abgefälschten Distanzschuss von Mousa El Arkoubi in Führung.

Trotz Punkt nicht zufrieden: Trainer Marco Russo vom TSV Höfingen Foto: Andreas Gorr

Der Ausgleich gelang erst im zweiten Durchgang, Russos älterer Sohn Gianluca verwandelte einen direkten Freistoß aus knapp 20 Metern (62.). Die Nachspielzeit mussten die Höfinger in Unterzahl bestreiten, für ein wiederholtes Foulspiel sah Andreas Felger die Ampelkarte. Für Marco Russo ist der mitgenommene Zähler „ein guter Punkt, aber zwei zu wenig.“ In den vor der Winterpause verbleibenden Spielen in Heimerdingen und Möglingen möchte er mit seiner Mannschaft das Optimum erreichen, um dem angestrebten Klassenerhalt näher zu kommen.

TSV Flacht schlägt TSF Ditzingen in der Nachspielzeit

Schritt für Schritt in Richtung Klassenerhalt geht auch der TSV Flacht. Nach dem überraschenden Punktgewinn gegen die SpVgg Renningen und dem Kantersieg gegen den SV Leonberg/Eltingen II bleiben die Schwarz-Blauen im dritten Spiel in Serie unbesiegt und feiern mit dem 2:1-Erfolg über die TSF Ditzingen einen wichtigen Dreier, der jedoch mit einigen Nebengeräuschen vonstattengeht. Nach einer ausgeglichenen und torlosen ersten Halbzeit hatten sich die Flachter vorgenommen, eine Schippe draufzulegen, wie Spielertrainer Danny Konsek erklärte.

Danny Konsek (li.) klettert mit dem TSV Flacht nach oben Foto: Andreas Gorr

Das gelang schnell, nach einem Angriff über die rechte Seite legte Kapitän Lukas Küppers den Führungstreffer durch Luca Boldrini vor (49.). Eine unmittelbar folgende Großchance ließen die Flachter aus, spielten jedoch weiterhin auf das zweite Tor. Um die 70. Minute lupfte Flachts bester Angreifer Christopher Welsch am Ditzinger Tor vorbei, nachdem er allein auf das Gehäuse zugelaufen war, das zweite Tor blieb vorerst aus. Stattdessen fiel jedoch der Ausgleich und das in der Nachspielzeit. Juri Micic verwandelte in der fünften Minute eben jener einen direkten Freistoß aus 20 Metern zentraler Position ins rechte untere Eck. „Wir wussten, dass der Schiri uns noch einen Angriff geben würde“, meinte Konsek.

Am Ende war Christopher Welsch (re.) doch noch für den TSV Flacht erfolgreich. Foto: Andreas Gorr

Dies trat ein und der Angriff sollte reichen. Einen Freistoß aus dem Halbfeld schlug der eingewechselte Maik Bauer auf den kurzen Pfosten, wo Welsch zur Führung vollendete (90.+7). „Das war brutal. Zwei Minuten davor hast du gedacht, du hast den sicheren Sieg verschenkt und dann mit dem Gegenangriff holst du ihn dir doch wieder zurück. Da lagen wir alle an der Eckfahne aufeinander. Ich glaube, die komplette Bank war da. Es war sehr schön“, schwärmte Konsek, wenngleich er zugab: „Es war über 90 Minuten verdient, hätte aber definitiv auch anders ausgehen können.“ Konsek selbst kam in der 76. Minute ins Spiel, nachdem er aufgrund einer bei der letzten Niederlage erlittenen Verletzung zwei Spiele verpasst hatte. „Ich musste mich irgendwann einwechseln, weil wir davor schon wieder verletzungsbedingte Wechsel vornehmen mussten“, erzählte Konsek vom bisweilen ruppigen Spiel gegen die TSF.

Sven Gümperlein (li.) verletzte sich im Zweikampf Foto: Andreas Gorr

Bereits nach 20 Minuten musste Verteidiger Sven Gümperlein vom Feld, nachdem er bei einem Zweikampf an der Außenlinie gegen die Trainerbank krachte. „Ich habe gedacht, der ist weg“, sagte Konsek sichtlich bewegt, nachdem Gümperlein mit der Schulter voraus gegen das Metall der Bank flog. „Er hat nur noch geschrien vor Schmerzen, da ging gar nichts mehr“, berichtete Konsek und kritisierte: „Der Schiri hat nicht mal ein Foul gegeben, das war vogelwild.“ Auch mit der weiteren Linie von Schiedsrichter Thomas Schlotter war Konsek unzufrieden, bezeichnete sie als „sehr nicklich“. Besonders hervor stach die 44. Minute, als der Unparteiische gleich vier Gelbe Karten verteilte, laut Konsek mindestens drei wegen Meckerns. Gümperlein sollte nicht die letzte verletzungsbedingte Auswechslung bleiben, Robin Schwenker musste in der 89. Minute mit gebrochener Nase das Feld verlassen, nachdem er einen hohen Fuß seines Gegenspielers ins Gesicht bekam. Auch hier verhielt sich der Schiedsrichter unglücklich, wie Konsek schilderte: „Der Schiedsrichter hat wirklich eine Sekunde nach dem Zweikampf zum Robin gesagt, er soll sich doch nicht so anstellen, er wurde doch nur leicht gestreift, er solle aufstehen. Robin ist aufgestanden, hat natürlich geblutet ohne Ende. Das gab auch keine gelbe Karte, ein Foul hat er gepfiffen, aber hat noch einen dummen Kommentar an Robin dran gelassen, also auch sehr unglücklich.“

Nicht nur der Gegner Ditzingen, sondern auch der Flachter Robin Schwenker (li.) holte sich eine blutige Nase. Foto: Andreas Gorr

Kurze Zeit später traf derselbe Gegner Flachts Kapitän Küppers mit den Stollen auf der Brust, was laut Konsek sichtbare Abdrücke hinterließ, auch hier ließ der Unparteiische die Karte in der Tasche. „So viele unglückliche Szenen, wo ich mir einen Kopf fassen musste“, quittierte Konsek die Leistung des Unparteiischen. Einen Platzverweis erhielten die Gäste dennoch, nach einem taktischen Foul musste Philipp Erlenmaier den Platz frühzeitig verlassen, was Konsek jedoch als „überzogen“ bezeichnete. „Wir haben alle geschrien, weil es ein taktisches Fall war, aber von uns wusste auch keiner, dass er schon gelb hatte“, beteuerte der TSV-Coach. „Wenn er schon gelb hatte, hätte ich ihm in dem Fall auch keine gelb-rote gegeben, aber das hat dann auch zur Schiedsrichter-Leistung gepasst“, meinte Konsek. Mindestens Schwenker wird nun länger fehlen, bei Gümperlein und Küppers sehe es jedoch besser aus, erzählte Konsek, der mit seiner Mannschaft auf Platz sieben klettert.

Später Jubel für den TSV Flacht Foto: Andreas Gorr

Einen Vorwurf an die Gegenspieler formulierte er aber nicht, Flachts Trainer sprach von „ekligen Fouls, aber das passiert mal.“ Viel eher freute er sich über die positive Entwicklung seiner Mannschaft, die wichtige Punkte einsammelt und die TSF damit in der Tabelle überholt. „Es ist schön, dass wir im Mittelfeld angekommen sind. Aber man sieht ja auch, wie knapp es ist. Mit zwei Siegen kann man noch mal Plätze gut machen, mit zwei Niederlagen ist man aber auch direkt wieder im Abstiegskampf“, sagt Konsek, der dorthin jedoch nicht zurückwill, sondern viel mehr eine Platzierung oberhalb des achten Platzes anstrebt.

28 Minuten reichen für die Spieltags-Elf

Einen Platz in der FuPa-Elf der Woche streben viele Spieler an, dieses Mal präsentiert sich vor allem der siegreiche TSV Münchingen II in dieser Wertung. Mit Verteidiger Julian Guha, den Stürmern Tamino Filipaj und David Rocco Ivan sowie Doppelpacker Yannick-Noah Kansy stellt die Zweitvertretung des Bezirksligisten die meisten Plätze in der dieswöchigen Aufstellung.

Vier Schützlinge von Gianluigi Rufrano stehen in der Elf des Spieltags. Foto: Andreas Gorr

Doppelt vertreten sind die spät siegreichen Gerlinger durch Kapitän Boike Bischoff und Matchwinner Marvin Mieck. Gleiches gilt für die SpVgg Renningen, der dank ihrer Torschützen Leon Kottucz und Riccardo Ronny Bischoff ein Novum in dieser Spielzeit gelingt. Torschütze El Arkoubi für die Spvgg Weil der Stadt und Verteidiger Danny Schweizer vom TSV Höfingen vervollständigen das Feld, den Platz im Tor sichert sich Gebersheims Elfmeterkiller und Vorlagengeber Pascal Manes.

Endspurt der Hinrunde: Harte Brocken für die Zweiten

Drei Spieltage verbleiben bis zur Winterpause, den ersten eröffnet die SpVgg Renningen im Duell mit der kriselnden SKV Rutesheim II. Auch Drita Kosova Kornwestheim hat mit dem SV Leonberg/Eltingen II eine strauchelnde Zweitvertretung vor der Brust. Der TSV Heimerdingen II greift im Duell mit dem TSV Höfingen nach dem rettenden Ufer, während sich mit Warmbronn und Gebersheim zwei aufstrebende Teams aus dem Mittelfeld duellieren.

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