Fußball Kreisliga A2 Die Ligaspitze marschiert weiter

Die SpVgg Renningen (re. Riccardo Ronny Bischoff) holt den zweiten Sieg in der Rückrunde – doch Kornwestheim bleibt dem Spitzenreiter auf den Fersen. Foto: Andreas Gorr

Drita Kosova Kornwestheim und die SpVgg Renningen distanzieren mit ihren beiden 4:0-Erfolgen die Konkurrenten. Die Spvgg Warmbronn will die Top Drei angreifen.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Mit einem Punkt in Renningen überholen die neue Tabellensechste TSF Ditzingen den punktgleichen TV Möglingen, der allerdings ein spielfreies Wochenende verbrachte.

 

Auch der SV Gebersheim schließt mit einem Punktgewinn zum TSV Höfingen auf und verdrängt diesen von Platz neun. Der TSV Flacht vollzieht als dritter Verein diesen Schritt und übernimmt den elften Platz vom SV Leonberg/Eltingen.

Drei schnelle Tore sichern Renninger Sieg gegen Höfingen

Im Kampf um den Meistertitel war es an der SpVgg Renningen, in dieser Woche auf heimischem Platz vorzulegen. Das taten die Mannen von Trainer Michael Schürg mit Bravour und schlugen den TSV Höfingen mit 4:0. Nachdem die Gäste in der Vorwoche noch den Tabellenvierten Spvgg Warmbronn übertrumpften, verpasste der Tabellenführer dem TSV, welcher zuvor in acht Spielen nur eine Pleite kassierte, einen empfindlichen Dämpfer. Trotz des deutlichen Erlebnisses sah Trainer Schürg keinen nahtlosen Übergang aus dem Rückrundenauftakt mit dem Kantersieg über den FC Gerlingen.

Trainer Michael Schürg war mit dem ersten Durchgang unzufrieden. Foto: Andreas Gorr

„Vom Ergebnis her ja, aber wir haben überhaupt nicht in die erste Halbzeit gefunden“, monierte der Trainer, der in den Raum stellte, seine Mannschaft sei nach dem letzten Resultat überheblich geworden. Ungenauigkeiten im Passspiel und falsche Entscheidungsfindungen lähmten den Spitzenreiter. Die Widerstände der Höfinger, die Schürg ausdrücklich lobte, waren für seine Mannschaft zunächst ein großes Problem, vor allem in der Anfangsphase. Etwas aus dem Nichts, wie der Coach anmerkte, gelang Cedric Wurmbrand in der 16. Minute der Führungstreffer, nachdem er vor dem Tor gut freigespielt wurde. „Danach haben wir das Spiel besser in den Griff bekommen“, meinte Schürg, der trotz der Steigerung seines Teams zur Pause noch Bedarf zur Kritik sah: „Es war überhaupt nicht das, was wir uns vorgenommen und vorgestellt hatten. Ich habe gesagt, wir müssen ein anderes Gesicht zeigen, sonst wird das nichts. Das haben wir zum Glück auch gemacht.“

Quentin Klett (vorn) bereitete den dritten Renninger Treffer vor. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Im zweiten Durchgang war Schürg mit dem spielerischen Auftritt seiner Mannschaft deutlich zufriedener, in 17 Minuten machte die SpVgg den Sack zu. Zuerst traf Riccardo Ronny Bischoff nach einem Eckball (51.), danach köpfte der eingewechselte Leon Kottucz eine Hereingabe von Quentin Klett am langen Pfosten ein (61.), wenig später tauchte Justin Eberhardt frei vor TSV-Keeper Kim Witte auf und setzte den Schlusspunkt (68.). Michael Schürg haderte mit der Anfangsphase: „Es war klar, dass nicht jedes Spiel so wie gegen Gerlingen läuft. Jetzt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Wir müssen, egal gegen welchen Gegner, an unsere Leistungsgrenze kommen, sonst reicht es leider nicht.“ Er selbst habe den Gegner keinesfalls unterschätzt: „Ich habe Höfingen so stark erwartet, sie haben auch eine gute Serie in der Liga hingelegt. Das habe ich meiner Mannschaft auch vermittelt und gesagt, dass wir entscheiden, wie das Spiel ausgeht, wenn wir 100% geben.“ Der Schlendrian nach dem Kantersieg fiel Schürg schon beim Aufwärmen seiner Mannschaft auf, er meinte, das Phänomen sei auch im Profifußball präsent.

Die Kokurrenz sitzt Schürg und seinem Team im Nacken. Foto: Andreas Gorr

Durch die in der Vorwoche errungene Tabellenführung habe sich die Lage verschärft, jeder wolle gegen sein Team gewinnen, meinte Schürg: „Natürlich beginnt jetzt ein Wettkampf, wer kann Renningen als erstes ein Bein stellen?“ Er wolle seine Mannschaft in den kommenden Wochen auf diese mentale Belastung einstellen. Dabei helfen soll auch Lucas Perez, der etatmäßige Kapitän gab nach langer Verletzungspause sein Comeback, nachdem er in den ersten sechs Saisonspielen immer über 80 Minuten absolviert hatte. Jedoch betonte der Trainer, dass es nicht nur am 25-jährigen Verteidiger liege: „Er bringt richtig Qualität rein, aber auch das ist kein Selbstläufer, auch er muss zu 100 Prozent da sein.“ Schürg warnte weiter vor der Konkurrenz: „Wenn wir straucheln sollten, Kornwestheim ist da.“

Kornwestheim zieht nach: Vier Treffer bei Haizmann-Debüt

Renningens punktgleicher Titelkonkurrent Drita Kosova Kornwestheim bleibt der SpVgg hartnäckig auf den Fersen. Im Duell mit dem Tabellendritten Spvgg Weil der Stadt tat es der Herbstmeister dem neuen Erstplatzierten gleich und zog mit einem 4:0 im Meisterschaftsrennen nach. Damit trennt beide Vereine weiterhin nur ein Tor in der Differenz. Für die Städter, die unter ihrem neuen Spielertrainer Roland Haizmann weiter den Kontakt zur Spitze halten wollen, gab es in dessen Pflichtspieldebüt als Trainer einen ersten Nasenstüber. Haizmann, der den Gegner in der Vorwoche beobachtet hatte, sah eine deutliche Steigerung auf der Gegenseite, „im Vergleich zum Münchingen-Spiel waren das Welten, sie haben uns die Grenzen aufgezeigt.“

Roland Haizmann (Mi.) verlor sein erstes Pflichtspiel als neuer Spvgg-Coach. Foto: Andreas Gorr

Undankbar wollte er den Gegner für sein erstes Ligaspiel in Verantwortung nicht nennen: „Zum Eingrooven gibt es sicher andere Gegner, aber jetzt hat jeder von uns gesehen, wo wir stehen und was wir zu tun haben.“ Er verwies auf die schwache Bilanz der Spvgg gegen Drita Kosova, in bislang neun Aufeinandertreffen siegte Kornwestheim sechsmal. Bereits in der Hinrunde setzte es eine 0:4-Schlappe, in der Vorsaison kassierte die Spvgg an der Jahnstraße ganze acht Gegentreffer. „Sie waren einfach bissiger und galliger. Sie haben jeden Zweikampf angenommen, als wäre es der letzte. Sie haben uns den Schneid abgekauft. Vorne haben sie uns extrem zugestellt, unser gepflegtes Fußballspielen, was eigentlich unsere Stärke ist, haben sie uns genommen. Dadurch mussten wir auch mit langen Bällen arbeiten, was nicht unbedingt unser Spiel ist“, analysierte Trainer Haizmann.

Harter Tag für Niclas Moser (re.): der Keeper der Spvgg musste viermal hinter sich greifen. Foto: Andreas Gorr

Nach 25 Minuten köpfte Elvis Gashi den Ball nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld zur Führung ein. Zu einer möglichen Abseitsstellung des Kornwestheimers sagte Haizmann: „Für mich sah es so aus, für den Schiedsrichter nicht, also war es kein Abseits.“ Mit diesem Stand ging es in die Halbzeit, Dritas Spielertrainer Spetim Muzliukaj erhöhte in der 54. Minute auf 2:0, nachdem er nach einem langen Steckpass frei vor Spvgg-Torwart Niclas Moser auftauchte und diesen umkurvte. Im Anschluss öffnete Weil der Stadt das Spiel, Haizmann brachte mit Florian Sprenger und Kosov Ademaj frische Kräfte ins Spiel, um den Rückstand noch zu drehen. „Nach dem 2:0 haben wir komplett auf Offensive geschaltet. Uns war klar, wenn wir so weitermachen, wird es nicht funktionieren, weil wir nicht genug Durchschlagskraft hatten“, erklärte Haizmann seine Entscheidung. Diese fiel den Gästen allerdings auf die Füße, in der 80. Minute traf der eingewechselte Sermin Zekjiri nach einer weiteren Standardsituation, vier Minuten später schnürte Muzliukaj seinen Doppelpack.

Spetim Muzliukaj steuerte zwei Treffer bei. Foto: Peter Mann / PM Pressefoto

Für Trainer Haizmann waren die späten Gegentreffer jedoch ein notwendiges Übel, er meinte: „Die letzten zwei Tore waren ein Resultat daraus, dass wir offener standen und noch etwas versucht haben. Da rennt man dann ins offene Messer, das kann mal passieren. Natürlich sieht das Ergebnis schlimmer aus, als wenn man hinten drin steht und nur noch bunkert, aber das bringt nichts.“ Zwei der vier Gegentore kassierte die Spvgg nach ruhenden Bällen, Haizmann betonte, dass man diesen Punkt angehen wolle, wenngleich es in der Vorbereitung kein großes Thema gewesen sei. Der neue Trainer lobte seine Mannschaft für ihren Einsatzwillen, bereits vor dem Spiel habe er gemerkt, dass „Leben in der Mannschaft“ sei, wie er sagte. Auch nach dem Spiel habe die Moral nicht unter der Schlappe gelitten. Man wolle im kommenden Duell gegen den TV Möglingen die nächsten Punkte holen, denn Haizmann hat den Kampf um die vorderen Plätze noch nicht aufgegeben.

Liga-Top-Torjäger Mousa El Arkoubi (vorn) soll Weil der Stadt beim Kampf um die vorderen Plätze helfen. Foto: Andreas Gorr

Aktuell beträgt der Rückstand auf die beiden Dominatoren neun Zähler, Weil der Stadt hat jedoch ein Spiel weniger absolviert, mit dem man auf sechs Punkte heranrücken könne. So es im Spitzenduell einen Sieger gibt, würde sein Team auf drei Punkte verkürzen, rechnete Haizmann vor. Er wolle zunächst auf sein eigenes Team schauen, stellte der Trainer klar. Die elf Spiele andauernde Serie ohne Niederlage sei zwar vorbei, Weil der Stadt verlor erstmals seit dem vierten Spieltag wieder ein Spiel, nun könne man jedoch eine neue Serie starten, meinte Haizmann.

TSV Flacht erkämpft Punkt beim SV Gebersheim

Der TSV Flacht beendet seine Serie von drei Niederlagen und holt mit einem 1:1 einen Punkt beim SV Gebersheim. Neben Weil der Stadts Duell mit Kornwestheim gab es im Auto Epple Sportpark das zweite Spiel des 17. Spieltages, welches das Resultat des Hinspiels replizierte, auch in Flacht hatte es ein 1:1 gegeben. Der Gast ging bereits nach sechs Minuten in Führung, ein weiter Einwurf des debütierenden Winterneuzugangs Jonathan Zuber fand den Kopf von Top-Torjäger Christopher Welsch, dem trotz überschaubarer Körpergröße der Kopfballtreffer gelang. Welsch, der im Sommer mit der Empfehlung von 18 Scorern in elf Spielen für den SV Friolzheim nach Flacht kam, knüpft damit weiter an seine Leistungen des Vorjahres an, steht mittlerweile bei 14 Scorern aus 14 Einsätzen.

Flachts Luca Boldrini (re.) setzt gegen Gebersheims Jonas Schmid (li.) zur Grätsche an. Foto: Andreas Gorr

In der Folge begannen die Hausherren, den Druck zu erhöhen, hatte ein Plus an Chancen, wurde dabei aber selten zwingend. Ihre größte Chance im ersten Durchgang nutzten sie allerdings, nach einem Steckpass fand sich Manuel Bayer frei vor TSV-Schlussmann Jonas Welting wieder und schob an diesem Vorbei zum Ausgleich ein. Kurz vor der Pause meldete sich der TSV Flacht jedoch wieder mit zwei ihrer wenigen, dafür aber hochkarätigen Möglichkeiten zurück, aber weder Welsch noch Maik Bauer gelang der erneute Führungstreffer. Nach dem Seitenwechsel entgleiste das Spiel auf dem regennassen Gebersheimer Kunstrasen verstärkt, ein durchgehender Spielfluss wurde vor allem durch viele lange Bälle und etliche kleinere Fouls unterbrochen. TSV-Coach Björn Wenninger, der nach sieben Saisons als Trainer der Gebersheimer an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte, tobte regelmäßig an der Seitenlinie entlang. Schiedsrichter Patrick Spranz, der eine zunehmend hitziger werdende Begegnung souverän im Griff hatte, verteilte insgesamt sechs gelbe Karten im zweiten Durchgang, brummte damit Gebersheims Stürmer Bernhard Kreis eine Gelbsperre für das kommende Spiel auf.

TSV-Spielertrainer Danny Konsek (li.) fährt gegen Marvin Uhl (re.) die Sense aus. Foto: Andreas Gorr

Der SV war in Hälfte zwei die deutlich tonangebende Mannschaft und schnürte den TSV Flacht in dessen Hälfte ein, ohne dabei allerdings hochgradig gefährlich zu werden. Den Gästen gelangen kaum Entlastungen, doch wenn es mal passierte, wurde es direkt brandgefährlich. In der 84. Minute kombinierten sich die Flachter nach vorn, SV-Torwart Felix Pohle packte gegen Kevin Bauers Distanzschuss eine starke Parade aus und war beim Nachschuss von Flachts eingewechseltem Winterneuzugang Kajeevan Sasikaran erneut glänzend zur Stelle. Auch bei einem Welsch-Freistoß aus dem linken Halbfeld war der Spielführer des SV auf dem Posten. In der Nachspielzeit entbrannte nach einem Foulspiel an der Strafraumkante der Flachter eine Auseinandersetzung mehrerer Spieler, welche in Verwarnungen für Gebersheims Kevin Sholabomi und Flachts Luca Boldrini endete. Den fälligen Freistoß setzte Niklas Stapf an das Außennetz, es blieb beim Unentschieden. Für SV-Coach Kai Liedtke, der im Sommer für Wenninger in Gebersheim das Amt übernommen hatte, war die Punkteteilung dennoch ein positives Erlebnis. Dieses sei nach der Pleite in der Vorwoche in Ditzingen wichtig gewesen, betonte Liedtke. Auch, dass man den Abstand nach unten halten könne, hob er hervor.

SV-Coach Kai Liedtke wartet weiter auf den ersten Rückrundensieg. Foto: Andreas Gorr

Bei seinem Schlussmann Pohle bedankte er sich für die Paraden, mit denen er den Punkt am Ende sicherte. Seine Mannschaft sei offensiv nicht gefährlich genug gewesen, laut Liedtke habe oft der letzte Ball gefehlt. Die zerfahrene zweite Halbzeit überraschte den Trainer angesichts des Gegners nicht: „Flacht ist eine sehr aggressive und gegen den Ball eklige Mannschaft. Das haben wir sehr gut angenommen. Es war für beide Seiten mehr drin, aber wenn man sich das Spiel anschaut, ist es auch nur gerecht. Keine Mannschaft war klar dominierend, so ist Fußball.“

Nach doppeltem Rückstand: TSF Ditzingen gelingt der Ausgleich

Auch die TSF Ditzingen brachten ein Unentschieden von ihrem Auswärtsspiel beim KSV Renningen mit, beide Teams trennten sich mit 2:2. Doch Ditzingens Spielertrainer Kevin Sturm hatte sich mehr von dem Duell mit dem Tabellensechszehnten erwartet. „Wir sind selbst schuld, dass es nicht mehr wurde“, gestand der 28-Jährige. Seine Mannschaft hatte das Spielgeschehen anfangs gut im Griff, ließ hinten wenig zu, wurde im Angriff jedoch nicht zwingend genug.

Hausgemachter Punktverlust für das Team von Kevin Sturm. Foto: Andreas Gorr

Kurz vor der Pause dann der doppelte Nackenschlag, Bekir Belkaya traf nach einem Eckball zur Führung (40.), drei Minuten später Levent Cakaloglu das zweite Tor nach. Aus der Pause kamen die TSF schwungvoller zurück, Sturm erzählte: „Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel komplett zu drehen.“ In diesen Plan spielte ein grobes Foulspiel von Emirhan Bozkurt im Spielaufbau der Gäste, der dafür mit der zweiten gelben Karte vom Platz geschickt wurde. In der Schlussphase sorgte der kurz nach der Stundenmarke eingewechselte Michael Moser für reichlich Dampf auf dem Flügel. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung wurde seine Flanke an den langen Pfosten ins Zentrum geköpft, wo Stürmer Moritz Güttler ins leere Tor köpfte (65.). Der Anschlusstreffer beflügelte die Ditzinger, wie Sturm betonte: „Danach hat man bei Renningen gemerkt, dass sie anfangen, zu überlegen. Uns hat es nochmal einen Schub gegeben.“

Für mehr als den Ausgleich reichte es den TSF nicht mehr. Foto: Andreas Gorr

In der 73. Minute brachte Moser die nächste Flanke ins Zentrum, wo Nikolaos Bakouris KSV-Keeper Vitali Mositschuk mit einem Fernschuss bezwang, „der haltbar gewesen wäre“, wie Trainer Sturm einräumte. Seine Mannschaft war in der Folge dem Führungstreffer nahe, doch erneut musste Sturm die Chancenverwertung seiner Mannschaft bemängeln. Gleichzeitig meinte er auch: „Wir haben uns die Ausgangssituation in der ersten Halbzeit selbst eingebrockt. Die zwei Gegentore darfst du nicht bekommen.“

Später Sonntagsschuss sichert verspäteten Rutesheimer Auftaktsieg

Nur ein Gegentor kassierte der TSV Münchingen II, doch dieses genügte der SKV Rutesheim II zum 1:0-Heimsieg. „Da ist ein Stein vom Herzen gefallen, es war ein ganz wichtiger Sieg“, seufzte SKV-Trainer Tobias Germanus. Er verwies auf die Aufstellung der Gäste aus der Vorwoche, die bei der Heimniederlage gegen Kornwestheim „mit den beiden Kreislegenden Michael Koch und Michele Ancona“ aufliefen und erklärte, man habe nicht gewusst, was man zu erwarten hatte. Die besagten Akteure fehlten im Kader des TSV, dagegen lief Rutesheims Zweitvertretung mit Silas Wöhr und Ioannis Savvoulidis aus dem Landesligateam auf. Das Spiel beschrieb Germanus als „durchschnittliches Kreisliga-Niveau, kein gutes Spiel von beiden Mannschaften.“

Große Erleichterung bei SKV-Trainer Tobias Germanus. Foto: Andreas Gorr

Nach dem Spielausfall gegen Flacht in der Vorwoche begannen die Gastgeber ihre Rückrunde verspätet, was Germanus jedoch begrüßte. Der Krankenstand seiner Mannschaft, welcher die Vorbereitung erschwert hatte, konnte sich durch die zusätzliche spielfreie Woche etwas entspannen. Die SKV-Zweite konnte in der zweiten Spielhälfte die eigene Kondition besser ausspielen, am Schluss gelang Aykan Seymen mit einem sehenswerten Distanzschuss der Siegtreffer in der 83. Minute. Über ein torloses Unentschieden hätten sich beide Teams nicht beschweren können, befand Germanus, zwingende Chancen blieben aus. Durch den Dreier gegen den Tabellenfünften reisen die Rutesheimer beruhigter zu den kommenden Auswärtsspielen nach Kornwestheim und Weil der Stadt. Wichtig seien dann die Duelle mit der direkten Konkurrenz, das Tabellenmittelfeld mit neun Punkten Unterschied zwischen dem Sechsten und dem Vierzehnten.

Aykan Seymen (re.) schoss das erlösende späte Tor. Foto: Andreas Gorr

Germanus befand: „Von Platz sieben ab kann jeder im Mittelfeld landen, aber auch noch hinten reinrutschen.“ Über den Einsatz von Silas Wöhr war er sehr froh, vor allem, da Stammtorwart David Feddersen bis April beruflich in Spanien weilt. Ein Sonderlob sprach er Innenverteidiger Kaan Atik aus, der im Winter vom KSV Renningen kam. „Überragend“, schwärmte Germanus. Atik bringe viel Stabilität in die Rutesheimer Abwehr, obwohl er zuletzt lange pausiert hatte, stellte Germanus klar: „Er kommt als absoluter Stammspieler. Er zeigt schon, welchen Wert er mitbringt, für die Rückrunde und die Zukunft.“ Nicht mit von der Partie war Winterneuzugang Alesio Beqaj, der noch bis Mitte März eine Sperre aus einem Platzverweis von seinem ehemaligen Verein absitzen muss. Trotz der langen Sperre unterstrich Germanus den positiven Charakter des neuen Stürmers, der sich bislang im Training überzeugend präsentiert.

Schöne Tore satt: Warmbronn überrollt Heimerdingen II

Überzeugend hat sich die Spvgg Warmbronn von ihrer 0:1-Pleite gegen Höfingen zum Rückrundenauftakt erholt. Beim Tabellenletzten TSV Heimerdingen II holten Spielertrainer Felix Raith und sein Team einen 5:2-Auswärtserfolg. Doch entgegen der ursprünglichen Planung gerieten die Gäste früh in Rückstand. Einen Befreiungsschlag von Kapitän Marius Hoyka pflückte Heimerdingens Top-Torschütze Luka Banas am gegnerischen Strafraumrand mustergültig herunter, setzte sich gegen zwei Gegner durch und traf anschließend sehenswert ins lange Eck. „So hatten wir uns das nicht vorgestellt, wir hatten eigentlich vor, endlich mal wieder in Führung zu gehen“, meinte Trainer Raith. Er lobte jedoch die Moral seiner Mannschaf, die das Spiel noch vor der Pause drehte.

Luka Banas (Mi.) traf zur Führung, wurde später jedoch zur tragischen Figur. Foto: Andreas Gorr

Dafür sorgte Stürmer Petrus Glöditzsch, der in Minute 26 das für Raith schönste Tor des Tages erzielte, einen weiten Ball aus der eigenen Abwehr erlief der perfekt startende Stürmer, der die Kugel mit dem Kopf über TSV-Torwart Marc-German Emmert bugsierte und unbeirrt einschob. „So hatten wir es vor“, verwies Raith auf den langen Pass hinter die Kette. In der 35. Minute legte Glöditzsch nach, als er frei vor Emmert auftauchte, nachdem dessen Mitspieler einen Eckball der Gäste nicht hatten klären können, und seinen elften Saisontreffer erzielte. Kurz nach der Pause legten die Gäste nach. Nach einem Freistoß von Philipp Schüle kam konnte Emmert einen ersten, zentralen Abschluss noch parieren, beim Nachschuss des am langen Pfosten eingelaufenen Christian Ahlborn hatte er dann das Nachsehen (48.). Das Schlusslicht der Liga wehrte sich weiterhin nach Kräften, die durch Filip Milos, Hakan Tepegoez und Dennis de Sousa Lourenco aus Heimerdingens erster Mannschaft verstärkt wurden. Doch die TSV-Zweitvertretung nahm sich gleich doppelt aus dem Spiel.

Petrus Glöditzsch (re.) drehte vor der Pause das Spiel. Foto: Andreas Gorr

Lukas Banas hatte den Anschlusstreffer auf dem Fuß, brachte einen fälligen Foulelfmeter jedoch nicht aufs Tor. Dann langte Tepegoez in einem Zweikampf überhart zu, beschwerte sich zu vehement beim Unparteiischen und sah daraufhin in der 67. und 68. Minute die gelb-rote Karte. So dezimiert gelang den Gastgebern dennoch der Anschlusstreffer, sie spielten Stürmer Sebastian Riesch am linken Strafraumeck frei, welcher mit einem sehenswerten Schlenzer, der undankbar vor Warmbronns Torhüter Fynn Kleinschmidt aufkam, das 2:3 erzielte (80.). Die aufkeimende Hoffnung der Heimerdinger wurde jedoch jäh erstickt, denn Warmbronn hatte die passende Antwort parat. Der Wiederanstoß wurde sofort ins Abwehrzentrum gespielt, das unmittelbar einen langen Ball in die Spitze schickte. Der eingewechselte Fabjon Ndreca, der im Winter als spielender Co-Trainer zur zweiten Mannschaft der Spvgg gewechselt war, gewann das Kopfballduell gegen Hoyka. Anschließend fand ein Chipball den ebenfalls eingewechselten Winterneuzugang Tamer Abdelrahman, der volley verwandelte (81.). Trainer Raith, der angeschlagen erst spät für den verletzten Schüle ins Spiel kam, lobte seinen neuen Stürmer: „Ein guter Junge, charakterlich passt er perfekt in die Mannschaft.“ Diese nutzte einen Fehlpass von Milos im Spielaufbau, dem sie nachsetzten und so einen Drei-gegen-Einen-Konter erspielten. Ndreca bediente Joker Philipp Kindler, der mit einem trockenen Abschluss ins Torwarteck alles klar machte.

Felix Raith (re.) will nochmal oben angreifen. Foto: Andreas Gorr

Raith konstatierte: „Das Ergebnis sieht deutlich aus, aber es war teilweise über Strecken trotzdem eng.“ Die schwere Schulterverletzung von Stürmer Mauritz Röckle hatte im letzten Vorbereitungsspiel für einen Schock gesorgt, entgegen der Vorwoche gelang den Warmbronnern nun allerdings deutlich mehr vor dem Tor, Raith zeigte sich mit der Chancenverwertung zufrieden. Die Chance, weiterhin oben anzugreifen, möchten Raith und sein Team wahrnehmen. „Vor der Saison haben wir Platz drei als Ziel genannt, das ist es auch aktuell. Die ersten beiden sind weg, die kriegt man nicht mehr. Platz drei ist unser Ziel und um das zu erreichen, geben wir weiter Gas“, formulierte Raith seine Kampfansage an den Tabellendritten Spvgg Weil der Stadt.

Elf der Woche: Vier Tore für vier Plätze

Die beiden Streithähne um den dritten Platz schaffen es nicht in die FuPa-Elf der Woche, dafür sind die SpVgg Renningen und Drita Kosova Kornwestheim mit jeweils vier Akteuren vertreten. Die Renninger schicken Verteidiger Albion Maliqi, die Mittelfeld-Torschützen Wurmbrand und Bischoff sowie Sturm-Joker Kottucz ins Rennen.

Gerlingens Rückkehrer Marvin Mieck (re.) überzeugte die Wähler mit seinem Tor zum Ausgleich. Foto: Andreas Gorr

Von Herbstmeister Kornwestheim stehen die Torschützen Gashi, Zekjiri und Muzliukaj im Aufgebot, dazu kommt Verteidiger Alban Krasniqi. Silas Wöhr vertritt die SKV Rutesheim II im Tor, Torschütze Bekir Belkaya vom KSV Renningen komplettiert die Verteidigung, der letzte Mittelfeldplatz geht an Marvin Mieck, der dem FC Gerlingen wichtige Punkte im Abstiegskampf besorgte.

Die nächste Kellerkämpfe stehen vor der Tür

Das Duell Erster gegen Letzter wartet am 18. Spieltag, wenn die SpVgg Renningen den TSV Heimerdingen II empfängt. In den Duellen SV Leonberg/Eltingen II gegen TSV Höfingen und TSV Flacht gegen KSV Renningen stehen die nächsten möglichen Vorentscheidungen im Tabellenkeller ins Haus.

Der TSV Münchingen II um Sebastian Kucelj (li.) empfängt den SV Gebersheim mit Kevin Sholabomi (re.). Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr

Der SV Gebersheim jagt beim TSV Münchingen II den ersten Rückrundensieg, während der FC Gerlingen bei den TSF Ditzingen weiter um den Klassenverbleib kämpft. Die Spvgg Weil der Stadt muss nach Möglingen, die SKV Rutesheim II nach Kornwestheim.

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