Angelo de Pilla (li./im Spiel gegen den KSV Renningen) traf zum 1:1 für die SKV Rutesheim II bei der 3:4-Niederlage in Heimerdingen. Foto: Andreas Gorr
Im neunten Anlauf holt der TSV Heimerdingen II gegen die favorisierte SKV Rutesheim II den ersten Saisonsieg in der Kreisliga A2. In einem engen Spiel bringt die Endphase Zündstoff.
Eine Woche vor Halloween ist der TSV Heimerdingen II von den Totgeglaubten auferstanden. Die Mannschaft von Trainer Graziano Monteduro schlug im Duell der Landesliga-Zweiten die SKV Rutesheim II mit 4:3. Es ging am Ende ziemlich rund. Aber der Reihe nach.
„Die Mannschaft hat einen guten Auftritt hingelegt“, lobte Trainer Monteduro sein Team für die aggressive und präsente Anfangsphase. Diese hielt sofort die ersten Highlights parat, in der neunten Minute ging der Außenseiter in Führung. Ömer Yilmaz versuchte, einen Freistoß aus dem Halbfeld auf den langen Pfosten zu ziehen, der Ball senkte sich jedoch in den Winkel des Tores. Drei Minuten später traf Angelo de Pilla zum Ausgleich für Rutesheim II, weitere drei Minuten später erarbeitete sich Luka Banas mit einem Lauf über außen einen Strafstoß, den er selbst zum 2:1 verwandelte.
Heimerdinger starten zweimal früh
Mit der Führung im Rücken ging der TSV Heimerdingen II in die Kabine und kam mit dem Drang zum dritten Tor wieder hinaus, direkt nach Wiederanpfiff fand ein langer Ball am Sechzehner Angelo Siena, von dem der Ball bei Kai Kurzweg landete, der in der 46. Minute das 3:1 mit einer Direktabnahme ins lange Eck versenkte. In der 52. Minute kam es noch dicker, nach Foul an Filip Jagar nutzte Luka Banas den zweiten Elfmeter zu seinem siebten Saisontreffer. Der Tabellenletzte ging mit 4:1 in Führung, doch das Spiel blieb eng. Acht Minuten nach dem vierten Tor für den Gastgeber verloren die Heimerdinger den Ball im Spielaufbau, am Strafraumrand kam Tomas Gioia an den Ball und schloss aus der Distanz auf das kurze Toreck ab, der Ball schlug zum 4:2 ein. Als Aykan Seymen einen Elfmeter, den Monteduro als „fragwürdig“ beschrieb, zum Anschlusstreffer verwandelte, wurde es eng an der Weissacher Straße. Die Emotionen gipfelten in der letzten Minute der regulären Spielzeit.
Raue Schlussphase – Kapitän fliegt vom Platz
Nach einem Foulspiel von Aykan Seymen an Kai Kurzweg, das Trainer Monteduro als „kein schönes Foul“ kritisierte, kam es zum großen Knall. „Er hat reagiert, wie man nicht reagieren sollte“, betonte Monteduro, sprach von einem Schubser gegen Seymen. Sein Gegenüber, Rutesheims Trainer Tobias Germanus, beschrieb die Reaktion als „Schlag ins Gesicht“ in einer Situation, „die vom Schiedsrichter gänzlich falsch bewertet wurde“. Der Unparteiische Eren-Sahin Güleren zeigte beiden Akteuren die Gelbe Karte. „Normalerweise hätten beide mit Rot vom Platz müssen, so was gehört nicht auf den Sportplatz“, sagte Monteduro.
Aykan Seymen (re.) spielte eine Hauptrolle in den turbulenten Schlussminuten. Foto: Andreas Gorr
Ebenfalls nicht auf den Platz gehörten die Rutesheimer Zuschauer, die Monteduro im Anschluss auf den Platz drängen sah, Tobias Germanus sprach von einer „Rudelbildung“. In dieser Aktion kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Heimerdingens Ersatzbankpersonal und Rutesheims Kapitän Adrian Wendel. Laut Monteduro habe der Spielführer Kritik an der Entscheidung geübt, Kai Kurzweg nicht vom Platz zu stellen, was ihm ebenfalls die Gelbe Karte einbrachte. Da es jedoch bereits seine zweite war, musste Wendel das Feld vorzeitig verlassen. Insgesamt zeigte der Schiedsrichter ab der 84. Minute sechs Karten, Monteduro sprach von mehreren taktischen Fouls in der knappen Schlussphase, „nichts bösartiges“, wie Heimerdingens Trainer meinte. Zum Verhalten seines Torschützen Kurzweg fand er jedoch klare Worte: „In aller Deutlichkeit, er wird intern von uns auf jeden Fall abgestraft für so eine Aktion. Das ist nicht in Ordnung, sowas brauchen wir nicht.“
Für Heimerdingen II stehen die Wochen der Wahrheit an
Viel eher gebrauchen kann der TSV Heimerdingen II die ersten drei Punkte der Saison. Die Mannschaft verweilt immer noch auf dem letzten Platz, trotzdem gibt es Hoffnung, da der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz nur noch vier Punkte beträgt. „Da ist schon ein bisschen Last von uns gefallen“, meinte Monteduro erleichtert, nun richtet er den Blick nach vorn. „Für uns wird der November entscheidend. Der wird uns den Weg weisen, wo es hin geht bis zur Winterpause. Im kommenden Monat stehen für den 15. der Kreisliga Duelle mit den direkten Konkurrenten Gebersheim (Platz neun), KSV Renningen (13.), FC Gerlingen (14.) und TSV Höfingen (12.) an. Neben der positiven Form seiner Mannschaft macht Monteduro auch die Rückkehr seines Kapitäns Marius Hoyka Mut, dass sein TSV Heimerdingen II den Abstiegskampf nochmal so richtig anheizen kann.