Fynn Jannis Kleinschmidt (Mitte, im Spiel gegen Weil der Stadt) hielt den Punkt für die Spvgg Warmbronn fest. Foto: Andreas Gorr
Während Spitzenreiter Drita Kosova zum ersten Mal nicht gewinnen kann, schläft die Konkurrenz nicht. Im Tabellenkeller wachsen die Abstände, SKV Rutesheim II rutscht ab.
Erstmals lässt Tabellenführer Drita Kosova Kornwestheim Punkte liegen. Dadurch kann Verfolger Renningen den Rückstand auf drei Zähler verkürzen. Weil der Stadt hält den Kontakt zur Spitze und kann das Polster auf den vierten Platz vergrößern.
Gerlingen und Heimerdingen II bleiben nach ihren Niederlagen auf den Abstiegsrängen, und bekommen Gesellschaft vom SV Leonberg/Eltingen II, der den Relegationsplatz vom KSV Renningen übernimmt.
SpVgg Renningen nach Sieg über Münchingen II in Schlagdistanze
Die SpVgg Renningen befand sich am Samstagnachmittag in der komfortablen Position, im Kampf um die Spitze vorzulegen, was ihnen auch gelang. Mit 3:1 schickten Michael Schürg und sein Team die Gäste vom TSV Münchingen II nach Hause. Für Gianluigi Rufrano war dies jedoch kein Grund zur Traurigkeit. „Renningen hat dieses Jahr eine Mannschaft für die ersten drei Plätze aufgebaut, gegen diesen Gegner haben wir keinen Druck, die haben eine andere Qualität“, betonte der Gästetrainer, der nach Renningens Kantersiegen in Möglingen und Eltingen mit der knappen Niederlage zufrieden war.
Für TSV-Trainer Gianluigi Rufrano ist die Niederlage kein Beinbruch. Foto: Andreas Gorr
Dabei ging seine Mannschaft sogar früh in Führung, Arber Halitjaha traf in der 16. Minute nach einem Konter zum 1:0 für Münchingen II. Der Heimelf brauchte elf Minuten, um auf den Rückstand zu antworten, Justin Eberhardt nutzte einen Fehler in der Münchinger Defensive und traf zum Ausgleich. Die Abwehr des TSV hielt in der zweiten Hälfte lange dicht, bis Julius Böhler in der 79. Minute nach einem Eckball die späte Führung erzielte. Rufranos Team warf in der Folge alles nach vorn, der Trainer stellte auf vier Stürmer um.
Steffen Butz (re.) ist einer der wenigen erfahrenen Spieler im Kader des TSV Münchingen II. Foto: Andreas Gorr
Den offensiven Drang der Gäste nutzte Renningen aus, Matthias Stahl schloss in der zweiten Minute der Nachspielzeit einen Konter zum Endstand ab. TSV-Coach Rufrano meinte: „Mit etwas mehr Glück können wir einen Punkt mitnehmen, aber mehr wäre zu viel. Renningen hat verdient gewonnen.“ Während die SpVgg an Tabellenführer Kornwestheim heranrückt, muss Münchingen II den Drittplatzierten davonziehen lassen.
Knapper Sieg der Spvgg Weil der Stadt über TSF Ditzingen
Die Spvgg Weil der Stadt behält ihre starke Form der letzten Wochen bei, gegen die TSF Ditzingen gewinnt das Team aus der Keplerstadt mit 3:2 und baut den Vorsprung auf die Münchinger auf acht Punkte aus. In den ersten Minuten attackierten die Gäste hoch und setzten die Spvgg unter großen Druck. Doch mit einem langen Ball auf Jan Holzhäuser, der zwei Gegenspielern entwischte und frei vor Torwart Paul Grahle sein erstes Saisontor erzielte, befreiten sich die Hausherren aus dem Würgegriff.
Die TSF Ditzingen (li. Co-Trainer Günay Akkus, re. Spielertrainer Kevin Sturm) unterlagen am Ende knapp. Foto: Andreas Gorr/Andreas Gorr
Das gelang 12 Minuten später erneut, der nächste lange Ball fand Fabian Teutsch, der auf 2:0 erhöhte. Kurz nach der Pause leisteten sich die TSF den dritten kapitalen Fehler und spielten im eigenen Strafraum den Ball in den Fuß von Spvgg-Kapitän Vladyslav Bondar, der das dritte Tor erzielte (48.). Die Gäste wusste jedoch zu antworten, Spielertrainer Kevin Sturm betonte: „Da muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen“. In der 57. Minute traf Khaleddaham Pascale Djellali mit einem sehenswerten Distanzschuss von links ins lange Eck, Moritz Güttler schob in der 82. Minute zum Anschlusstreffer ein. Mehr war für die engagierten Ditzinger jedoch nicht drin, in der Nachspielzeit verpassten sie die große Chance zum Ausgleich.
Spvgg-Kapitän Vladyslav Bondar (li.) erzielte das entscheidende Tor. Foto: Andreas Gorr
„Am Ende wirklich eine bittere Niederlage, die definitiv vermeidbar gewesen wäre. Auch ein paar Weil der Städter haben nach dem Spiel gesagt, dass es nicht unverdient gewesen wäre, wenn wir da mit drei Punkten rausgegangen wären,“ konstatierte der TSF-Trainer. Er sah seine Mannschaft gegen den ersatzgeschwächten Gegner spielbestimmend. „An einem normalen Tag gewinnen wir das Spiel“, war der Coach sich ob der Enge des Spiels sicher. Vor allem die Comeback-Qualität seines Teams hatte ihn überzeugt: „Wir waren nicht nur im Spiel, sondern meiner Meinung nach, und das habe ich mir auch von mehreren Seiten bestätigen lassen, die bessere Mannschaft, die es verdient hätte, da mal mindestens einen Punkt, wenn nicht sogar drei mitzunehmen.“
TSV Heimerdingen II verliert Abstiegsduell
Drei Punkte nahm der KSV Renningen aus dem Wochenende mit, sehr zum Leidwesen des TSV Heimerdingen II, den die Renninger mit 3:1 besiegten. Die schmerzhafte Niederlage gegen den direkten Konkurrenten ging für den TSV eigentlich gut los, in der 40. Minute brachte Matthias Kolb das Schlusslicht per Strafstoß in Führung, die sein Team mit in die Kabine nehmen konnte.
Muhammed Sivri (re.) avancierte zum Matchwinner für den KSV Renningen. Foto: Andreas Gorr
Der KSV kam allerdings nach 52 Minuten durch Muhammed Sivri zum Ausgleich und ging durch Ahmet Yasin Gökdemir in der 62. Minute in Führung. Sivri legte in Minute 74 sein zweites Tor nach und besiegelte Heimerdingens neunte Pleite im elften Saisonspiel. Nach dem hoffnungsvollen Sieg über die SKV Rutesheim II setzt es nun die zweite Niederlage in Serie, wodurch der TSV Heimerdingen II weiterhin am Tiefpunkt verbleibt.
TV Möglingen verdrängt SKV Rutesheim II
Die SKV Rutesheim II erreicht einen neuen Tiefpunkt in der Saison, durch ein 0:3 beim TV Möglingen rutscht die Mannschaft von Tobias Germanus erstmals in der laufenden Spielzeit aus den ersten fünf Plätzen. Beide Mannschaften neutralisierten sich spielerisch, in der Luft waren die Gastgeber mit ihren bulligen Stürmern jedoch klar überlegen. „Die Lufthoheit hat zu jedem Zeitpunkt Möglingen gehört, die haben jedes Kopfballduell gewonnen“, erklärte Trainer Germanus.
Tobias Germanus beobachtet die aktuelle Entwicklung seiner SKV Rutesheim II. Foto: Andreas Gorr
Nach einem Eckball gelang TV-Topstürmer Julian Reiser in Minute zehn der Führungstreffer, rund um die Pause besorgten Ismetcan Caglayan nach individuellen Patzern der Rutesheimer (45.) und Marcel Gurth (48.) mit einem Sonntagsschuss von der Mittellinie die weiteren Tore für Möglingen. Die SKV-Zweite hatte mehr Spielanteile, bessere Passquoten und einige Torchancen, aber konnte offensiv dennoch keine Erfolge verzeichnen. Germanus betonte den Altersschnitt seiner Mannschaft von 22 Jahren. „In gewissen Situationen merkt man diese Blauäugigkeit und die Abgeklärtheit bei routinierten Gegenspielern“, haderte er. Egal wie lange das Spiel gedauert hätte, ein Tor wäre seiner Mannschaft wohl nicht gelungen, „es sollte einfach nicht sein“.
Der SKV-Offensive um Angelo de Pilla (re.) und Aykan Seymen blieb der Jubel verwehrt. Foto: Andreas Gorr
Ein Grund dafür war laut dem SKV-Trainer auch die Einstellung seines Teams, nach den letzten vier Spielen ohne Sieg und der spielfreien Woche hätten die Spieler „nicht mit 100, sondern mit 120 Prozent“ in das Spiel gehen müssen. Germanus erklärt die aktuelle Formdelle seines Teams mit einer geringen Trainingsbeteiligung seines Teams, die er auf Verletzungen und berufliche Einspannungen seiner Spieler zurückführt. Zwar half die erste Mannschaft mit den Landesliga-Akteuren Jay Niko Kiloko, Euron Beqiri, Silas Wöhr und Ioannis Savvoulidis gegen die Personalnot, doch Germanus monierte, dass diese ihr volles Potenzial nicht hatten abrufen können. Er habe sich mehr von den Verstärkungen erhofft, meinte er.
SKV-II-Torhüter Silas Wöhr (li.) musste dreimal hinter sich greifen. Foto: Andreas Gorr
Trotz der negativen Entwicklung möchte er, unter Berücksichtigung der jungen Mannschaft, nicht von einer Krise sprechen. Die Mannschaft habe einen guten Start hingelegt, in den letzten Wochen plagen das Team Ausfälle durch Verletzungen, berufliche und studiumsbezogene Themen der Spieler. In den kommenden Wochen warten mit der SpVgg Renningen und der Spvgg Warmbronn unangenehme Gegner, Germanus könnte gegen Warmbronn mit einem Zähler leben.
Erster Punktverlust – Kornwestheim spielt nur remis
Einen solchen Zähler holte die Spvgg Warmbronn parallel zur SKV Rutesheim II, erwartbar war dieser allerdings im Vorfeld nicht. Denn beim 1:1 gegen Spitzenreiter Drita Kosova Kornwestheim ließ der Ligaprimus erstmalig in der laufenden Saison Punkte liegen, worüber sich Warmbronns Spielertrainer Felix Raith besonders freute.
Spielertrainer Felix Raith (li.) war stolz auf die Leistung der Spvgg Warmbronn. Foto: Andreas Gorr
„Es war ein absolutes Kampfspiel, darauf hatten wir uns eingestellt. Wir haben uns vorgenommen, ihre drei bis vier Stärksten aus dem Spiel zu nehmen, was relativ gut geklappt hat“, meinte Raith, dessen Mannschaft sich in jeden Ball und jeden Abschluss der Kornwestheimer warf. „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs“, lobte Raith und hob vor allem Torwart Fynn Jannis Kleinschmidt hervor, der neben drei Aluminium-Treffern im zweiten Durchgang dafür sorgte, dass die Spvgg einen Punkt an der Büsnauer Straße behielt. Nach einem Konter in der 65. Minute traf Petrus Erhardt Glöditzsch aus dem Rückraum zur Führung für den Außenseiter.
Kampfszenen wie diese von Pascal Laich (hi.) aus dem Spiel gegen Ditzingen gab es auch gegen Drita Kosova. Foto: Andreas Gorr
Anschließend zeigte Drita seine laut Raith „brutale“ Wechselqualität und glich zehn Minuten später durch den eingewechselten Elvis Gashi aus. Bei einem nicht gegebenen potenziellen Strafstoß hatte Warmbronn das Glück auf seiner Seite, kurz vor Schluss verpasste die Mannschaft dann die Möglichkeit auf den Siegtreffer und scheiterte aus kurzer Distanz am gegnerischen Torwart. Auf den ersten Punktgewinn gegen Kornwestheim ist Raith stolz, ihn ärgert jedoch der Umstand, dass seine Mannschaft den kämpferischen Einsatz aus dem Spiel nicht konstant abruft.
TSV Höfingen gewinnt gegen FC Gerlingen knapp
Auch der FC Gerlingen kann seine sportliche Leistung in dieser Saison nicht konstant abrufen, im Duell mit Abstiegskonkurrent TSV Höfingen unterliegt der FC mit 0:1. Auf dem rutschigen Breitwiesen Kunstrasen kamen beide Teams nicht besonders gut ins Spiel, bis Höfingens Gianluca Russo in der 39. Minute nach einem Steckpass durchs Zentrum mit einem Chip-Ball das goldene Tor gelang.
Vater und TSV-Trainer Marco Russo konnte ein Tor seines Sohnes Gianluca bejubeln. Foto: Andreas Gorr
Nach der Pause entwickelte sich ein raueres Spiel, das weniger von großen Torchancen als vielmehr von Foulspielen, Karten und teilweisen Auseinandersetzungen einzelner Akteure geprägt war. In der Spätphase des Spiels kippte die Spieldynamik erwartungsgemäß in Richtung der im Rückstand befindlichen Gerlinger, der Ausgleich wollte jedoch nicht mehr gelingen. Mit dem Auswärtssieg vergrößert Höfingen seinen Abstand auf die Abstiegszone, für Gerlingen wächst der Abstand auf den Relegationsplatz auf vier Punkte an.
Kim Witte (Mitte) hielt den Kasten des TSV Höfingen sauber. Foto: Andreas Gorr
„Wenn die Tagesform reicht, können wir das gewinnen. Aber wir sind aktuell in einem Negativstrudel und müssen da gemeinsam durch“, seufzte Daniel Bersaglio, der FC-Trainer vermisst das Selbstvertrauen seiner Mannschaft, die in den letzten Wochen mehrfach spät Punkte sicherte. Die Niederlage gegen den direkten Konkurrenten sei laut Bersaglio „mehr als ärgerlich“, aber dennoch verdient. Seine Mannschaft brauche neben einem flüssigeren und schnelleren Spiel vor allem „einen Switch im Kopf“, betonte Bersaglio, der seiner strauchelnden und akut abstiegsbedrohten Mannschaft den Rücken stärken muss: „Da muss man manchmal großer Bruder oder entfernter Papa sein und sich schützend vor die Mannschaft stellen. Ich bürge für die Jungs, das ist ganz klar“.
FC-Trainer Daniel Bersaglio nimmt seine junge Mannschaft in Schutz. Foto: Andreas Gorr
Bersaglio stellte klar: „Mentalität kommt nicht von heute auf morgen. Ich werde mich weiterhin zerreißen und 120 Prozent geben, so wie ich es immer gemacht habe, seit ich hier angefangen habe. Dann bin ich auch überzeugt, dass wir in die Spur kommen.“
TSV Flacht dominiert in FuPa-Elf
In die FuPa-Elf der Woche kommt dieses Mal kein Spieler des FC Gerlingen, dafür aber mit Torwart Kim Witte und Verteidiger Danny Schweizer zwei Spieler des Konkurrenten aus Höfingen. Ebenfalls doppelt wird die SpVgg Renningen durch die Mittelfeldspieler Riccardo Ronny Bischoff und Noa Geiger vertreten. Jeweils einen Spieler stellen der TV-Möglingen mit Top-Stürmer und Torschütze Reiser, der KSV Renningen mit Doppelpacker Sivri sowie die Spvgg Weil der Stadt mit Kapitän und Siegtorschütze Bondar.
Beim TSV Flacht ist Christopher Welsch (re.) der Mann der Stunde. Foto: Andreas Gorr
Die restlichen vier Akteure stellt der TSV Flacht nach dem beeindruckenden Erfolg beim SV Leonberg/Eltingen, Verteidiger Sven Gümperlein ist unter ihnen der einzige ohne Torbeteiligung. Seine Teamkollegen Robin Schwenker und Kevin Bauer sammelten gleich zwei, Stürmer Christopher Welsch ganz drei. Damit vervollständigt Flacht die Spieltagself in Abwehr, Mittelfeld und Angriff.
Zwei direkte Top-Duelle am kommenden Spieltag
Einen besonderen Angriff startet die SpVgg Renningen am kommenden Sonntagnachmittag. In Kornwestheim fordern Michael Schürgs Männer den Tabellenführer und könnten mit einem Auswärtssieg gleichziehen. Während der Erste auf den Zweiten trifft, duellieren sich in Gerlingen der Letzte und der Vorletzte.
Mit einem Sieg könnte der TSV Heimerdingen II erstmals seit dem dritten Spieltag die Rote Laterne an den FC abgeben. Die schwächelnden Zweitvertretungen der SKV Rutesheim und des SV Leonberg/Eltingen haben mit der Spvgg Warmbronn und dem TSV Münchingen II die nächsten schwierigen Aufgaben vor der Brust.