Der passt genau: Filip Milos (li.) bringt den TSV Heimerdingen II mit einem sehenswerten Freistoß in Führung. Foto: Andreas Gorr
Der TSV Heimerdingen II holt gegen den SV Leonberg/Eltingen II mit einem spektakulären 5:4 drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, den der Trainer noch nicht aufgibt.
Den jüngsten Rückschlag, den aberkannten Sieg gegen den TV Möglingen hat der TSV Heimerdingen II offenbar gut verkraftet. Das Schlusslicht der Kreisliga A2 holt gegen den Abstiegs-Konkurrenten SV Leonberg/Eltingen II einen wichtigen Dreier, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt bei den Grün-Weißen weiter nährt.
Nachdem der Triumph in Möglingen wegen fehlender Spielberechtigungen eingesetzter Akteure aus der ersten Mannschaft nun nachträglich gegen die Zweitvertretung des Landesligisten gewertet wurde, standen mit dem jungen Furkan Jildiz und dem aus einer Verletzungspause wiederkehrenden Filip Milos nun erneut zwei Spieler aus dem höheren Kader in der Anfangsformation.
Blitzstart in Heimerdingen: Vier Tore nach 16 Minuten
Die Heimerdinger Hausherren legten los wie die Feuerwehr, bereits nach drei Minuten verwandelte Filip Milos einen Freistoß zur Führung. In der zehnten Minute brachte Alexander Leitz einen Ball von der linken Seite zu Luka Banas in den Strafraum, der SV-Verteidiger Gökhan Utku anschoss, welcher als Eigentorschütze gelistet wurde. Doch damit nicht genug, Jildiz (14.) und Banas (16.) erhöhten schnell für die Gastgeber.
Furkan Jildiz (vorn) bezwingt Ole Haug zum 3:0. Foto: Andreas Gorr
„Die Leonberger waren natürlich ein bisschen verunsichert“, meinte TSV-Trainer Graziano Monteduro, der sein Team noch vor der Pause weitere Möglichkeiten ungenutzt lassen sah. Die Vorgabe, in der zweiten Halbzeit das Spiel auf dieselbe Art weiterzuspielen, setzte seine Mannschaft in der Folge jedoch nicht mehr um. „Wir haben in der zweiten Halbzeit zu wenig getan. Wir sind nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gegangen, haben die Laufwege nicht mehr richtig angenommen“, monierte Monteduro.
Die Gäste holen vier Tore auf
Ein Fehler im Spielaufbau verhalft Mathias Falch, der von der ersten Mannschaft des SV Leonberg/Eltingen zur Verstärkung kam, zum 1:4 (76.). Nur zwei Minuten später legte er das zweite Tor nach, er vollendete einen Konter, während die Heimerdinger auf der Gegenseite einen Elfmeter-Pfiff erwarteten. Auch vor dem Anschlusstreffer der Gäste hatte Monteduro ein Foul an seiner Mannschaft gesehen, welches der Unparteiische jedoch ungeahndet ließ, Joker Philipp Hanke traf hingegen für den Gast (84.).
Mathias Falch brachte die Gäste mit drei Toren ins Spiel zurück. Foto: Andreas Gorr
Beim Ausgleich durch den dritten Treffer von Mathias Falch nach einer Flanke (87.) war die TSV-Defensive nicht auf der Höhe, „klassisch gepennt“, attestierte der Trainer. Schon vor dem Ausgleichstreffer hatte die SV-Zweite im direkten Duell mit Heimerdingens Schlussmann Marc-German Emmert eine Großchance, die der Torwart jedoch vereitelte.
Die zweite Halbzeit ärgert den Trainer
„Wir haben sie völlig unnötig noch mal ins Spiel kommen lassen“, schimpfte Monteduro. „So eine zweite Halbzeit darf uns nicht passieren, nach einer 4:0-Führung war es völlig unerklärlich, dass wir einfach aufhören zu spielen,“ führte er aus. Ob sich die Mannschaft mit der komfortablen Führung zu sicher waren oder ob nach der intensiven ersten Stunde des Spiels vor dem Hintergrund der jüngsten Personalmisere die Körner aufgebraucht waren, den finalen Grund mochte der Trainer nicht auszumachen.
Heimerdingens Abwehr um Kapitän Marius Hoyka (li.) hatte in Hälfte zwei keinen Zugriff mehr. Foto: Andreas Gorr
„Wir müssen dann froh sein, dass wir am Schluss noch mal einen Konter gefahren haben,“ gestand der Übungsleiter. Besagten Gegenstoß schloss Alexander Leitz mit dem späten Siegtreffer ab (89.). Monteduro war erleichtert: „Wir sind natürlich froh, dass wir das Spiel am Ende noch zu unseren Gunsten entscheiden konnten. Aber es war überflüssig, dass es soweit gekommen ist, wir hätten den Sack deutlich früher zumachen müssen.“
Klassenerhalt? Monteduro gibt die Hoffnung nicht auf
Durch den nun zweiten Saisonsieg stellt der TSV Heimerdingen II auf acht Punkte, der Rückstand auf den vor dem direkten Abstieg rettenden Relegationsplatz beträgt immer noch acht Zähler. „Für uns ist es natürlich wichtig zu gewinnen“, unterstreicht Trainer Monteduro, den erneuten Sieg wertet er als positives Signal. Nun will der Coach den Blick auf die nächsten Spiele richten, die richtigen Lehren aus der zweiten Halbzeit ziehen und hoffen, dass seine Mannschaft den Schwung aus dem Erfolg mitnehmen kann.
Graziano Monteduro (re.) geht motiviert in den Kampf um den Verbleib in der Kreisliga A. Foto: Andreas Gorr
Eine zusätzliche Chance im Kampf um die Rettung sieht er auch in einem möglichen Rückzug der Zweitvertretung des TSV Münchingen, die bei einer erneuten Spielabsage am kommenden Sonntag als erster Absteiger feststünde. Die Schadenfreude hält sich bei Monteduro jedoch in Grenzen, „sowas wünscht man niemandem“, kommentiert der Coach die aktuellen Entwicklungen bei den Münchingern. Doch auch im Falle eines solchen Rückzuges würde der Rückstand auf das rettende Ufer kaum kleiner werden.
TSV-Torjäger Luka Banas (re.) wird im Abstiegskampf ein wichtiger Faktor. Foto: Andreas Gorr
„Wir müssen selber punkten“, mahnt der TSV-Trainer, der sich jedoch weiterhin Hoffnungen auf den Klassenerhalt macht: „Ich glaube noch daran, ich sage es auch der Mannschaft in jedem Training. Wir wissen, dass es verdammt schwierig wird, da brauchen wir uns nichts vormachen.“ Mit der festen Überzeugung reisen die Heimerdinger am kommenden Wochenende zu den benachbarten TSF Ditzingen.