Fußball Kreisliga A2 Zweimal drei macht sechs Tore für die Spvgg Weil der Stadt

Torhüter Niclas Moser (re.) und die Spvgg Weil der Stadt befinden sich im Höhenflug. Foto: Andreas Gorr

Nach einem Kurz-Höhenflug geht der TSV Flacht 1:5 unter. Im Kellerduell FC Gerlingen gegen KSV Renningen fallen neun Tore, das Derby zwischen Höfingen und Gebersheim bleibt torarm.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

An der Tabellenspitze der Kreisliga A2 bleibt alles beim Alten, hinter der Spitzengruppe sorgt der neunte Spieltag für reichlich Verschiebung. Auf den Plätzen fünf bis acht bleibt kein Stein auf dem anderen.

 

Der SV Leonberg/Eltingen II taumelt den Abstiegsrängen entgegen, wo der KSV Renningen einen kleinen Sprung hinlegt – und eine Premiere den Abstiegskampf zusätzlich anheizt.

SpVgg Renningen bleibt auf Kurs

Die SpVgg Renningen festigt den Relegationsrang und bleibt dem Spitzenreiter aus Kornwestheim auf den Fersen. Während Drita Kosova das Wochenende spielfrei verbrachte, schlugen die Renninger die TSF Ditzingen auf heimischem Platz mit 2:0. „Die erste Halbzeit geht ganz klar an Renningen“, konstatierte Ditzingens Spielertrainer Kevin Sturm, der angeschlagen auf der Bank saß.

Trainer Sturm (re.) musste die Niederlage seiner TSF Ditzingen von der Bank mit ansehen. Foto: Andreas Gorr

Bereits nach acht Minuten landete ein flacher Eckball der Renninger im Rückraum, nach einem undurchsichtigen Gewühl im Strafraum fand der Ball durch Renningens Riccardo Ronny Bischoff den Weg in den Ditzinger Kasten. Sturm vermisste den Zugriff seiner Mannschaft, die in der 20. Minute erneut überrumpelt wurde. Ein flacher Ball der SpVgg über die rechte Seite landete im Rückraum bei Alim Kerim Göler, der auf 2:0 erhöhte. „Ein sehr guter Abschluss“, befand Kevin Sturm, der bis zur Pause ein ereignisarmes Spiel sah, in dem beide Mannschaften nach vorn wenig zustande brachten. „Sie, weil sie nicht mussten. Wir, weil wir nicht konnten“, meinte Sturm, der zur Pause das Spiel seiner Mannschaft umstellte.

Alim Kerim Göler (re.) traf zum 2:0 für die SpVgg Renningen. Foto: Andreas Gorr

Das Resultat nach dem Seitenwechsel waren ein paar vorsichtige Torannäherungen der TSF, die jedoch nicht zwingend wurden. Auf der Gegenseite ließ der Gastgeber Chancen auf die Vorentscheidung liegen, es hätte laut Sturm auch höher ausgehen können. Gänzlich chancenlos sah er sein Team jedoch nicht: „Verdiente Niederlage, auch wenn mehr drin gewesen wäre, wenn wir vorne in der ersten Halbzeit so aufgespielt hätten und eine gewisse Durchschlagskraft gehabt hätten.“ Mit einem potenziellen Anschlusstreffer hätte die Partie eine andere Dynamik entwickeln können, aber seine Mannschaft hatte das Spiel in Hälfte eins verloren, meinte der Trainer.

Zwei Dreierpacker schießen SV Leonberg/Eltingen II ab

Verloren hat der SV Leonberg/Eltingen II zum dritten Mal in den letzten vier Partien, die allesamt sieglos blieben. Bei der Spvgg Weil der Stadt, die hingegen ihr fünftes Ligaspiel in Folge gewinnt, gerät die Zweitvertretung des SV mit 2:6 unter die Räder. Auf dem Fahrersitz der Hausherren nahm das brandgefährliche Offensivduo aus Mousa El Arkoubi (8 Saisontore) und Salih Okan Karaman (11 Saisontore/Top-Torjäger der Liga) Platz; beide knipsten je dreimal.

Der Leonberger Gentian Lipaj (li.) kämpft mit Mousa El Arkoubi (re.) von der Spvgg um den Ball. Foto: Andreas Gorr

Karaman eröffnete den Torreigen in der 17. Minute, El Arkoubi legte mit einer schönen Einzelleistung nach, wobei er ganze vier Gegner stehen ließ (29.). Noch vor dem Pausenpfiff gelang den Gästen nach mehreren hochkarätigen Chancen der Anschlusstreffer, nach einer Ecke von Gentian Lipaj erzielte Stergio-Periklis Sidopoulos sein erstes Saisontor.

Hoffnungsschimmer: SV-Torschütze Sidopoulos (Mitte) wird nach dem Anschlusstreffer von Fabian Raab (li.) geherzt. Foto: Andreas Gorr

„Wir waren danach euphorisch, jeder war happy in der Halbzeit“, erzählt Sebastian Kohler. Der SV-Trainer musste jedoch unmittelbar nach dem Wiederanpfiff nach einem Eckball das zweite Tor von Karaman hinnehmen (49.). El Arkoubi legte in der 56. Minute nach, verwandelte einen direkten Freistoß aus halblinker Position. „Er hat diese individuelle Klasse, die haben wir nicht in den Griff bekommen“, gestand Kohler, dessen Team weitere Tore von Karaman (73.) und El Arkoubi (82.) hinnehmen musste.

Dreierpacker Mousa El Arkoubi (re.) war vom SV Leonberg/Eltingen mit Fabian Raab nicht zu bremsen. Foto: Andreas Gorr

Letzte Ergebniskosmetik besorgte Marco Krönert, der einen Freistoß von Lipaj aus dem Halbfeld per Kopf verwertete (89.). „Es war nicht so deutlich, wie es aussieht“, meinte Kohler. Besonders die zwei Standard-Gegentore nach der Pause hätten seine Mannschaft verunsichert, am Ende sei das Ergebnis zu hoch ausgefallen.

Die Mannschaft von SV-Coach Sebastian Kohler (Mitte) steckt nach dem guten Start tief in der Krise. Foto: Andreas Gorr

Die aktuelle Form des SV ist verheerend. Nach dem vierten Spieltag stand man mit einem Torverhältnis von plus 13 auf dem zweiten Tabellenplatz, seitdem hat die Mannschaft nur einen Zähler geholt und ist bis auf den zehnten Rang abgestürzt, die Abstiegszone kommt bedrohlich nah.

TSV Flacht: Rabenschwarze 20 Minuten

In dieser verweilt nach wie vor auch der TSV Flacht. Nach zuletzt zwei Siegen gab es am Wochenende wieder einen Dämpfer für die Schwarz-Blauen, bei der Spvgg Warmbronn setzte es eine 1:5-Schlappe. Die Gäste erwischten „rabenschwarze erste 20 Minuten“, klagte Spielertrainer Danny Konsek, der in den vergangenen Wochen als Abwehrchef einen erheblichen Beitrag am Flachter Aufschwung hatte.

Der frühe Ausfall von Danny Konsek (re.) schwächte den TSV Flacht. Foto: Andreas Gorr

Die Chronologie liest sich entsprechend düster: Philipp Kindler stocherte den Ball nach einer Ecke zur Warmbronner Führung ins Tor (9.), Nils Schenk vollendete einen Konter, den der TSV trotz mehrerer Möglichkeiten nicht final unterbinden konnte (14.). Die Gäste kamen früh zum Anschluss, Adrian Thüringer verwertete eine Vorarbeit von Luca Schmid (21.). Was folgte, waren „zwei weitere Hiobsbotschaften“, wie es Konsek nannte, der vier Minuten nach dem Anschlusstreffer verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. In der 34. Minute folgte ihm Torschütze Thüringer, beide beklagten muskuläre Probleme im Oberschenkel, Konsek vermutete Muskelfaserrisse. Entsprechend geschwächt kassierte der TSV Flacht noch vor der Pause das 1:3 durch Petrus Erhardt Glöditzsch, der am Strafraum drei Flachtern enteilte.

Flacht verlor im ersten Durchgang auch seinen Torschützen Adrian Thüringer. Foto: Andreas Gorr

Auch im zweiten Durchgang wurde es nicht besser, Othman Tareq Karwi traf just nach seiner Einwechslung zum 4:1 für Warmbronn (70.), Glöditzsch legte in der 88. Minute seinen zweiten Treffer nach. „5:1 finde ich ein bisschen hoch“ haderte Konsek über die Niederlage, die er dennoch als verdient ansah. „Wenn beide 50 Prozent ihrer Chancen machen, verlieren wir das nur 2:3“, meinte er und bemängelte die Chancenverwertung, die in den vergangenen Wochen noch ein Trumpf der Flachter gewesen war. Durch den frühen Wegfall von Konsek war auch die Verteidigung des TSV bedeutend löchriger als in den vergangenen Spielen.

Neun-Tore-Spektakel: Gerlingen verliert unglücklich

Löchrig waren auch die Defensiven im Kellerduell zwischen dem FC Gerlingen und dem KSV Renningen, insgesamt fielen neun Treffer. Der FC, der zuletzt gegen Rutesheim II und Gebersheim zweimal spät gepunktet hatte, stand am Ende mit 4:5 als Verlierer dar. Bereits in der dritten Minute vergab Tim Grötzinger einen Elfmeter, in der 18. Minute nutzte Emre Bayrak einen Fehler im Gerlinger Stellungsspiel zur Führung für die Gäste. Fünf Minuten später erhöhte Bayrak auf 2:0. Carl Luca Karden brachte den FC wieder zurück ins Spiel (31.), doch der nächste Stellungsfehler ermöglichte Mehmet Semsettin Erdogan noch vor dem Seitenwechsel das 3:1 (37.).

Auch Marvin Mieck (Mitte) konnte den FC Gerlingen dieses Mal nicht vor der Niederlage bewahren. Foto: Andreas Gorr

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff erzielte Fabio Maringolo den erneuten Anschlusstreffer, aber nur weitere vier Minuten später verteidigten die Hausherren einen Einwurf der Renninger unzureichend, was Erdogan zum 4:2 ausnutzte. „Wieder so ein dämliches Tor“, schimpfte Daniel Bersaglio, der FC-Coach ärgerte sich über die einfachen Gegentore. Nachdem Marvin Mieck seine Mannschaft erneut heranbrachte (64.), stellte Erdogan mit seinem dritten Treffer auf 5:3. Er verwandelte einen Strafstoß, der für Bersaglio „absolut kein Elfmeter“ war. Am Ende reichte es nur noch für den erneuten Anschlusstreffer durch Mieck (90.+2).

Zum Wegschauen: Daniel Bersaglio haderte mit den Fehlern seiner Gerlinger Mannschaft Foto: Andreas Gorr

„Wir kriegen fünf Tore, davon vier durch eigenes Verschulden, und können trotzdem gefühlt mit 8:5 gewinnen, wenn wir unsere Chancen machen. Solche Kinder-Wehwehchen kann man nicht immer in den letzten Minuten ausgleichen“, haderte Bersaglio. „Das ist für uns schon ein Rückschlag gewesen, wir haben uns da viel mehr erhofft“, fügte der Trainer an, der sich über das Eigenverschulden besonders ärgerte. „Wir machen die Gegentore die ganze Saison quasi selbst“, klagte er über das Problem, das sich schon länger durch die Gerlinger Saison zieht. Durch den Sieg überholt der KSV seine Mannschaft und stößt den FC Gerlingen auf einen Abstiegsplatz, nur noch zwei Punkte vor dem Tabellenletzten aus Heimerdingen, der am Freitagabend ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf setzte.

Derby in Höfingen bleibt ohne Sieger

Ein solches wollten auch der TSV Höfingen und der SV Gebersheim im Nachbarschaftsduell liefern, am Ende reichte es nur zu einem 1:1. „Das Spiel hatte einen hohen Derby-Charakter und war sehr umkämpft“, betonte Gebersheim-Trainer Kai Liedtke, der den Kampf auch den Rasenplatz-Verhältnissen in Höfingen zuschrieb.

Nachdenklich: Gebersheim-Trainer Kai Liedtke Foto: Andreas Gorr

Den Führungstreffer für den Gast besorgte Top-Torjäger Bernhard Kreis, der nach einem Foulspiel an Niklas Stapf den fälligen Strafstoß zu seinem sechsten Saisontor im rechten Torwinkel versenkte (28.). Auch das zweite Tor fiel nach einem Standard. Einen Eckball von Gianluca Russo konnte die SV-Abwehr nicht klären, nach einem geblockten Abschluss von Sebastian Schleweck schob Höfingens Kapitän Rick Schuhmacher den Ball gegen die Laufrichtung von Gebersheims Schlussmann Felix Pohle ins lange Eck. Pohle sollte jedoch im zweiten Durchgang doch noch zum Derby-Helden avancieren, in der Spätphase des Spiels parierte der Keeper einen Strafstoß des TSV Höfingen.

Glanzleistung: Torhüter Felix Pohle hielt den Punkt für den SV Gebersheim fest. Foto: Andreas Gorr

„Für uns war wichtig“, betont Liedtke, „grade nach diesem gehaltenen Elfmeter den Punkt zu holen, weil es schwierig war, auf diesem Platz Fußball zu spielen“. Die langen Bälle, die das Spiel prägten, konnte die Gebersheimer Offensivabteilung durch ihre fehlende Körpergröße nicht gewinnbringend verwerten. Am Ende sprang für beide Kontrahenten nur ein Punkt heraus, der beiden Vereinen keine großen Sprünge in der Tabelle ermöglicht.

TSV Münchingen II verschenkt Halbzeitführung

Der TV Möglingen legt einen solchen Sprung hin und klettert von Platz zehn auf Platz sieben. Ermöglicht wird dieser Sprung durch einen 4:2-Heimsieg gegen den TSV Münchingen II. „Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe“, hadert Münchingens Trainer Gianluigi Rufrano, dessen Team eine Pausenführung von 2:0 verspielte.

Gianluigi Rufrano ärgerte sich nach der verspielten Führung des TSV Münchingen II. Foto: Andreas Gorr

Tamino Filipaj erzielte das erste Tor in der 14. Minute nach einem abgefangenen Rückpass, Noah Mattis erhöhte nach 39 Minuten zum Pausenstand. Im zweiten Durchgang dauerte es nur neun Minuten bis zum Anschlusstreffer durch Julian Reiser, dem ein verlorenes Duell auf der linken Seite vorausging. „Nach dem 1:2 haben wir angefangen zu wackeln und wir haben die Ordnung, die wir in der ersten Halbzeit hatten, nicht mehr gefunden“, kritisierte Trainer Rufrano. „Ich habe schon in der Kabine gesehen, dass ein bisschen Spannung raus war.

Der TSV Münchingen II brachte die 2:0-Führung nicht ins Ziel. Foto: Andreas Gorr

Die Mannschaft hat nach der Führung abgeschaltet“, ärgerte er sich, denn die folgenden Gegentore von Mikail Bunzus (60.) und Deniz Yesilkurt (67.) fielen auf sehr ähnliche Art und Weise. Nach einem Eckball in der 84. Minute stellte Maximilian Büttner den Endstand von 4:2 her. „Wir haben keine Reaktion gezeigt“, erklärte Rufrano. Nach der spielfreien Woche, in der die Mannschaft ein Kabinenfest gefeiert hatte, misslang die Rückkehr in die Liga deutlich.

Spieltagself mit 16 Toren

Für die Elf der Woche auf dem Online-Portal FuPa wurde mit Julian Reiser Möglingens Top-Torjäger nominiert, der mit seinem siebten Saisontor die Wende gegen die Zweitvertretung aus Münchingen einleitete. Marvin Mieck vom FC Gerlingen ist nach seinen zwei Toren im Mittelfeld vertreten, neben ihm spielt mit Luka Banas vom TSV Heimerdingen II ein weiterer Doppeltorschütze, der entscheidend an der großen Überraschung des Spieltags mitwirkte.

Mit zwei Toren erspielte sich Marvin Mieck (re.) vom FC Gerlingen einen Platz in der Spieltags-Elf. Foto: Andreas Gorr

Noch mehr Tore erzielte KSV-Knipser Erdogan, der durch seinen Dreierpack nun bei fünf Saisontoren steht und damit die Hälfte aller Tore seines Teams erzielte. Weil der Stadt wird durch seine Doppel-Dreierpacker El Arkoubi und Karaman vertreten, den letzten Platz im Sturm besetzt Warmbronns Blitz-Joker Karwi.

El Arkoubi (li.) und Karaman (re.) schossen alle sechs Tore für die Spvgg Weil der Stadt. Foto: Andreas Gorr

Die SpVgg Renningen stellt nach dem fünften Sieg ohne Gegentor mit nur sechs Gegentreffern die beste Defensive der Liga, in die Spieltags-Elf wählten die FuPa-Nutzer Renningens Abwehrspieler Oliver Schüle und Julius Böhler. Die Aufstellung vervollständigen Höfingens Ausgleichsschütze Schuhmacher und Gebersheims Elfmeterkiller Pohle.

Es bleibt spannend im Tabellenkeller

Am 10. Spieltag greift der KSV Renningen nach dem Erfolg in Gerlingen im Duell mit dem TSV Höfingen nach dem nächsten Erfolgserlebnis, ebenso wie der TSV Heimerdingen II beim SV Gebersheim. Für Weil der Stadt und die SpVgg Renningen gibt es Duelle mit den Kellerkindern in Gerlingen und Flacht. Der SV Leonberg/Eltingen II reist zu den TSF Ditzingen, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Leonberg Elfmeter