Es ist ein extrem enges Rennen an der Tabellenspitze in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga Stuttgart/Böblingen. Der bisherige Spitzenreiter TSV Jahn Büsnau patzt in Stetten und muss für den SV Sillenbuch weichen. Der Bezirksliga-Absteiger könnte nur wenige Tage den Platz an der Sonne behalten, denn ein Verfolger ist schon unter der Woche wieder dran. Die aktuellen Spiele im Überblick.
TV 89 Zuffenhausen II – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 1:6
Herber Rückschlag für den TV 89 Zuffenhausen II. Nach dem ersten Saisonsieg vergangene Woche gegen den FSV Waldebene Stuttgart-Ost (3:2) wähnte man sich beim Aufsteiger endlich angekommen in der Liga. Nun folgte eine heftige 1:6-Klatsche gegen den GFV Ermis Metanastis Stuttgart. „Der Gegner war deutlich besser. Das war bislang der beste Gegner, gegen den wir gespielt haben“, sagt Bäuerle.
Vorwerfen können sich die Zuffenhausener in dieser Woche erneut nichts. „Die Mannschaft hat alles gegeben. Das Ergebnis spiegelt in der Höhe nicht den Spielverlauf wider“, bescheinigt Bäuerle. Nach dem Anschlusstreffer zum 1:3 waren die Zuffenhausener näher am 2:3 als die Gäste am 4:1. Und dennoch erhöhte Karastergios per Kopf für den nun Tabellendritten. „Wenn wir hinten unsere Fehler abstellen und vorne kaltschnäuziger werden, dann können wir einen großen Schritt machen“, sagt Bäuerle. Der Platzverweis für Fernando Manta zog bei seinem Team dann endgültig den Stecker.
Sascha Reußenzehn nutzte die aufkommende Unruhe und Unkonzentriertheit im Zuffenhausener Team für seine Tore drei und vier. Der Angreifer krönte sich damit zum Spieler des Spiels. „Es ist sehr gut, dass er so oft getroffen hat. In den vorherigen Spielen hat er einige Chancen liegen lassen. Ein Stürmer braucht Tore und ich hoffe, er macht so weiter“, sagt der Vorstandsvorsitzende des GFV Ermis Metanastis Stuttgart, Panagiotis Moutas. Unter der Woche kann Reußenzehn und sein Team im Nachholspiel gegen den TSV Heumaden die Leistung sogar noch krönen. Mit einem Sieg würden sie die Tabellenführung übernehmen.
Tore: 0:1 Reußenzehn (5.), 0:2 Reußenzehn (40.), 0:3 Tozman (42.), 1:3 Celico (50.), 1:4 Karastergios (57.), 1:5 Reußenzehn (85.), 1:6 Reußenzehn (87.).
Besonderes: Gelb-Rot für Manta (71., Zuffenhausen)
TSV Dagersheim II – TSV Heumaden 0:3
Hoch verdienter und ungefährdeter Sieg für den TSV Heumaden in Dagersheim. „Das einzige, was mich bisschen nervt, ist unsere Chancenverwertung“, sagt der Heumadener Trainer Akim Linke. Bereits nach 15 Minuten hätten die Gäste schon deutlich in Führung liegen können, stattdessen erzielte Yafet Andeberhan erst in der 38. Minute das erste Heumadener Tor. Der Linksverteidiger war der überragende Spieler auf dem Feld: In der Defensive verteidigte er so gut wie alles weg und in der Offensive sorgte er stets für Druck und Gefahr.
Auch in der zweiten Hälfte hätten es gut und gerne mehr als zwei weitere Tore sein können. „Wir hatten Chancen für drei Spiele“, sagt Linke. Der einen weiteren Wermutstropfen zu beklagen hat. Innenverteidiger Seymen Yildirim blieb bei einem Zweikampf unglücklich im Rasen hängen und verdrehte sich das Bein. Der noch unbestätigte Verdacht: Riss des hinteren Kreuzbandes.
Aufsteiger Dagersheim bleibt damit auch im achten Saisonspiel punktlos und kristallisiert sich früh in der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins heraus. Grund dafür sind nicht nur die Ergebnisse, auch der spielerische Auftritt unterscheidet sich deutlich von den anderen Mannschaften. Tiefstehend lauern die Dagersheimer auf Konter, die sie überwiegend durch hohe Bälle in die Spitze umsetzen wollen. Der Ertrag mit nur sechs Toren ist eher dürftig.
Tore: 0:1 Andeberhan (38.), 0:2 Maimone (70.), 0:3 Kryeziu (73.)
Besonderes: –
FSV Waldebene Stuttgart-Ost – MK Makedonija Stuttgart 2:2
Einiges Los beim ersten Spiel des neuen Waldebene-Trainers Yavuz-Selim Demir. Nach dem Rücktritt von Christopher Eisenhardt ist der bisherige spielende Co-Trainer als Cheftrainer aufgerückt. Auf dem Feld wird Demir dadurch vorerst nicht mehr stehen. Im assistieren wird Leo Christ, der die Position des spielenden Co-Trainers übernommen hat. Vom bisherigen Assistenztrainer Henock Haile-Ghirma, der gemeinsam mit Eisenhardt zum FSV Waldebene Stuttgart-Ost kam, hat sich der Verein getrennt. „Wir wollten einen kompletten Neuanfang“, sagt der Spielleiter Christos Goulis.
Der sei laut Goulis auch recht erfolgreich verlaufen: „Die Mannschaft hat ein Lebenszeichen gezeigt.“ Auch das neue Trainerteam habe trotz der turbulenten Woche, die nur wenig Vorbereitungszeit ermöglichte, und einem ersatzgeschwächten Kader einen guten Job gemacht, bescheinigt Goulis. „Es wäre sogar noch mehr drin gewesen für uns. Wir hatten in der zweiten Hälfte noch einige dicke Chancen“, sagt der Spielleiter. Nach einer Notbremse, die zusätzlich mit einem Elfmeter bestraft wurde, agierte der FSV Waldebene Stuttgart-Ost lange in Überzahl.
Makedonijas Abteilungsleiter Jan Dimitrovski ist deshalb weitestgehend zufrieden mit dem Ergebnis: „Das es trotz Unterzahl ein ausgeglichenes Spiel war, zeigt, dass es bei uns weiter aufwärts geht.“ Auch rund um den Platz blieb es bei dem Spiel, das vorsorglich unter Verbandsaufsicht stand, erneut ruhig.
Tore: 1:0 Renner (15.), 1:1 Kolev (29.), 2:1 Renner (43., Foulelfmeter), 2:2 Mihajlovic (44., Foulelfmeter).
Besonderes: Rote Karte für Milijan Jeremic (42./Notbremse, Makedonija).
SV Hoffeld – FV Germania Degerloch 4:1
Ein glückliches Händchen bewies Grigorios Dimoulatos gegen Degerloch. Der Chefcoach des SV Hoffeld setzte sich gegen seinen Co-Trainer Ismail Useini durch und beorderte Philipp Janle ins Sturmzentrum. Der flinke Flügelspieler, der in den vorherigen Partien in der Innenverteidigung auflief, setzte den Plan von Dimoulatos perfekt um und traf bereits nach drei Minuten. In der siebten Minute erhöhte er nach einem Eckball sogar zum 2:0.
„Ich hatte unter der Woche meinen Spielern gesagt, dass ich mir wünsche, dass wir mehr aus unseren Standardsituationen machen“, sagt Dimoulatos. Gesagt, getan: Auch das dritte Tor durch Tim Kanzler fiel nach einem Eckball. Überschwänglich ist Hoffelds Trainer trotz der überzeugenden ersten Hälfte keineswegs, denn im zweiten Abschnitt setzten seine Spieler seine Vorstellungen dann weniger gut um. „Wir werden in dieser Woche darüber sprechen, wieso wir den Ball nicht laufen lassen und so das Spiel nicht kontrolliert und dominiert haben“, kündigt Dimoulatos nach dem dritten Sieg in Folge an. Seine Spieler hätten trotz doppelter Überzahl unnötig Hektik aufkommen lassen. Nur ein Tor dank intensiver Mithilfe des Gegners sei zu wenig gewesen. „Damit kann ich nicht zufrieden sein“, schließt Dimoulatos ab. Tore: 1:0 Janle (3.), 2:0 Janle (7.), 3:0 Kanzler (20.), 3:1 Kroker (24., Eigentor), 4:1 Güth (72.).
Besonderes: Rot für Goitom (34./Beleidigung, Degerloch), Gelb-Rot für Keller (66., Degerloch).
SV Sillenbuch – Spvgg Möhringen 3:0
Große Freude beim SV Sillenbuch: Durch den 3:0-Sieg gegen Möhringen hat der Bezirksliga-Absteiger die Tabellenspitze erklommen. „Die Stimmung ist natürlich immer toll, wenn man gewinnt und weit oben steht“, sagt Sillenbuchs Co-Trainer Nico Hering. „Man muss aber vorsichtig sein, wir haben ein Spiel mehr als die Konkurrenten“, fügt er an.
Nichtsdestotrotz glücklich über den aktuellen Stand ist man in Sillenbuch dennoch. Viel mehr aber darauf, dass zum zweiten Mal in Folge die Null hinten steht. Eine klare Torchance konnte sich Möhringen kaum rausspielen. Was aufgrund von mehreren Verletzungen und Sperren zu erwarten war. „Einige Spieler sind auf ungewohnten Positionen oder mit bislang wenig Einsatzzeiten in die Partie gegangen“, sagt der Trainer Tobias Fuchs. Dadurch habe man sich sehr schwer getan.
Auch Sillenbuch tat sich nicht so leicht, wie das Ergebnis vermuten lässt. Ließ zudem die nötige Konsequenz vor dem Tor vermissen. Sehenswert: David Milicevic erzielte das 1:0 mit einem satten Distanzschuss aus gut 25 Metern in den Winkel. Sehr zum Ärger von Möhringens Trainer Fuchs: „Der Spieler darf dort niemals so viel Platz und Zeit bekommen.“
Verteidigen muss der SV Sillenbuch die errungene Tabellenführung am kommenden Sonntag, dann steht das Spitzenspiel gegen den aktuellen Tabellenzweiten und bisherigen Spitzenreiter TSV Jahn Büsnau an.
Tore: 1:0 Milicevic (10.), 2:0 Nkamanyi (33.), 3:0 Feichtbeiner (90. +1).
Besonderes: –
Spvgg Stetten – TSV Jahn Büsnau 1:0
Enges Spiel im Duell der bis dahin einzig noch ungeschlagenen Mannschaften – mit dem besseren Ende für Stetten. Doppelt bitter für den TSV Jahn Büsnau: Nicht nur der Nimbus der Unbesiegbaren ist damit weg, sondern auch die Tabellenführung. „Ich brauch immer ein bisschen länger das zu verdauen. Aber ich habe es jetzt schon besser akzeptiert“, sagt Büsnaus Spielertrainer Dominik Lehnhardt einen Tag nach der Niederlage.
Einen Sieger hätte das Spiel eigentlich nicht verdient gehabt, sagt Lehnhardt. Überwiegend spielte sich die Partie zwischen den Strafräumen ab. Bezeichnend: Der einzige Treffer durch Stettens Top-Torjäger Robin Hock fiel nach einem Freistoß. „Wir standen defensiv gut und haben uns vorne ansonsten gegen die engagiert verteidigenden Büsnauer schwer getan“, sagt Erdinc Cakir, Trainer der Spvgg Stetten. „Es ist eine tolle Randnotiz, dass wir weiter ungeschlagen sind“, sagt Cakir.
Den größten Aufreger gab es unmittelbar kurz vor dem Schlusspfiff. Im Anschluss an einen Eckball sprang der Ball an die Hand eines Stetteners und von dort ins Toraus. Statt eines Elfmeters oder zumindest einer erneuten Ecke pfiff Schiedsrichter Marius Berz direkt ab. „Das ärgert einen dann umso mehr, wenn das Spiel so endet“, sagt Lehnhardt, der bei der anschließenden Diskussion irrtümlicherweise direkt Gelb-Rot sah. Vorgewarnt war er nämlich bis dahin noch nicht.
Dem Dämpfer möchte Lehnhardt dennoch etwas Positives abgewinnen. „Das tut immer mal gut. Außerdem können wir es nächste Woche gegen Sillenbuch direkt wieder gut machen und uns die Tabellenführung zurückerobern“, gibt es sich kämpferisch.
Tore: 1:0 Robin Hock (66.)
Besonderes: –
Sportfreunde Stuttgart – SV HNK Slaven Stuttgart 2:4
Es hat erst einen Weckruf gebraucht, bis der SV HNK Slaven Stuttgart richtig in der Partie ankam – einen sehr deutlichen. Schon nach neun Minuten führten die Sportfreunde Stuttgart mit 2:0. „Wir haben die ersten 45 Minuten komplett verschlafen“, ärgert sich der Trainer Igor Kantar. „Wir waren überhaupt nicht da.“ Nicht zum ersten Mal musste seine Mannschaft dadurch einen Rückstand hinterherlaufen. „Das liegt an der Einstellung. Wir sind oft zu larifari“, ärgert sich Kantar.
Nach der Halbzeit habe seine Mannschaft dann variabler gespielt und ständig die Positionen getauscht. Irgendwann klappte es dann auch mit dem Toreschießen. Zur Not auch mit Gewalt, wie beim 4:2 durch Nikola Perikic, der den Ball aus der Distanz in die Maschen drosch.
Für die Sportfreunde bedeutet dies die fünfte Niederlage in Serie. Nach dem starken Saisonstart mit zwei Siegen zum Auftakt belegt das Team von Trainer Fabio Criscoulo mittlerweile einen Abstiegsplatz. „Man kann mittlerweile von einem Fehlstart sprechen. Das hilft dann auch nicht, dass die Leistung stimmt, wenn es die Ergebnisse nicht tun“, sagt der spielende Abteilungsleiter Reinhard Bohne. „Wir müssen jetzt alles zusammen schauen, was wir besser machen können“, fügt er an.
Tore: 1:0 Anderesen (5.), 2:0 Sivaloganathan (9.), 2:1 Mujkanovic (45., Foulelfmeter), 2:2 Hussein (71.), 2:3 Juric (81.), 2:4 Perikic (86.)
Besonderes: Gelb-Rot für Velikov (70., Sportfreunde)