Früh pariert der Leonberger Keeper Julian Bär den Strafstoß des Heimerdingers Haris Gudzevic (li.) – TSV-Kollege Ayyub Baroudi ist fassungslos. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Der Landesligist siegt beim TSV Heimerdingen mit 5:0 und sichert den Klassenerhalt – der TSV muss noch bangen. Julian Bär hält einen Strafstoß, Ennio Ohmes trifft doppelt.
Im Mannschaftskreis war Ennio Ohmes der Vorsänger. Immer lauter werdend heizte der Stürmer des SV Leonberg/Eltingen seine Mitspieler ein mit dem altbekannten Chanson „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“. Das wurde der SV mit einem 5:0 beim Landesliga-Konkurrenten TSV Heimerdingen. Und Feierbiest Ohmes hatte daran maßgeblichen Anteil, erzielte zwei Tore und bereitete zudem unfreiwillig den Führungstreffer vor.
Nach einem Eckball in der 35. Minute erhielt er den Ball mit dem Rücken zum Tor und versuchte, sich zu drehen. Dabei sprang der Ball jedoch zu weit vom Fuß, Ohmes gestand: „Ich hätte etwas Verrücktes machen müssen.“ Des versprungenen Balles nahm sich Teamkollege Axel Weeber an, der die Kugel satt in die lange Ecke nagelte. „Wunderschönes Tor“, lobte Ohmes den Balldieb.
Große Freude bei Julian Bär (re.) und Axel Weeber (Mi.) nach dem gehaltenen Elfmeter – Schütze Haris Gudzevic (li.) freut sich weniger. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Doch beinahe wäre die Führung nur der Ausgleich gewesen. In Minute zwölf hatte der Unparteiische ohne Zögern auf den Elfmeterpunkt gezeigt, nachdem der Heimerdinger Dennis de Sousa Lourenco im SV-Strafraum gelegt wurde. Haris Gudzevic nahm sich wie gewohnt der Sache an und visierte die untere rechte Ecke an. Torwart Julian Bär entschied sich allerdings auch für selbige und vereitelte den gut getretenen Strafstoß umso stärker. „Für den Spielverlauf nicht unwichtig“, kommentierte Bär bescheiden und meinte: „Ich habe schon den einen oder anderen Elfmeter gehalten. Das macht mich nicht mehr so übergeil wie früher – aber es ist kein schlechtes Gefühl“. Einen weiteren Abschluss durch Rudolf Buxmann parierte Bär glänzend in Minute 29.
Zwei schnelle Tore vor der Pause – Koch begründet Torwart-Entscheidung
Statt des frühen Rückstandes landeten die Gäste den schnellen Doppelschlag. Zwei Minuten nach dem Führungstor brach der schnelle SV-Kapitän Marco Seufert durch die Heimerdinger Abwehr, umkurvte TSV-Torhüter Maik Riesch und erhöhte auf 2:0. Riesch sprang kurzfristig für die unpässliche Nummer eins Lukas Emmrich ein, Trainer Markus Koch ließ durchklingen, dass neben guter Trainingsleistung auch die Entscheidung zum Verbleib beim TSV ein Faktor dafür war, dass der im Sommer zum TSV Heimsheim wechselnde Tom Kaczmarek auf der Bank Platz nehmen musste. Es tat dem TSV-Coach besonders leid, dass der seit 2017 beim TSV aktive Riesch bei seinem Saisondebüt derart oft hinter sich greifen musste.
Am Boden: TSV-Kicker Daniel Geppert war der Frust über die Klatsche deutlich anzusehen. Foto: Baumann/Alexander Keppler
Den nächsten Gegentreffer erhielt Riesch in der 55. Minute, bei einem langen Ball verschätzte sich der Torwart und ließ sich von Marvin Hampel an den Strafraumrand locken. Dieser bediente Ohmes, der ins leere Tor einschob. Der frühe Rückschlag brach den Gastgebern endgültig das Genick, nur vier Minuten später stiefelte Patrik Hofmann nach einem hohen Ballgewinn auf Riesch zu und vollstreckte eiskalt. Hofmann ging in Minute 87 erneut allein auf das TSV-Tor zu, bediente dabei aber den freien Ohmes, der erneut locker einschob. „Gute Mitspieler haben es mir einfach gemacht“, meinte Ohmes.
Sein Trainer Robert Gitschier war spielerisch ob des deutlichen Sieges „rundum zufrieden“, Markus Koch dagegen sah „nicht nur ein Problem“ an der Niederlage. Der Verlauf mit dem vergebenen Strafstoß war unglücklich, dem sonst sicheren Schützen Gudzevic wollte Koch aber keine Vorwürfe machen. Während die Gäste nach Spielende feierten, lagen die Hausherren um Robin Reichardt frustriert auf dem Rasen, der zur Pause mit Verdacht auf Muskelfaserrissausgewechselte Kapitän Sebastian Bortel mahnte: „Das darf uns nicht demotivieren, wir müssen jetzt erst recht die Ärmel hochkrempeln.“ Anders als der SV müssen die Heimerdinger weiter um den Ligaverbleib kämpfen. TSV Heimerdingen: Riesch – Fota, Baumeister, Geppert, Pellegrino – Reichardt, Bortel (46. Traore), Baroudi, de Sousa Lourenco (77. Riedmiller) – Buxmann, Gudzevic. SV Leonberg/Eltingen: Bär – Häusler (65. Gäckle), Trefz (75. Schmidt), L.Feigl, Falch (46. D.Feigl) – Nufer, Hampel (69. Kolar), Weeber, Seufert (56. Strahl) – Hofmann, Ohmes