Fußball-Landesliga Am Ende gnadenlos – TSV Bernhausen stürmt an die Tabellenspitze

Starkes Comeback. Nach sechs Wochen Rotsperre erzielte Mikail Gümüssu sehenswert die Bernhausener Führung. Foto: Günter Bergmann

Der Filderstädter setzen ihren Erfolgslauf auch im Spitzenspiel in Ehningen fort. Beim 4:0 gibt es einen Schlüsselmoment – und einen Torschützen mit „brutalem Willen“.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

So weit ist es also schon gekommen. Am Ende musste sich der angeschlagen pausierende Kapitän Ivan Matanovic von seinen Teamkollegen frotzeln lassen: „Siehste, läuft ohne Dich.“ Und wie! Höhenflug, nächster Teil. Auch im ersten Gipfelduell der noch jungen Saison waren die Landesliga-Fußballer des TSV Bernhausen nicht zu stoppen. Das 4:0 beim bislang ebenfalls verlustpunktfreien TSV Ehningen bedeutet einen Ausrufezeichen-Sieg – und zudem die Tabellenführung.

 

Gesagt, getan somit. Vorab hatte der Trainer Roko Agatic den Seinen den Mund schon einmal wässrig gemacht: „Männer, wenn alles gut läuft, sind wir nach diesem Spieltag Erster.“ Nun, im Nachhinein, lautet seine Devise eher: bremsen. „Wir müssen auf dem Boden bleiben. Nicht nur mit einem Bein, sondern zwei“, sagt der Coach. Auch wenn die Ausbeute immer toller wird: sieben Pflichtspiele 2025/2026, sieben Siege.

Der aktuelle war dabei allerdings lange weniger deutlich, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Ein Schlüsselmoment: Als in Durchgang zwei plötzlich der Gegner die große Führungschance hatte, packte der Torhüter Kristian-Krassimir Alexandrov zu. Der Neuzugang, der erneut den verletzten Matej Livancic (Fingerbruch) vertrat, wehrte einen von Mahir Ege verursachten Foulelfmeter ab. Der Schütze war Lars Jäger. Dann, in den letzten 25 Minuten der Begegnung, schlugen die Bernhausener ihrerseits umso gnadenloser zu. Den Anfang machte der Comebacker Mikail Gümüssu. Der 27-Jährige, nach sechswöchiger Rotsperre erstmals wieder dabei, drosch einen Flankenball von Bogdan Rangelov volley ins Tor (70.). „Ein Treffer mit brutalem Willen“, lobt Agatic.

Von diesem Zeitpunkt an ging es Schlag auf Schlag. Foulelfmeter Julijan Milos, in diesem Fall drin (70.). Abstauber Hrvoje Markic (75.), Abstauber Michael Henneh (90.). Letzterer drehte überhaupt ordentlich auf. Vor der Pause hatten sich beide Mannschaften noch ein ausgeglichenes Duell mit je einem Lattenschuss geliefert.

„Insgesamt“, urteilt Agatic, „wollten wir mehr gewinnen als der Gegner.“ Dessen finale Frust-Zugabe: Der Spielführer Marcel Berberoglu sah wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte.

Bernhausener „Spieler des Spiels“

Kristian-Krassimir Alexandrov (Nominierungen: 1). Der vom badischen Verbandsligisten SV Spielberg gekommene Sommer-Neuzugang bereitete mit seiner Elfmeter-Parade den Weg. Auch in einigen anderen Situationen war er stark zur Stelle. Was, wenn auch der eigentliche Stammkeeper Matej Livancic wieder fit sein wird?

TSV Ehningen: Görkem – Berberoglu, Bildl, Sautter, Sigloch (67. Körtge Corral) – Nothacker (76. Grausam) – Jäger (86. Ansu), Dannecker, Özcan, Horvat (53. Zukic) – Boughanmi (83. Dagli).

TSV Bernhausen: Alexandrov – Meinlschmidt, Ege, Lujic, Henneh – Gümüssu – Kranz (66. Walz), Tomic (83. Markic), Milos (88. Böhmer), Rangelov (76. Vidic) – Demir (64. Jordacevic).

 

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