Der Tabellenvorletzte verliert auch das Schlüsselspiel in Geislingen, wonach der Spielleiter Luchetta nichts mehr beschönigen will. Die bittere Zugabe: Rot für den Abwehrchef.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Dritte Schlappe in Folge, das Ganze mit insgesamt 14 Gegentoren. Gehen für den MTV Stuttgart in der Fußball-Landesliga die Lichter aus? Klar ist: Mit dem 1:4 am Karsamstag auch im Kellerduell beim SC Geislingen schwinden allmählich die Rettungschancen. „Man muss da realistisch sein: Jetzt wird es wahnsinnig schwer. Ich weiß nicht, ob es uns gelingt, uns da noch einmal rauszuziehen“, sagt der Spielleiter Luca Luchetta. Der Abstand zu Platz 13, der nach jetzigem Stand zur Relegationsteilnahme berechtigen würde, beträgt weiterhin mächtige sieben Punkte.

 

Ohne das Leistungsträger-Quartett Raphael Hahn, Filip Primorac, Michael-Angelo Triantafillou (alle Urlaub) und Götz Gaiser (muskuläre Probleme) mühten die Kräherwald-Kicker sich über weite Strecken vergeblich. „Die Einstellung hat diesmal absolut gestimmt, aber spielerisch war unter den gegebenen Verhältnissen schlicht nichts möglich“, konstatiert Luchetta. Sein Urteil zum gegnerischen Rasen: „Der schlechteste Platz, seit wir in der Landesliga sind.“ Mit ihren Angriffsversuchen blieben die Seinen ein ums andere Mal im letzten Drittel hängen. Mal versprang der Ball, mal fehlte es an Genauigkeit, mal an Kreativität.

Schnörkelloser agierten die Gastgeber. Durch einen 16-Meter-Kracher von Marcel Mädel, der vom Innenpfosten ins Netz sprang, legten sie vor (8.). Und in Hälfte zwei schickten Marcel Mädel (54.), Dominik Schöll (80.) sowie Florijan Ahmeti (90.) ihren Stuttgarter Tabellennachbarn vollends auf die Verliererstraße. Das zwischenzeitliche Anschlusstor von Mertcan Özocak stellte am Ende lediglich Ergebniskosmetik dar. Der 27-Jährige, der wie berichtet vor einem Wechsel zum TSV Bernhausen steht, traf nach Vorarbeit von Daniel Henschke (66.) – dies zu einem Zeitpunkt, als aus der eigenen Elf bereits eine Zehn geworden war.

Die bittere Zugabe für den MTV Stuttgart: Der Abwehrchef Philipp Weippert sah für eine Notbremse die rote Karte (56.).

MTV-„Spieler des Spiels“

Fabio Baldi (Nominierungen: 1). Gäbe es einen Preis für Fleiß, der Angreifer der Gäste hätte ihn verdient gehabt. Der 23-Jährige rackerte von der ersten bis zur letzten Minute, ging keinem Zweikampf aus dem Weg und gab sprintend keinen Ball verloren. Allein: Im Spielergebnis machte es sich nicht bezahlt.

SC Geislingen: Sauter – Luca De Lucia (78. Kaufmann), Mayer, Roschmann, Schöll, Niederberger – Damiano De Lucia (64. Adedapo), Eyüopglu (90.+2), Özdemir (66. Volk) – Ahmeti, Mädel (70. Boni).

MTV Stuttgart: Wegner – Chelindopoulos (46. Graham), Oehme, Weippert, Redzic (52. Mägerle) – Rudolph, Özocak, Debrah (60. Henschke) – Janzen (72. H ug), Lukic (72. Flach), Baldi.