Joshua Trefz (li.) von SV Leonberg/Eltingen musste nach 61 Minuten nach Gelb-Rot vom Platz. Foto:
Der SV Leonberg/Eltingen schwebt plötzlich in Abstiegsgefahr: Gegen Schlusslicht SGM Krumme Ebene kassiert das Team nach dem 1:0 kurz vor Schluss noch das 1:1 in der Nachspielzeit.
Henning Maak
06.04.2026 - 11:20 Uhr
Die Enttäuschung im Lewa-Park war nach dem Schlusspfiff mit den Händen zu greifen. Nicht mal ein Schrei der Enttäuschung hallte über den Platz, nur gesenkte Köpfe waren zu sehen und betretene Stille zu vernehmen. Spielern und Verantwortlichen des SV Leonberg/Eltingen war bewusst, was für eine große Möglichkeit sie soeben im Duell gegen das Tabellenschlusslicht SGM Krumme Ebene liegen gelassen hatten.
In Unterzahl waren die Eltinger kurz vor Schluss mit 1:0 in Führung gegangen, und brachten diese gegen offensiv überaus biedere Gäste nicht über die fünfminütige Nachspielzeit. „Dieses Ergebnis ist unglaublich ärgerlich. Aber wir müssen die Köpfe wieder hochnehmen und unsere Chance nun gegen den FV Löchgau suchen“, gab der sichtlich enttäuschte SV-Trainer Robert Gitschier die Richtung vor.
Verunsicherung nach vielen Niederlagen
Von Anfang an war den Gastgebern eine Verunsicherung nach sechs Niederlagen aus sieben Punktspielen anzumerken. „Unsere erste Halbzeit war nicht gut, wir hatten zu viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Spiel“, meinte Trainer Gitschier. Dennoch hatte der SV die erste Chance: In der 9. Minute flankte Marvin Hampel nach einer Kombination auf der linken Angriffsseite vors Tor, Ennio Ohmes erwischte den Ball am langen Pfosten aber nicht richtig. Die Gäste kamen regelmäßig nach Ballverlusten des SV zu guten Möglichkeiten: Erstmals nach 17 Minuten, als die SGM mit drei schnellen Pässen Jonas Hertel freispielte, der jedoch unbedrängt aus 18 Metern neben das Tor schoss.
Auch der Schuss von Patrik Hoffmann (li.) fand nicht den Weg ins SGM-Tor. Foto: Andreas Gorr
Die SGM Krumme Ebene arbeitete kompakt nach hinten und bot den Gastgebern wenig Räume an. „Hochfahren, alle“, trieb SV-Schlussmann Julian Bär seine Vorderleute an. Doch mehr als zwei Kopfballmöglichkeiten für Patrik Hofmann am kurzen Pfosten, die jeweils über den Querbalken gingen, und einen Schuss von Pascal Nufer nebens Tor brachte die Offensive nicht zustande. Deutlich größer waren zwei Möglichkeiten, die die Gäste nach Ballverlusten hatten: Doch sowohl SGM-Kapitän Yunus Yilmaz (40.) als auch erneut Hertel (45.) im Fünfmeterraum brachten den Ball nicht aufs SV-Tor.
Auch nach der Pause tauchte die schwächste Offensive der Liga zweimal vor dem SV-Tor auf, ohne zum erfolgreichen Abschluss zu kommen. In der 60. Minute änderte sich dann die Statik der Partie: Joshua Trefz wurde nach seinem zweiten Foul mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. In Unterzahl setzte Coach Gitschier auf schnelles Umschaltspiel und brachte mit Finley Strahl und Thierry Jumbam entsprechend flinkes Personal auf den Platz. Erstmals in der 71. Minute ging der Plan auf, doch der Schuss von Jumbam im Strafraum wurde geblockt.
Die Gäste machten wenig aus ihrer personellen Überzahl, ein Freistoß von Robin Remmlinger aus 25 Metern kam nicht einmal aufs Tor. Dennoch wäre die SGM fast in Führung gegangen, als ein Schuss aus 18 Metern abgefälscht wurde und am Außenpfosten landete (89.). Im Gegenzug überrumpelte der SV die Abwehr der SGM mit drei schnellen Pässen, Jumbam, Marco Seufert und Strahl liefen zu dritt auf zwei Gegenspieler zu. Jumbam scheiterte zweimal an der Fußabwehr von Gäste-Keeper Jonas Neuer, im dritten Versuch brachte er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie zum 1:0. „Es ist Wahnsinn, wie viel wir für ein Tor investieren müssen“, stöhnte Coach Gitschier.
Mit der Einwechslung von Finley Strahl (li.) setzte SV-Trainer Robert Gitschier noch mehr auf Offensive. Foto: Andreas Gorr
Doch ein Abwehrfehler in der 94. Minute kostete den SV das dringend benötigte Erfolgserlebnis: Ein abgewehrter Ball wurde zentral weggeköpft, mit einem Chipball spielte die SGM Nils Müller frei, der aus 18 Metern Julian Bär keine Chance ließ. „Wir hatten genug Spieler hinter dem Ball, waren aber nicht gut gestaffelt“, stöhnte Gitschier. Eine frühere Führung hätte dem Team wohl mehr Sicherheit gegeben, meinte er. SV Leonberg/Eltingen: Bär, Nufer, Joshua Trefz, Löwen (60. Weeber), Seufert, Kern (91. Feigl), Salopek, Häusler, Hampel (80. Jona Trefz), Hofmann (60. Strahl), Ohmes (68. Jumbam).