Fußball Landesliga Der SKV Rutesheim fehlt das Killer-Gen
Der Fußball-Landesligist unterliegt dem TSV Ilshofen 1:2 (0:0) und verliert die Tuchfühlung zur Spitze. Trainier Christopher Baake ärgert sich über Chancenwucher.
Der Fußball-Landesligist unterliegt dem TSV Ilshofen 1:2 (0:0) und verliert die Tuchfühlung zur Spitze. Trainier Christopher Baake ärgert sich über Chancenwucher.
Eine Niederlage tut gleich mehrfach weh. Zum ersten Mal wenn sie eintritt, wie bei der SKV Rutesheim nach 93 Minuten beim TSV Ilshofen. Und dann folgen lästige Nadelstiche immer wieder, wenn entweder über die Partie gesprochen oder die Begegnung analysiert wird.
Christopher Baake durchlebte einige solcher negativen Augenblicke am Samstagnachmittag. Da war primär diese aus seiner Sicht völlig unnötige 1:2-Niederlage beim TSV Ilshofen, und diesem Nackenschlag folgte die unerfreuliche Konsequenz, dass die SKV Rutesheim das womöglich ultimative Aus im Kampf um den Aufstieg erlitten hatte.
„Die Tuchfühlung zur Spitze ist jetzt erst mal weg“, stöhnte der Chefcoach der SKV, „deshalb ist die Enttäuschung über das Resultat doppelt groß.“ Die Rutesheimer haben 36 Zähler auf der Habenseite, die Lücke zum Relegationsplatz beträgt bereits acht Punkte. Kein Grund, die Saison inoffiziell für beendet zu erklären und die übrigen Liga-Partien zu Freundschaftsspielen mit Punktspielcharakter abzuwerten. „Es sind noch 30 Punkte zu vergeben“, betonte Baake, „da ist das allerletzte Wort noch nicht gesprochen.“
Damit dürfte der 35-Jährige richtig liegen – aber offenbar fehlt der SKV Rutesheim dieses gewisse Etwas, ohne das es nicht geht, um noch einmal ernsthaft ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können. Die Bilanz gegen die Mannschaften, die in der Tabelle besser stehen, zeigt ein deutliches Bild. Gegen FSV Waiblingen, Spvgg Satteldorf, FV Löchgau, SU Neckarsulm und TV Oeffingen gab es insgesamt acht Spiele – nur acht von 24 möglichen Punkten haben die Rutesheimer ergattert. Gegen den TSV Ilshofen setzte es nun gar die zweite Saisonniederlage.
Der SKV Rutesheim fehlt ein ausgeprägtes Tore-Gen. Das Team benötigt zu viele Chancen für einen Treffer, gerade in den engen Begegnungen. Der SKV fehlt der sogenannte Killerinstinkt vor dem Tor – also der unbedingte Antrieb, jede sich bietende Chance eiskalt zu nutzen. Das räumt auch Christopher Baake offen ein. „Die nicht optimale Chancenverwertung zieht sich durch die gesamte Saison“, beschrieb der Chefcoach die Malaise, „das ist dieses Quäntchen, das fehlt, um ganz vorne mitzuspielen.“
Auch gegen den TSV Ilshofen hätten die Rutesheimer mehr als ein Tor erzielen können oder im Kampf um den Aufstieg wohl müssen, auch wenn zwei wichtige Stürmer fehlten. Janis Lamatsch (Knöchelverletzung) kam 2025 noch gar nicht zum Einsatz, Markus Wellert verletzte sich beim 1:4 gegen den FSV Waiblingen (Diagnose Rippenbruch).
Der holprige Naturrasen hinderte am gepflegten Kombinationsspiel, sodass häufig mit weiten Bällen agiert wurde; vornehmlich vonseiten des TSV. Die Ilshofener hatten die erste Chance, doch der Schuss flog gut fünf Meter über das Tor von Silas Wöhr. Mit zunehmender Spieldauer übernahm die SKV das Kommando und erspielte sich Chancen. Marcel Held scheiterte am TSV-Torhüter Luis Rohn (30.), Flavio Heiler ließ zwei Gegenspieler aussteigen, doch sein Schuss aus acht Metern verfehlt das Tor um einen Meter (35.), Laurin Stütz drang in der Strafraum ein, zog von halbrechts ab und verfehlte das Ziel nur ganz knapp (41.), schließlich stand Marcel Held nach einem schmucken Steckpass alleine vor TSV-Keeper Rohn – brachte den Ball aber nicht an ihm vorbei (44.). „Wenigstens ein Tor müssen wir machen“, stöhnte Baake. Aber es stand die Null.
Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste auf die Führung, doch stets fehlte der entscheidende Pass und zu oft blieben die Flanken ungefährlich. Wie sich der Killerinstinkt manifestiert, zeigte der TSV. Ballverlust der Rutesheimer, Ilshofen schaltete blitzartig um, flankte und Goalgetter Lukas Lindner ließ sich nicht zweimal bitten – 1:0 für den TSV (51.). Das 2:0 folgte schnell. Erneuter Ballverlust der SKV, weiter Pass auf Sebastian Herzog, der die Kugel eiskalt an Wöhr vorbei ins Tor schob (58.).
Tobias Gebbert erzielte zwar kurz darauf mit einem verwandelten Handelfmeter das Anschlusstor (63.), doch außer einem 20-Meter-Schuss von Stütz, der der TSV-Torhüter parierte (85.), bot sich keine ernsthafte Gelegenheit zum Ausgleich. „Wer auf dem holprigen Platz in Führung liegt, der tut sich deutlich leichter“, fand SKV-Trainer Baake und versprach: „Gegen Schwäbisch Hall wollen wir am Samstag gewinnen.“ SKV Rutesheim: Wöhr – Vaihinger (66. Maier), Kogel (90+1 Obert), Ludwig, Rudloff (82. Riedlinger) – Held (57. Seeber), Gebbert, Russ, Schneider – Heiler (82. Feigl), Stütz.