Angesichts des vergleichsweise einfachen Restprogramms hatten sich die Verantwortlichen bei der SKV Rutesheim leichte Hoffnungen gemacht, im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga ein kleines Wörtchen mitreden zu können. Am vergangenen Wochenende hatten mit Satteldorf und dem FSV Waiblingen auch prompt zwei Spitzenteams Punkte liegen lassen, während die SKV Rutesheim ihre Hausaufgabe gegen den SSV Schwäbisch Hall mit einem 3:2-Erfolg erledigte.
Doch erledigt hat sich nun das Thema Aufstieg für SKV-Coach Christopher Baake nach der 1:2-Niederlage beim SV Breuningsweiler, dem in den ersten fünf Spielen dieses Jahres weder ein Sieg noch überhaupt ein Tor gelungen war. „Der Platz war katastrophal. Aber der Mannschaft ist es wie zuvor unter ähnlichen Verhältnissen in Ilshofen nicht gelungen, die Verhältnisse anzunehmen und sich auf eine andere Spielweise als Kombinationsfußball einzustellen“, kritisierte Baake. Die Mannschaft müsse es lernen, auch einmal einen „dreckigen Sieg“ einzufahren.
Mit der Anfangsphase war der Rutesheimer Coach noch einigermaßen zufrieden. Pascal Maier hatte nach zehn Minuten die Chance zur Führung, als er aus zehn Metern frei zu Schuss kam, diesen jedoch nicht gut genug platzierte, sodass SVB-Keeper Dennis Jung parieren konnte. Und dann hatten die Gäste zweimal kurz hintereinander Aluminium-Pech: In der 25. Minute traf Maxim Russ im Anschluss an einen Eckball nur den Außenpfosten, zwei Minuten später zielte auch SKV-Torjäger Laurin Stütz etwas zu ungenau und traf die Unterkante der Latte.
SKV-Defensive zu nachlässig
Doch auch die Gastgeber hatten bis dahin schon einmal das Aluminium getroffen, die Latte rettete bei einem Heber in der zwölften Minute. „Da hat Breuningsweiler schon Blut geleckt und gemerkt, dass hier etwas gehen kann“, stellte Baake fest. Die Gastgeber waren in den Zweikämpfen energischer und hatten zudem in Mario Mutic den überragenden Mann in ihren Reihen, der kurz vor der Pause auch die 1:0-Führung für sein Team besorgte: Nach einem langen Ball war die SKV-Defensive bei einem Kopfball zu passiv, der 30-jährige Routinier im SVB-Dress vollendete zum Pausenstand.
Auch in der zweiten Halbzeit wurde das Spiel der SKV zunächst nicht besser. Nach einer knappen Stunde erhöhte Paul Block aus kurzer Distanz auf 2:0 für die Gastgeber, nachdem die Rutesheimer Defensive in der Abwehr erneut nicht präsent war. „Auf dem engen Platz waren die Einwürfe fast so gefährlich wie Eckbälle“, erklärte Baake, der kurz zuvor mit Marcel Held und David Feigl zwei neue Offensivkräfte gebracht hatte, die das SKV-Spiel merklich belebten.
Ausgleichstreffer wird aberkannt
Marcel Held war es auch, der mit einem Schuss aus 18 Metern in der 74. Minute auf 2:1 verkürzte und für neue Hoffnung aufseiten der Gäste sorgte. Doch das Glück war den Rutesheimern an diesem Abend nicht hold: Gegen weiterhin aufopferungsvoll kämpfende Gastgeber traf Laurin Stütz in der Nachspielzeit mit einem Freistoß den Pfosten – der dritte Aluminium-Treffer für die SKV.
Als der Ball in der siebten Minute der Nachspielzeit dann doch im Breuningsweiler Tor lag, entschied der Schiedsrichter auf Abseits. Dass Co-Trainer Oguzhan Cay daraufhin wegen zu heftigen Reklamierens die Rote Karte sah, passte zu dem komplett gebrauchten Abend für die SKV. „Ein Unentschieden wäre aber ohnehin für uns zu wenig gewesen“, legte Baake am Ende den Finger noch einmal in die Wunde. SKV Rutesheim: Wöhr, Riedlinger (88. Walter), Rudloff, Ludwig, Maier, Russ (55. Feigl), Gebbert, Schneider, Heiler (88. Kiloko), Stütz, Seeber (55. Held).