Laurin Stütz (re./gegen Kevin Sirch) erzielte die Führung für die SKV Rutesheim – doch der GSV Pleidelsheim schlug zurück und siegte 2:1. Foto: Baumann
Der Fußball-Landesligist unterliegt beim GSV Pleidelsheim mit 1:2 und kassiert in der Fremde die vierte Niederlage in Folge – Trainer Christopher Baake nervt die nächste Pleite gegen einen schwächeren Gegner.
Henning Maak
27.04.2025 - 12:58 Uhr
Christopher Baake sprach nach der Partie von einem Muster, das er erkennt. „Das war die dritte Auswärtspartie in Folge auf bescheidenem Niveau, jedesmal ist es uns nicht gelungen, die Basics so auf den Platz zu bringen, dass es wenigstens für einen Punkt reicht“, stellte der Rutesheimer Coach ernüchtert fest. Das 1:4 beim Klassenprimus FSV Waiblingen hinzugerechnet, sind die Rutesheimer in den letzten vier Auswärtspartien sieglos geblieben und hängen im oberen Mittelfeld der Tabelle.
Auf dem kleinen Kunstrasenplatz des GSV Pleidelsheim taten sich die SKV-Akteure schwer, ihr gepflegtes Aufbauspiel aufzuziehen. „Wenn man versucht hat, spielerisch nach vorne zu kommen, ist man sofort in Drucksituationen geraten“, erläuterte Baake, warum beide Teams überwiegend mit hohen und langen Bällen agierten. Nach vorsichtigem Abtasten in der Anfangsphase hatten die Gastgeber die ersten beiden guten Möglichkeiten: Einmal war SKV-Schlussmann Silas Wöhr bei einem Fernschuss auf dem Posten, einmal strich ein solcher knapp am Rutesheimer Gehäuse vorbei.
Die Gäste erspielten sich in den ersten 20 Minuten nur Halbchancen, nutzten aber die erste gute Möglichkeit gleich zur Führung: Nach einem Einwurf auf der linken Seite flankte Flavio Heiler auf den ersten Pfosten, wo Laurin Stütz seinem Bewacher entwischte und zum 1:0 einköpfte – Saisontor Nummer 19. „Danach war das Momentum bei uns, wir konnten vieles spielerisch besser lösen“, befand Baake.
Allerdings fehlte es nach Umschaltsituationen und Durchbrüchen auf beiden Seiten stets an Genauigkeit beim letzten Pass, um Torgefahr für die Gastgeber heraufzubeschwören. Dennoch hätten die Rutesheimer mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeitpause gehen müssen: Marcel Held lief kurz vor der Pause allein auf GSV-Keeper Magnus Schüler zu und legte den Ball an diesem, aber auch knapp am Tor vorbei.
Ein Elfmeter, den niemand versteht
Die zweite Hälfte verlief zu Beginn ereignisarm, beide Mannschaften neutralisierten sich und ließen keine Chancen des Gegners zu. Doch nach 63 Minuten zeigte der Unparteiische nach einem Freistoß aus dem Halbfeld in den Rutesheimer Strafraum auf den Elfmeterpunkt – eine Entscheidung, über die sich selbst die Gastgeber wunderten. „Der Schiedsrichter hat erklärt, ein Pleidelsheimer Spieler sei runtergezogen worden – aber das war weit weg vom Geschehen um den Ball“, berichtete Coach Baake. GSV-Torjäger Patrick Sirch blieb von allem unbeeindruckt: Er verlud Silas Wöhr und verwandelte den Strafstoß zu seinem 18. Saisontreffer und zum 1:1-Ausgleich.
SKV- Trainer Christopher Baake (Mi.) ist verärgert. Foto: Baumann
Baake brachte anschließend Markus Wellert im Sturm, der viele Bälle festmachen konnte. Doch weiterhin fehlte es bei den SKV-Angriffen an Präzision beim letzten Pass. Ein Abwehrschnitzer führte in der 78. Minute zum 2:1 für die Gastgeber: Nach einem weiteren langen Ball klärte ein SKV-Abwehrspieler so unglücklich, dass der Ball vor den Füßen von Jan Schlipf landete, der das Spielgerät aus zwölf Metern mit dem Außenrist ins lange Eck schlenzte. Rutesheim verstärkte in der Schlussphase nochmals die Offensivbemühungen, doch alle Schüsse wurden abgeblockt. Als in der Nachspielzeit der Ball einmal an den Fünfmeterraum der Pleidelsheimer kam, war kein SKV-Akteur vorhanden, um zu vollenden. „Wir haben uns zum wiederholten Mal von einem fußballerisch schwächeren Gegner den Schneid abkaufen lassen“, haderte Baake. SKV Rutesheim: Wöhr, Riedlinger (75. Kiloko), Rudloff, Ludwig, Maier, Held (88. Seeber), Gebbert, Schneider (73. Vaihinger), Obert (66. Russ), Heiler (66. Wellert), Stütz.