Fußball-Landesliga Joker Hörz als später Matchwinner für den TSV Plattenhardt
Beim Aufsteiger reden alle über das neue Traum-Sturmtrio – das Tor zum 1:0-Auswärtssieg in Sindelfingen erzielt aber der Mann von der Bank.
Beim Aufsteiger reden alle über das neue Traum-Sturmtrio – das Tor zum 1:0-Auswärtssieg in Sindelfingen erzielt aber der Mann von der Bank.
Den finalen Belastungstest gab es an der Eckfahne. Ein gutes Dutzend Kicker in Rot, Ersatzspieler inklusive, stürzte sich auf den Matchwinner und begrub diesen jubelnd unter sich. Was für eine Geschichte: ausgerechnet Mark Hörz. Da ist beim Fußball-Landesligisten TSV Plattenhardt seit Wochen dessen neues Traum-Sturmtrio das Gesprächsthema, und am Samstag stand dieses dann auch erstmals gemeinsam in der Startformation. Wer aber entscheidet das Spiel? Hörz, der in die zweite Reihe verdrängte Mann von der Bank. Sein später Treffer bedeutete den 1:0-Auswärtssieg beim VfL Sindelfingen.
Nach dem Saisonauftaktspiel mit gleichem Ergebnis beim MTV Stuttgart also bereits der zweite Gegner, den der Aufsteiger in dessen Stadion düpiert. Dabei hatte schon viel auf eine Nullnummer hingedeutet, ehe den Plattenhardtern noch der Lucky Punch gelang. 90. Spielminute: ein Konter, und zuletzt legte Ekrem Servi quer auf den eingewechselten Hörz, der flach einnetzte. „Das hat er sich verdient“, findet der Teamkollege und Co-Trainer Pierre Eiberger, „alle reden über die anderen drei, aber er ist in jedem Training da und gibt immer alles“. Auch wenn Hörz’ persönliche Situation mit der Verpflichtung des bisherigen Vaihinger Knipsers Fabijan Krpan in einer auch zuvor schon gut besetzten Offensivabteilung schwieriger geworden ist. Die besagten Drei, die im internen Ranking nun erst einmal vor ihm stehen, Aristidis Perhanidis, Servi und Krpan, haben in der vergangenen Saison zusammen 98 Punktspieltreffer erzielt.
Freilich, für die höhere Liga haben die Filderstädter ihre Spielweise ein Stück weit umgestellt. Auch wenn es die Namen der Aufstellung nicht vermuten lassen: weniger Sturm und Drang, mehr kollektive Arbeit gegen den Ball – mithin eine defensivere Ausrichtung. Dieser Plan ging aktuell auf. Der Gegner tat sich beim Kreieren von Torchancen schwer. „Auch als Sindelfingen in der zweiten Hälfte mehr Druck gemacht hat, haben wir alles wegverteidigt“, sagt Eiberger. Jeder im Team habe da „ordentlich etwas reingeworfen“. Demgegenüber hatten die Seinen gleich in der Anfangsphase zwei Topchancen gehabt, um in Führung zu gehen. Der Urlaubsrückkehrer Kevin Pein scheiterte jedoch an der Querlatte. Und Tobias Hornung schoss den Ball frei stehend übers Tor.
Am Ende war dann aber dennoch Hurra in Rot – beziehungsweise Frust mit Rot. Sindelfingens Metehan Kizilagil kassierte in der Nachspielzeit für einen Einsatz mit gestrecktem Bein gegen Jamie Luke Straub den entsprechenden Platzverweis.
Mark Hörz (Nominierungen: 1). Der Joker stach. Kam, sah und traf – und zeigte in seinen rund 25 Einsatzminuten überhaupt, dass es ihn auch noch gibt.
VfL Sindelfingen: Bachmann – Schuckenböhmer (81. Horny/90.+2 Kotecki), Brendle, Dittrich, Kizilagil – Ademi, Molitor (81. Kasikci), Kubitzsch, Bakacs (46. Dreher) – Gamuzza – Bahadir (63. Biedma-Andrades).
TSV Plattenhardt: Grbic – Pein (61. Straub), Eichhorn, Göcer, Gyselincks, Hornung – Blazek (46. Zugac), Eiberger (57. Sefer) – Perhanidis (79. Dieringer), Servi, Krpan (68. Hörz).
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