Flavio Heiler (2. v. re./im Spiel gegen Pleidelsheim) hatte die Führung für die SKV Rutesheim in Cralisheim auf dem Fuß. Foto: Baumann
Mit 0:3 (0:0) unterliegt die SKV Rutesheim in der Fußball-Landesliga beim TSV Crailsheim – Trainer Christopher Baake ist einerseits verärgert, andererseits aber auch über einen Härtetest zufrieden.
0:3 hört sich deutlich an. Irgendwie so, als hätte ein Team der Partie klar den Stempel aufgedrückt und der anderen Mannschaft keine Chance gelassen. „So klar, wie es das Ergebnis vielleicht suggeriert, so klar war es beileibe nicht“, betonte SKV-Trainer Chistopher Baake nach den 90 Minuten der Rutesheimer beim TSV Crailsheim.
Der Chefcoach ist gar der Meinung, dass sein Team hätte gewinnen können, wenn es denn mal einen Treffer gesetzt hätte, bevor die Gastgeber vor 100 Zuschauern in Führung gingen. So aber war die Partie innerhalb von gut fünf Minuten entschieden – Nico Maurer (59.) und Louis Hermann (64.) sorgten für das 2:0 und klare Verhältnisse, schließlich setzte Marius Doderer noch den Deckel auf die Drei-Punkte-Dose für die Gastgeber drauf (82.).
Christopher Baake trauerte den möglichen verlorenen Punkten zwar ein wenig nach, dabei verärgerte ihn besonders, dass Schiedsrichter Knut Krimmer ein Tor von Lars Ludwig (44.) wegen Abseits nicht anerkannte. „Lars stand nicht im Abseits, und Flavio Heiler, der im Abseits gestanden haben könnte, hat nicht ins Spiel eingegriffen und niemanden behindert“, schimpfte der 36-Jährige, „keine Ahnung, warum das Tor nicht gezählt hat.“
Doch wirklich angefressen war Baake nach dem Schlusspfiff nicht mehr. Natürlich ist eine Niederlage immer ärgerlich, aber legt man nicht ganz so gestrenge Sportmaßstäbe an, ging es für die SKV in dieser Begegnung am 25. Spieltag um nicht mehr viel – der Aufstiegszug ist ohne die Rutesheimer abgefahren, das Abstiegsgespenst längst aus dem Sportpark Bühl verbannt. Der Trainer sah die Partie in Cralisheim als ein Vorspielen der eigenen Talente unter Punktspielbedingungen.
Jugendlicher Elan am Ball: Sandro Seeber (Mi.) Foto: Andreas Gorr
Eine so junge Mannschaft hatte Baake in dieser Saison noch nie aufs Feld entsandt – Altersdurchschnitt etwa 22 Jahre. Lediglich Tim Rudloff (26) und Hannes Obert (26) sowie Yannik Walter (25) hatten das 25. Lebensjahr bereits vollendet, in der Startelf standen die Jungspunde Sandro Seeber (19), Jay Niko Kiloko (21), Lars Ludwig (20) und Marcel Held (20). Nolens volens gab Baake der Jugend eine Chance, am Samstagmorgen hatten kurzfristig Antonio die Viesti und Pascal Maier abgesagt, sodass der SKV-Kader in Crailsheim lediglich 14 Feldspieler umfasste und nicht einmal ein Ersatzmann für Torhüter Silas Wöhr vorhanden war.
„Die Jungs haben ihre Aufgaben ordentlich erledigt“, sagte der Rutesheimer Coach nach dem Match, „es war ein guter Härtetest unter Wettkampfbedingungen für die jungen Leute.“ Jay Niko Kiloko stand erstmals in der Startformation der SKV, davor hatte der Linksfuß in fünf Partien als Einwechselspieler etwas mehr als 30 Minuten auf dem Feld gesammelt. „Ich war zufrieden mit seiner Vorstellung“, sagte Baake über Kiloko, der die gesamte Distanz durchspielen durfte.
Der Heber von Hannes Obert landete oben auf dem Tornetz. Foto: Andreas Gorr
Für den 35-Jährigen war die Dramaturgie des Spiels in Crailsheim nicht neu. Die SKV hatte (wie oft) gute Chancen, in Führung zu gehen: Doch Flavio Heiler ließ eine Riesenmöglichkeit aus, als er im Duell gegen Keeper Oliver Wilhelm den Kürzeren zog (55.). Der Heber von Hannes Obert landete zwar im Netz, jedoch auf dem Crailsheimer Tor, ein Schuss von Heiler strich am Tor vorbei. Der Rutesheimer Gegner benötigte (wie oft) dagegen zwei, drei Chancen, um etwas Zählbares vorzuweisen. Ballverlust im Zentrum der SKV, Nico Maurer umkurvte Tormann Silas Wöhr und schob die Kugel ein (59.). Und nur wenige Minuten später überwand Louis Hermann Wöhr erneut mit dem 2:0 (64.).
„Wir müssen nach einem Rückstand geduldiger sein“, forderte Baake, „anstatt mit Wucht gleich den Ausgleich erzielen zu wollen. Denn dann kassieren wir zu häufig gleich das nächste Gegentor.“ Der SKV Rutesheim und ihrem Coach bleiben fünf Spiele, in denen sie unter Wettkampfbedingungen testen können – für die nächste Runde. SKV Rutesheim: Wöhr – Kiloko, Obert (66. Gebbert), Ludwig – Riedlinger, Russ (70. Feigl), Held, Rudloff, Walter – Seeber (79. Beqiri), Heiler.