Fußball Landesliga Nach lauter Kabinenpredigt: TSV Heimerdingen dreht ein 0:2 in ein 3:2

Vor dem 2:0 entwischt Pleidelsheims Robin Slawig (li.) dem Heimerdinger Leon Baumeister (re.). Foto: Baumann/Julia Rahn

Im letzten Heimspiel der Saison zeigt der Fußball-Landesligist gegen den GSV Pleidelsheim Nehmerqualitäten – und der lange verletzte Sturm-Routinier Lars Ruckh gibt sein Comeback.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Was zunächst wie ein unrühmliches Ende einer turbulenten Saison beim TSV Heimerdingen aussah, fand eine schnelle Wendung. Der Landesligist drehte im letzten Heimspiel der Saison gegen den GSV Pleidelsheim einen 0:2-Rückstand spektakulär zu einem 3:2-Sieg.

 

Co-Trainer Daniel Riffert hatte vollen Einsatz und einen positiven Ausklang für die eigenen Fans auf heimischem Platz versprochen. Man mochte meinen, Riffert wolle sich als künftiger Bundeskanzler ins Rennen bringen. Auf dem Feld zeigte die Mannschaft in Hälfte eins das genaue Gegenteil des Versprochenen, agierte uninspiriert und ohne offensive Konsequenz.

TSV-Torwart Tom Kaczmarek (li.) ist bedient, Robin Slawig (re.) feiert das 2:0 für den GSV Pleidelsheim. Foto: Baumann/Julia Rahn

Wer Rifferts Versprechungen umsetzte, waren die Gäste. Schon nach drei Minuten grätschte Patrick Sirch eine flache Hereingabe von links in die kurze Ecke zur Führung des GSV. Die erste echte Chance für den TSV hatte Torjäger Haris Gudzevic, der frei vor dem Tor an GSV-Keeper Domenik Lück scheiterte. Statt des Ausgleichs setzte es in der 31. Minute die nächste kalte Dusche für die seit letzter Woche geretteten Heimerdinger. Der Gast, der um den Klassenerhalt kämpfte, beförderte einen langen Ball hinter die Abwehr des TSV, dort verschätzte sich Leon Baumeister, sodass Robin Slawig frei vor TSV-Keeper Tom Kaczmarek einschob.

Daniel Riffert appellierte „an die Courage“ – mit beeindruckender Wirkung

Mit dem 0:2 war der TSV zur Pause noch gut bedient, Pleidelsheim verzeichnete noch einen Lattentreffer (18.) und zwei Abseitstore (7., 21.). Daniel Riffert konstatierte: „Wir waren nicht griffig, nicht präsent genug.“ Entsprechend wusch der ehemalige TSV-Kicker dem Team in der Kabine die Köpfe, er verriet nach dem Schlusspfiff: „Es ist etwas lauter an die Courage appelliert worden.“ Die Ansprache zeigte Wirkung, Heimerdingen trat nun deutlich bissiger auf und drehte das Spiel in nur drei Minuten.

Nach dem Seitenwechsel waren die Heimerdinger um Martin Kuchtanin (vorne li.) deutlich besser in der Partie. Foto: Baumann/Julia Rahn

Gudzevic nahm einen geklärten Eckball aus dem Rückraum direkt, der doppelt abgefälscht im Tor einschlug (50.). Bei einer Hereingabe von Robin Reichardt verpasste der Stürmer den Ball im Zentrum, doch der nachrückende Dennis de Sousa Lourenco traf aus dem Rückraum (51.). Beim nächsten Reichardt-Querpass scheiterte Marius Riedmiller an Lück, aus dem folgenden Gewühl versenkte Shakur Traore den Ball mit der Hacke (52.). Der TSV war nun klar am Drücker, Pleidelsheim geriet gehörig ins Schwimmen. Mit zwei Glanztaten gegen de Sousa Lourenco (61.) und Riedmiller (62.) hielt Lück seine Mannschaft im Spiel, die zwei Riesenchancen auf den Ausgleich vergab. Sirch (79.) und Mats Tutsch (85.) verfehlten nach starken Paraden Kaczmareks das leere Tor.

Trainer Andreas Broß (Mi.) feiert den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Foto: Baumann/Julia Rahn

„Unterm Strich sehr zufrieden“ gab sich Trainer Andreas Broß, wenngleich die gewünschte Leistung nur im zweiten Durchgang gezeigt wurde. Die Probleme im ersten Abschnitt nahm Trainer Broß auf die eigene Kappe: „Vielleicht sind wir zu mutig, zu offensiv herangegangen.“ Mit Blick auf den Rückstand und die enge Schlussphase sah Broß eine Leistung der Mentalität.

TSV Heimerdingen: Lars Ruckh kehrt zurück – und will jetzt mehr

In der 78. Minute ging ein Ruck über den Sportplatz oder besser gesagt: Lars Ruckh. Der Sturm-Routinier gab nach über eineinhalb Jahren Verletzungspause sein Comeback für den TSV, die Fans feierten ihren „Ruckh-kehrer“ frenetisch. „Es fühlt sich schön an, wieder zu kicken“, sagte der 36-Jährige. Jetzt will er auch im letzten Saisonspiel „ein paar Minuten“ mitmischen. TSV Heimerdingen: Kaczmarek – Fota, Baumeister (57. Schüller), Geppert, Pellegrino – Traore (78. Ruckh), de Sousa Lourenco (66. Baroudi), Kuchtanin, Reichardt – Riedmiller (73. Idrizi), Gudzevic.

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