Fußball Landesliga Rote Karte wirft SV Leonberg/Eltingen aus der Bahn
Keine Punkte für den SV Leonberg/Eltingen im Duell der Aufsteiger: Beim SSV Schwäbisch Hall zogen die personell dezimierten Gäste den Kürzeren – trotz eigener Führung.
Keine Punkte für den SV Leonberg/Eltingen im Duell der Aufsteiger: Beim SSV Schwäbisch Hall zogen die personell dezimierten Gäste den Kürzeren – trotz eigener Führung.
In der Nachspielzeit warfen die Kicker des SV Leonberg/Eltingen alle Mann nach vorn, auch Torhüter Julian Bär stürmte mit, um vielleicht doch noch das 2:2 zu erzielen – doch der Assistent hob die Fahne, als Bär in aussichtsreicher Position im Strafraum an den Ball kam. Abseits. „Es war ganz knapp“, sagte SV-Trainer Robert Gitschier, „schade drum, wäre eine gute Chance gewesen. Aber die Niederlage wirft uns nicht um.“
Mit 1:2 (1:1) unterlagen die Gelb-Schwarzen am Sonntag im Duell der Aufsteiger beim SSV Schwäbisch Hall und liegen mit zwei Siegen im gesicherten Mittelfeld, sofern man nach vier Spieltagen vom gesicherten Mittelfeld sprechen kann. „Wir haben diese sechs Punkte und bleiben dran“, versprach Gitschier, „wir rappeln uns wieder auf.“
Die vorentscheidende Szene spielte sich bereits in der elften Minute ab, als Innenverteidiger Marijan Salopek seinen Gegenspieler hart an der Strafraumlinie bremste. Schiri Elias Deiss ließ weiterlaufen, doch sein Assistent wedelte so wild mit der Fahne wie ein überglücklicher Hund mit dem Schwanz. Deiss entschied nach kurzem Gespräch auf Strafstoß und Rot für Salopek wegen Notbremse. „Ich würde sagen, es war eine 50-zu-50-Entscheidung“, ordnete Gitschier die Situation ein, „in Höhe der Mittellinie hätte kaum einer auf Foul entschieden.“
Kleiner Trost: Der SSV schoss den Elfer am Tor vorbei. Doch die personelle Unterzahl der Gäste gab vor 150 Zuschauern schließlich den Ausschlag im Kampf um die drei Punkte. Allerdings erst im Laufe der Zeit. Denn zunächst ging der SV sogar in Führung. Einen feinen Spielzug über Patrik Hofmann und Marco Seufert vollendete Sandro Seeber mit einem satten Schuss ins Haller Tor zum 1:0 (13.).
Vielleicht geht in Unterzahl doch etwas, hofften die SV-Fans und Trainer Gitschier – doch sie wurden enttäuscht. Die Leonberger standen in Unterzahl tiefer, mussten weitere Wege zurücklegen, die Hausherren dominierten die Partie fast nach Belieben. „Die Unterzahl tat uns sehr weh“, sagte der SV-Trainer, „auch weil einige Spieler aus verschiedenen Gründen noch keine optimale Fitness besitzen.“ Der SV Leonberg/Eltingen sah hilflos aus im Spiel gegen den Ball, bekam keine Sicherheit bei Ballbesitz. Nach 24 Minuten belohnte Ousainou Danso die Dominanz seines Teams mit dem 1:1. „Wir hatten davor auf der rechten Seite keinen Zugriff“, ärgerte sich Robert Gitschier.
Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt, kurz nach Wiederanpfiff schwand beim SV auch die Hoffnung auf einen Punkt. Der 27 Jahre alte Gambier Danso (Gitschier: „Der beste Mann des SSV“) brachte seine Elf mit einem schmucken Seitfallzieher aus fünf Metern 2:1 in Front (49.). In der Folgezeit verflachte die Begegnung. Schwäbisch Hall versuchte vor allem, die Führung zu verwalten, der SV Leonberg/Eltingen war mit neun Feldspielern nicht in der Lage, den nötigen Druck zu entwickeln, um die SSV-Defensive zu Fehlern zu zwingen. „Wir haben schon immer an unsere Chance geglaubt“, betonte Gitschier, „aber eine echte Riesenchance konnten wir nicht herausspielen.“
Am Samstag (15.30 Uhr) erwartet der Aufsteiger Tabellennachbar TSV Crailsheim im Lewa-Sportpark. „Auch nächste Woche wird es eine schwierige Aufgabe“, unterstreicht Robert Gitschier. Immerhin sind Axel Weeber und Lukas Feigl wieder in den Kader zurückgekehrt – und der SV Leonberg/Eltingen wird die Partie gegen Crailsheim bis zum Schlusspfiff wohl zu elft bestreiten. SV Leonberg/Eltingen: Bär – Häusler, Nufer (86. Trefz), Ohmes, Seufert, Salopek, Schmidt (62. Weeber), Hofmann, Bechthold (67. Feigl), Seeber (89. Jumbam).