Auf den Stürmer kann sich die SKV Rutesheim verlassen: Laurin Stütz (Mi.) traf doppelt gegen die SGM Krumme Ebene Foto: Andreas Gorr
Die SKV Rutesheim geht mit einem 3:0-Erfolg über die SGM Krumme Ebene am Neckar in die Winterpause. Zwei späte Tore entscheiden die Begegnung – und Laurin Stütz geht ins Risiko.
Belgrad, 20. Juni 1976: Antonin Panenka lupft einen Elfmeter ins deutsche Tor, das Spiel ist aus, die Tschechoslowakei ist Europameister. Sprung in die Gegenwart nach Rutesheim: Laurin Stütz lupft am 29. November 2025 einen Elfmeter ins Tor, das Spiel ist aus, die SKV Rutesheim besiegt den Landesliga-Letzten SGM Krumme Ebene.
Der SKV-Stürmer erläuterte seine Aktion lachend: „Ich habe vor einem halben Jahr gesagt, ich chippe mal einen Elfmeter. Da haben alle gesagt, das traust du dich nicht.“ Bei seinen bisherigen Elfmeterversuchen war der Spielstand immer zu knapp, bei einer 2:0-Führung in der Nachspielzeit nahm sich Stütz jedoch die Freiheit heraus.
SKV-Stürmer Falvio Heiler (re.) im Duell um den Ball mit zwei SGM-Akteuren Foto: Andreas Gorr
Immerhin hatte Rutesheims Top-Torjäger die SKV sogar in Führung gebracht, nachdem dem Gegner zuvor bereits ein erster Abschluss an den Torpfosten gelang (8. Minute). In der 15. Minute schlug Flavio Heiler nach einem Foulspiel an Alexander Grau den fälligen Freistoß von der rechten Seitenlinie in den Strafraum, wo Stütz den Ball über den Scheitel ins lange Eck gleiten ließ. Jedoch, so gestand der 13-Tore-Mann, er hätte auch gut und gern vier Treffer erzielen können – der 26-Jährige schob unter anderem nach Vorlagen von Crepaldi (24.) und dem eingewechselten Yannik Walter (82.) den Ball am Tor vorbei.
Yannik Walter köpft Rutesheim ins Glück
Jener Walter war es, der in der 89. Minute das erlösende 2:0 für die Hausherren erzielte. Einen Eckball von Flavio Heiler köpfte er am langen Pfosten ins Tor der Gäste. Heiler, der zuvor einen Ball knapp am Tor vorbei (60.) und einen aus einem knappen Meter deutlich über das Tor schoss (28.), sammelte so noch seine zweite Torvorlage.
Die Erleichterung war deutlich spürbar, der Jubel der SKV-Spieler kannte keine Grenzen. Dabei war das Spiel noch nicht vorbei, der eingewechselte Jay Niko Kiloko wurde in der Nachspielzeit von Gegenspieler Thomas Gil auf der Strafraumlinie hörbar von den Beinen geholt, Schiedsrichter Felix Rauch zeigte folgerichtig sofort auf den Punkt. Was folgte, war der mutige Treffer für Stütz (90+2). Seinen Trainer ließ dies kalt. „Wenn er trifft, ist es egal. Er darf selbst entscheiden, wie er den macht. Wenn er nicht trifft, darf er sich von mir und von der Mannschaft etwas anhören und muss noch einen Kasten zahlen“, schmunzelte Christopher Baake.
Jubel um den Torschützen Marcel Held (Mi.) Foto: Andreas Gorr
Unter den vergebenen Möglichkeiten musste wie schon gegen die SG Weinstadt sein Trainerstuhl leiden, der abermals zu Bruch ging. Baake beteuerte jedoch seine Unschuld: „Er stand schräg, als ich mich drauf setzen wollte. Beim letzten Mal ist aus Versehen ein Fuß dagegen gekommen, heute war es unglücklich. Vielleicht muss ich trainieren, damit es weniger wird.“
SKV-Trainer Christopher Baake war bereits zum zweiten Mal dafür verantwortlich, dass ein Stuhl in die Brüche ging. Foto: Andreas Gorr
Den Sieg bezeichnete Baake als hochverdient. „Wir hatten Chancen für drei Spiele, natürlich müssen wir den Sack früher zu machen“, meinte Baake. Schon zur Pause hätte die Mannschaft höher vorn liegen können, was aber auch mit dem Gegner zu tun hatte, betonte er: „Krumme Ebene hat alles, was sie gegen den Ball haben, auf den Platz gebracht.“ In der Pause ermahnte er seine Spieler, das Spiel konsequent weiterzuspielen. „Wenn wir kein Gegentor kriegen, gewinnen wir auch mit 1:0“, sagte Baake.
Er führte an, dass seine Mannschaft in den letzten Jahren in einer solchen Situation noch ein spätes Tor kassiert hätte, betonte die positive Entwicklung des Teams. Die Sorge eines Gegentreffers hatte der SKV-Coach jedoch nie. Wenngleich er oft pessimistisch sei, habe er immer ein gutes Gefühl gehabt, offenbarte er. Die vergebenen Chancen führte Baake nicht auf eine zu lasche Einstellung seiner Spieler zurück, sah das Problem eher in der Konzentration als in der Seriosität.
Gut gefiel dem Trainer, dass sein Team zum siebten Mal ohne Gegentor bleib und aktuell die zweitbeste Defensive stellt. Der zwölfte Saisonsieg zur Winterpause lässt Baake mit einem guten Gefühl in eben jene gehen. SKV Rutesheim: Göbel – Schneider, Rudloff (76. Walter), Ludwig – Grau, Obert, Held (90.+2 Beqiri), Maier (67. Kiloko) – Heiler – Stütz (90.+2 Teller), Crepaldi (76. Savvoulidis)