Fußball: Landesliga, Staffel 2 „Das waren keine Spiele, das war eine Blamage“
Mittwochswort Ivan Matanovic, der Kapitän des TSV Bernhausen, spricht über die plötzliche Krise beim vermeintlichen Favoriten.
Mittwochswort Ivan Matanovic, der Kapitän des TSV Bernhausen, spricht über die plötzliche Krise beim vermeintlichen Favoriten.
In der vergangenen Saison war der TSV Bernhausen in der Fußball-Landesliga als Aufsteiger das stärkste Rückrundenteam. Und auch in diesem Spieljahr schien es für die inzwischen zum Titelfavoriten avancierten Filderstädter gerade so weiterzugehen – bis zuletzt plötzlich drei Pleiten in drei Spielen gefolgt sind. Was passiert ist? Woran es liegt? Der Kapitän Ivan Matanovic äußert sich im Interview. Der 31-jährige Torjäger spielte in seiner kroatischen Heimat einst bei mehreren Profivereinen, 2021 heuerte er bei den „Veilchen“ an.
Herr Matanovic, nach dem Topstart mit sieben Siegen aus sieben Pflichtspielen nun drei Niederlagen. Ist das aktuell die schwierigste Phase, seit Roko Agatic Trainer ist?
Nein, in seiner ersten Saison in der Bezirksliga 23/24 war es noch schlimmer. Damals haben wir gleich am Anfang drei Spiele verloren. Gerade ist es komisch, weil normalerweise bei uns alles funktioniert. Gegen Sindelfingen (1:2) hat uns das Glück gefehlt, aber die beiden Spiele gegen Waldstetten (1:4) und Maichingen (1:5) waren keine Spiele, das war eine Blamage, eine Katastrophe. Aber das ist Fußball, das gehört dazu.
Woran liegt es?
Gute Frage (lacht). Ich glaube unter anderem, dass uns die Verletzungen und Urlaube kaputt gemacht haben. Wir haben jedes Wochenende eine andere Mannschaft, haben nie zwei Spiele hintereinander mit der gleichen Aufstellung gespielt. Ich habe ja selbst mehrere Wochen gefehlt.
Direkt zum Saisonstart, als besonders viele Spieler gefehlt haben, lief es aber noch super...
Ja, das ist irgendwie komisch. Wir waren wirklich brutal gut; das habe ich selber nicht erwartet, weil eben so viele gefehlt haben. Vielleicht ist es auch so, dass aktuell die Luft raus ist, weil wir als Mannschaft schon seit vielen Jahren zusammen spielen. Gerade sind wir in einem Loch, aber ich bin mir sicher, dass wir da wieder rauskommen.
Gibt es Probleme innerhalb der Mannschaft. Wie ist die Stimmung?
Nein, die Stimmung ist wie immer gut. Wir haben Spaß und reden auch über die Situation und wie wir da wieder rauskommen, aber aktuell bringt es nichts.
Vor der Saison wurde Ihr Team von der Konkurrenz als Topfavorit eingeschätzt. War es auch zu viel Druck von Außen?
Wir haben eine junge Mannschaft, die damit vielleicht nicht so gut umgehen kann. Es wird viel geschrieben, und wir sehen die Bilder in der Zeitung – das hat sich vielleicht auch ein wenig auf das Team ausgewirkt. Aber wir, der Verein und die Trainer, haben nie gesagt, dass wir unbedingt Meister werden wollen.
In der Kabine sind Aufstiegsambitionen auch kein Thema?
Doch, natürlich, das ist ja normal. Wir reden über eine Liga höher, aber wir reden auch über die Bezirksliga. Wir haben nicht so eine brutale Mannschaft, die die Landesliga locker schafft, auch wenn es in der letzten Saison brutal gut lief.
Wie kann eine erneute Wende gelingen?
Das kommt automatisch. Wir müssen weiter Gas geben, fertig, aus. Am Donnerstag gehen wir auf den Wasen als Teambuilding-Maßnahme, ein bisschen was trinken (lacht). Am Sonntag gegen die SV Böblingen wird es noch mal schwer, aber dann geht’s ab, da bin ich mir sicher.
Vorgespult zum letzten Spieltag: Auf welchem Platz wird der TSV Bernhausen liegen?
Top drei. Das gibt uns Luft nach oben – und nach unten (lacht).
Das Gespräch führte Dominik Grill.