„Wenn der reingeht, dann gewinnen wir.“ Trainer Johannes Pfeiffer kannte den Knackpunkt bei der 0:4-Pleite seines TSV Ehningen gegen den TSV Bernhausen in der Fußball-Landesliga, Staffel II. Es war der kläglich verschossene Elfmeter von Lars Jäger nach gut einer Stunde. Warum nicht der etatmäßige Schütze Marcel Berberoglu antrat? „Die Jungs klären das unter sich“, antwortete der Coach, der seine Elf eigentlich als die stärkere in diesem Topspiel gesehen hatte. „Wir waren unheimlich gefährlich, haben aber klarste Situationen nicht genutzt“, befand er. „Es war ein glücklicher Sieg für den Gegner.“
Der erste Aufreger des Duells gehörte den Gästen bei einer Dreifachchance, als zweimal ein Abwehrbein und einmal die Latte retteten. Ein Fehler der Einheimischen kurz darauf ermöglichte es Julijan Milos abzuziehen, doch der zielte zu hoch. Kurz darauf musste Christian Bildl nach einem Steckpass in allerhöchster Not für die Gelb-Blauen klären. Und im weiteren Verlauf erwischte der freistehende Bogdan Rangelov vom Auswärtsteam die Kugel nicht richtig. Ganz so sattelfest war der Auftritt der Platzherren in Halbzeit eins dann also doch nicht.
Am anderen Ende des Rasens wirkte Lars Jäger in seiner Rolle als Spitze nicht unbedingt glücklich beim Abschluss. Gefährlich wurde der sonstige Flügelflitzer immerhin als Vorbereiter. Seinen Querpass in die Mitte hätte Marcel Sigloch einnetzen müssen, bugsierte ihn aber neben den Pfosten. Später kam zum Unvermögen noch Pech dazu, als er das Ding an die Unterkante der Latte ballerte. So ging es ohne Treffer in die Pause, was auch Mustafa Görkem, dem Schlussmann der Gastgeber zu verdanken war, der gut für seine Vorderleute mitdachte und bei seiner besten Tat kurz vor dem Seitenwechsel einen Freistoß von Mihael Tomic über den Balken lenkte.
Nach Wiederanpfiff fand eine Flanke von Ender Özcan nach herrlichem Diagonalpass von Berberoglu keinen Abnehmer, und bei einem Knaller von letzterem infolge einer Ecke tauchte Alexandrov ab. Wie eben auch bei besagtem vergebenen Strafstoß der Ehninger. Stattdessen jubelten einige Zeigerumdrehungen danach die Bernhausener, als Rangelov eine scharfe Hereingabe trat, die Mikail Gümüssü aus der Luft zum 0:1 in die Maschen bugsierte. „Da lassen wir uns blöd auskontern nach einem eigenen langen Ball“, haderte Pfeiffer. Die Vorentscheidung fiel vom Punkt aus. Christian Bildl hatte Erik Meinlschmidt gelegt, Milos zeigte, wie man sowas richtig angeht – wuchtig und platziert zum 0:2.
Es hätte nochmal spannend werden können, wenn Alexandrov nicht auch gegen Gabriel Körtge Corral zur Stelle gewesen wäre, stattdessen machte Hrvoje Markic flink und durchsetzungsfähig mit dem 0:3 den Deckel drauf. Die Auflösungserscheinungen der Kicker von der Schalkwiese zeigten sich derweil auch beim 0:4 durch Michael Henneh. „Da waren die Köpfe natürlich unten. Das müssen wir besser machen“, wusste Pfeiffer. „Aber bis zum Rückstand waren wir klar besser und müssen uns an die eigene Nase fassen.“
TSV Ehningen: Görkem, Sautter, Horvat (53. Zukic), Dannecker, Sigloch (67. Körtge Corral), Jäger (87. Ansu), Özcan, Boughanmi (83. Dagli), Nothacker (77. Grausam), Berberoglu, Bildl.
Tore: 0:1 (70.) Gümüssü 0:2 (75. Foulelfmeter) Milos, 0:3 (86.) Markic, 0:4 (90.) Henneh.
Besonderes Vorkommnis: Rot Berberoglu (TSV/90.+4) Schiedsrichterbeleidigung.
Zuschauer: 200.