Fußball-Landesliga, Staffel II „Besser als um Goldene Ananas zu kicken“ – TSV Ehningen kann an Primus ranrücken

Mustafa Avci (re.) und der TSV Ehningen waren das erste Team überhaupt, das in dieser Saison gegen Spitzenreiter TSV Köngen (in Grün) gewonnen hat: Auswärts gab es Anfang Oktober einen klaren 4:0-Erfolg nach einer richtig starken Leistung. Foto: Eibner/Stefan Rosenfelder

Das Hinspiel beim TSV Köngen hat der TSV Ehningen in der Fußball-Landesliga, Staffel II, klar gewonnen. Gelingt das zu Hause nun erneut, rückt er dem Spitzenreiter auf die Pelle.

Freud und Leid liegen in der ausgeglichenen Fußball-Landesliga, Staffel II, oft nahe beieinander. Co-Trainer Manuel Schaitel vom TSV Ehningen vergleicht es mit einer Achterbahnfahrt: „Es ist ein Auf und Ab. Gewinnt man, ist man voll im Rennen. Verliert man, ist man gefühlt schon wieder ein Stück weg.“

 

Im direkten Duell haben seine Schützlinge nun die Chance, bis auf einen Punkt an Tabellenführer TSV Köngen heranzurücken. „Das wäre schöner, als nur um die Goldene Ananas zu kicken“, schmunzelt Schaitel.

TSV Ehningen – TSV Köngen

Die Gastgeber feilen noch ein wenig an ihrem Matchplan für das Duell mit dem Spitzenreiter (Sonntag, 15 Uhr). „Wir müssen an die Topleistungen anknüpfen, die wir in der Rückrunde schon häufiger abgerufen haben“, drückt es Co-Trainer Manuel Schaitel zunächst recht allgemein aus und wird dann ein wenig spezifischer: „Wir dürfen nicht in Rückstand geraten und müssen vorne Nadelstiche setzen.“

Genau diese Taktik – und die Tatsache, dass sie für eine schnelle 2:0-Führung sorgte – hat seinen Schützlingen beim 4:0-Hinrundenerfolg auswärts Sicherheit gegeben. „Wir konnten uns so auf die Umschaltsituationen fokussieren“, erinnert sich Schaitel an einen äußerst souveränen Auftritt. „Das war von der ersten bis zur letzten Minute richtig gut.“

Sattelfest: Noah Sautter (re.) und die Defensive des TSV Ehningen standen beim 4:0-Sieg in Köngen äußerst sicher. Foto: Eibner/Stefan Rosenfelder

TSV Ehningen war das erste Team, das beim TSV Köngen gewonnen hat

Die Ehninger waren damit das erste Team überhaupt, das gegen die Köngener gewann. Seither hat sich beim Primus vieles verändert. „Damals haben sie vom Flow gelebt, jetzt sind sie nicht mehr ganz so konstant“, weiß Schaitel, dass der Aufsteiger in der Rückrunde lediglich zehn Punkte aus sieben Partien geholt und sich somit als verwundbar erwiesen hat.

Mit dem 7:2-Erfolg aus Sontheim/Brenz im Rücken („das hat gutgetan, auch weil wir nach Rückstand zurückgekommen sind“) dürfen sich die Mannen von der Schalkwiese also durchaus etwas ausrechnen. Nicht mitwirken können dabei Mikail Dagli und Daren Tchomgouo. Marcel Sigloch, der nach Verletzungspause wieder ins Training eingestiegen ist, muss erstmal langsam machen.

TSV Bernhausen – SV Böblingen

Nach dem starken 4:1-Erfolg in Ehningen haben es die Böblinger verpasst, gegen Waldstetten nachzulegen. Viel hat dafür allerdings nicht gefehlt. „Wenn wir das 2:0 machen, ...“, sinnierte Trainer Slobodan Markovic. Doch dafür hat seinen Akteuren bei der 2:3-Niederlage einmal mehr die Kaltschnäuzigkeit gefehlt. „Aber wir machen Fortschritte“, beobachtet der Coach, „dass wir uns auf einem guten Weg befinden“.

Am Sonntag (15.30 Uhr) steht das dritte Duell in Folge gegen ein Team aus dem Spitzenquartett an. Ähnlich wie bei der SVB war das Tagesgeschäft bei Bernhausen seit Beginn der Rückrunde äußerst schnelllebig. Nachdem bekannt wurde, dass im Sommer ein großer Umbruch ansteht, gab es vier Niederlagen zum Jahresstart. Kann auch Böblingen von dieser Unruhe profitieren? Damit beschäftigt sich Markovic aktuell noch nicht. Für ihn gilt wie gewohnt die alte Fußballweisheit: „Entscheidend ist auf dem Platz.“

TSV Bernhausen ist schon wieder so etwas wie die Mannschaft der Stunde

Dort könnte die Aufgabe aktuell kaum schwieriger sein. Denn zuletzt überzeugte der TSV mit Dreiern gegen Maichingen, Waldstetten und Sindelfingen und wurde schnell wieder zu so etwas wie der Mannschaft der Stunde.

Mit Agim Deskaj hat Markovic zumindest wieder eine Option für die Offensive mehr auf der Bank. Der Übungsleiter stellt jedoch klar: „Er wird nach seiner Verletzung noch Zeit brauchen.“

SC Geislingen – VfL Sindelfingen

Am Samstag (15.30 Uhr) erwartet den VfL eine knifflige Aufgabe. Der SC steht derzeit auf dem 14. Tabellenplatz und benötigt dringend Punkte, um den drohenden Abstieg noch abzuwenden.

Sindelfingens Trainer Thomas Siegmund sieht die Geislinger zunehmend unter Druck: „Das wird für die mit abnehmender Spielanzahl immer schwieriger.“ Die Heimbilanz des Vereins aus dem Eybacher Tal nach der Winterpause ist allerdings positiv. In vier Partien auf eigenem Platz blieb die Truppe ungeschlagen und sammelte dabei acht Punkte. „Sie zeigen zu Hause ein ganz anderes Gesicht als auswärts“, schildert Siegmund.

SC Geislingen hat sich zuletzt vor allem als heimstark erwiesen

Die jüngste 1:4-Niederlage der Gastgeber in Maichingen ist für ihn daher kein Gradmesser. Ein Faktor dürften dafür die Platzverhältnisse sein: „Nicht nur die Rasenqualität, sondern auch die Spielfeldgröße ist dort speziell.“ Hinzu kommt die typische Atmosphäre mit den Zuschauern, die auf der Tribüne für Stimmung sorgen. „Wir müssen uns auf eine Mannschaft einstellen, die emotional mehr als auf der Höhe sein wird und die Rahmenbedingungen zu nutzen weiß.“

Die Personalsituation bei den Gästen ist mittlerweile wieder angespannter. Neben dem beim 3:5 gegen Bernhausen bereits schmerzlich vermissten Max Brendle und dem gelb-rot gesperrten Finn Edelmann wird voraussichtlich auch Metehan Kizilagil weiterhin fehlen.

SV Waldhausen – GSV Maichingen

Bei den Maichingern geht es weiter steil nach oben. 15 von möglichen 21 Punkten haben sie in der Rückrunde geholt: „In der gesamten Hinrunde waren es 17“, vergleicht Trainer Thomas Wohland. „Mir war klar, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie es die Tabelle dargestellt hat. Wir haben eine neue und vor allem junge Truppe, da dauert der Prozess etwas mehr als drei bis vier Monate.“ Hilfreich war dabei sicherlich auch die Wintervorbereitung.

Zudem zeigt sich, dass es sich lohnen kann, auf junge Spieler zu setzen: „Beim 2:0-Sieg in Sindelfingen lag unser Altersdurchschnitt unter 24 Jahren. Alexander Schmidt, Martin Topic, Salvatore Semeraro, Mehmet Colak und auch Mario Ferrelli machen ihre Sache sehr gut“ lobt Wohland. „Ich freue mich über die Entwicklung, das hatte ich mir erhofft, und ich war davon auch überzeugt. Man benötigt nur die Zeit dazu, dann wird der Einsatz auch belohnt.“

GSV Maichingen traut sich auch beim SV Waldhausen drei Punkte zu

So rechnet sich der GSV auch am Samstag (15.30 Uhr) in Waldhausen Chancen aus. „Das ist ein Gegner der aufsteigen kann. Die sind körperlich stark und spielen einfachen Fußball“, beschreibt Wohland. „Wir haben in der Hinrunde unglücklich mit 0:1 verloren, obwohl wir einen guten Auftritt gezeigt haben. Aber wir sind jetzt auch etwas gieriger geworden, ich traue uns dort auch einen Sieg zu. Und die lange Rückreise fühlt sich mit drei Punkten auch besser an“, so Wohland.

Mario Ferelli wird privat bedingt fehlen, dafür hat David Filipovic diese Woche wieder trainiert und wird im Kader stehen.

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