Andre Simao (re.) bereitete dem Gegner Kopfzerbrechen, brachte das Runde aber auch nicht im Eckigen unter. Foto: Eibner/Jani Pless
Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft. Diese Fußballweisheit beschreibt den Auftritt des VfL Sindelfingen beim SC Geislingen in der Landesliga, Staffel II, mehr als treffend.
Andreas Reichert
19.04.2026 - 11:15 Uhr
Mit der dritten Niederlage in Folge kehrte der VfL Sindelfingen in der Fußball-Landesliga, Staffel II, von Abstiegskandidat SC Geislingen zurück. Dabei hatte er im Eybacher Tal lange die Oberhand und erspielte sich etliche Hochkaräter. „Das ist einer der besten Auftritte einer Gastmannschaft diese Saison“, nickten einheimische Fans Mitte der ersten Halbzeit anerkennend.
Speziell Andre Simao bereitete der Abwehr der Hausherren gerade zu Beginn erhebliche Probleme. Ganz früh feuerte er den ersten Versuch ab, ehe später ein weiterer auf der Linie geklärt wurde und ein Heber knapp drüber ging. Sowohl in diesen Fällen, als auch beim Lattenkracher von Gianluca Gamuzza lag ein Treffer in der Luft.
SC Geislingen geht gegen VfL Sindelfingen aus heiterem Himmel in Front
Der fiel allerdings aus heiterem Himmel auf der anderen Seite, als Marcel Mädel einnetzte. „Das war deren erster richtiger Torschuss überhaupt“, haderte VfL-Trainer Thomas Siegmund. „Momentan machen wir es den Gegnern auch zu einfach, Tore gegen uns zu erzielen.“ Tatsächlich hatte sein Keeper Alexander Bachmann bis dahin lediglich einmal eingreifen müssen, als es Florijan Ahmeti aus der Distanz probierte.
Die Führung beflügelte die Gastgeber, und Marvin Meyer hätte per Kopf fast erhöht, doch Bachmann hatte etwas dagegen. Auch dessen Vorderleute hatten weiterhin gute Gelegenheiten: Arbes Bytyci scheiterte genau wie Raphael Molitor, einen Freistoß von Gamuzza lenkte SC-Schlussmann Rocco Sauter um den Pfosten.
Ein Spieler des VfL Sindelfingen kassiert einen Platzverweis
„Wir waren auch nach dem Rückstand weiter gut drin“, stellte Siegmund fest. Doch der sportlicher Leiter Thomas Dietsche hatte beim Kabinengang bereits eine üble Vorahnung: „Das rächt sich häufig, wenn du vorne die Chancen nicht nutzt.“ Er sollte Recht behalten.
Kurz nach der Pause nahm das Unglück seinen Lauf. Ein Geislinger zog bei einem Konter geschickt gegen den bereits verwarnten Raphael Molitor ein Foul. Die Schiedsrichterin wertete dies als taktisches Vergehen und schickte den Verteidiger vorzeitig zum Duschen, nachdem sie zunächst fälschlicherweise angenommen hatte, es wäre dessen erste Gelbe Karte der Partie.
Schon verwarnt ein taktisches Foul begangen: Raphael Molitor (Nr. 23 in Blau) flog zu Beginn der zweiten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz. Foto: Eibner-Pressefoto/Jani Pless
VfL Sindelfingen verpasst in Unterzahl den Ausgleich beim SC Geislingen
Die Sindelfinger bemühten sich, die Sache in Unterzahl offenzuhalten. Das gelang ihnen auch, was die Anteile betraf. Die klar besseren Chancen hatte jedoch der abstiegsgefährdete Kontrahent. Mert Özdemir vergab mehrfach, teilweise mit Pech, Bachmann verhinderte auch gegen Ahmeti und Oladimeji Douye Adedapo Schlimmeres.
In der hektischen Schlussphase warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne – ohne Erfolg. „Wichtig ist jetzt, nicht den Kopf zu verlieren, auch wenn wir uns das selbst zuzuschreiben haben“, war Siegmund bestrebt, Ruhe zu bewahren.