„Wenn der Gegner besser ist, kann ich damit leben“, meinte Thomas Wohland, „aber wenn wir ihn zudem zu Toren einladen, dann ärgert mich das einfach.“ So kam es, dass der Trainer mitansehen musste, wie sein GSV Maichingen im letzten Spiel des Jahres mit 1:6 bei Spitzenreiter TSV Köngen baden ging.
Dass schon zur Pause alles vorbei war, lag vor allem an einem: Max Schlotterbeck machte für die Gastgeber den Unterschied aus. Über ihn lief einfach alles, er bereitete drei Buden vor und erzielte zwei selbst.
GSV Maichingen bekommt den Besten des TSV Köngen nicht in den Griff
Vier dieser Scorerpunkte sammelte er in Halbzeit eins. Früh bediente er Dennis Vrljicak, der auch vom heraneilenden Michael Klauß nicht am 1:0 gehindert werden konnte. Beim zweiten Streich ging es erneut zu schnell für die Gäste, Schlotterbeck traf nach einer Körpertäuschung eiskalt zum 2:0. Kurz vor der Pause flankte der überragende Mann mustergültig, sodass Daniel Zimmermann unbedrängt zum 3:0 einschieben konnte. Und den Freistoß, den er vor dem 4:0 von Sven Dobler trat, hatte Schlotterbeck sogar selbst herausgeholt.
Auf dem Sportplatz herrschte Einigkeit darüber, dass der Pausenstand zu hoch ausgefallen war. Allerdings waren die Mannen aus dem Allmend defensiv zu anfällig, wenn der Kontrahent das Tempo anzog. Da half es auch nicht, dass sie sich vom 0:1 nicht aus dem Konzept bringen ließen und sogar zwei Chancen zum Ausgleich verbuchten. Filippo Intemperante bugsierte eine halbhohe, scharfe Flanke von Kane Ehmke per Direktabnahme drüber, bei Filip Jose Marques Moreira stand der Innenpfosten im Weg.
Selbst nach dem 0:2 zeigten die Grün-Weißen eine starke Viertelstunde. Mario Ferrelli hatte ebenfalls Aluminiumpech, nachdem er in guter Position weggerutscht war. Endrit Syla blieb bei einer guten Standardchance in der Mauer hängen, und Heiko Schall wurde ebenfalls geblockt. Da fehlte schlicht das Durchsetzungsvermögen.
„Bis wir wirklich drin waren, lagen wir schon mit zwei Treffern hinten“, haderte Wohland zur Pause. Vor allem nervte ihn, dass genau das passiert war, wovor er gewarnt hatte. „Ich hatte die Jungs auf deren Konter vorbereitet, und trotzdem rennen wir in diese rein“, schüttelte er den Kopf.
Nach dem Wiederanpfiff merkte man den Maichingern an, dass sie das so nicht stehen lassen wollten. Sie investierten einiges, um zumindest zu ein bisschen Ergebniskosmetik zu kommen. „Die Reaktion war in Ordnung“, zeigte sich Wohland etwas versöhnt. Und tatsächlich – ein Freistoß von Klauß, der vermutlich eher als Hereingabe gedacht war, titschte auf und flutschte über die Linie.
Allerdings gab es beim Tabellenführer eben diesen gewissen Kerl namens Schlotterbeck, und der stellte mit einem Knaller von knapp außerhalb des Sechzehners zum 5:1 den alten Abstand wieder her. Zu allem Überfluss erhöhte Louis Hartenstein mit dem ersten Ballkontakt wenige Sekunden nach seiner Einwechslung auf 6:1.
GSV Maichingen: Rapp, Topic, Syla (87. Romanyuk), Klauß, Intemperante, Marques Moreira, Ferrelli (78. Kristoffersen), Filipovic (46. Komarica), Semeraro, Schall (87. Orfeo), Ehmke (87. Schmidt).
Tore: 1:0 (5.) Vrljicak, 2:0 (15.) Schlotterbeck, 3:0 (39.) Zimmermann, 4:0 (45.+1) Dobler, 4:1 (57.) Klauß, 5:1 (66.) Schlotterbeck, 6:1 (77.) Hartenstein.
Zuschauer: 120.